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Aktie Analyse

BHP Aktie Analyse

WKN
850524
Symbol
BHP.AX
Sektor
Grundstoffe
Webseite
BHP
Investor Relations
Investor Relations

Die BHP Group (kurz BHP) ist ein australisch-britisches Rohstoff- und Bergbauunternehmen, welches sich auf den Abbau von Industriemetallen (vor allem Eisenerz und Kupfer) und die Förderung von Erdöl, Erdgas und Kohle konzentriert. BHP ist einer der weltweit größten Exporteure von metallurgischer Kohle und zählt zu den führenden Eisenerz- und Kupferproduzenten. Die Produktionsstätten liegen vor allem in Australien, sowie in Nord- und Südamerika.

Die BHP Group teilt sich auf die beiden Dachfirmen BHP Group Limited und BHP Group Plc auf. Beide Unternehmen haben eine gemeinsame Unternehmensführung. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Melbourne und ist der größte Industriekonzern Australiens und einer der größten Bergbaukonzerne der Welt.

Geschichte

1851: Expedition nach Belitung. Eine Gruppe holländischer Adeliger führten eine Expedition nach Belitung an, um die Insel nach Zinnvorkommen zu untersuchen. Sie entdeckten ein ausgedehntes Zinngebiet, welches sich von der malaiischen Halbinsel bis Sumatra erstreckte.

1860: Billiton Maatschappij wird gegründet. Die Aktiengesellschaft Billiton Maatschappij wurde in Den Haag gegründet und erwarb Schürfrechte auf Belitung und Bangka.

1883: Charles Rasp entdeckt Blei-Silber-Gestein in Broken Hill im äußersten Westen von New South Wales, Australien.

1885: Gründung von BHP. Rasp suchte sich einige Verbündete und pachtete das Land für Bergbauzwecke. The Broken Hill Proprietary Company (kurz BHP) wurde gegründet. Das neue Unternehmen mit Sitz in Melbourne ging 1885 an die Börse.

1900 bis 1930: Die Geschäfte von Billiton Maatschappij liefen hervorragend und die Zinnfelder waren sehr profitabel. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg beschäftigte das Unternehmen etwa 7.500 Arbeiter in 80 Minen.

Das australische Broken Hill entwickelte sich zu einem Zentrum des Silber-, Blei- und Zinkbergbaus mit BHP als Hauptunternehmen. In den 1910er Jahren begann das Unternehmen mit der Förderung von Eisenerz bei Whyalla und Steinkohle bei Newcastle. im Jahr 1915 eröffnete die Firma das erste Stahlwerk im Hafen von Newcastle und begann mit der Stahlverarbeitung.

1930er und 1940er Jahre: Billiton Maatschappij expandierte in den Bauxitbergbau (Bauxit ist ein Aluminiumerz) mit Minen auf Bintan, in Surinam und in Französisch-Guyana.

In der Anbahnung des Zweiten Weltkrieges wurde die Commonwealth Aircraft Corporation durch einen Zusammenschluss aus BHP und anderen australischen Unternehmen gegründet. Ein Großteil der australischen Munition und Verteidigungsausrüstung im Zweiten Weltkrieg beruhte auf BHP.

1958: Der indonesische Staat beendete das Engagement von Billiton und übernahm die Minen auf seiner namensgebenden Insel Belitung.

1963: BHP steigt ins Erdöl-Geschäft ein. BHP begann in Kooperation mit Esso mit der Suche nach Erdöl. Im Jahr 1965 wurde die Suche mit Erfolg gekrönt.

1968: Am Mt. Newman wird reiches Eisenerz erschlossen

1970: Royal Dutch Shell übernimmt Billiton. Billiton wurde von Royal Dutch Shell gekauft und in Billiton International umbenannt.

1984: BHP erwirbt Utah International von General Electric, das im Bowenbecken in Queensland Kokskohle förderte und exportierte.

1990: In der chilenischen Escondida-Mine begann der Kupferbergbau, an der BHP die Mehrheitsbeteiligung besitzt.

1991: BHP entdeckt Diamanten in Kanada.

1994: Billiton geht an Gencor über. Royal Dutch Shell zog sich wieder aus dem Bergbau zurück und verkaufte Billiton an das südafrikanische Bergbauunternehmen Gencor.

1997: Gencor gliederte die Aluminium-, Kohle-, Kupfer- und Nickel-Assets in das neue Unternehmen Billiton Plc aus, dessen Aktien an der London Stock Exchange mit dem Ticker „BLT“ platziert wurden.

1999: Das Stahlwerk in Newcastle wurde stillgelegt wurde und BHP spaltete seine Stahlsparte ab.

