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Aktienanalyse

BioNTech, Palantir, Coinbase und Cannabis — weniger toll, als die meisten Privatanleger denken

Aktien, die wir nicht analysiert haben — und warum wir es noch nicht vorhaben

  • Wir bei AlleAktien beachten bei der Aktienauswahl für unsere Analysen immer deine Wünsche als Premium-Mitglied. Die AlleAktien Premium-Mitglieder haben schon oft bewiesen, dass sie einen guten Riecher für tolle Unternehmen haben. Deshalb hören wir gerne auf eure Wünsche und nehmen die Wunschfirmen in tiefgründiger Analysearbeit unter die Lupe. So hast du eine nachvollziehbare Meinung zu potentiellen Investments.

  • Allerdings können wir nicht alle Aktien analysieren. Nicht jede Firma kann man analysieren. Manche Firmen sind in einem Entwicklungsstadium, bei dem eine Glaskugel notwendig ist für vernünftige Prognosen. Wir sehen uns als langfristige Investoren und wollen deshalb an Qualitätsfirmen beteiligt sein. Firmen, bei denen man sich sicher sein kann, dass sie in 10 Jahren noch besser laufen als heute. Außerdem wollen wir uns auf die Unternehmen konzentrieren, die dir den größten Mehrwert bieten. Unternehmen, mit denen du eine tolle Rendite erwirtschaften kannst und mit denen du beruhigt einschläfst, weil du das Geschäftsmodell und die Perspektiven optimal verstanden hast. Uns ist natürlich auch wichtig, dass es sich für dich lohnt, eine mehrseitige Analyse zu lesen oder einen ganzen Podcast zu hören. Deshalb filtern wir viele Unternehmen in unserer Vorauswahl aus.

  • Wir stellen dir die Aktien und Branchen vor, die wir noch nicht analysiert haben. Wir wollen dir unsere Entscheidung für einige beliebte Aktien besser erklären. Oft scheinen Unternehmen oder ganze Branchen oberflächlich betrachtet ein spannendes Investment zu sein. Bei genauerer Betrachtung kann sich dann aber zeigen, dass das Gegenteil der Fall ist. Wir klären dich deshalb in diesem Artikel über all diese Aktien auf.

Aktien, die wir nicht analysiert haben

Warum wir Aktien nicht analysiert haben

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Warum wir Aktien analysieren — und was uns davon abhält

Wir analysieren Aktien, damit du eine verlässliche Investmententscheidung treffen kannst

Wenn wir uns dafür entscheiden, ein Unternehmen zu analysieren, dann hat das zwei Gründe: Erstens macht das Unternehmen grundsätzlich einen vielversprechenden Eindruck. Ein funktionierendes Geschäftsmodell ist in der Lage jetzt oder in Zukunft aus dem eingesetzten Kapital eine positive Rendite für Aktionäre zu erzeugen. Unser Interesse ist damit geweckt.

Gleichzeitig, und das ist der entscheidende Punkt, sind alle notwendigen Informationen für eine Analyse vorhanden. Sie lassen uns mit ausreichend großer Sicherheit ein Bild davon zeichnen, wie sich das Unternehmen oder die Branche in Zukunft entwickeln werden. Wir schaffen es so, eine Studie anzufertigen, die wir dir mit gutem Gewissen präsentieren können und hinter deren Ergebnis wir zu 100 % stehen. Nur so kannst du am Ende eine fundierte und verlässliche Investmententscheidung treffen. Und genau an diesem Punkt setzt bei manchen Branchen und Unternehmen das Problem an.

Eine unzureichende Informationslage macht eine Analyse unmöglich

Wenn wir ein Unternehmen oder eine Branche nicht analysieren, dann nicht, weil wir keine Lust haben. Wir können es gemäß unseren eigenen Maßstäben schlicht und ergreifend nicht. Denn ist das Geschäftsmodell eines Unternehmens zu undurchsichtig, fehlen wichtige Kennzahlen, zuverlässige Daten oder ist die Marktentwicklung einfach nicht vorhersehbar, wäre eine Analyse sinnlos. Denn unsere Arbeit ist immer nur so gut, wie die zugrundeliegenden Informationen. Auf ihnen basiert alles.

