Jonathan Neuscheler | AlleAktien-Gründer, Value-Investor, Aktienanalyst, Betriebswirt

Mein Ziel ist es, jährlich steigende Dividendeneinnahmen zu erreichen. Dabei denke und agiere ich langfristig. Suche mir in Aktienanalysen systematisch unterbewertete Aktien mit einer hohen Renditeerwartung und gleichzeitig geringen Risiken aus. Dann bleibe ich meist viele Jahre investiert. Profitiere von der Wertsteigerung der Unternehmen. Ich schwimme gerne gegen den Strom. Schlage zu, wenn Aktien besonders preiswert sind.

Activision Blizzard Aktie: Kampf verloren oder steht das Comeback des #1-Spieleherstellers der Welt bevor?

Zusammenfassung Activision Blizzard Aktie News-Artikel

  • Gaming-Branche wächst rasant
  • 2018 lief super, das Jahr wurde mit einem Rekordgewinn abgeschlossen
  • Der Ausblick auf 2019 enttäuschte extrem, hat das Unternehmen den Anschluss verloren?
  • Mit diesen konkreten Maßnahmen möchte Activision Blizzard zurück auf die Erfolgsspur gelangen
  • Liegt die Zukunft in Free-to-Play-Spielen?
  • Fazit: Das ist meine Einschätzung zur Activision Blizzard-Aktie

 

Gaming-Branche wächst rasant

Warum sollten sich Privatanleger mit Videospieleherstellern wie Activision Blizzard, Take-Two oder EA beschäftigen?

Weil diese in einer stark wachsenden und zugleich hochprofitablen Branche operieren. Das Branchenwachstum ist enorm: 2007 betrug das Marktvolumen der Gaming-Industrie 35 Mrd. USD. 2017 bereits 121 Mrd. USD. 2025 dürfte der Markt bereits mehr als 200 Mrd. USD groß sein. Alle Unternehmen dieser Branche haben die Chance, sich ihren Teil vom Wachstum zu sichern. Die Aktionäre würden davon profitieren.

AlleAktien-Activision-Blizzard-Aktien-Analyse-Gamingmarkt-Global-Wachstum

Das Branchenwachstum der Gaming-Industrie liegt bei rund 10% pro Jahr. Es gibt eine Reihe von Wachstumstreibern: das weltweite Wirtschaftswachstum; mehr Freizeit durch kürzere Arbeitszeiten; bessere Technologie, die zu packenderen Erlebnissen führt; die zunehmende Verbreitung der Smartphones; der Aufstieg der sozialen Netzwerke (YouTube, Twitch, Facebook…) sowie die zunehmende Beliebtheit von E-Sport-Events (dem sportlichen Wettkampf von Menschen mit Computerspielen). Bildquelle: Newzoo Branchenstudie zur Gamingindustrie, 2018.

Videospielehersteller haben jedes Jahr aufs neue die Chance, sich ihren Anteil vom wachsenden Kuchen zu sichern. Prüfen wir nun, wie gut das Activision Blizzard, dem weltgrößten Spielehersteller der Welt, gelingt.

 

2018: Super Jahr für Activision Blizzard, Rekordgewinn

Werfen wir zuerst einen Blick auf das abgeschlossene Geschäftsjahr 2018. Alle relevanten Kennzahlen entwickelten sich sehr gut.

Kennzahl 2017 2018 Veränderung
Umsatz 7.017 Mio. USD 7.500 Mio. USD +7%
EBIT 2.327 Mio. USD 2.577 Mio. USD +11%
EBIT-Marge 33% 34% +1 Prozentpunkt
Gewinn je Aktie 2,21 USD 2,72 USD +23%

Was mir besonders gut gefällt: Der Gewinn steigt stärker an als der Umsatz. Die Gewinnmarge lag um 2000 noch bei 7%, 2008 dann schon bei 20%. 2018 bei 34%. Als Softwareunternehmen profitiert Activision Blizzard von nahezu nicht vorhandenen variablen Kosten. Jede zusätzlich verkaufte Spielekopie fließt nahezu eins zu eins in den Gewinn des Unternehmens rein.

Weiterhin sprudelte der Free Cash Flow: Das eh schon schuldenfreie Unternehmen konnte 2018 die NetCash-Position von 300 Mio. USD auf 1.700 Mio. USD ausbauen.

2018 lief also alles nach Plan. Dennoch stürzte der Aktienkurs regelrecht ab. Was ist nur los bei Activision Blizzard?

AlleAktien-Activision-Blizzard-Aktienkurs-Ariva-langfristig

Jahrelang ging es mit dem Aktienkurs ausschließlich aufwärts. In der zweiten Jahreshälfte 2018 begann eine rapide Talfahrt: Der Aktienkurs brach innerhalb weniger Monate um ca. 50% ein. Bildquelle: Ariva.de

 

2019: Enttäuschender Ausblick, Anschluss verloren?

Die Zahlen für 2018 waren zwar gut, der Ausblick auf 2019 enttäuschte aber stark. Das Unternehmen rechnet in 2019, trotz unverändert hohem Branchenwachstum, mit einem sinkenden Umsatz, operativen Gewinn und Gewinn je Aktie.

