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Aktienanalyse

Indien Aktien dominieren: Die Wachstumsimperative nach China und die Chance für Investoren

Japan. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ist vielen Investoren ein Geheimnis. In Deutschland liest man beinahe nie von japanischen Aktien. Bis in die 1980er Jahre war Japan die am schnellsten wachsende Wirtschaft der Welt und als High-Tech-Land bekannt. Japan war allen anderen Jahrzehnte voraus. Man lebte hier in der Zukunft. 1990 begann jedoch eine dekadenwährende Wirtschaftskrise und das Land geriet für viele Investoren in Vergessenheit. In der Zwischenzeit hat sich viel geändert. Die Wirtschaft wurde durch ein Konjunkturprogramm wieder zu Wachstum bewegt, mit niedrigen Steuern und offenem Freihandel. Japan fokussiert sich auf spannende Megatrends wie Wasserstoff, Blockchain, Robotik und künstliche Intelligenz. Der japanische Aktienmarkt hat für Anleger sehr viel zu bieten. Es gibt ein Universum von über 2.000 Aktien, die für deutsche Investoren ohne ADR-Zertifikat handelbar sind. Echte Aktien. Besonders Dividendeninvestoren sollten ein Auge auf den japanischen Markt werfen. Hier gibt es einige spannende Perlen, die deutlich günstiger sind als Unternehmen aus den USA oder Europa — Warren Buffett hat das dieses Jahr auch erkannt. Lies dir unsere in Deutschland einzigartige, tiefgehende Marktanalyse zu Japan durch und erfahre, welche Aktien aktuell besonders spannend sind. Unsere sechs Favoriten haben wir eine Kurzanalyse unterzogen.

Michael C. Jakob

Japan Aktienmarktstudie, Japans Wiedergeburt — für Japan geht die Sonne wieder auf 日本

Amtssprache
Japanisch
Hauptstadt
Tokio
Einwohner
127 Mio. (98,5% davon mit japanischem Pass)
Bruttoinlandsprodukt
4.971 Mrd. USD
Pro-Kopf BIP
40.256 USD
Währung
Japanischer Yen (JPY, ¥ 1 EUR = 123 JPY)
Internationales Kürzel
JP, Domain: .jp
Kreditrating des Landes
A+ (S&P)
Japan Leitindex
Nikkei 225, Top 225 nach Kurs
Datum
27.11.2020

Japan Aktienmarktstudie für Investoren Japans Wiedergeburt — für Japan geht die Sonne wieder auf

  • Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Die japanische Wirtschaft ist im letzten Jahrhundert auf eine beachtliche Größe angewachsen. Mit viel Kapitalismus, Fleiß und Innovationskraft schaffte es Japan, gegenüber den USA aufzuholen und von einem Schwellenland zu einer Weltmacht zu werden.

  • Seit 1990 im Dauerkrisenzustand. Nach dem starken Wirtschaftswachstum ist Japan 1990 in eine sehr lange Stagnation verfallen. Die Gesellschaft wurde immer älter, die Gehälter in Japan sind kaum gestiegen. Der japanische Aktienindex Nikkei konnte das Hoch aus 1989 seitdem nicht mehr wieder erreichen. Eine düstere Zeit begann in Japan.

  • Neues Japan. Heute ist Japan ein anderes Land. Der Ministerpräsident Shinzo Abe hat einen wirtschaftlich neuen Weg eingeschlagen. Wieder mehr Kapitalismus wagen. Die alte Bevölkerung in den Arbeitsmarkt zurückbringen und das Humankapital erhöhen. Japan entwickelt sich außerdem auch technologisch weiter. In der Vergangenheit war Japan bereits für Industrie und Technologie bekannt. Heute will Japan zu altem Glanz zurück. Es wird unter anderem in Roboter, erneuerbare Energien und Wasserstoff investiert.

  • Buffett beteiligt sich an Japan. Warren Buffett liebt die USA wie kein anderer. Trotzdem hat er im September 2020 für 6,5 Mrd. USD in 5 japanische Unternehmen investiert: die sogenannten Sogo Shosha. Was macht diese Unternehmen eigentlich so besonders, dass er im Ausland investiert?

  • Japan bei Anlegern nicht präsent. Auch bei deutschen Anlegern ist Japan nicht wirklich präsent. Dabei ist die Tokyo Stock Exchange die drittgrößte Börse der Welt. Erfahre in dieser Marktanalyse, welche japanischen Aktien es gibt und was man als deutscher Investor in Japan beachten sollte.

Indien Aktien dominieren 2021

Kurzvorstellung

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Japan: Das Land der aufgehenden Sonne

Eine kurze Geschichte Japans

Japan war lange Zeit im Mittelalter gefangen

  • 1853

    Japans moderne Geschichte beginnt in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Japan schottete sich wirtschaftlich und kulturell nach außen ab. Japan lebte autark und wollte seine Kultur vor anderen Nationen beschützen. Das Land war noch im Mittelalter gefangen. 1853 landeten Schiffe der USA in Japan, die ein Handelsabkommen erreichen wollten und Japan in zähen Verhandlungen zwangen, seine Grenzen zu öffnen. Die sogenannte Meiji-Zeit begann.

    Japan führte ein neues liberaleres Wirtschaftssystem ein. Das Steuersystem wurde grundlegend reformiert, das Bildungswesen ausgebaut. Japan schloss Bündnisse mit umliegenden Ländern ab und blühte auf. Als Lieferant im ersten Weltkrieg für die Alliierten konnte Japan seinen Industriesektor und Wohlstand aufbauen.