In den folgenden Kapiteln werden wir diese Grundsätze für verschiedene Unternehmen und Branchen konkretisieren, um dir zu erklären warum eine Analyse in manchen Fällen keinen Sinn ergibt. Einige der Unternehmen und Branchen wirken zwar auf den ersten Blick hochspannend, entpuppen sich aber bei genauerer Betrachtung als genau das Gegenteil. Die Dotcom-Blase ist da die beste Lehre für uns: Wie viele Unternehmen aus dieser Zeit gibt es heute noch? Die Entwicklungen des Internets wurden komplett falsch eingeschätzt. Erst nach Jahrzehnten haben andere Unternehmen dieses Potential ausschöpfen können, das damals gehandelt wurde.

BioNTech: Kein Wachstum in Sicht

BioNTech — der Held der Pandemie

Als erstes Unternehmen der Welt hat das Mainzer Biotechnologieunternehmen in Rekordzeit einen Wirkstoff gegen das Coronavirus hergestellt. Weniger als ein Jahr hat es gedauert. Die Aussichten auf das Umsatz- und Gewinnwachstum haben dafür gesorgt, dass die Aktie seit dem IPO Ende 2019 um über 1.700 % gestiegen ist. Verständlich, denn der Umsatz wird von 2020 auf 2021 von knapp 600 Mio. Euro auf über 17 Mrd. Euro ansteigen, denn die Nachfrage nach dem Impfstoff ist groß. Dieses Jahr werden die Partner BioNTech und Pfizer vermutlich 2,3 Mrd. Impfdosen verkaufen. Der Impfstoff ist weltweit der beliebteste gegen das Coronavirus. Für 2022 haben sie aktuell Verträge von über 1,7 Mrd. Impfdosen.

Der Impfstoff alleine reicht nicht, um den Kurs zu rechtfertigen

Das gewaltige Umsatz- und Gewinnwachstum hat auch den Kurs nach oben schnellen lassen. Allerdings wird das nicht langfristig den Kurs rechtfertigen können, obwohl das aktuelle KGV bei 7,6 liegt. Denn damit der Kurs gerechtfertigt wird, muss der Gewinn mehr als 7 Jahre das aktuelle Niveau halten können. Aber es kommen immer mehr Konkurrenzprodukte auf den Markt. Neue Impfstoffe wie der von Novavax stehen zu Dutzenden am Ende ihrer Testphasen und werden in naher Zukunft auf den Markt kommen. Gleichzeitig werden Medikamente wie Paxlovid entwickelt, um den Verlauf bei Infektionen zu mildern und senken dadurch die Notwendigkeit einer Impfung. Und auch die doppelten Impfungen werden dadurch unwichtiger. Die Umsätze von BioNTech mit ihrem COVID-19 Impfstoff werden in Zukunft wahrscheinlich stark sinken, da Wettbewerbsprodukte in den Markt drängen. Abgesehen davon gibt es immer die Hoffnung, dass die Coronapandemie langfristig endet.

Umsatzschub: ja, Nachhaltigkeit: nein

Obwohl also BioNTech der wohl größte Coronaprofiteur ist, müssen wir die Zukunft betrachten und nicht die aktuelle Unternehmenssituation. Bei Medizin- und Biotechnologieunternehmen wie BioNTech zählt deshalb nur eines: die Medikamentenpipeline. Die ist zwar bei BioNTech halbwegs gut gefüllt, allerdings stehen die meisten Medikamente noch relativ weit am Anfang. Kein einziges befindet sich in Phase 3 der klinischen Studien — der letzten Phase, bevor es die Marktzulassung gibt. Es wird also voraussichtlich noch mindestens 3 Jahre dauern, bis ein neues Medikament von BioNTech auf den Markt kommt. Vorausgesetzt, es erhält überhaupt eine Zulassung.

Und genau da liegt das Problem. Von Phase 2 zu Phase 3 schaffen es im Schnitt nur 50 % der Medikamente. Von Phase 3 zur Marktzulassung optimistisch geschätzt auch nur 50 %. Von den 4 Medikamenten in Phase 2 wird also rein statistisch gesehen kein einziges eine Marktzulassung erhalten. Betrachten wir die komplette Pipeline von Medikamenten und die Erfolgswahrscheinlichkeit der verschiedenen Phasen werden optimistisch geschätzt von 27 Medikamenten nur 3 eine Marktzulassung erhalten. Man kann davon ausgehen, dass ein Medikament zwischen 500 und 1.000 Mio. Euro an Umsatz generieren wird. Schätzen wir auch hier optimistischer, kann BioNTech in ein paar Jahren 3 Mrd. US-Dollar Umsatz pro Jahr erwirtschaften. Da gleichzeitig in den nächsten Jahren weitere Coronaimpfstoffe auf den Markt kommen werden, wird auch dort der Umsatz von BioNTech sinken. Unterm Strich werden das aktuelle Umsatzniveau und das Wachstum nicht haltbar sein.

