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Amgen Aktie Analyse

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WKN
867900
Symbol
AMG
Sektor
Gesundheit
Webseite
Amgen
Investor Relations
Investor Relations

Amgen ist ein US-amerikanisches Unternehmen aus der Gesundheitsbranche. Dabei gehört Amgen zu den weltweit größten Biotechnologieunternehmen, das sich mit der Entdeckung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Humantherapeutika beschäftigt. Das Unternehmen wurde 1980 unter dem Namen AMGen (Applied Molecular Genetics) gegründet und hat seinen Hauptsitz in Thousand Oaks, Kalifornien.

Amgen zählt weltweit zu den führenden Biotech-Unternehmen. Amgen entwickelt, produziert und vertreibt biopharmazeutische Produkte, die mit Hilfe rekombinanter DNA-Technologien hergestellt werden. Die Forschungsschwerpunkte sind dabei die Hämatologie (Wissenschaft der Blutkrankheiten), Onkologie (Krebsforschung), Nephrologie (Wissenschaft der Nierenkrankheiten), Rheumatologie, Diabetes, Endokrinologie (Lehre der inneren Sekretionsdrüsen), Neurologie und Zelltherapie. Krebs- und Herzerkrankungen sind die weltweit häufigsten Todesursachen. Amgen arbeitet daran, dies zu ändern. Das Unternehmen ist weltweit in 100 Ländern und Regionen präsent. Geführt wird das Unternehmen seit 2010 von CEO Robert Bradway, der bereits seit 2006 bei Amgen aktiv ist.

Gegründet wurde das Unternehmen am 8. April 1980 unter dem Namen AMGen (Applied Molecular Genetics) von William K. (Bill) Bowes und zwei Partnern in Thousand Oaks, Kalifornien. Bereits drei Jahre später änderte man den Namen zu Amgen und ging in den USA an die Börse. Den ersten wissenschaftlichen Meilenstein erreichte man 1983 als es erstmals gelang, ein menschliches Hormon herzustellen, das gezielt die Bildung roter Blutzellen anregt. Damit war ein Ansatz gefunden, der eine Alternative zu Bluttransfusionen bot – etwa bei der Behandlung von Blutarmut.

Zwei Jahre später erfolgte die nächste Entdeckung: Das Forschungsteam isoliert das Gen des Wachstumsfaktors G-CSF. Dieser Botenstoff regt die Produktion bestimmter weißer Blutzellen an und stärkt so das Immunsystem. Im Jahre 1989 wird das Medikament EPOGEN als erstes Arzneimittel von Amgen in den USA zugelassen. Das Medikament wird vorwiegend bei der Behandlung von Blutarmut bei Dialysepatienten eingesetzt. Bei diesen Patienten ist die Blutbildung infolge eines Nierenversagens gestört. Das zweite Arzneimittel von Amgen namens NEUPOGEN wird 1991 in Deutschland zugelassen und trägt zur Erhöhung der Anzahl weißer Blutkörperchen bei. Mit diesen beiden Medikamenten hat Amgen die ersten weitreichenden Biotechnologie-Therapien zur Marktreife gebracht. Die beiden Medikamente entwickelten sich außerdem zu den ersten Blockbustern der Biotechnologieindustrie.

Über die Jahre baut Amgen seine Produktionsstätten aus und eröffnet 1997 das wichtigste Produktions- und Vetriebszentrum Europas in Breda in den Niederlanden. Gleichzeitig erforscht und entwickelt man beständig weitere Arzneimittel und erhält für diese weitere Zulassungen in der EU. Im Jahr 2020 ist Amgen mit seinen über 22.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in etwa 100 Ländern eines der führenden unabhängigen Biotechnologieunternehmen weltweit. In Deutschland sind aktuell 17 innovative Amgen-Arzneimittel verfügbar.

