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Aktie Analyse

Porsche Aktie Analyse

WKN
PAG911
Symbol
P911
Sektor
Industrie
Webseite
Porsche
Investor Relations
Investor Relations

Porsche ist einer der traditionsreichsten Automobilhersteller Deutschlands und verkauft luxuriöse Sportwagen. Besonders die SUV Modelle Macan und Cayenne sowie der vollelektrische Taycan verkaufen sich extrem gut. Porsche differenziert sich gegenüber anderen Automobilherstellern zusätzlich durch die schnell voranschreitende Elektrifizierung. Im Jahr 2021 bereits waren 40 % aller verkauften Fahrzeuge vollelektrisch oder Plug-in-Hybride. Seit dem 29. September 2022 ist das Unternehmen wieder separat an der Börse handelbar.

Porsche ist heute eine absolute Kultmarke unter Automobilkennern. Nicht nur die Modellreihe 911, sondern auch die diversen Rennerfolge und Spezialentwicklungen des Unternehmens, wie beispielsweise der Porsche 917, haben das Unternehmen international bekannt gemacht.
Die Fahrzeuge von Porsche sind für ihre hohe Verarbeitungsqualität und herausragende Konstruktion bekannt.

Geschichte

1931: Gründung. Ferdinand Porsche gründet sein eigenes Konstruktionsbüro für Automobile in Stuttgart. Zu diesem Zeitpunkt ist er jedoch schon ein Veteran in der Branche. 1899 hatte er bereits mit dem Porsche P1 sein erstes Automobil entwickelt und wurde später Vorstand der Daimler-Motoren-Gesellschaft, die 1926 Teil der Daimler-Benz wurde.
Die gegründete Dr. Ing. h.c. F. Porsche GmbH liegt zu 80 % beim Gründer, 10 % der Anteile erhält der Geschäftsmann Adolf Rosenberger, die restlichen 10 % gehen an Anton Piëch, den Schwiegersohn von Ferdinand Porsche. Unter den ersten Angestellten ist auch sein Sohn Ferry Porsche, der 1935 die 10 % der Anteile von Baron Hans von Veyder-Malberg übernimmt, welcher Rosenberger bereits 1933 ersetzt hatte.

1931-1944: Erste Aufträge. Zunächst erweist sich die Entwicklung eines seriengefertigten Porsche als große Herausforderung. Verträge mit Herstellern wie NSU werfen daher kaum Gewinne ab, weil die Modelle zu teuer sind. 1933 jedoch schließt Porsche mit der Auto-Union den Vertrag zum Bau eines Grand-Prix Rennwagens, der sich als großer Erfolg erweist.
1934 beginnt Porsche mit der Konstruktion des späteren VW-Käfer im Namen des Reichsverbandes der Automobilindustrie. Das unabhängige Konstruktionsbüro Porsches wird daher auch in die neu gegründete Volkswagenwerk GmbH eingegliedert.
In der Zeit vor und im Zweiten Weltkrieg ist Porsche in die Kriegswirtschaft eingebunden und entwickelt verschiedene Fahrzeuge für die Wehrmacht sowie den Volkstraktor. Porsche verlagert seinen Hauptsitz vor Kriegsende nach Österreich.

1947-1963: Eigene Fahrzeuge. Unter der Leitung des Gründersohns Ferry Porsche wird der Porsche 356 Nr. 1 Roadster entwickelt, von welchem insgesamt mehr als 76.000 Tausend Stück produziert werden in den nächsten zwei Jahrzehnten. Dies wird auch durch lockerere Verträge mit dem Volkswagenkonzern möglich. Porsche arbeitet nicht mehr exklusiv für diesen und darf auch eigene Modelle entwickeln. Volkswagen zahlt zudem eine Lizenzgebühr für die Nutzung der Patente Porsches.

1963: Der Klassiker. Der Porsche 911, die bis heute existierende Modellreihe, geht in Produktion. Zunächst ist das Fahrzeug jedoch kein Verkaufsschlager. Im Laufe der Jahre steigt das Ansehen des Modells in der Automobilszene jedoch zusehends.

1972: Familienstreit. Ferry Porsche und Lousie Piëch entscheiden sich nach einer Reihe von Familienstreitigkeiten dazu, dass in den Gesellschaften der Familien zukünftig keine Familienmitglieder mehr tätig sein dürfen. Damit entsteht die erste Porsche AG und die ehemaligen Führungskräfte aus den Reihen der Familien werden ersetzt.