Die Medikamentenpipeline von BioNTech steckt noch tief in der Entwicklung. Gleichzeitig ist sie in Zukunft vielleicht nur 3 Mrd. USD Umsatz pro Jahr wert. Der Umsatz wird deshalb in den nächsten Jahren sinken, wenn es weitere Impfstoffe gegen das Coronavirus geben wird.

Es wird in Zukunft kein Umsatzwachstum geben und die Zukunft muss sich erst entwickeln

Aktuell liegt das KGV von BioNTech bei knapp 8. Wohlgemerkt für ein Unternehmen, dessen Umsatz in den kommenden Jahren voraussichtlich um 20 % pro Jahr schrumpfen wird. BioNTech ist damit kein solides Investment mit einer nachhaltigen Wachstumsstory. Die Pandemie hat dem Unternehmen zwar durch eine unverhoffte Geldspritze einen Schub bei der Medikamentenentwicklung gegeben, aber aufgrund der eher schwachen Medikamentenpipeline und der ungewissen Entwicklung des Pandemiegeschehens lässt sich die Zukunft von BioNTech nur mit einer Glaskugel mit Sicherheit voraussagen. Deshalb können wir die BioNTech-Aktie aktuell nicht einschätzen.

Palantir: Ein teurer Regierungsberater

Gegründet mit der Vision, die Welt sicherer zu machen

Peter Thiel, der Co-Gründer von PayPal, hat Palantir 2003 gegründet. Damals war sein Ziel, den Terrorismus zu bekämpfen und die freiheitlichen Rechte zu wahren. Zwei Jahre nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York waren das sehr wichtige Themen. Die Palantir-Produkte drehten sich schon früh um Softwarelösungen für die US-Regierung, um komplexe Entscheidungen auf Basis von hochsensiblen Daten zu fällen. Damals fehlte der amerikanischen Regierung jegliche Art von digitaler Kompetenz, um einen Krieg auf einem anderen Kontinent zu führen.

Deshalb wurde ein Großteil der Software anfangs im Geheimen mit der Regierung gemeinsam entwickelt. Die ersten Kapitalgeber waren Subunternehmen amerikanischer Geheimdienste, die Palantir dabei halfen, Software für die amerikanische Regierung zu entwickeln. Dabei ging es zum Beispiel um die Koordination von Truppen in feindlichen Gebieten oder zur Netzwerküberwachung der Regierung. Palantir war von Anfang an mehr Regierungsberater als ein echtes Software-Startup.

Undurchsichtiges Geschäftsmodell mit vielen Fragezeichen

Palantir präsentiert sich als Unternehmen mit Softwarelösungen, die im Abomodell angeboten werden. Dabei ist das letzten Endes gar nicht klar. Das Unternehmen gibt keine Churn oder Retention Rate heraus. Diese Kennzahlen zeigen, wie viele Kunden ein Abo innerhalb eines Zeitraums kündigen oder weiterhin zahlende Kunden bleiben. Das ist allerdings eine zentrale Größe, die jedes Unternehmen mit Abomodell wie selbstverständlich herausgibt. Gleichzeitig ist der Umsatz pro Kunde mit 7 Mio. USD sehr hoch. So viel verdient man normalerweise nicht mit Abos.

Während gleichzeitig 59 % der Umsätze mit Regierungsbehörden (Tendenz steigend) erwirtschaftet werden, haben wir die Befürchtung: Palantir ist ein teurer Regierungsberater und kein flexibler Software-as-a-Service-Konzern. Man kann nur darüber spekulieren, wie hoch die Aboumsätze bei Palantir wirklich sind. Angaben gibt es dazu auch keine. Die Komplexität der Produkte lässt aber vermuten, dass ein hoher Beratungs- und Implementationsaufwand notwendig ist, bevor die Systeme in den normalen Betrieb übergehen. Den lässt sich Palantir fürstlich bezahlen. Dazu passen auch die hohen jährlichen Umsätze von mehreren Millionen USD pro Kunde. Den Eindruck skalierbarer Produkte erweckt das nicht.