  • 1926

    Japan: Durch Krieg und Wiederaufbau geformt

    Kaiser Hirohito kommt auf den Kaiserthron und rüstet Japan stark auf. Japanische Industriekonglomerate werden aufgebaut und staatlich gefördert. Kleinere Unternehmen überstehen diesen Wettbewerbsdruck nicht und gehen bankrott. Japan agiert zunehmend nationalistischer und besetzt umliegende Länder wie Korea oder China. Das alles endet im zweiten Weltkrieg, wo Japan das amerikanische Pearl Harbour angreift, bis Japan den Krieg gegen die Alliierten verliert. Das Land ist eine Ruine und hat große Schäden erlitten.

Das Nachkriegsjapan wird eine Demokratie mit repräsentativer Monarchie. Hirohito ist weiterhin Kaiser, jedoch ohne politische Macht. Japans wirtschaftliche Erfolge sind durch den Krieg komplett zerstört und das Land von den USA besetzt. Jedoch schaffte es Japan, wieder an die Spitze zu kommen. Sie investierten massiv in Bildung und bauten ein hervorragendes Bildungssystem auf, gleichzeitig profitierte das Land von der Bereitschaft der Bürger, härter zu arbeiten als in den meisten anderen Ländern der Welt. Als dritte Säule kam ein enormer Sparwille hinzu. In Japan wurden verschiedene Philosophien wie Kaizen entwickelt, die Ressourcen schonen sollten und die Effizienz der Unternehmen massiv erhöhte.

  • 1950

    Japan erhält nach dem Krieg eine neue Chance

    Der Koreakrieg bringt Japan als Zulieferer der Alliierten ins Spiel. Der Industriesektor beginnt wieder zu sprießen. Das wird auch durch die liberaldemokratische Partei (LDP) in Japan verstärkt. Sie kommt an die Macht und bringt liberale Politik über Japan. Die Steuern werden gesenkt, Bürokratie abgebaut, internationaler Handel gefördert. Die LDP fördert allerdings auch gezielt Industriekonglomerate mit ihrer Politik und verringert so den Wettbewerb.

  • 1970

    Das japanische Wirtschaftswunder beginnt. Japans Wirtschaft wird durch die liberale Politik und den Welthandel beflügelt. Japan fokussiert sich ähnlich wie Deutschland auf den Export und verkauft Hochtechnologie wie Automobile, Schiffe und Stahl an die ganze Welt. Japan wächst in rasantem Tempo und wird zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und damit zu einem attraktiven Ziel für Investoren. Sehr viel nationales und internationales Geld fließt nach Japan. Die Menschen wollen vom Aufstieg der Nation profitieren. Der japanische Aktienmarkt wird zeitweise zum größten Aktienmarkt der Welt, Immobilien in Japan werden teurer als alle Immobilien in den USA zusammengenommen. In Tokios Luxusviertel kostete ein Quadratmeter Grundstück teilweise bis zu 1,5 Mio. US-Dollar. Die Welt ist überzeugt: Japan wird die USA als größte Volkswirtschaft der Welt ablösen. Eine der größten Wirtschaftsblasen aller Zeiten hat begonnen. In Japan wird diese Phase auch als „Baburu Keiki“ (Blasenökonomie) bezeichnet.

Blasenkökonomie: alle Zweige der Wirtschaft befinden sich in einer Blase. Spekulation und Gier dominiert das Denken.

  • 1989

    Die Blasenökonomie bricht zusammen

    Der Anfang vom Ende des japanischen Aufstiegs beginnt. Die Immobilienblase platzt und in Japan endet das Wirtschaftswachstum schlagartig. Es gibt Masseninsolvenzen von Unternehmen, insbesondere Finanzinstituten. Die japanische Zentralbank und Regierung reagieren mit Konjunkturprogrammen und investieren viel Geld in den Markt, jedoch können sie die Abwärtsspirale nicht aufhalten. Der stark gestiegene Yen machte es für japanische Unternehmen schwierig, international wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Sozialsystem beruhte in der Vergangenheit sehr stark auf den Arbeitgebern — durch die Insolvenzen brach dieser Pfeiler weg.

    Die Konsumlaune der Japaner ist eingebrochen, stattdessen sparen die Japaner eisern ihr Geld. Die japanische Wirtschaft verfällt in eine Deflation und Stagnation und gerät international ins Hintertreffen — selbst die Zentralbank von Japan kann mit einer extremen Geldpolitik an diesem Zustand nichts ändern. Die Folgen für Japan waren katastrophal. Das Land hat sich innerhalb von zwanzig Jahren kaum noch weiterentwickeln können. In Japan nennt man diese Zeit „ushinawareta jūnen“, was auf Deutsch „die verlorenen Dekaden“ bedeutet.

▲ Japan kämpft seit dem Platzen der Blase in den 1990er Jahren mit drei Problemen: Die Inflationsrate ist zum Erliegen gekommen, die Produktivität der Japaner konnte sich nicht mehr verbessern und die arbeitende Bevölkerung nimmt immer weiter ab. Das Land hat eine einzigartige Krise durchleben müssen.
  • 2012

    Japan heute

    Shinzo Abe von der LDP wird der Ministerpräsident Japans. Er führt die sogenannten „Abenomics“ als wirtschaftliches Programm ein. Unter seiner Regierung schafft es Japan, wieder zu wachsen. Der Konsum nimmt zu. Wichtige Arbeitsplätze können wieder besetzt werden. Eine neue Ära für Japan beginnt.

▲ Shinzo Abes Politik hat dazu geführt, dass es Japan deutlich besser als in der Vergangenheit geht. In nur acht Jahren hat Abe es geschafft, dem Land wieder neue Hoffnung zu schenken.

Geographie und Perspektive

Japan ist ein Inselstaat, bestehend aus 6.852 Inseln im Pazifik, und der viertgrößte Inselstaat der Welt — was der Größe von Deutschland entspricht. Das Land liegt östlich von den Ländern Russland, Nord- und Südkorea, China und Taiwan.