1984: Börsengang. Die Porsche AG geht zu einem Zeichnungspreis von 780 DM pro Vorzugsaktie an die Börse. Der Handel eröffnet jedoch bereits bei 1020 DM. Der Aktienkurs reflektiert zwar die große Beliebtheit des Unternehmens, die zugrundeliegenden Kennzahlen verschlechtern sich jedoch zu dieser Zeit kontinuierlich. Im Geschäftsjahr 1991/92 weist der Konzern Verluste von 240 Millionen DM aus.

1992-2005: Wandel. Zu Beginn des Jahrzehnts muss Porsche auf die schlechten Zahlen reagieren und es kommt zu massiven Umstrukturierungen im Management. Die Produktion wird ausgeweitet und neue Modelle werden eingeführt. 1995 ist Porsche bereits einer der profitabelsten Automobilhersteller Deutschlands. Zu den eingeführten Modellen gehören der Boxster, der SUV Cayenne und später der auf dem Boxster basierte Cayman. Der Porsche 911 wird auch massiv überholt und die klassische Luftkühlung des Fahrzeuges wird durch eine Wasserkühlung ersetzt. Diese Modernisierung stellt einen massiven technologischen Umbruch dar.

2007-2012: Fehlkalkulation. Porsche strukturiert um und lagert seine Produktion an die Porsche AG aus, welche eine Tochter der Porsche SE ist. Letztere strebt eine Übernahme des Volkswagenkonzerns an und baut ihre Anteile an Volkswagen kontinuierlich aus. Diese Übernahme ist jedoch kreditfinanziert und zwingt die Porsche SE schlussendlich dazu, Volkswagen 2009 ein 49,9-prozentige Beteiligung an der Porsche AG zu verkaufen, da finanzielle Engpässe entstehen. 2012 übernimmt Volkswagen die Porsche AG komplett.

2022: Börsengang. Der lange angedachte Börsengang des Unternehmens wird von Porsche und Volkswagen beschlossen. Man entscheidet sich zur Emission von fast 12,5 % des Unternehmens. 40 % des Emissionserlöses werden durch eine Reihe von Ankerinvestoren gesichert. Das Emirat Katar beteiligt sich mit einer Investition von über 1,8 Milliarden Euro über seinen Staatsfonds an Porsche. Sowohl der norwegische Staatsfonds als auch der Vermögensverwalter T. Rowe Price steigen jeweils mit 705 Millionen Euro ein. Der letzte Großinvestor ist die Abu Dhabi Developmental Holding Company, ein staatsnaher Konzern des Emirats Abu Dhabi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Während all diese Investoren stimmrechtsbefreite Vorzugsaktien erwerben, kaufen die Familien Porsche und Piëch gemeinsam 25 % plus einen Anteil der Porsche AG in stimmberechtigten Aktien. Damit bilden sie eine Sperrminorität.

Geschäftsmodell

Porsche ist der einzige rein auf das Luxussegment fokussierte Automobilhersteller Deutschlands. Audi, BMW und Mercedes-Benz sind zwar im Luxussegment aktiv, ihre Fahrzeuge richten sich jedoch auch an die Mittelklasse. Der günstigste Porsche, das Modell Cayman, beginnt bei knapp 60 Tausend Euro, die verschiedenen Ausstattungen können im Preis jedoch schnell steigen.
Trotzdem sind die Fahrzeuge des Herstellers durchaus für viele Bevölkerungsteile erreichbar. Ein Porsche ist zwar ein Luxusfahrzeug, im Vergleich zu Bentley oder Rolls-Royce sind die Automobile jedoch durchaus erschwinglich. Dadurch sind Porsches Fahrzeuge sehr wertstabil, da sich das Konsumverhalten, wie für Luxusgüter typisch, nichtzyklisch verhält.

Wem ein Standardmodell nicht ausreicht, bietet Porsche seinen Porsche Exclusive Service an. Dabei kann der Kunde sein Fahrzeug voll individuell konfigurieren und über Ausstattung, Leistung und Lackierung entscheiden.
Sonderausstattungen und speziell limitierte Modellvarianten sind Porsches wichtigstes Werkzeug zur Steigerung der Umsätze. Der Kunde kann durch die Personalisierung eine stärkere Bindung zur Marke und zum Fahrzeug aufbauen. Gleichzeitig limitiert sich damit die Stückzahl spezieller Ausführungen und hebt den Wiederverkaufswert ebenfalls an. Ein hoch bewerteter Gebrauchtwagenmarkt spielt dem Unternehmen sehr gut zu, da die Preise für neue Modelle so stark angehoben werden können.