Da hilft auch die Dividendenerhöhung um rund 9% auf 0,37 USD je Aktie wenig. Ein Aktienrückkaufprogramm über rund 1,5 Mrd. USD, bzw. ca. 5% der Aktien, wurde zusätzlich angekündigt.

Kennzahl 2018 2019e Veränderung
Umsatz 7.500 Mio. USD 6.025 Mio. USD -20%
EBIT 2.577 Mio. USD 1.807 Mio. USD -30%
EBIT-Marge 34% 30% -4 Prozentpunkte
Gewinn je Aktie 2,72 USD 1,85 USD -32%

Eine Sache ist völlig klar: Die Branche wächst weiter mit 10% pro Jahr. Activision gelingt es derzeit nicht, an diesem Wachstum teilzuhaben.

Das Management begründet diese schwache Entwicklung mit einem „ungeschickten“ Timing der neuen Entwicklungen. Dieses Kalenderjahr stehen keine großen Veröffentlichungen neuer Spiele mit hohem Potential an. Gleichzeitig betont das Management unter der Leitung von Bobby Kotick, dass die Pipeline an neuen Entwicklungen „nie vielversprechender und besser gefüllt“ gewesen wäre. Soll man dieser Aussage glauben?

Dann wäre 2019 ein kleines Tal, eine vorübergehende Verschnaufpause, innerhalb einer großen Wachstumsstory. Doch wir sollten nicht vergessen: Im Unternehmen gab es zuletzt einige Veränderungen. Der Finanzvorstand wechselte zu Netflix. Der Vorstand von Blizzard wurde gefeuert. Irgendwie deuten diese Entwicklungen darauf hin, dass noch mehr hinter den jüngsten Entwicklungen steckt.

Was also unternimmt das Management, um Activision Blizzard wieder zurück auf die Erfolgsspur zu bringen?

 

Mit diesen konkreten Maßnahmen möchte Activision zurück auf die Erfolgsspur gelangen

Das Unternehmen soll kräftig umgebaut werden.

Die Investitionen werden massiv hochgefahren:

  • Die Pipeline an neuen Spielen ist Unternehmensangaben zufolge eh schon besser als je zuvor, zusätzlich soll die Zahl der Software- bzw. Spieleentwickler schnellstmöglich um 20% hochgefahren werden. Dadurch kann Activision künftig noch öfter und noch schneller neue Spiele herausbringen
  • Das Unternehmen fokussiert sich stärker als je zuvor auf den Spielemarkt für Smartphones. Mit Candy Crush, Farm Heroes etc. ist das Unternehmen in diesem Segment bereits führend. Nun sollen auch Klassiker wie Call of Duty etc. auf dem Smartphone spielbar werden
  • Expansion nach Asien: Zusammen mit Tencent soll der chinesische Markt angegriffen werden. Die Spiele-Klassiker werden nach und nach in China eingeführt
  • Chancen im E-Sports und im Werbebereich nutzen: Das Unternehmen arbeitet an neuen E-Sports-Ligen. In die Spiele werden zunehmend mehr Werbeanzeigen/Werbebanner eingebaut

 

Gleichzeitig sollen die Kosten gesenkt werden:

  • In Bereichen, die nicht die Entwicklung von neuen Spielen betreffen, kommt es zu größeren Entlassungen. Dadurch sinken die Verwaltungskosten. Es bleibt mehr Gewinn für die Aktionäre übrig
  • Insgesamt sollen ca. 8% der Mitarbeiter entlassen werden

 

Die Hoffnung: Ab 2020 wieder kräftig wachsen. Zahlreiche Releases, die Expansion nach Asien und auf das Smartphone sowie der Aufbau von E-Sports-Ligen sollen ab 2020 wieder zu steigenden Erlösen und Gewinnen führen.

AlleAktien-Activision-Blizzard-Aktien-Analyse-Wachstum-im-Gaming-Markt

Die Wachstumsstrategie von Activision Blizzard. Bildquelle: Activision Blizzard Q3 2018 Präsentation für die Investoren.

 

Liegt die Zukunft in Free-to-Play-Spielen?

Konkurrent EA hat es vorgemacht: Über Nacht wurde mit Apex Legends ein neues Spiel herausgebracht. Innerhalb eines Monats wurden mehr als 50 Mio. aktive Nutzer gewonnen. Free-to-Play, im Stil von Fortnite. Es ist kein Kauf für ca. 40-60 EUR mehr notwendig, wer Lust auf das Spiel hat, kann einfach losspielen. Das senkt die Hürden. Erweitert den Kreis an Spielern extrem.

AlleAktien-Gaming-Industrie-Tencent-Epic-Games-Fortnite

Ein junger Spieler spielt Fortnite. Innerhalb weniger Monate wurden rund hundert Mio. neue Spieler an den Genuss von Videospielen herangeführt. Ein weiterer Wachstumsschub, von dem nun alle Anbieter profitieren können.