Eine große Besonderheit von Japan sind die vier tektonischen Platten, die unter dem Land aufeinandertreffen. Dadurch kommt es häufig zu starken Erdbeben, Zyklonen und Tsunamis, die das Land verwüsten können. Japans Bevölkerung hat sich durch diese harten Naturverhältnisse angepasst. Gebäude werden erdbebensicher gebaut und schon von klein auf lernen Japaner, wie man sich im Erdbebenfall verhalten muss. Nichtsdestotrotz können alle Sicherheitsvorkehrungen solche Unglücke wie die Kernschmelze im Kernkraftwerk Fukushima in 2011 nicht vollständig verhindern. Diese Katastrophe hat das Land nachhaltig geprägt.

Japan ist insgesamt ein sehr rohstoffarmes und bergiges Land, wodurch die Landwirtschaft und die Menge an Rohstoffen beschränkt wird. Ein Großteil der Nahrungsmittel und Rohstoffe wie Metalle oder fossile Brennstoffe, die die Japaner benötigen, muss deshalb importiert werden. Aus diesem Grund hat Japan den weltweiten Handel für sich erkannt und wurde eine der ersten großen Exportnationen der Welt.

▲ Japans Bevölkerung wohnt in den Megastädten im Zentrum des Landes. Tokio selbst hat fast 10 Mio. Einwohner, aber inklusive des Großraums um Tokio herum wohnen rund 38 Mio. Menschen in der Region. Damit ist Tokio der einwohnerreichste Großraum der Welt.

Bevölkerung und Kultur

Japans Bevölkerung gilt als sehr fleißig. Der typische Japaner arbeitet über 50 Stunden pro Woche ohne Überstundenausgleich. Den wirtschaftlichen Aufschwung verdankt Japan vor allem der homogenen Bevölkerung. Nur 1,5% der in Japan lebenden Menschen haben keinen japanischen Pass (in Deutschland rund 12%). Die Menschen in Japan denken alle ähnlich und als Gemeinschaft. Die Arbeit ist ein Geschenk, weshalb der durchschnittliche Japaner es als Ehre empfindet, so hart zu arbeiten. Gleichzeitig sind Japaner sehr höfliche und sympathische Menschen, die für ihre Gastfreundschaft bekannt sind.

Dieser Eifer hat natürlich auch seine Schattenseiten. In Japan gibt es viele Probleme mit Depressionen und Alkoholsucht. Karoshi ist das japanische Wort für Tod durch Überarbeitung — ein Phänomen, das in Asien leider keine Seltenheit ist. Durch den hohen Fokus auf die Arbeit ist außerdem die Kinderquote je Frau recht gering. Die durchschnittliche japanische Frau bekommt nur 1,43 Kinder. Dieser Wert ist ähnlich zu Deutschland (1,57), da es aber in Japan wenig Migration gibt, hat das zu einer alternden Gesellschaft geführt. Dies wird durch die sehr hohe Lebenserwartung von Japanern (84, zum Vergleich Deutschland: 81) begünstigt. Der Anteil der Leute, die über 65 Jahre alt sind, liegt in Japan bei über 25%. Dies hat zu Problemen mit dem Renten- und Krankenversicherungssystem geführt.

Auch wenn Japans Bevölkerung die älteste der Welt ist, hindert es die Japaner nicht. Japans Bevölkerung lebt extrem gesund und mit 60 fängt bei vielen Japanern das Leben erst an. Es gibt kaum Fettleibigkeit in Japan und auch im hohen Alter sind viele Japaner sehr aktiv.

Politik in Japan

Japan war ursprünglich ein Kaiserreich. Bis zum zweiten Weltkrieg gab es einen Kaiser, auch „Tenno“ genannt. Dieser erbte das Amt von seinem Vater und führte das Land. Seit der Kapitulation im zweiten Weltkrieg ist der Kaiser nur noch repräsentativ für Japan aktiv. Das Land wird seitdem vom Ministerpräsidenten Japans geführt, der demokratisch vom japanischen Volk gewählt wird.

Japan ist seitdem ein Rechtsstaat, vergleichbar mit den USA oder Deutschland. Es gibt also eine Teilung der verschiedenen Staatsorgane. Es gibt demokratisch gewählte Politiker, eine mittlerweile unabhängige Zentralbank und unabhängige Gerichte. Die Gesetze werden dort sowohl von der Bevölkerung als auch der Polizei gewissenhaft eingehalten. Deshalb existiert eine sehr hohe Rechtssicherheit für Bürger, Unternehmen und uns Investoren. Korruption ist in Japan kein Thema und unterschriebene Verträge sind gültig.

Wirtschaft

▲ Der ehemalige Ministerpräsident Shinzo Abe hat Japan mit seinen Reformen wieder auf den Wachstumspfad gebracht. Dabei hat er sich von den besten Unternehmern und Investoren beraten lassen um eine unternehmerische, zukunftsgerichtete Wirtschaft aufzubauen.

Japan ist eine liberale Marktwirtschaft, die teilweise noch staatlich gelenkt wird. Im Verhältnis zu Deutschland sind die Steuern niedriger und Gesetze für Arbeitnehmer weniger strikt. Dies ist zum Teil auf die sogenannten Abenomics zurückzuführen. Eingeführt von Ministerpräsident Shinzo Abe, der das Land seit 2012 führte. Er förderte den Wiedereinstieg von älteren Bürgern in die Wirtschaft, um so das Problem der alternden Bevölkerung zu korrigieren und Renten- sowie Gesundheitspolitik zu entlasten. Außerdem machte er es für Ausländer deutlich einfacher, in Japan zu arbeiten. Er spricht sich für mehr Einwanderung aus Ländern wie China, Indien oder Südkorea aus, wo talentierte junge Leute leben, die in Japan die Wirtschaft entfachen können. Seine Politik geht auf: Japan wächst wieder.