Porsche verbindet klassisches Design mit modernster Technologie und hat dafür gesorgt, dass seine Fahrzeuge auch für Laien direkt erkennbar sind. Hinzu kommt die Tatsache, dass Porsche-Fahrzeuge extrem gut gepflegt werden. Zwei Drittel aller je gebauten Fahrzeuge der 911er-Reihe sind immer noch straßenzugelassen.

Dennoch treibt kein anderer Automobilhersteller die Elektrifizierung so stark voran, wie Porsche. Der Konzern hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu werden. Dazu sollen bis Ende des Jahrzehnts 80 % der Fahrzeuge voll elektrifiziert verkauft werden. Der Erfolg dieser Strategie zeigt sich in der Tatsache, dass das erste vollelektrische Modell, der Porsche Taycan, bereits das drittbeliebteste Modell beim Hersteller ist. Seine Verkaufszahlen werden nur durch die SUV-Modelle Macan und Cayenne geschlagen. Die Relevanz dieser Modelle ist jedoch nicht zu unterschätzen. Sie tragen alleine mehr als 60 % zum Unternehmensumsatz bei. Dies erklärt auch, wieso der Porsche Macan, der kleinere der beiden SUVs, das nächste Modell wird, welches voraussichtlich 2023 eine vollelektrische Variante erhält.

Absatzmärkte

Der weltweite Automobilabsatz soll zwischen 2019 und 2026 nur noch um 0,9 % pro Jahr wachsen. Gleichzeitig verkauft Porsche jedoch jedes Jahr durchschnittlich 10 % mehr Autos. Besonders wichtig ist der asiatische Markt, wie die Auslieferungen nach Region im Jahr 2021 zeigen:

1. Europa: 28,54 der Auslieferungen

2. Amerika: 28,04 % der Auslieferungen

3. Asien-Pazifik, Afrika und Nahost: 43,42 % der Auslieferungen

Wichtig hervorzuheben ist hier, dass jeder dritte Porsche mittlerweile in China verkauft wird. Dies ermöglicht Porsche das Wachstum in einem eherstagnierenden Gesamtmarkt.

Insgesamt konnte Porsche seinen Absatz von 2020 zum Jahr 2021 damit um 11 Prozent steigern. Aufgrund der Engpässe in der Chip-Produktion mussten viele Hersteller die Produktion in ihren Werken pausieren. Porsche war zwar auch betroffen, konnte jedoch schneller als andere wieder durchstarten.

Branche

Die steigenden Umsätze in der Coronakrise haben die Krisenresilienz Porsches bewiesen. Auch der Börsengang war gemessen an der schlechten Marktlage ein großer Erfolg.

Die Krisensicherheit ist auf die hohe Profitabilität des Unternehmens zurückzuführen. Porsche kann seine Preise massiv anheben, wenn eine Reaktion auf die Marktlage notwendig ist. Diese Preissetzungsmacht ist leicht zu erklären. Porsche ist ähnlich wie der ebenfalls börsengehandelte Konkurrent Ferrari mehr als ein einfacher Automobilhersteller. Die Marke steht für Luxusgüter, Design und hohe Qualität. Konventionelle Hersteller von Luxusartikeln wie Louis Vuitton können kaum noch gegen die Masse an Fälschungen ankommen, die international vertrieben werden. Die Marke Porsche und ihre Fahrzeuge sind jedoch aufgrund der Natur der hergestellten Güter nicht einfach kopierbar. Porsche hat damit einen großen Burggraben.

Auch wenn der Konzern in den letzten zehn Jahren nur drei neue Modellreihen eingeführt hat, stagniert der Konzern technologisch nicht. Die Elektrifizierung ist das Kernziel des Konzerns und wird durch massive Investitionen unterstützt. Der Konzern hat damit gegenüber seinen direkten Konkurrenten einen massiven Vorsprung.

Die Bewertungen konventioneller Automobilhersteller sind traditionell niedrig. Der Börsengang von Porsche war für Volkswagen auch eine Möglichkeit, den Markenwert der Unternehmensgruppe in Teilen zu realisieren. Mit einer Bewertung von 85 Milliarden Euro zum Börsenstart ist Porsche nun mehr wert als die Volkswagengruppe mit einer Bewertung von circa 78 Milliarden Euro.


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