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Aktie Analyse

CF Industries Aktie Analyse

WKN
A0ES9N
Symbol
CF
Sektor
Grundstoffe
Investor Relations
Investor Relations

CF Industries ist ein US-amerikanischer Düngerhersteller und -vertreiber mit Hauptsitz in Chicago. Primär werden ammoniakbasierte Produkte hergestellt. Das Unternehmen ist jedoch international aktiv.

Geschichte

1946: Gründung. Als Central Farmers Fertilizer Company beginnt CF seine unternehmerischen Aktivitäten. Bis 1971 bleibt der Name erhalten. Das Unternehmen stellt verschiedene Versorgungsgüter für die Agrarindustrie her.

2002: IPO. CF Industries ändert seine Rechtsverfassung von einer Kooperative zu einer Aktiengesellschaft ab und geht drei Jahre später an die Börse. Seit 2008 ist das Unternehmen Teil des S&P 500 Index.

2010: Übernahme. CF Industries übernimmt Terra Industries, einen Konkurrenten in der Branche. In den schwierigen Verhandlungen, bei denen auch Yara International, ein weiterer Agrarkonzern, ein Angebot für Terra macht und CF Industries selbst zwischenzeitlich die Übernahme droht, setzt der Konzern sich durch. Dadurch erweitern sich die Produktionskapazitäten um fünf Standorte in Nordamerika und CF wird über Terra zu 50 % an zwei Joint Ventures beteiligt in Trinidad und England. 2015 werden die restlichen 50 % an dem englischen Joint Venture mit dem Namen GrowHow ebenfalls übernommen.

2013: Verkauf. Das Unternehmen verkauft sein Phosphorgeschäft für 1,4 Milliarden US-Dollar an Mosaic.

2015: Gescheiterter Zusammenschluss. Zunächst werden Pläne für den Zusammenschluss mit OCI angekündigt. Der Deal platzt jedoch im Folgejahr und CF bleibt unabhängig.

2021-2022: Produktionsstopps. Aufgrund der hohen Gaspreise pausiert CF die Produktion an zwei Standorten in Großbritannien. Dies wird schnell problematisch für die britische Industrie, da die Produktionsstopps für einen Mangel von CO₂ für die Verpackung von Nahrungsmitteln und die Herstellung von Bier sorgen. Dieses CO₂ ist eigentlich ein Abfallprodukt der Produktion der Düngemittel, CF Industries’ britische Produktion liefert jedoch 60 % des dortigen Bedarfs an dem Gas. Die Regierung einigt sich mit dem Unternehmen daher auf ein Unterstützungsprogramm für den Gaskauf zur Inbetriebnahme eines Standorts. Der Preisdruck erhöht sich jedoch so weit, dass die zweite britische Fabrik im Juni 2022 permanent geschlossen wird.

Geschäftsmodell

CF Industries ist ein bedeutender Industriekonzern. Düngemittel sind das Rückgrat der modernen Lebensmittelproduktion.

Das Unternehmen produziert an Standorten in den USA, Kanada und in Großbritannien. Über die Produktion hinaus ist das Unternehmen auch in der Logistik und dem allgemeinen Vertrieb der Produkte aktiv.

Es gibt vier wesentliche Produkte:

1. Ammoniak: 24,7% der Umsätze

Ammoniak ist die absolute Grundlage des Unternehmens. Es kann direkt als Düngemittel eingesetzt werden oder zu anderen Stickstoffdüngern weiterverarbeitet werden. Jährlich werden knapp 10 Millionen Tonnen Ammoniak hergestellt durch das Unternehmen. Ein signifikanter Bestandteil wird für die eigene Herstellung der anderen Produkte weitergenutzt.

2. Harnstoffgranulat: 30,3 % der Umsätze

Dies ist einer der am weitesten verbreiteten Dünger, da er einen hohen Stickstoffanteil hat und die einfachste weiterverarbeitete Form von Ammoniak ist. Das Granulat kann verschieden angewendet werden und wird in der Regel zusammen mit Phosphordüngern und Kalium in den Boden eingebracht. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass es als Feststoff wesentlich leichter zu lagern ist als Ammoniak selbst, welcher bei normalen Außentemperaturen gasförmig ist.

3. Harnstoff-Ammoniumnitrat: 25,8 % der Umsätze

Dies ist ein flüssiges Düngemittel, welches eine leicht geringeren Stickstoffanteil als reiner Harnstoff hat. In flüssiger Form ist es zudem am leichtesten einsetzbar, da Landwirte es direkt mit Pestiziden und Herbiziden gemischt versprühen können.

4. Ammoniumnitrat: 11 % der Umsätze

Dieses Mittel ist ebenfalls ein Feststoff, der als Granulat auf die Felder gebracht wird. Der Stoff ist das beliebteste Düngemittel Englands und sehr weit verbreitet im Süden der USA.

In England wird der Stoff über das Subunternehmen Nitram vertrieben.

Bei der Herstellung dieser Kernprodukte fallen verschiedene Abfallstoffe an. Daher produziert CF mit diesen noch einige weitere Produkte, welche einen Anteil von 8,2 % an den Umsätzen haben. Unter anderem wird der in Deutschland als AdBlue bekannte Zusatzstoff für Dieselfahrzeuge produziert, da er ebenfalls auf Stickstoff basiert. Das Mittel wird zur Reduktion der Abgase eingesetzt. Die weiteren Produkte finden in verschiedenen industriellen Fertigungsprozessen Anwendung.

Regional betrachtet wird der Nordamerikafokus deutlich:

1. USA: 73,6 % der Umsätze

2. Kanada: 9,6 % der Umsätze

3. Vereinigtes Königreich: 8,1 % der Umsätze

4. weitere Staaten: 8,4 % der Umsätze

Mission

CF will ein nachhaltiger Anbieter für Düngemittel werden. Dazu muss die Produktion wasserstoffbasiert werden.

Dieser Prozess wurde bereits begonnen, beschleunigt durch hohe Gaspreise. CF Industries will sich damit an vorderster Front bei der Dekarbonisierung der Industrie positionieren.

Branche

Die Düngemittelproduktion ist extrem energieaufwändig. Die europäischen Gasknappheiten haben massive Folgen für die ganze Industrie und zwingen alle Anbieter zur Reduktion der Produktion. Die Düngemittel werden dadurch jedoch auch so massiv verknappt, dass die Preisanstiege weite Teile der Produktivitätseinbußen wieder ausgleichen. Der Hauptmarkt für CF ist jedoch ganz eindeutig Nordamerika. Damit ist man weniger stark von den Gaspreisanstiegen betroffen und profitiert trotzdem von globalen Preissteigerungen der Produkte selbst.

Auch im Angesicht des steigenden Bedarfs in Indien und Brasilien sieht sich CF Industries weiter gut aufgestellt, da das Unternehmen dort bereits etabliert ist. Als Schwellenländer ist ihr Wachstumspotenzial besonders groß.