Gebt uns eure jungen, qualifizierten und eifrigen Arbeiter.

Shinzo Abe zu anderen asiatischen Staaten

Im September 2020 ist Abe in den Ruhestand gegangen. Obwohl er nur acht Jahre im Amt war, war das die längste Zeit, die ein Ministerpräsident in Japan jemals das Volk geführt hat. Sein Nachfolger ist Yoshihide Suga. Er hat bereits angekündigt, dass er mit Abes Politik nicht brechen möchte. Die Furcht der Politik sitzt tief, dass man das zarte Wachstum der japanischen Politik wieder beenden könnte. Das japanische Volk hat zu lange unter der schlechten wirtschaftlichen Lage gelitten.

▲ Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt trotz der langen Stagnation. Durch die Abenomics wächst Japan wieder in einem langsamen Tempo voran. Der Abstand zu den USA oder China ist allerdings nicht mehr aufzuholen.

Die Bank of Japan als Wirtschaftsförderer

Japans Zentralbank, die „Bank of Japan“ (BoJ), ist von besonderer Bedeutung für das Land. Ihre Aufgabe ist, für die japanischen Banken die finanziellen Ressourcen bereitzustellen und die Stabilität des Finanzsystems in Japan zu gewährleisten. Dazu gehört, für eine angemessene Inflationsrate (2% p.a.) zu sorgen. Seit 1996 hat sie den Leitzins praktisch auf Null gesenkt, um die Wirtschaft und Verbraucher zu mehr Investitionen und Konsum zu bewegen.

Da diese Maßnahmen erfolglos waren, fing sie zudem an, als erste Zentralbank der Welt sogenanntes „Quantitative Easing“ einzusetzen. Die BoJ kauft Anleihen vom japanischen Staat und Unternehmen, um die Zinsen weiter zu senken und jedem Unternehmen eine günstige Verschuldung zu ermöglichen. Mittlerweile ist sie sogar dazu übergegangen, Aktien japanischer Unternehmen zu kaufen und besitzt 4,7% der japanischen Wirtschaft. Der japanische Staat hat diese Situation genutzt und sich ausgiebig verschuldet, um die japanische Wirtschaft anzukurbeln. Der japanische Staat ist vor der Coronakrise mit 238% des BIPs verschuldet gewesen. Ein weltweiter Höchstwert. Die Unternehmen blieben jedoch zurückhaltend, 60% der japanischen Unternehmen sind schuldenfrei.

▲ Japans Verschuldung ist seit 25 Jahren durchgehend gestiegen. Auch wenn die Verschuldung für viele Investoren besorgniserregend wirkt, ist Japan nicht überschuldet. 70% der Anleihen werden von inländischen Investoren gehalten, was dem Land mehr Stabilität gibt als Ländern, die vor allem im Ausland verschuldet sind.

Die japanische Wirtschaft ist ein großes Netzwerk von Unternehmen

Die japanische Wirtschaft entstand zu einem Großteil aus Industriekonglomeraten. Unternehmen wie Mitsubishi, Mitsui und Co. fingen mit einem Produkt erfolgreich an und haben ständig neue Geschäftsbereiche eröffnet. Diese Konglomerate werden auch Keiretsu genannt und haben nach dem Krieg einen Großteil der japanischen Wirtschaft kontrolliert. Von Autos über Chemikalien und Finanzen bis zu Zahnpasta waren diese Konzerne in allen Wirtschaftsbereichen vertreten. Heute sind diese Konzerne teilweise entflochten. Sie wurden sehr bürokratisch und konnten sich nicht schnell genug der Zeit anpassen. Jedoch besitzen die Unternehmen gegenseitig voneinander Anteile, um sich vor Übernahmen zu schützen und sich so als Ankeraktionäre zu stärken.

Insgesamt ist die japanische Wirtschaft recht gleichmäßig aufgeteilt. Landwirtschaft und Rohstoffabbau sind durch das karge Land schlecht möglich, allerdings sind der Dienstleistungs- und Industriesektor beide gut ausgeprägt und in sich diversifiziert.



▲ Japan ist für seinen Industriesektor weltbekannt. Der größte Wirtschaftsbereich Japans ist jedoch der Finanzsektor. In Japan gibt es viele Großbanken und Versicherungen, die hierzulande eher unbekannt sind. Eines fällt auf: Der Technologiesektor ist in Japan nicht sehr groß. 7% der japanischen Unternehmen werden diesem Bereich zugeordnet.

Die Zukunft der japanischen Wirtschaft

Trends in der japanischen Wirtschaft

Japan ist eine Wirtschaft, die zumindest laut NIKKEI225 viele Jahre auf der Stelle getreten ist. Dadurch haben europäische und US-amerikanische Investoren komplett das Interesse verloren. Das habe ich auch bemerkt, als ich bei UBS in der Vermögensverwaltung gearbeitet habe. Oder man sieht sich einfach mal in Deutschland um, welche internationalen Aktien hier diskutiert werden. Von Japan ist so gut wie nie die Rede. Das Land und die Aktien wurden mental bereits abgehakt: „Hier gibt es keine Renditen mehr“. Das finde ich einerseits ziemlich schade. Andererseits ist genau das unsere Chance, hier Überrenditen zu erzielen, denn wir haben kaum Konkurrenz. Die Aktien werden wenig analysiert.

Japan wurde von vielen westlichen Investoren und Analysten schon abgeschrieben und vergessen. Für informierte und weltoffene Investoren ergibt sich dadurch unglaublich viel Potential.