Gleichzeitig ist das Unternehmen seit 18 Jahren unprofitabel. Am Leben gehalten wird es nur durch regelmäßige Finanzierungsrunden. Ein Großteil der Gehälter wird außerdem durch Aktienpakete kompensiert. Alleine seit Dezember 2020 hat sich die Anzahl der Aktien im Umlauf verdoppelt. Investoren wurden dadurch innerhalb eines Jahres um die Hälfte ihrer Stimmrechte beraubt. So sieht kein langfristiger Mehrwert für Investoren aus.

Palantir fokussiert sich auf Softwarelösungen für spezielle Anwendungsfälle. Dadurch fehlt ihren Produkten die Möglichkeit zur Skalierbarkeit. Kunden sind häufig Regierungsbehörden oder große Unternehmen mit ganz speziellen Wünschen, die bereit sind, eine Menge Geld dafür zu bezahlen. Für die breite Masse an Unternehmen funktioniert dieses Konzept aber nicht.

Viele Red Flags machen die Aktie brandgefährlich

Keine abotypischen Kennzahlen, steigende Abhängigkeit von Regierungspartnern, unskalierbare Produkte und die regelrechte Pulverisierung des eigenen Marktwertes durch die ständige Ausgabe neuer Aktien. Palantir weist viele Merkmale eines scheiternden Unternehmens auf. Seit der Gründung wurden um die 2 Mrd. USD an Cash verbrannt. Gleichzeitig steigen die Verluste mit steigenden Umsätzen. Es ist schwierig, hier eine langfristige Perspektive für Aktionäre zu erkennen.

Benjamin Franzil hatte im Bereich Machine Learning bei Infineon selbst einen kleinen Kontaktpunkt zu Palantir. Damals hatten sie sich gegen Palantir entschieden, weil sie nichts bieten konnten, was Infineon nicht selbst auch programmieren konnte. Mit Python gab es eine tolle und günstige Lösung für Datenanalyse und dank Tableau das perfekte Tool zur Visualisierung. „Wir hatten uns eigentlich Unterstützung bei komplexen B2B-Daten gewünscht wie z.B. bei Prognosemodellen von Kunden oder Zulieferern“, sagt Benjamin Franzil (AlleAktien Partner), „Hier hatte Palantir leider keine Lösung für uns“.

In Summe wissen wir deshalb einfach nicht genügend über Palantir für eine Analyse. Wir sind hier lieber zu pessimistisch und unterschätzen das Potential. Denn falls Palantir wirklich eher nur ein Regierungsberater für Softwarelösungen ist, der mit einem 23er KUV bewertet wird, ist die Aktie hoch bewertet. Analysten schätzen, dass das Umsatzwachstum schon von 2022 auf 2023 abschwächen wird, während das Unternehmen noch keinen einzigen Cent verdient hat.

Coinbase: Der Krypto-Profiteur

Kometenhafter Aufstieg gemeinsam mit Kryptowährungen

Coinbase war eine der ersten Handelsplattformen für Kryptowährungen. Das amerikanische Unternehmen wurde 2012 gegründet und hat es geschafft, innerhalb der letzten 2 Jahre auf eine Marktkapitalisierung von 50 Mrd. USD zu steigen. 2020 lag der Umsatz noch bei 1 Mrd. USD und wird dieses Jahr voraussichtlich bereits bei über 4 Mrd. USD liegen. Profitabel sind sie auch schon — mit einer operativen Marge von über 50 %. Geld verdient die Kryptohandelsplattform dabei hauptsächlich mit Handelsgebühren. Kauft oder verkauft man die Währungen, gibt man einen gewissen Prozentanteil an Coinbase ab.

88 % der Umsätze stammen aus den Handelsgebühren, die zu fast 100 % von Privatpersonen kommen. Der restliche Umsatz wird mit Service und Abogebühren verdient, womit letztendlich aber auch Dienstleistungen gemeint sind, die im Zusammenhang mit dem Handel von Kryptowährungen entstehen.