Branchenanalyse

Amgen ist in der Gesundheitsbranche tätig. Die Gesundheit ist das höchste Gut. Wer krank ist, will wieder gesund werden. Ein Verzicht aufs Krankwerden oder eine Aufschiebung von Behandlungen ist nahezu nicht möglich. Die Altersstruktur verschiebt sich und die Lebenserwartung steigt weiter an. Mit zunehmendem Alter gibt es immer mehr Menschen, die auf medizinische Hilfe angewiesen sind. Inzwischen können zwar schon viele Krankheiten wirkungsvoll behandelt werden, jedoch gibt es immer noch eine Vielzahl von Krankheiten. die so komplex sind, dass eine Heilung aktuell noch nicht möglich ist. Das langfristige Ziel der Gesundheitsbranche ist, der Menschheit bei allen Krankheiten zu helfen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen neue Behandlungsmethoden und Wirkstoffe entwickelt werden. Diese findet man nur durch intensive Forschung. In die Forschung und Entwicklung investiert die Gesundheitsbranche deshalb jedes Jahr rund 22 % ihrer Umsätze.

Die Biotechnologie, ein Teil der Gesundheitsbranche, setzt im Vergleich zur klassischen Pharmakologie auf Enzyme, Zellen oder ganze Organismen, um Medikamente oder Therapien zu entwickeln. Die sogenannten Biopharmazeutika sind Wirkstoffe auf genetisch veränderter Zellbasis. Sie sind sehr komplex aufgebaut aber wirken dadurch gezielt im Körper. Wie ein Schlüssel, der nur ein bestimmtes Schloss aufdrehen kann. Biopharmazeutika haben für die gesamte Branche neue Möglichkeiten gebracht.

Das macht die Biotechnologie zu einer der spannendsten und wohl zukunftsträchtigsten Branchen überhaupt. Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie ist die Branche nochmals stärker in den Fokus gerückt. Nachdem es der Wissenschaft gelungen ist, das menschliche Genom (die Gesamtheit aller Gene) zu entschlüsseln, liegt nun der Fokus auf Genomen von anderen Organismen. Je größer das Verständnis für die Mechanismen von Krankheiten ist, desto besser können zielgerichtete Medikamente entwickelt werden. Der Prozess von der Forschung bis hin zur Herstellung eines Arzneimittels ist jedoch sehr zeit- und kostenintensiv. Dafür muss ein sehr komplexer Prozess durchlaufen werden. Erst nach Forschung, Entwicklung, klinischer Prüfung und Zulassung kann ein Medikament hergestellt werden.

Wenn aber ein erfolgreiches Produkt gelingt, kann dieses sehr lukrativ verkauft werden. Das Medikament kann mit einer Marge von über 80 % verkauft werden und durch das Patent hat das Medikament für die nächsten 20 Jahre eine Monopolposition. Für die meisten Unternehmen entwickeln sich in der Regel nur ein bis drei Wirkstoffe zu so genannten Blockbuster-Medikamenten. Diese sind wirkliche Umsatzbringer und damit besonders lukrativ. Aufgrund dieser Chance ist der Markt stark umkämpft.

Der Gesundheitsmarkt wächst laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 6 % pro Jahr. Wegen des demographischen Wandels wird der Markt aber weiter wachsen und somit attraktiv bleiben. Die Weltbevölkerung wird immer älter und die Menschen sind bereit, viel Geld für die Bekämpfung ihrer gesundheitlichen Probleme auszugeben. Viele Krankheiten können bereits sehr gut behandelt werden, jedoch werden immer wieder neue Krankheiten auftreten. Aus diesem Grund gewinnt auch die Biotechnologie in der Gesundheitsindustrie immer mehr an Bedeutung. So soll der weltweite Arzneimittelumsatz auf Basis der Biotechnologie bis 2026 um 10 % wachsen.

Geschäftsmodell

Amgen verdient sein Geld hauptsächlich durch die Erforschung, Herstellung und den Verkauf von Arzneimitteln. Das Unternehmen fokussiert sich auf die menschliche Biologie. Sie verwenden Spitzentechnologie und -wissenschaft, um die biologischen Mechanismen von Erkrankungen zu erforschen. Dabei verfolgt das Unternehmen den "Biology-First-Ansatz", d. h. dass man zunächst die komplexen molekularen Mechanismen erforscht, bevor man an einer Heilung arbeitet; im Prinzip betreibt das Unternehmen also eigene Grundlagenforschung. Erst ein Erkennen der Zusammenhänge führt dann ggf. zu einem Heilungsansatz. Amgen ist nach der Entdeckung einer möglichen Therapie für eine Krankheit am kompletten Prozess der Medikamententwicklung beteiligt. Die Herstellung ist ebenfalls inbegriffen.

