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Evonik Aktie Analyse

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WKN
EVNK01
Symbol
EVK.DE
Sektor
Grundstoffe
Webseite
Evonik
Investor Relations
Investor Relations

Die Evonik Industries AG ist ein börsennotiertes, deutsches Unternehmen mit Sitz in Essen. Evonik produziert Spezialchemikalien und Hochleistungsmaterialien mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Mit einem Umsatz von 14,955 Mrd. Euro (Geschäftsjahr 2021) und mehr als 33.000 Mitarbeitern ist Evonik das zweitgrößte deutsche Energieunternehmen und gehört zu den weltweit führenden Unternehmen der Spezialchemie.

Historie

Zu den Vorgängergesellschaften gehören die Chemische Fabrik Theodor Goldschmidt, die Chemischen Werke Hüls GmbH, die Röhm & Haas GmbH, die Krefelder Seidenfabrik Stockhausen & Traise und die Degussa (Gegründet im Jahr 1873 in Frankfurt am Main). Letztere (Degussa) stellt schlussendlich auch eine der insgesamt drei Töchter der RAG Aktiengesellschaft dar, aus welcher wiederum die Evonik Industries AG entstand. Die RAG Aktiengesellschaft ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Essen, das traditionell im Bereich des Steinkohlebergbaus tätig ist. Es wurde im Jahr 1969 als Ruhrkohle AG gegründet. Seit den 2000er Jahren hat das Unternehmen durch Zukäufe auch eine breite Chemiesparte dazugewonnen und ist, darüber hinaus, im Kraftwerksbau und im Immobilienbereich tätig. Am 14. September 2006 wurde der so genannte „weiße Bereich“, das heißt die Nicht-Steinkohlesparten Chemie, Energie und Immobilien, in die RAG Beteiligungs AG ausgegliedert. Im September 2007 wurde das Unternehmen im Rahmen einer großen Werbekampagne in Evonik Industries AG umbenannt.

Der Name Evonik wurde von Manfred Gotta kreiert. Mit dem aus dem Lateinischen abgeleiteten Wort „Evo“ verbinde man die Assoziation „Stamm“ oder „Keim“, das Verb „evolvere“ bedeutete „sich entwickeln“. Die neue Unternehmensfarbe „Deep Purple“, ein dunkler Lilaton, soll für die Kreativität des neuen Konzerns stehen und sich von den sonst vorherrschenden Blau- und Rottönen der Firmen im DAX absetzen. Die RAG Aktiengesellschaft und Evonik Industries AG gingen Ende 2007 in den Besitz der RAG-Stiftung über. Nachdem die RAG-Stiftung Aktien aus ihrem Besitz verkauft hat, besitzt sie (Stand: 5. August 2021) 56,9 % der Anteile. Die restlichen 43,1 % der Anteile liegen in Streubesitz vor, d.h. sie stehen dem Börsenhandel zur Verfügung. Im Jahr 2017 zog das Unternehmen vollständig von Herne nach Essen um und baute dort für rund 25 Millionen Euro ein ehemaliges Steinkohlebergwerg in ihren Firmensitz um. Evonik hat seine früheren Beteiligungen in den Bereichen Energie (Früher: Evonik Steag GmbH. Produzierte ursprünglich rund acht Prozent des deutschen Stroms und war damit fünftgrößter, deutscher Stromerzeuger), Immobilien (Früher: Evonik Immobilien GmbH. Besaß über 120.000 Wohnungen in mehr als 100 Kommunen) sowie Hautschutz (STOKO® Professional Skin Care) und fokussiert sich nun auf das Hauptgeschäft der Spezialchemie.

Christian Kullmann leitet das Unternehmen als Vorstandsvorsitzender, zusammen mit den drei weiteren Vorstandsmitgliedern Dr. Harald Schwager, Ute Wolf und Thomas Wessel. Bernd Tönjes ist Aufsichtsratsvorsitzender der Evonik und Vorstandsvorsitzender der RAG Aktiengesellschaft. Die mehr als 33.100 Mitarbeiter (Stand Geschäftsjahr 2020) sind in mehr als 100 Ländern weltweit tätig. Dabei produziert die Evonik Industries AG in 27 Ländern.

Geschäftsmodell

Seit dem Geschäftsjahr 2020 gliedert sich der Konzern in fünf sogenannte Divisionen. Dabei gehören die Divisionen Specialty Additives, Nutrition & Care, Smart Materials und Performance Materials zu den operativen Spezialchemiegeschäften und werden als eigenständige Gesellschaften geführt. Diese werden in der Evonik Operations GmbH zusammengefasst. Die Division Services fungiert als Dienstleister für die übrigen Segmente, die Managementholding sowie für externe Kunden.

