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Aktie Analyse

Kinder Morgan Aktie Analyse

WKN
A1H6GK
Symbol
KMI
Sektor
Energie
Investor Relations
Investor Relations

Kinder Morgan ist ein US-amerikanisches Unternehmen, welches Erdöl- und Erdgas-Pipelines sowie über 180 Tanklager in den USA betreibt. Die Länge der Pipelines summiert sich auf 135.000 Kilometer. Zusätzlich ist Kinder Morgan einer der wichtigsten Lieferanten für Kohlendioxid, welches bei der tertiären Ölgewinnung in Nordamerika benötigt wird. Das Unternehmen ist als Teil des S&P 500 seit 2011 börsengelistet.

Geschichte

1997: Gründung. Richard Kinder gründet Kinder Morgan als Spin-off des Pipelinegeschäfts von Enron. Der Konzern ist damals einer der größten Energieversorger der USA.

2006: Buyout. Im August wird die Privatisierung des Unternehmens angekündigt. Die Kosten dafür betragen 22 Milliarden US-Dollar und werden durch das Management und externe Partner getragen.

2011: IPO. Das Unternehmen geht erneut an die Börse und ist ab dem elften Februar wieder handelbar an der New York Stock Exchange. Im selben Jahr wird der Konkurrent El Paso Corp., ebenfalls ein Pipelinebetreiber, für 21,1 Milliarden US-Dollar übernommen. Die Übernahme wird jeweils zur Hälfte durch Anteile an Kinder Morgan und Kredite bewerkstelligt.

2013: Tanker. Kinder Morgan kündigt die Übernahme zweier Betreiber von Tankerflotten in den USA, American Petroleum Tankers und State Class Tankers an. Dadurch können von dort an auch Gas und Öl aus den USA hinaus exportiert werden.

2014: Restrukturierung. Bis zu diesem Zeitpunkt ist Kinder Morgan beteiligt an drei Tochterunternehmen, die separat börsennotiert sind. In einem 71 Milliarden US-Dollar schweren Deal werden diese drei Unternehmen vollständig übernommen und gemeinsam an der Börse gelistet als Kinder Morgan.

2015: Übernahme. Kinder Morgan übernimmt für drei Milliarden US-Dollar die Firma Hiland Partners von Harold Hamm, einem US-amerikanischen Unternehmer. Das Unternehmen ist im Handel mit Energieträgern aktiv.

2021: Wintersturm Uri. In Texas ereignet sich eine Energiekrise aufgrund eines Extremwetterereignisses. Dadurch fallen viele Energielieferanten aus und Kinder Morgan profitiert extrem durch den Verkauf von Gas zur Verstromung an Energieversorger. Die gesamte Krise bringt dem Konzern eine Milliarde US-Dollar Profit ein.

Geschäftsmodell

Der größte Konzern für Energieinfrastruktur hat drei wesentliche Geschäftsbereiche:

1. Betrieb von Pipelines:

Das Unternehmen transportiert mehr als 2,4 Milliarden Kubikmeter Gas am Tag durch seine Pipelines in den USA. Zu den Pipelines gehören 141 Terminals, die ebenfalls vom Konzern betrieben werden. Ein weiter Teil davon ist rein für den Transport von Öl und Gas vorgesehen, während knapp unter ein Drittel flexibel für eine Reihe von Kraftstoffen eingesetzt werden kann. Der Konzern kann sich so an seine Kunden anpassen.

2. CO₂ für industrielle Anwendungen:

Dieses Gas wird für die Enhanced Oil Recovery (EOR) genutzt. Dabei wird das Gas an den Bohrstellen in den Boden eingeleitet, um Quellen weiter nutzen zu können, die eigentlich schon erschöpft sind. Die EOR ist eine tertiäre Fördermethode. Weitestgehend wird das Gas selbst genutzt, ein Teil der täglichen Produktion von 1,2 Milliarden Kubikmetern wird jedoch auch an Kunden verkauft.

Die eigens betriebene EOR bringt täglich 50.000 Barrel Öl und knapp 20.000 Barrel Erdgas ein.

3. Erdgas:

Das Pipelinenetzwerk für den Gastransport von Kinder Morgan ist das größte der USA. Der Konzern transportiert ungefähr 40 % des natürlichen, in den USA gewonnenen Gases. Hinzu kommen Kapazitäten für die Lagerung von 700 Milliarden Kubikmetern Erdgas und verschiedene Anlagen zur Verarbeitung des Gases. Unter der Marke Kinetrex kann das Erdgas beispielsweise zu LNG (Liquified Natural Gas) weiterverarbeitet werden, was für den Transport praktischer ist. Kinetrex stellt jedoch auch RNG her. Dabei handelt es sich um aus Abfällen gewonnenes, nachhaltiges Biogas.

Branche

Infrastruktur für die Bereitstellung von Energie wird oft übersehen, obwohl sie essenziell für funktionierende Industriestaaten ist. International ist Kinder Morgan gut aufgestellt, da der Bedarf nach LNG massiv angestiegen ist. Die Expansion der Öl- und Gasförderung sowie der Export dieser Ressourcen wird auch für Kinder Morgan einen großen Vorteil bringen, da höhere Transitgebühren von den Nutzern der Pipelines gefordert werden können und die Margen für die eigenen Produkte zeigen. Die Förderpreise in den USA sind am Weltmarkt sehr kompetitiv, was den Export für Unternehmen sehr attraktiv macht, die ihre Produkte von Kinder Morgan transportieren lassen.

Auch wenn die hohe Energienachfrage aktuell einen großen Vorteil bedeutent, hängen die Umsätze des Konzerns fast vollständig von Dritten ab. So wurde auch die Aktie von Kinder Morgan stark von dem Coronacrash 2020 getroffen, als Energie kurzfristig massiv im Überangebot war. Transitverträge sind zwar langfristig und stabiliseren so die Umsätze des Unternehmens, bei einer langfristigen Abnahme des Öl- und Gasverbrauchs wird Kinder Morgan jedoch sein Geschäftsmodell ändern müssen. Viele Gaspipelines lassen sich beispielsweise für Wasserstoff nachrüsten, welcher in Zukunft in der Energiebranche an Bedeutung gewinnen wird.

Direkter Konkurrent ist ONEOK, ebenfalls ein US-amerikanischer Pipelinebetreiber. Das Unternehmen ist ebenfalls Teil des S&P 500, jedoch kleiner als Kinder Morgan.