Michael C. Jakob

Dieses latente Übersehen der japanischen Wirtschaft mündet in zwei klaren Ergebnissen. Einerseits ist der NIKKEI225 im internationalen Vergleich tendenziell unterbewertet (weist also ein geringeres KGV und KUV aus). Andererseits schlummern unter diesen Aktien viele „Rohdiamanten“, die es gar nicht erwarten können, von uns Investoren entdeckt zu werden. Einige unserer vielversprechenden Japan-Picks stellen wir euch weiter unten vor.

Drei Bereiche, auf die ich in Japan ganz genau achte: Robotik, Wasserstoff und erneuerbare Energien.



▲ Drei der vielleicht vielversprechendsten Branchen in Japan: Robotik, erneuerbare Energien und Wasserstoff. Hier wird viel investiert und geforscht. Und das Wachstum ist konsistent hoch.

Japan aus der Sicht deutscher Aktionäre

Welche Börsen gibt es?

In Japan ist vor allem die Tokyo Stock Exchange (TSE teilweise auch TYO) von Bedeutung. Sie ist die größte Börse Japans und der drittgrößte Börsenplatz der Welt, bezogen auf die Marktkapitalisierung der dort notierten Aktien (nach der New York Stock Exchange und NASDAQ).

Die Osaka Exchange ist die zweitgrößte Wertpapierbörse Japans. Hier werden vor allem Derivate wie Futures und Optionen gehandelt. Die zweitgrößte Börse für Aktien ist die Nagoya Stock Exchange. Der Handel in Japan konzentriert sich jedoch überwiegend auf die Tokyo Stock Exchange.

Der Börsenhandel in Japan läuft relativ kurz. Zwischen 9:00 Uhr und 15:00 Uhr wird gehandelt mit einer Stunde Mittagspause. Also wird zwischen 01:00 Uhr und 07:00 Uhr deutscher Ortszeit gehandelt, wenn unsere Börsen geschlossen sind. Dementsprechend sind Aktien aus Japan nur mit hohen Spreads in Deutschland handelbar. Deshalb empfiehlt es sich für Anleger, immer mit Limits zu handeln und sich auf größere Unternehmen aus Japan zu konzentrieren.

Welche Indizes gibt es?

Nikkei 225

Der Nikkei 225 ist der bekannteste Index aus Japan und wird meistens als Leitindex behandelt. Seine Berechnung basiert darauf, dass die einzelnen Aktien im Index mit ihrem Preis gewichtet werden, statt der Marktkapitalisierung. Das heißt, je höher der Kurs ist, umso mehr trägt es zur Indexentwicklung bei. Dieses Gewichtungsverfahren ist heutzutage recht unüblich, weshalb der Nikkei-Index in der Kritik steht, die japanische Wirtschaft nicht richtig zu repräsentieren.

Topix

Der Topix-Index wird von der Tokioter Börse herausgegeben und gilt als großer Konkurrent zum Nikkei. Er misst die Performance von über 2.000 Unternehmen und wird nach der Marktkapitalisierung gewichtet. Dadurch repräsentiert er die japanische Wirtschaft deutlich besser und ist besonders für ETF-Anleger eine deutlich geeignetere Variante, um in den japanischen Markt zu investieren.

▲ Im direkten Vergleich hat der Topix-Index über die Zeit einen leichten Vorsprung erwirtschaftet. Die Berechnungsmethode des Index ist besser geeignet für langfristige Anleger. Eine Alternative zum Topix wäre der MSCI Japan, der in Deutschland häufig als ETF aufgelegt wird.

Der Japan-Crash

1986 begann eine Zeit, die Japan seitdem schwer belasten sollte. Japaner sowie ausländische Investoren sahen sehr viel Potential im japanischen Markt und begannen, alle Vermögenswerte dort zu kaufen. Es entstand eine gewaltige Blase an Vermögenswerten. Gewöhnliche Unternehmen wurden mit KGVs von 100 und höher gehandelt. Der Nikkei 225 stieg auf einen Kurs von fast 39.000 Punkten.

Diese Blase konnte sich fünf Jahre lang halten. 1992 kam es zum großen Crash in Japan und eine Menge Anlegergelder sind verloren gegangen. Seitdem hat sich der Nikkei-Index nicht mehr erholen können und die Wirtschaft wurde geschwächt. Der Konsum in Japan ist stark zurückgegangen und es ist zu einer Deflation gekommen. Die Erholung von der Krise geht nur langsam voran. Im Gegensatz zu der Dotcom-Blase in Deutschland wurde hier ein ganzes Land auf Dauer heruntergezogen.

▲ Der berühmte Nikkei-Index ist seit den 1990er Jahren seitwärts gelaufen. Generationen von Anlegergeldern gingen im Japan-Crash verloren. Trotzdem ist jeder dritte Japaner ein Aktionär. So tief sitzt die Liebe der Japaner zum Arbeitgeber. Der Nikkei sollte für alle Investoren ein Beispiel sein, dass internationale Diversifikation sehr wichtig ist.

Dividenden und Besteuerung: Was ist zu beachten?

Japanische Unternehmen zahlen natürlich auch Dividenden aus. Eigentlich ist Japan sogar besonders für Dividendeninvestoren ein sehr gutes Investmentziel. Hier locken oft hohe Dividendenrenditen von 3% oder mehr. In Japan werden diese üblicherweise zweimal im Jahr ausbezahlt. Theoretisch gibt es auch noch Sachdividenden in Japan, sogenannte Yutai. Diese sind jedoch nur Privatanlegern vor Ort vorbehalten. Man muss also in Japan leben, um Vorteile wie Eintrittskarten für Disney Land, Reissnacks oder Süßigkeiten von japanischen Aktiengesellschaften zu erhalten.

