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Aktie Analyse

Dollar Tree Aktie Analyse

Dollar Tree ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das Billig-Gemischtwarenläden betreibt. Das Unternehmen hat sich günstige Preise auf die Fahne geschrieben und besitzt zusammen mit Dollar General 61% des gesamten Marktes für die sogenannten Variety Store-Umsätze in den USA. Diese werden in über 16.000 Läden (Zahl steigend) in den USA und Kanada erwirtschaftet.

Geschichte

K. R. Perry eröffnete 1953 seinen ersten Gemischtwarenladen. Aus diesem einen entwickelten sich ab 1970 mehr als 130 Spielwarengeschäfte. 1986 entwickelte sich die Strategie auf Geschäfte für unter 1$ zu setzen. Es wurden fünf Geschäfte mit dem Namen "Only $1.00" gegründet. Das noch heutige Motto wurde also das erste Mal im Namen integriert. Nach 7 Jahren wurde der Name in "Dollar Tree" umgenannt.

1995 ging Dollar Tree am NASDAQ an die Börse. Es folgten Übernahmen anderer Gemischtwarenläden wie "Dollar Bill$", "98-Cent Clearance Centers" und "Only $One Stores". Seit 2015 gehört auch "Family Dollar" mit über 6000 weiteren Läden zu Dollar Tree dazu. Diese Übernahme ist zwar die größte gewesen, führte allerdings zu kleineren Problemen, denn Marge als auch Reputation sind schlechter als bei Dollar Tree.

Seit 2020 wird das Unternehmen vom CEO Michael. Wytniski geführt. Dieser hat einen Abschluss für Business Administration an der Benedictine University gemacht. Er bringt eine 39 jährige Erfahrung für retail mit. Bevor er CEO wurde arbeitete er schon bei verschiedenen Supermarktketten und wechselte 2010 als Senior Vice President zu Dollar Tree. Dort arbeitete er sich bis 2017 zum COO hoch und wurde im Juli 2020 CEO.

Branchenanalyse

Nicht nur in Deutschland gibt es Schnäppchenläden wie TEDi, Kodi, KiK ... Auch in den USA hat sich der Markt der sogenannten variety stores schon etabliert. Es ist normal in solche Läden zu gehen und günstige Produkte also Schnäppchen zu kaufen. Gerade durch die starken Unterschiede in den sozialen Schichten in den USA, profitieren Einkommensschwächere Personen von dem Konzept der $1.00 Läden. Es gibt quasi alles für recht wenig Geld zu kaufen. Zwar steigen auch bei den $1.00 Läden auf lange Sicht Inflationsbedingt die Preise, allerdings sind die Preise über die meiste Zeit stabil und auf einem sehr niedrigen Niveau.

2020 wurden 92 Mrd. US-Dollar im Markt der Variety Stores umgesetzt. Der Markt wächst zudem noch mit 2-3% langsam weiter. Der Markt ist allerdings in den USA nicht allzu stark fragmentiert. Alleine auf Dollar Tree fallen 26% der Umsätze in den USA. Dollar General besitzt sogar 36%. Diese enorme Marktmacht konnte über die Zeit durch Übernahmen ausgebaut werden.

Variety Stores kaufen ihre Produkte in großen Mengen ein und verkaufen sie anschließend zu günstigen Preisen weiter. Die geringen Kosten können aufgrund des kleineres Sortiments, der Haltbarkeit der angebotenen Produkte und den Eigenmarken aufrecht erhalten werden. So entstehen niedrige Kosten und es kann in Expansion investiert werden, denn mit jeder neuen Filialöffnung steigen Umsätze und Einkaufsmenge. Mit einer größeren Einkaufsmenge steigt auch die Verhandlungsmacht gegenüber den Lieferanten. Variety Stores sind ein Perfekts Beispiel für Skaleneffekte und wie man sie für sich nutzt.

Geschäftsmodell

Dollar Tree positionierte sich lange Zeit als einziger wirklicher $ 1.00 Shop. Hier wurde allerdings erst kürzlich ein Umbruch beschlossen und die Preise auf $ 1.25 angehoben. Dies führt zu steigenden Umsätzen und einer höheren Marge, ist allerdings auch notwendig auf Grund der steigenden Inflation. Somit weicht Dollar Tree von der Linie des $ 1.00 Ladens in Zukunft ein wenig ab. Dennoch ist das Ziel von Dollar Tree nach eigener Aussage den Kunden mit dem breiten Angebot an coolen Produkten und den dazu sehr niedrigen Preisen zu überraschen.