2000: BHP wird zu BHP Limited.

2001: Fusion von BHP und Billiton. BHP und Billiton einigen sich auf Fusion als sogenannte Dual-listed Company (kurz DLC). Das neue Unternehmen hieß BHP Billiton (im Weiteren kurz: BHP). Billiton brachte 42 % und BHP 58 % des Vermögens in das neue Unternehmen ein. Die beiden Firmen blieben mit ihrem jeweiligen Sitz in Melbourne und London erhalten, aber besaßen eine gemeinsame Konzernleitung und wurden wie ein einziges, vereinigtes Unternehmen geführt. Die Aktien der BHP Billiton Plc wurden an der London Stock Exchange gelistet und die Aktien der BHP Billiton Limited wurden an der Australian Stock Exchange gelistet.

2005: BHP erwirbt das Bergbauunternehmen Western Mining Corporation Resources, dem unter anderem die Gold-, Kupfer- und Uranminen gehörten.

2007: BHP versucht Rio Tinto zu übernehmen. BHP unterbreitete Rio Tinto ein Übernahmeangebot. Rio Tinto wies das Angebot zunächst zurück. Dies wäre nach der Mannesmann-Übernahme durch Vodafone im Jahr 2000 die zweitgrößte Übernahme aller Zeiten gewesen, aus welcher ein Gigant mit geschätzten 350 Milliarden US-Dollar Marktwert entstanden wäre. Im Ergebnis der Finanzkrise 2008 wurde die Übernahme abgesagt.

2010: Nachdem BHP vergeblich versuchte den kanadischen Kali- und Düngemittelproduzenten PotashCorp feindlich zu übernehmen, kaufte BHP ein deutlich kleineres Kaliunternehmen, Athabasca Potash.

2011: BHP kaufte Schiefergas-Vorkommen bei Fayetteville (Arkansas, USA) von der Chesapeake Energy und übernahm den texanischen Schiefergasproduzenten Petrohawk Energy.

2015: Abspaltung von South32. BHP gab die Abspaltung von South32 bekannt. In dem neuen Unternehmen wurden das große Aluminiumgeschäft sowie die Bergwerke für Silber, Blei, Zink, Mangan und teilweise Nickel und Steinkohle gebündelt. Die Geschäftszweige Eisenerz, Kohle, Erdöl, Kalisalz und Kupfer blieben bei BHP.

2017: Rebranding. Das Unternehmen ließ das Wort „Billiton“ aus seinem Namen streichen. Die rechtlichen Firmenbestandteile wurden in BHP Group Limited (zuvor BHP Billiton Limited) bzw. BHP Group Plc (zuvor BHP Billiton Plc) umbenannt.

2018: Das Schiefergas- und Schieferölgeschäft in den USA wurde an den britischen Ölkonzern BP verkauft.

2020: BHP gab den Ausstieg aus der Förderung von Kraftwerkskohle innerhalb von zwei Jahren bekannt. Die Tätigkeiten im Bereich der für die Stahlproduktion bestimmten (d. h. metallurgischen) Kohle sollten aufrechterhalten werden.

2021: BHP und Woodside Petroleum kündigten die Zusammenlegung ihrer Öl- und Gasaktivitäten an.

2021: Um die Börsenstruktur zu vereinfachen, gab BHP bekannt, die DLC-Struktur aufgeben zu wollen.

2022: Delisting von der Londoner Börse. Die primäre Börsennotierung ist in Australien unter dem Ticker „BHP“. Das Delisting der BHP Group Plc von der Londoner Börse geschah am 31. Januar 2022.

Mission

BHP hat es sich zur Mission gemacht, Menschen und Ressourcen zusammenzubringen, um eine bessere Welt zu schaffen.

Laut eigenen Aussagen konzentriert sich BHP auf die Ressourcen, die die Welt zum Wachstum und zur Dekarbonisierung benötigt. Kupfer für erneuerbare Energien. Nickel für Elektrofahrzeuge. Kali für nachhaltige Landwirtschaft. Eisenerz und metallurgische Kohle für den Stahl, der für die globale Infrastruktur und die Energiewende benötigt wird.

Management

Mike Henry ist seit Januar 2020 Geschäftsführer von BHP. Er hält rund 0,01 % der Aktien.

Henry hat ein Bachelor in Chemie von der University of British Columbia.

Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Rohstoffindustrie, unter anderem in Australien, Asien, Nordamerika und Europa. Bevor er zu BHP kam, arbeitete Henry in der Rohstoffindustrie in Kanada, Japan und Australien. Im Jahr 2003 begann seine Karriere bei BHP, wo er unter anderem das Mineralgeschäft von BHP in Australien leitete.