In Japan zahlen Aktionäre aus Deutschland einen Quellensteuersatz von 15,4%. Davon sind 15%-Punkte durch ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Japan auf die deutsche Kapitalertragssteuer anrechenbar. Das bedeutet, dass man praktisch 0,4% Steuern zu viel zahlt. Diese erstatten zu lassen, ist recht aufwendig und würde sich bei Privatanlegern nicht lohnen.

Die Besteuerung sieht bei 100 EUR Dividende folgendermaßen aus (Kirchensteuer kommt bei Kirchenmitglieder hinzu):

  Zahlung Steuersatz
Bruttodividende 100,00 EUR
Steuer Japan -15,40 EUR -15,4% (15%-Punkte in Deutschland angerechnet)
Kapitalertragssteuer Deutschland -10,00 EUR -10% (25% abzgl. der 15%-Punkte)
Solidaritätszuschlag -0,55 EUR -0,55% (5,5% Zuschlag auf die Kapitalertragssteuer)
Nettodividende 74,05 EUR Gesamter Steuersatz von 25,95% (Zum Vergleich: Deutsche Aktie 26,375%)

Das heißt, eine japanische Dividende ist steuerlich leicht günstiger als Dividenden aus Deutschland, da man weniger Solidaritätszuschlag bezahlen muss.

Warren Buffet in Japan

▲Warren Buffett, der wohlhabendste Investor der Welt, hat 2020 wieder zugeschlagen. Hauptsächlich investierte er in die großen Sogo Shosha Japans. Diese sind besonders günstig zu haben (KGV unter 12) und haben in den letzten Jahren zu neuem Wachstum zurück gefunden.

Eine verblüffende Nachricht war dieses Jahr, dass Warren Buffett sich in den japanischen Aktienmarkt eingekauft hat. Von direkt fünf Unternehmen für zusammen 6,5 Mrd. USD hat er Aktien gekauft.

Bei den Unternehmen handelt es sich um Sogo Shosha. Die großen Handelshäuser in Japan. Diese Unternehmen entstanden zum Großteil in den Industriekonglomeraten Japans, denn die Barriere zum Welthandel war für Japan früher sehr hoch. Die Sprache, das Rechtssystem, die Kultur. Das alles hat den Handel blockiert. Deshalb haben sich Sogo Shosha auf die Vermittlung spezialisiert. Zum Beispiel Nike hat erst durch das Sogo Shosha Nissho (heute Sojitz) die Möglichkeit bekommen, in Japan günstig zu produzieren und so das Überleben der Firma zu sichern.

Dabei gehen die Sogo Shosha mit ihren Kunden eine Partnerschaft ein und gewähren ihnen Zugang zu einem gewaltigen Netzwerk aus Beziehungen zu verschiedenen in- und ausländischen Firmen. Sie erhalten im Gegenzug einen Teil der Umsätze als Bezahlung für ihre Dienste. Das Modell war extrem erfolgreich. Mittlerweile sieht die Welt etwas anders aus. Japan ist eine Industrienation und viele Unternehmen kennen die Kultur. Die Dienste von Sogo Shoshas sind nicht mehr ganz so gefragt. Allerdings sind sie immer noch bedeutend für das Land. 33% der Importe werden von ihnen durchgeführt, 18% der Exporte laufen über Sogo Shosha.

Warren Buffett hat in den Unternehmen ein Schnäppchen erkannt. Sie sind groß, etabliert und am Erfolg der japanischen Wirtschaft beteiligt. Außerdem sind die Bewertungen extrem niedrig. KGVs von unter 10 und Dividendenrenditen von teilweise über 5% sind genau die Schnäppchen, die er jahrelang in den USA gesucht, aber nicht gefunden hat. Der japanische Aktienmarkt ist größtenteils vergessen worden. Es ist nicht unrealistisch, dass Buffett in Zukunft nochmals in Japan nachlegen wird.

▲ Warren Buffett hat sich an fünf Sogo Shosha beteiligt. Vermutlich haben ihn die geringen Preise gereizt. Hier liegen versteckte Werte begraben.

Sechs spannende Japaner in der Kurzanalyse

Wir haben uns sechs japanische Unternehmen herausgesucht, die wir für aktuell besonders vielversprechend halten:

  1. Keyence
  2. Itochu
  3. SoftBank
  4. Nintendo
  5. Sony
  6. KDDI



1. Keyence

Keyence ist ein Hersteller von Messgeräten und Sensoren für verschiedene Industriebereiche. Die Produkte von Keyence werden in Laboren eingesetzt, um beispielsweise die Qualität von gefertigten Gütern zu messen und zu kontrollieren oder auch in industriellen Fertigungsstraßen, um Ausschussware zu erkennen und eine volle Automatisierung zu ermöglichen. Vor allem durch den Zukunftstrend Robotik kann Keyence in Zukunft auf mehr Nachfrage vertrauen.

Besonders an Keyence ist, dass sie fabriklos arbeiten. Alle Produkte werden bei qualifizierten Partnern hergestellt. Keyence umgeht somit hohe Kapitalbindung für die Produktion und die Zyklik des Marktes. Die Produkte werden dafür im Direktvertrieb an den Kunden verkauft. Die geschulten Vertriebsexperten haben dadurch keine Interessenskonflikte mit anderen Marken. Das Konzept geht auf: Auf zehn Jahre gesehen sind die Umsätze um 15% pro Jahr gewachsen und die EBIT-Marge liegt bei beeindruckenden 50%. Keyence ist wahrscheinlich das produzierende Unternehmen mit der höchsten operativen Marge der Welt.

Das blieb natürlich am Aktienmarkt nicht unberücksichtigt. Keyence wird mit einem KGV von 70 für das laufende Geschäftsjahr gehandelt und zahlt eine Dividendenrendite von rund 0,4%. Für langfristige Investoren, die vom Robotik-Markt überzeugt sind und ein Industrie-Unternehmen der nächsten Generation suchen, ist Keyence dennoch ein spannender Wert für die Watchlist.