Ohne den Hype um Kryptowährungen würde es Coinbase nicht geben

Der Erfolg von Coinbase hängt zu 100 % vom Erfolg von Kryptowährungen ab. Denn der Umsatz mit Handelsgebühren ist von zwei entscheidenden Faktoren abhängig. Zum einen das grundsätzliche Interesse an den digitalen Währungen; allen voran Bitcoin. Je mehr Menschen sich für diese Währung interessieren, desto mehr werden sie kaufen und dafür eine Plattform wie Coinbase nutzen. Um noch einen Schritt weiter zu gehen: Der Erfolg ist vom Wert der Währungen abhängig. Investoren wissen das. Deshalb ist der Gleichlauf zwischen Bitcoin und Coinbase Kurs auch so stark. Gleichzeitig ist die Schwankungsintensität ein wichtiger Faktor. Je stärker sich der Kurs der Kryptowährungen bewegt, desto mehr wird gehandelt und Coinbase verdient mehr Geld.

Die Entwicklung von Coinbase und anderen Handelsplattformen für Kryptowährungen hängt zu 100 % von der Entwicklung von Kryptowährungen selbst ab. Werden diese sich in Zukunft nicht etablieren, bedeutet das auch für die Handelsplattformen das Ende. Ein unmöglich abzuschätzendes Risiko.

Es ist keine Vorhersehbarkeit für eine fundierte Analyse gegeben

Aufgrund der Abhängigkeit zur Entwicklung des Bitcoins und anderen digitalen Währungen ist es unmöglich, die Zukunft des Unternehmens sinnvoll zu bewerten. Coinbase könnte unterbewertet oder auch überbewertet sein. Das hängt ganz davon ab, wo Kryptowährungen in 5, 10 oder 20 Jahren stehen. Darüber lässt sich aber heute keine sichere Aussage treffen. Der Mehrwert ist immer noch umstritten und die praktikable Handhabbarkeit noch lange nicht gegeben. Die Zukunft von Kryptowährungen ist zum heutigen Zeitpunkt noch mit zu vielen Unsicherheiten behaftet.

Und damit auch die Zukunft von Coinbase. Ein Investment in das Unternehmen ist wie eine Wette auf Kryptowährungen und dann stellt sich die Frage: Warum sollte man nicht direkt in diese investieren? Mit Coinbase entsteht lediglich ein zusätzliches unternehmerisches Risiko aufgrund des Managements und der Konkurrenz.

Wegen dieser Unsicherheiten werden wir Coinbase zum aktuellen Zeitpunkt nicht analysieren.

Cannabis: Eine Branche als Spielball der Politik

Cannabis wird zur neuen Weltdroge

Kalifornien war 1996 der erste Bundesstaat der USA, der Cannabis für medizinische Zwecke legalisierte. Bis 2000 folgten 8 weitere. Mittlerweile ist der medizinische Gebrauch in mehr als der Hälfte der Bundesstaaten möglich. In Kanada ist der Kauf und Besitz sogar schon ab 19 Jahren möglich. Kein Wunder also, dass die Cannabisbranche der beiden Länder in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Das weltweite Marktwachstum beträgt laut Schätzungen satte 14 % pro Jahr. Mittlerweile haben sich milliardenschwere Unternehmen gebildet, die damit beginnen, ins Ausland zu expandieren. Teilweise sind sie sogar schon profitabel wie z.B. Trulieve oder Curaleaf.

Gleichzeitig legalisieren immer mehr Länder außerhalb Nordamerikas die pflanzliche Droge. Weltweit ist der medizinische Gebrauch in über 30 Ländern möglich. Auch in Deutschland, wo die neue Bundesregierung sogar die Legalisierung mit reguliertem Verkauf über Fachgeschäfte und Apotheken plant. Warum sollte man also nicht in diese Branche investieren, wenn die Aussichten so positiv sind?

Die Risiken der Branche sind nicht abschätzbar

Was Investoren oft vergessen: Cannabis ist immer noch eine Droge. Und zwar eine oft unterschätzte. Sie wirkt psychoaktiv und beeinflusst, wie wir uns fühlen und wie wir denken. Sie bewirkt kurzfristige und langfristige Auswirkungen auf Körper und Geist. Cannabis als Produkt ist deshalb nicht vergleichbar mit anderen Konsumprodukten, die irgendwann mal die Welt erobert haben. Die Anwendung ist mit überdurchschnittlichen Risiken verbunden, was den Werdegang der gesamten Branche beeinflusst.