Activision Blizzard zählt als weltgrößter Videospielehersteller knapp 100 Mio. monatlich aktive Nutzer. Fortnite hat dank Gratis-Spielmöglichkeit innerhalb weniger Monate aus dem Nichts mehr als 200 Mio. Nutzer erreicht. Mit einem einzigen Spiel!

Geld verdient wird trotzdem. Und zwar zuhauf. Fortnite hat 2018 rund drei Mrd. USD Gewinn abgeworfen. Das ist mehr, als Activision Blizzard mit unzähligen weltweit bekannten Spielen zusammen erwirtschaftet.

Der Trick dabei: Der Verkauf des Spiels spielt zwar kein Geld mehr ein. Dafür aber digitale Spielgegenstände wie Kleider und Tänze. Da durch das Free-to-Play-System ca. 10- bis 20-fach so viele Spieler gewonnen werden können, springt unterm Strich trotzdem mehr heraus, auch wenn jeder Spieler nur ein paar USD ausgibt.

Activision Blizzard könnte theoretisch jederzeit nachziehen. Sträubt sich bisher aber noch dagegen. Gut möglich, dass sich die Branche gerade wandelt. Am Ende dürfte aber jeder Anbieter von diesem neuen Trend profitieren: Plötzlich wurden Videospiele absolut gesellschaftsfähig. Es ist jetzt kein teurer Kauf (ca. 40-60 EUR) mehr notwendig, um in den Genuss der Videospiele zu kommen. Viele Spieler haben dank Fortnite den Einstieg in die „Spielwelt“ gefunden. Wollen nun weitere Spiele entdecken. Landen dabei oftmals bei den Produkten von Activision Blizzard.

Daher mache ich mir keine Sorgen über die Free-to-Play-Entwicklung. Activision sollte langfristig davon profitieren können. Mit eigenen Free-to-Play-Spielen oder durch neue Gaming-Interessenten, denen Fortnite oder Apex Legends eines Tages einfach langweilig wird.

Activision Blizzard besitzt mit Marken wie Call of Duty, World of Warcraft, Overwatch usw. extrem wertvolle Marken.

Fazit: Chance-Risiko-Verhältnis der Activision Blizzard-Aktie weiterhin positiv

Meine aktuelle Sicht auf das Unternehmen Activision Blizzard ist:

  • 2019 wird kein gutes Jahr werden. Es gibt Probleme im Unternehmen, im Management wurden falsche Entscheidungen getroffen. Viele Teilnehmer am Kapitalmarkt denken kurzfristig. Die Stimmung gegenüber der Aktie ist schlecht
  • Doch wir sollten nicht vergessen: Die Branche wächst weiterhin mit ca. 10% pro Jahr. Activision bleibt der größte Videospieleentwickler der Welt. Verfügt über eine treue Kundenbasis von 88 Mio. monatlich aktiven Nutzern, dazu kommen 268 Mio. aktive Nutzer in den Smartphone-Angeboten des Unternehmens
  • Ich rechne damit, dass es dem Unternehmen spätestens nächstes Jahr wieder gelingen wird, dieses Vertrauen und die Bekanntheit des Unternehmens wieder in steigende Gewinne ummünzen zu können
  • Trotz der operativen Probleme bleibt Activision Blizzard klar profitabel, arbeitet nach wie vor mit einer operativen Gewinnmarge von 30%. Wirft ca. 1,5 Mrd. USD Free Cash Flow pro Jahr ab. Ist schuldenfrei. Besitzt einige der erfolgreichsten Spiele-Marken der Welt
  • Das ist definitiv eine gute Basis, um eines Tages wieder neu durchzustarten. Doch wann es soweit sein wird, ist schwer zu sagen. Manche Spiele schlagen plötzlich wie eine Bombe ein, Konkurrent EA hat es kürzlich erlebt
  • Wenn man sieht, dass Neueinsteiger wie die Entwickler von Fortnite mit einem einzigen Spiel plötzlich drei Mrd. USD pro Jahr verdienen können, dann ist das ein Beweis für die enormen Chancen im Sektor. Sobald eines der neuen Spiele von Activision Blizzard einschlägt, kann die Aktie kräftig durchstarten
  • Bis dahin dürfte die Entwicklung volatil bleiben. Langfristig übersteigen die Chancen die Risiken. Ich bleibe investiert und werde bei einem weiteren Kursrückgang aufstocken

 

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Quellen & Links

Beschreibung Link
Premium-Aktienanalyse zu Activision Blizzard: Größter Videospielehersteller mit enormen Chancen im E-Sport zur Analyse
Activision Blizzard Investorenpräsentation zum vierten Quartal 2018 und Ausblick auf 2019 zur Präsentation
Artikel: Fortnite erzielte 2018 einen Gewinn von drei Mrd. USD zum Artikel
Aktienkursentwicklung der Activision Blizzard-Aktie auf Ariva.de zur Kursentwicklung
Analystenschätzungen zur künftigen Activision Blizzard-Geschäftsentwicklung zu den Schätzungen

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