2. Itochu

Itochu ist eines der Handelshäuser, die Warren Buffetts Berkshire Hathaway dieses Jahr ins Investment-Portfolio gekauft hat. Itochu ist im Gegensatz zu den anderen Sogo Shosha nicht aus einem Industriekonglomerat entstanden, sondern als eigenständiges Unternehmen, indem sie als Textilunternehmen in China sehr erfolgreich waren. Itochu ist heute als eines der größten Handelsunternehmen der Welt aktiv. Die Aktivitäten lassen sich in sechs Bereiche unterteilen:

  1. Nahrungsmittel
  2. Maschinenbau
  3. Energie & Chemikalien
  4. Andere Aktivitäten wie zum Beispiel Metalle, Rohstoffe, Textilien und Immobilien

Das Geschäftsmodell sieht so aus, dass Itochu für andere Unternehmen aus dem In- und Ausland den Einkauf oder Vertrieb übernimmt. So können japanische Unternehmen direkt auf das große Netzwerk von Itochu zugreifen und müssen nicht selbstständig zähe Verhandlungen mit Zulieferern oder Kunden führen. Itochu erhält im Gegensatz eine kleine Umsatzbeteiligung. Auf die Weise hat es Itochu geschafft, Textilfirmen wie Converse oder Laura Ashley und Industrieunternehmen wie Mazda und Toshiba als Kunden zu gewinnen und gemeinsame Projekte zu realisieren.

Warum Warren Buffett bei Itochu zugegriffen hat? Itochu konnte auf die letzten zehn Jahre gesehen um 12% pro Jahr wachsen. Die operative Marge liegt für ein Handelsunternehmen bei ziemlich guten 5,1%. Die größte Motivation wird wahrscheinlich das KGV von 10 für das laufende Geschäftsjahr und die Dividendenrendite von 3,1% gewesen sein. Sogo Shosha sind international nicht sehr bekannt und das Geschäftsmodell wirkt sehr langweilig. Dabei wirtschaften die meisten Sogo Shosha sehr gut und können weiterhin wachsen. Für einen Value-Investor wie Buffett natürlich ein tolles Schnäppchen.

3. SoftBank

Softbank ist der größte Startup-Investor der Welt mit 200 Mrd. USD auf der Brust. Rund 100 Mrd. USD davon sind Eigenkapital. Weitere 100 Mrd. hat man sich von verschiedenen Banken zu ca. 2-4% langfristigem Zins geliehen. Die Strategie von SoftBank ist ziemlich clever: Sie investieren in Startup-Geschäftsmodelle, die sich schon viele Jahre auf dem Markt etabliert aber gleichzeitig noch enormes Potential nach oben haben. SoftBank investiert als klassischer „Venture Capitalist“ relativ spät innerhalb der Startup-Phase. Meist sind die Firmen schon mit mehreren Milliarden USD bewertet. Kleinere Investments wären bei einem Fonds von 200 Mrd. USD zu kompliziert und hätten kaum einen Einfluss auf die Performance.

Das Logo entstammt einer alten japanischen Handelsfirma und ist gleichzeitig ein “Ist-Gleich”-Zeichen aus der Mathematik: SoftBank will für Klienten und Investoren eine Antwort auf die wichtigsten Probleme haben, die es gerade zu bewältigen gibt.

Der größte Erfolg von SoftBank war sicherlich, dass Gründer und CEO Masayoshi Son schon im Jahr 2000 in Alibaba investiert hat. Zu einer Bewertung von 20 Mio. USD. Heute ist Alibaba 750 Mrd. USD wert. SoftBank hält immer noch knapp 30% an Alibaba. Neben Alibaba (~30%) hält SoftBank große Beteiligungen an Yahoo Japan (~50%), Uber und Didi Chuxing (je ~18%), Nvidia (~5%), Slack (~5%), Boston Dynamics (100%), ARM (~75%), WeWork und viele weitere. Etwa 45% aller Investments sind in den USA und ca. 55% der Investments sind Tech-Unternehmen.

SoftBank investiert das eingesammelte Geld global, vorrangig natürlich dort, wo die meisten disruptiven Firmen entstehen: USA und China. Dass der Firmensitz nun gerade in Japan ist, ist eigentlich unerheblich. Mit der japanischen Wirtschaft hat das eigentlich wenig zu tun. Ein hervorragendes Unternehmen ist es dennoch. Besonders geeignet ist es für Investoren, die am liebsten breit gestreut in die disruptivsten Startups der Welt investieren wollen. Jedes Startup für sich ist ziemlich riskant. Breit diversifiziert entstehen langfristig tolle Renditen. SoftBank ermöglicht Privatanlegern, in private, nicht-börsennotierte Startups zu investieren, auf die wir sonst als Einzelpersonen gar keinen Zugriff hätten.

Zu unserer gesamten SoftBank Aktienanalyse geht es hier.

Eines meiner Lieblingsvideos auf YouTube ist folgendes Interview mit CEO Masayoshi Son. Hier spricht er über seine Unternehmensstrategie, seine wichtigsten Meilensteine mit SoftBank und wo er SoftBank in den nächsten zehn Jahren sieht. Gleichzeitig ist das Video auch sehr unterhaltsam.

4. Nintendo

Nintendo ist vielleicht das bekannteste Gaming-Unternehmen der Welt. Und eines der ganz wenigen, die wirklich viele Jahrzehnte Bestand haben. Ähnlich wie Disney hat es Nintendo geschafft, Figuren und Marken zu schaffen, die unsere gesamte menschliche Kultur prägen: Super Mario, Donkey Kong, Legend of Zelda, Animal Crossing, Super Smash Bros und natürlich Pokemon. Das Medium ist beinahe egal: Spielkarten, Gameboy, Wii, Nintendo DS, Nintendo Switch oder eine App (Pokémon GO).