"I can't believe this cool item I just found at Dollar Tree" AND ... "I can't believe the low price - what a great value!"

Website: Dollar Tree

Das zeigt, dass Dollar Tree nicht nur auf preiswert setzt, sondern auch Value Faktoren mit in seine Mission setzt.

Generell ist zwischen den beiden Läden "Dollar Tree" und "Family Dollar" zu unterscheiden.

Dollar Tree

Dieses Segment bietet die Produkte zu einem Festpreis von $ 1.25 an. Es werden Konsumgüter wie Süßigkeiten, Essen (von Konserven bis Tiefkühlessen), Gesundheit- und Pflegeprodukte, Reinigungsmittel, Spielzeuge, Geschenk- oder Geburtstagskarten, saisonale Güter wie Halloween oder Osterartikel und vieles mehr für den alltäglichen Gebrauch in über 8.061 Läden angeboten. Bei den Dollar Tree Läden wurden im ersten Quartal 2022 55,37% der Umsätze erzielt und auch die Anzahl der Läden steigt kontinuierlich weiter an. Dollar Tree operiert mit einer Gewinnmarge von 35,6% und zieht damit die gesamt Marge des Unternehmens mit nach oben.

Family Dollar

Dollar Tree übernahm Family Dollar 2015 und vergrößerte somit die Anzahl der Filialen um knapp 35%. Family Dollar bietet auch eine breite Spanne an Produkten an. Allerdings nicht zu einem Festpreis, sondern vielmehr unter einem Discount. Hierunter fallen zum Beispiel: Essen und Trinken, Windeln, Batterien, Tierfutter, Kleidung, Elektronik, pre-paid Karten und vieles mehr. In den USA gibt es 8.016 Family Dollar Läden. Auch diese Zahl ist steigend. Im ersten Quartal 2022 wurden 44,63% der Umsätze der beiden Geschäfte in Family Dollar Stores gemacht. Family Dollar arbeitet mit einer Marge von 23,4%, welche deutlich unter der von Dollar Tree liegt.

Das Geschäftsmodell von Dollar Tree und Family Dollar besteht darin, möglichst viele Kunden mit niedrigen Preisen anzuziehen. Dafür eröffnen sie eine Vielzahl von Läden in den ganzen USA, sodass in der Nähe jedes Einwohners der USA ein Store zum einkaufen ist. Je größer die Marke und die Bekanntheit, desto mehr Kunden kommen auch. Durch große Einkaufsmengen von Waren, die lange haltbar sind, nicht verfallen, zeitlos sind, saisonal in großen Mengen gebraucht werden, oder immer im Haushalt gebraucht werden, haben sie als großer Abnehmer eine starke Preissetzungsmacht gegenüber dem Lieferanten. Durch das Vielfältige Angebot in den Family Dollar und Dollar Tree Läden sorgt man dafür, noch mehr Kunden anzuziehen, denn sie wissen, dass man wenn man einmal im Laden ist, meist auch mit allem was man braucht wieder nach Hause gehen kann. Zudem ist die mentale Barriere Spontankäufe zu tätigen, bei $1.00 Produkten, recht gering, sodass viele Kunden Waren kaufen, die sie bei einem höheren Preis oder auch generell sonst nicht gekauft hätten. Somit kommt es zu weiteren Umsätzen.

Im ersten Quartal 2022 wurden die Preise auf $1.25 angehoben. Damit weicht Dollar Tree von ihrer eigentlichen Marke und auch dem Namen ein wenig ab. Dieser Schritt war notwendig, um der Inflation mit einer eigenen Preiserhöhung zu entgegnen.

Ausblick

Dollar Tree selber hatte im ersten Quartal 2022 eine Marge von gut 35,6%, was überdurchschnittlich für die Branche ist. Wenn man diese Marge auch bei dem 2015 übernommenen Family Dollar schafft, ermöglichen sich mit dem durchgeführten Preisanstieg zusammen weitere zukünftige Wachstumsmöglichkeiten.