Fokussiert hat sich Amgen auf die Entwicklung und Fertigung verschiedener Humantherapeutika. Dies bedeutet, dass im Rahmen der DNA-Forschung Proteine modifiziert und daraus Hormone und / – oder Antikörper für Patienten entwickelt. Diese Medikamente werden als Biopharmazeutika bezeichnet. Die meisten Arzneimittel von Amgen richten sich gegen Erkrankungen, für die es nur eine beschränkte Anzahl von Behandlungsmöglichkeiten gibt, oder sie stellen als Biopharmazeutika eine neuartige Behandlungsmethode dar.

Dabei ist Amgen breit aufgestellt und in den folgenden Tätigkeitsbereichen aktiv:

Hämatologie und Onkologie. Befassen sich mit der Behandlung von Blutkrankheiten und Krebsarten. Bisher sind diese auf die Lebensverlängerung begrenzt. Bis 2030 wird sich die Anzahl der Krebsneuerkrankungen voraussichtlich um rund 23 % steigern. Grund dafür ist vor allem der demografische Wandel. Amgen ist mit 10 Arzneimitteln in der Krebstherapie, die in Deutschland zugelassen sind, ein wichtiger Akteur in der Onkologie.

Die Nephrologie. Befasst sich mit der Prävention, Diagnostik und konservativen Therapie von Nieren- und Hochdruckerkrankungen. In diesem Bereich hat Amgen sein erstes Arzneimittel auf den Markt gebracht.

Rheumatologie. Beschäftigt sich in erster Linie mit entzündlichen Erkrankungen. Diese gehen häufig mit Beschwerden am Bewegungsapparat einher und betreffen dabei Gelenke, die Wirbelsäule sowie allgemein Knochen, Sehnen, Bänder und die Muskulatur. Das Produkt Enbrel aus diesem Tätigkeitsbereich trägt knapp 20 % des Gesamtumsatzes von Amgen bei.

Kardiologie. Hier geht es um Herz-Kreislauferkrankungen, wie etwa Herzinfarkte und Schlaganfälle. Einer der Hauptrisikofaktoren für diese Erkrankungen ist ein erhöhter Cholesterin-Spiegel. Man spricht hierbei von einer Fettstoffwechselstörung. Die Forschung in diesem Bereich ist einer der Schwerpunkte von Amgen in der Kardiologie.

Knochengesundheit. Hauptaugenmerk ist die Erkrankung Osteoporose. Mit Osteoporose steigt das Risiko für Knochenbrüche. Ziel der Osteoporose-Therapie ist es, das natürliche Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und -abbau wiederherzustellen.

Amgen forscht bis heute eigenständig an biotechnologischen Arzneimitteln, hat inzwischen ergänzend aber auch Biosimilars ins Programm genommen. Biosimilars ahmen bereits vorhandene Medikamente nach, um nach Auslaufen von deren Patentschutz am Markt zu partizipieren. Dadurch kann Amgen gezielt auf umsatzstarke Produkte setzen und so seine Einnahmen optimieren. Von den knapp 26 Mrd. USD Umsätzen aus dem Geschäftsjahr 2021 erzielt Amgen 71 % in den USA. Da einige Produkte im Umsatz stagnieren, ist Amgen darauf angewiesen bei ihren Produkten in der klinischen Phase 3 Zulassungen zu erhalten, um weiteres Wachstum zu generieren. Neben der eigenen Forschung und Entwicklung von Arzneimitteln tätigt Amgen auch Übernahmen, um so weiteres Wachstum zu generieren.

Amgen ist ein Big-Player im Bereich der Biotechnologie. Das Geschäftsmodell ist mit steigender Weltbevölkerung und immer älter werdenden Menschen ohne Zweifel zukunftsträchtig. Auch wenn der Umsatz in den letzten Jahren nur moderat gesteigert werden konnte, ist man für die Zukunft gut aufgestellt. Das Unternehmen hat umsatzstarke Produkte in der Pipeline und etliche Medikamente in der klinischen Studienphase 2 und 3. Das Unternehmen kann auf seine jahrelange Erfahrung bauen und ist am Markt etabliert.