Branche

BHP ist ein Rohstoffkonzern, der sich vor allem auf die Förderung von Eisenerz, Kohle und Kupfer spezialisiert hat.

Rohstoffe gehören zu den Commodities. Als Commodities werden Güter ohne Burggraben bezeichnet. Diese sind standardisiert, gut vergleichbar und leicht handelbar.

Rohstoffe liegen in der Wertschöpfungskette ganz vorne. Denn Rohstoffe stammen aus der Natur und sind unverarbeitet. Erst durch eine Verarbeitung werden sie zu wertvollen Produkten wie iPhones, BMWs oder Schmuck. Weil der Rohstoffabbau eine gewisse Zeit dauert, verhält sich die Nachfrage nach Rohstoffen zyklisch.

Der Burggraben von etablierten Unternehmen im Bergbau- oder Erdölbereich ist als sehr tief einzuschätzen. Die Suche nach geeigneten Bodenschätzen ist sehr kapitalintensiv und der Abbau mit hohen rechtlichen Risiken verbunden.

Der Schweinezyklus ist ein Phänomen, das besonders bei Rohstoffen auftritt. Denn hier kann die Produktion meistens nicht flexibel genug auf die Nachfrage reagieren. Durch diese Zeitverzögerungen entsteht ein zu hohes Angebot oder eine ungedeckte Nachfrage. Die Preise schwanken viel stärker als bei anderen Gütern. In dieser Situation befinden wir uns gerade in der Weltwirtschaft. Während der Coronakrise ist die Nachfrage nach vielen Gütern eingebrochen. Mit der Impfkampagne nimmt die Nachfrage jedoch wieder zu. Die Rohstoffproduzenten können nicht rechtzeitig reagieren. Die Rohstoffpreise steigen stark an. Besonders extrem wurde es beim Holzpreis. Dieser hat sich innerhalb kürzester Zeit verdreifacht (Quelle: AlleAktien Branchenanalyse Rohstoffe).

BHP geht davon aus, dass sich der Bedarf nach Stahl - und damit nach Eisenerz und metallurgischer Kohle - in den nächsten 30 Jahren verdoppeln wird, im Vergleich zu den letzten 30 Jahren. Gleiches gilt für den Bedarf nach Kupfer.

Derzeit treiben mehrere langfristige Trends das Wachstum der Kupfernachfrage an. Vor allem der verstärkte Verbrauch von Elektronik, die zunehmende Verbreitung E-Mobility und Elektrofahrzeugen, der schnell zunehmende Einsatz erneuerbarer Energiequellen - alles erfordert erhebliche Mengen an Kupfer, um funktionieren zu können.

Geschäftsmodell

BHP hat vier wesentliche Geschäftsbereiche.

Der größte Geschäftsbereich ist Eisen. Das Segment Eisenerz umfasst ausschließlich dessen Abbau. BHP ist einer der weltweit größten Produzenten und unterhält Minen in Australien und Brasilien. Mit dem Abbau von Eisenerz werden ca. 47 % der Umsatzerlöse generiert.

Der zweitgrößte Geschäftsbereich ist Kupfer. Mit dem Abbau von Kupfer werden rund 26 % der Umsätze generiert. Zu diesem Geschäftsbereich zählt auch der Abbau von Silber, Blei, Zink, Molybdän, Uran und Gold.

Auf den Abbau von Kohle entfallen etwa 24 % des Gesamtumsatzes. Im Bereich Kohle werden vor allem metallurgische Kohle und Heizkohle aus zwei Minen in Australien und einer Mine in Kolumbien gefördert.

Mit dem vierten Geschäftsbereich Petroleum werden etwa 10 % der Umsätze erwirtschaftet. BHP fördert Erdöl und Gas und raffiniert das Öl zusätzlich.

Regional werden 83 % des Umsatzes in Asien erwirtschaftet, wovon wiederum 62 % allein auf China entfallen. Die restlichen Kontinente spielen jeder für sich kaum eine Rolle.

Kennzahlen

BHP erreicht im AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) 6 von 10 Punkten. Der Punktverlust ist auf die schwache Performance der letzten Jahre zurückzuführen. Das Umsatz- und das Gewinnwachstum der letzten 10 Jahre liegt unter unserer Grenze von 5 %. Auch die zyklische Gewinnentwicklung hat einen Punktabzug zur Folge.

Die prognostizierte Umsatz- und Gewinnentwicklung der nächsten 3 Jahre sieht vielversprechend aus und liegt über unserer Grenze von 5 %.