Speciality Additives: Die Division Specialty Additives (Umsatz 2020: 3,225 Milliarden Euro, EBIT: 681 Millionen Euro) stellt Additive und Vernetzer her, die beispielsweise Lackierungen und Bodenbeläge widerstandsfähiger machen, den Schaum in Polyurethan-Matratzen stabilisieren oder die Viskosität von oder die Viskosität von Hydraulikflüssigkeit über einen breiten Temperaturbereich aufrechterhalten.

Nutrition & Care: In der Division Nutrition & Care (Umsatz 2020: 2,992 Milliarden Euro, EBIT: 301 Millionen Euro) produziert das Unternehmen: Wirkstoffe für die Tierernährung (unter anderem essenz. Aminosäuren wie DL-Methionin für die Hühnerzucht und Probiotika), pharmazeutische Wirkstoffe und Medizinprodukte für Menschen (beispielsweise Pharmapolymere wie Arzneimittelüberzüge und bioresorbierbare Implantate oder Systeme zur kontrollierten Wirkstofffreisetzung) sowie Wirkstoffe für Körperpflege (unter anderem amphotere Tenside für Shampoos und Duschgels), Kosmetik (beispielsweise Emulgatoren, Weichmacher und Ceramide) und Haushaltsreinigung (zum Beispiel kationische Tenside für Weichspüler und Biozide).

Smart Materials: Materialien für verschiedene Anwendungszwecke stellt die Division Smart Materials (Umsatz 2020: 3,235 Milliarden Euro, EBIT: 270 Millionen Euro) her, so beispielsweise Wasserstoffperoxid (zum Bleichen von Textilien und Zellstoff), Mono-Silane (für Dünnschicht-Solarzellen und Flachbildschirme) sowie Ausgangsmaterialien für Kleb- und Dichtstoffe.

Performance Materials: In der Division Performance Materials (Umsatz 2020: 1,983 Milliarden Euro, EBIT: −45 Millionen Euro) werden unter anderem DINP (ein Weichmacher für PVC), Alkoholate (beispielsweise zur Herstellung von Biodiesel) und Superabsorber für Windeln produziert.

Die Evonik Industries AG setzt besonderen Fokus auf den Bereich Forschung & Entwicklung, welcher sich durch alle fünf Divisionen zieht und sich, anhand konkreter Unternehmenszahlen, transparent visualisierbar machen lässt. Die Evonik tätigte im Geschäftsjahr 2021 Forschungs- und Entwicklungsausgaben von 464 Mio. Euro. Dabei beschäftigt das Unternehmen weltweit über 2.600 Mitarbeiter an mehr als 30 Standorten, die nur auf diesen Bereich spezialisiert sind ( F&E-Mitarbeiter). Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden rund 24.000 Patente und Anmeldungen sowie 7.350 Markenregistrierungen und Markenanmeldungen vollendet.

Branche

Als Spezialchemie wird ein Bereich der chemischen Industrie bezeichnet. Die Unternehmen der Spezialchemie haben einen hohen Aufwand für Forschung und Entwicklung, da sie oft nur im Markt bestehen können, wenn sie ständig neue und innovative Produkte entwickeln. Auch die Herstellkosten sind meistens, gegenüber den in Massenproduktion hergestellten Grundchemikalien, sehr hoch. Im Gegenzug können aber auch sehr hohe Preise erzielt werden und der Einfluss der Rohstoffkosten ist geringer. Spezialchemieunternehmen führen oft Lohnsynthesen im Auftrag anderer Unternehmen durch, die das spezielle Know-how und die Produktionsmöglichkeiten selbst nicht haben.

Größter Chemiekonzern weltweit und auch in Deutschland ist die BASF (Badische Anilin- und Sodafabrik). BASF verfolgt bei der Produktion der Chemieerzeugnisse eine einzigartige Strategie: das sogenannte “Verbundprinzip”. So werden zum Beispiel die Nebenprodukte einer Fabrik an einer anderen Stelle als Einsatzstoff genutzt. BASF setzt damit gegen den Trend zur Spezialisierung. Während sich Bayer (drittgrößter deutscher Chemiekonzern) von allen Unternehmensbereichen, die nicht dem Kerngeschäft angehören, getrennt hat, stellt sich BASF immer breiter auf. Es wird möglich nichts verkauft oder entsorgt, sondern in anderen Produkte verwendet. Das Verbundprinzip hat BASF beim Aufstieg zum größten Chemiekonzern der Welt begleitet. Ob es in der Zukunft auch der richtige Weg ist, wird sich zeigen.

Evonik AAQS AlleAktien Qualitätsscore

Evonik erzielt im AlleAktien Qualitätsscore 6 von 10 möglichen Punkten.