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Aktie Analyse

Cincinnati Financial Aktie Analyse

WKN
878440
Symbol
CINF
Sektor
Finanzen
Investor Relations
Investor Relations

Cincinnati Financial ist einer der dreißig größten US-amerikanischen Versicherer und Teil des S&P 500. Das Unternehmen hat eine Reihe von Tochterfirmen, die auf einzelne Versicherungsbereiche spezialisiert sind. Zu diesen gehören die Cincinnati Insurance Company, die Cincinnati Casualty Company und die Cincinnati Indemnity Company. Allgemein bietet das Unternehmen damit Vermögens- und Unfallversicherungen an, ist jedoch auch als Investor tätig.

Geschichte

1950: Gründung. Vier Versicherungsagenten gründen gemeinsam die Cincinnati Insurance Company. Von Investoren wird ein Startkapital von 200.000 US-Dollar eingesammelt. Nach fünf Jahren beginnt die Expansion über den Heimatbundesstaat hinaus, beginnend mit Kentucky. Von Anfang an verfolgt das Unternehmen eine konservative Strategie, die fokussiert ist auf die Kostenminimierung und langsames aber stätiges Wachstum.

1970: Investment. Die Tochter CFC Investment wird etabliert und beginnt mit dem Kauf und Verkauf von Immobilien. Dies ist die Konsequenz eines mehrjährigen Umstrukturierungsprozesses, der für das Unternehmen einen Wachstumsschub bedeutet.

1973: Zusammenschluss. Cincinnati führt eine Reihe von Übernahmen durch. Die größte stellt der Zusammenschluss mit dem Versicherer Inter-Ocean Corporation dar. Dadurch vergrößert sich das Portfolio an gehaltenen Versicherungen und sonstigen Assets um 60 %. In dieser Zeit fokussiert sich das Unternehmen primär auf das Investmentgeschäft, welches nahezu die Hälfte der Umsätze ausmacht.

1990er: Wachstumsbremsen. Diverse Faktoren beginnen das Wachstum des Unternehmens zu schwächen. Der Versicherungsmarkt für Privatkunden wird zunehmend umkämpft und zwingt Cincinnati in Preiskämpfe mit anderen Versicherern. Zudem sorgt ein Sturm in Ohio für hohe Schadensregulierungen. Das Wachstum des Unternehmens geht massiv zurück. Gegen Ende des Jahrzehnts wird der Investmentarm des Unternehmens ebenfalls durch das Platzen der Dotcom-Blase und den anschließenden Kursrückgang am gesamten Aktienmarkt getroffen.

2000: Gerichtsurteil. Der Supreme Court von Ohio entscheidet in zwei Fällen bezüglich Autoversicherungen gegen das Unternehmen. Dies führt zwischenzeitlich zu einem Rückgang der Umsätze um 50 %.

2000-2022: Kontinuierliches Wachstum. Cincinnati kann seine Umsätze bis auf kleinere Rückgänge kontinuierlich steigern und schüttet die Gewinne ununterbrochen in Form von Dividenden an die Anleger aus.

Mission

Cincinnati Financial will unabhängigen Versicherungsagenten, die auf lokaler Ebene aktiv sind, die bestmögliche Unterstützung bei ihrer Arbeit geben. Dazu entwickelt das Unternehmen ständig neue kompetitive Produkte und unterstützt kleine lokale Partner mit seiner Finanzkraft.

Geschäftsmodell

Das Unternehmen ist ein Versicherer, der mit unabhängigen Vertretern zusammenarbeitet, die die Versicherungsprodukte des Unternehmens vertreiben. Der Fokus liegt auf der Vermögens- und der Unfallversicherung.

Dabei fokussiert sich das Unternehmen rein auf die USA.

Insgesamt teilt sich das Geschäft in vier Sparten:

1. Standardversicherungen:

Das Unternehmen arbeitet mit über 2.000 unabhängigen Versicherungsagenturen zusammen, die die Produkte des Unternehmens vermarkten. Für die Betreuung dieser Partner sind fast 5.000 Angestellte bei Cincinnati zuständig. Die meisten Angestellten arbeiten vom Unternehmenshauptquartier in Fairfield, Ohio, aus. Über 1.700 der Mitarbeiter sind jedoch auch über die gesamten USA verteilt aktiv.

Zur Absicherung des eigenen Geschäfts wird mit der Cincinnati Re auch eine eigene Rückversicherung betrieben. Diese befindet sich aktuell noch im Aufbau und ist eine Abteilung der Cincinnati Insurance Company.

2. Lebensversicherungen:

Über die Cincinnati Life Insurance Company vertriebt das Unternehmen Lebensversicherungen und Berufsunfähigkeitsversicherungen mit festen Renten.

3. Spezialversicherungen:

Es gibt viele Risiken, gegen die sich eine Person oder ein Unternehmen am klassischen Versicherungsmarkt nicht versichern kann. Die Risiken sind so hoch und schwer kalkulierbar, dass dieses Geschäft hochriskant und wenig begehrt ist. Die Cincinnati Specialty Underwriters Insurance Company ist gegenüber der Versicherungen jeglicher Risiken offen. Beispiele für solche sind die Absicherung gegen Verfahrensfehler für Anwälte oder Personenschäden bei Handwerksbetrieben. Versicherungen gegen Personenschäden machen ungefähr 85 % des Geschäfts aus.

4. Investment:

Die Unternehmensgruppe wird unterstützt durch einen Investmentarm. Über die CFC Investment Company bietet das Unternehmen Kredite und Leasingverträge an. CSU Producer Resources Inc. ist ein weiteres Tochterunternehmen, welches ein Makler für Spezialversicherungen und vermittelt diese als Anlagemöglichkeiten.

Cincinnati hat seine Einkommensströme gut ausbalanciert. Mit 41,3 % ergibt sich mehr als ein Drittel der Umsätze aus dem klassischen Versicherungsgeschäft. Auf den Investmentarm des Unternehmens entfallen 32,4 % des Umsatzes. Lebensversicherungen tragen 6 % zu den Umsätzen bei, auf das extrem risikoreiche Spezialversicherungsgeschäft entfallen nur 4,2 %.

Cincinnati ist ein Dividendenaristokrat. Das Unternehmen hat seit über 60 Jahren seine Dividenden kontinuierlich gezahlt und angehoben, was für ein extrem stabiles Geschäft spricht. Es gibt nur sieben weitere börsengelistete Unternehmen in den USA, die vergleichbar lange ununterbrochen Dividenden gezahlt haben.

Branche

Versicherungen sind in der Regel ein sehr stabiles Geschäft und profitieren besonders von hohen Zinsen. Dadurch wird es nämlich leichter, die regulatorischen Pflichten zu erfüllen und die notwendigen Garantien zu geben. Gleichzeitig können langfristig angelegte Versicherungsverträge höher verzinst werden. Hinzu kommt die Tatsache, dass Krisenzeiten grundsätzlich finanziell positiv sind für Versicherungen. Zwar stehen im ersten Moment hohe Schadensregulierungen an, in der Konsequenz sind jedoch Anhebungen von Prämien leichter möglich. Besonders bei Spezialversicherungen ist es für Unternehmen sehr gut möglich, die Prämien anzuheben. Der Wechsel einer solchen Versicherung ist wesentlich schwieriger für den Kunden als der einer regulären. Aufgrund eines geringeren Angebots ist die Konkurrenz mit anderen Versicherern deutlich geringer in diesem Markt.