Zwar wird die Legalisierung in immer mehr Ländern vorangetrieben, allerdings ist nicht sicher, ob sie sich auch wirklich so flächendeckend durchsetzt und ob sie auch nachhaltig ist. Auch die Bundesregierung betont, dass eine Legalisierung im Rahmen einer vierjährigen Testphase abläuft. Ist diese abgeschlossen, wird bewertet und entschieden, ob die Legalisierung beibehalten oder rückgängig gemacht wird. Der Staat hat hier also die Macht, das ganze Geschäftsmodell direkt zu verbieten.

Gleichzeitig gibt es schon jetzt einen starken Wettbewerb. Marihuana anzubauen, ist nicht besonders schwierig und viele Unternehmen besitzen bereits eine Lizenz und es werden tendenziell noch mehr Lizenzen vergeben. Das Produkt ist außerdem ein Commodity. Ob Hersteller A oder Hersteller B das Marihuana hergestellt hat, kann man nicht sehen oder schmecken. Erst in ein paar Jahren können Burggräben entstehen, wenn die ersten Marken sich etablieren.

Auch die gesellschaftliche Akzeptanz ist noch nicht abschätzbar. Ob Marihuana zu einer Volksdroge wird wie Bier und Wein ist nicht sicher. Und dann bleibt auch noch die Frage der Substitute: Werden alle Konsumenten ihr Cannabis in offiziellen Geschäften kaufen oder werden Steuern die Preise so hoch treiben, dass letztendlich doch wieder illegal gekauft wird oder selbst angebaut?

Cannabisfirmen sind eine Spekulation auf die nächste Volksdroge

Es gibt noch viele blinde Flecken beim Thema Cannabis, die mit großen Risiken verbunden sind. Die Investition in ein Cannabisunternehmen ist eine Wette auf den Erfolg der nächsten Volksdroge, gepaart mit der Wette, dass genau diese Firma sich im Wettbewerb durchsetzen kann. Das hat nicht so viel mit dem Investieren in ein einzigartiges Unternehmen mit einem tollen neuen Produkt zu tun.

Aufgrund dieser Risiken und Ungewissheiten können wir aktuell Unternehmen der Cannabisbranche noch nicht analysieren.


Liebe Grüße,
Michael C. Jakob
AlleAktien Geschäftsführer

Über den Autor

Michael C. Jakob

AlleAktien Gründer und Partner. Michael C. Jakobs Fokus liegt auf den Branchen Software, Banken und Luxusgüter. Durch sein Studium und zahlreiche Visiten in China, Hong Kong und Singapur ist er gerne gesehener Experte für Aktien in Asien. Als professioneller Investor teilt er seine Perspektiven regelmäßig in Handelsblatt und Wirtschaftswoche. Michael C. Jakob war zuvor bei McKinsey&Company und UBS. Sein Informatik- und Management-Studium absolvierte er am KIT, der ETH Zurich und am Massachusetts Institute of Technology. Seine Strategie ist es, in die jeweils besten Unternehmen jeder Branche zu investieren und zukünftige Marktführer frühzeitig zu erkennen.

Transparenzhinweis und Haftungsausschluss: Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung von AlleAktien oder den für AlleAktien tätigen Autoren statt, dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Deine Investitionsentscheidungen darfst du nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf den Informationsangeboten von AlleAktien treffen. AlleAktien und die für AlleAktien tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Der Autor hält derzeit keine Aktien von BioNTech, Palantir, Coinbase, Trulieve und Curaleaf.

Quellen & weiterführende Literatur

Beschreibung Link
BioNTech Geschäftsberichte
Entwicklungszeit COVID-19 Impfstoff BioNTech
Erwarteter Verkauf Impfdosen BioNTech Pfizer 2022
COVID-19 Impfstoff-Pipeline
COVID-19 Medikamente
Eckdaten zu klinischen Studien
Umsatz pro Medikament
Gründungsstory Palantir
Palantir Geschäftsberichte
Palantir Produkte
Funding Rounds Palantir
Coinbase Geschäftsberichte
Cannabis Marktwachstum
Cannabis Historie
Cannabis Legalisierung USA
Cannabis Legalisierung weltweit
Trulieve Q3 2021 Report
Curaleaf Q3 2021 Report
Koalitionsvertrag SPD, Grüne, FDP