Im Gegensatz zu etwa Sony investiert man bei Nintendo in ein „pure play“, also nur Gaming. Man kauft die zeitlosen Marken ein. Nintendo hat es sehr gut verstanden, mit neuen Technologien die gleichen Marken und den gleichen Hype von Generation zu Generation weiter zu transportieren. Eine weitere Gemeinsamkeit zu Disney.

Aktuell werden 93% der Umsätze mit Nintendo Switch erwirtschaftet: Hardware (Nintendo Switch), eigene Spiele, Lizenzgebühren von Drittentwickern und dem eigenen Online-Store. Nur 7% der Umsätze fallen auf Smartphone-Apps (Pokémon Go), Wii oder Nintendo 3DS. Entscheidend ist für uns Investoren also fast alleine, wie es mit der Nintendo Switch weiter geht.

Was man bei Nintendo unterschätzt: Sie haben viele der wertvollsten Gaming Brands. Mario, Pokemon, Zelda. Das sind reale Vermögenswerte. Praktisch eine Lizenz zum Geld drucken. Ähnlich wie Fifa kann man regelmäßig neue Hits rausbringen, die sich fundamental nur in Details unterscheiden. Leider, leider wurde das bisher bei Nintendo alles aber noch ohne Abo-Modell umgesetzt. Das wäre vermutlich der einzige Gedanke, den ich dem Nintendo-Geschäftsführer Shuntaro Furukawa für die kommenden Jahre auf den Weg geben würden.

Eine weitere Parallele sehe ich zu Apple, bei denen der Kunde an erster Stelle steht. Keine Werbung. Hoher Schutz der Privatsphäre. Wenn ein Produkt veröffentlicht wird, dann muss es perfekt sein. Die Switch Plattform bekommt sehr viel einzigartigen Content, den Nintendo selbst entwickelt. Gleichzeitig wurde das System nach und nach für unabhängige Software-Entwickler und Studios geöffnet. Spiele wie Fortnite und Call of Duty gibt es hier jetzt auch.

Das Nummer 1 Risiko? Konsolen können floppen, wie beispielsweise die Wii U. Das wirft Nintendo um einige Jahre zurück und man kann sich solche fundamentalen Fehler nicht all zu oft hintereinander erlauben. Das zweite Risiko ist die Konkurrenz zu Smartphones: Mittlerweile gibt es mehr als 400.000 Gaming-Apps für iPhone und iPad. Braucht man da wirklich noch eine separate Gaming-Konsole? Hardcore-Gamer sagen „definitiv ja“. Zum einen aus Emotion, zum anderen kann man mit physischen Knöpfen einfach viel besser und schneller reagieren. Mit mehr Emotion spielen. Den Controller aus Frust auch mal gegen den Boden schmettern — und er überlebt.

5. Sony

Sony ist der größte Elektronikkonzern Japans und ein echtes Konglomerat im Elektronikmarkt. Sony stellt Elektronikprodukte wie Kameras, Fernseher oder Smartphones her, hat ein großes Finanzierungsgeschäft, einen Musikverlag und ist eine der größten Gaming-Firmen der Welt. Sonys Playstation 5 ist vor Kurzem auf dem Markt erschienen und ist bereits überall ausverkauft. Die Playstation ist eine der erfolgreichsten Spielekonsolen aller Zeiten und schafft es, mit dem Gaming-Markt mitzuwachsen.

Operativ muss man sagen, dass es bei Sony nicht immer perfekt gelaufen ist. Das große Problem ist, dass es in einigen Segmenten extrem gut lief wie dem Gaming-Bereich oder dem Musikgeschäft, aber dafür andere Märkte wie beispielsweise Laptops, Fernseher, Kameras oder Smartphones durch den Konkurrenzdruck für Sony nicht ganz so einfach waren. Deshalb liegt der Fokus von Sony in Zukunft besonders auf dem Gaming-Bereich, in dem Sony auf attraktives Wachstum trifft und durch Abonnements, Lizenzen und einen Onlineshop sehr gut Geld verdienen kann.

Für Investoren, die vom Gaming-Markt profitieren und sich am Nummer-1-Unternehmen in diesem Markt beteiligen wollen, ist Sony eine interessante Aktie mit Aufwärtspotential, denn die aktuelle Bewertung liegt bei einem KGV von nur 16, während im Gaming-Bereich deutlich höhere Multiples gezahlt werden.

6. KDDI

KDDI ist die Nummer 2 im japanischen Telekommunikationsmarkt. Das Unternehmen verkauft Mobilfunk- und Festnetzverträge an die japanische Bevölkerung unter der Marke au. Nebenbei betreibt KDDI verschiedene eCommerce-Gewerbe, um sich etwas vom klassischen Telekommunikationsgeschäft zu diversifizieren. Das ganze Geschäft ist nichtzyklisch und die Umsätze kommen im Abo. Gewachsen wird hauptsächlich über Preissteigerungen und interne Kostensenkungen.

Was KDDI so spannend macht, ist die hohe Verlässlichkeit der Gewinne und das langsame, aber stetige Wachstum. KDDI ist kaum verschuldet und wächst seit Jahren ohne Pause langsam, aber sicher. Als Investor erhält man eine Dividendenrendite von rund 4,0% bei einer Ausschüttungsquote von rund 40%. Es gibt noch genügend Spielraum für viele weitere Dividendenerhöhungen in der Zukunft.

Im Auge behalten sollte man als Investor drohende Regulierungen des Telekommunikationsmarktes. Die japanische Regierung hat bereits mehrfach damit gedroht, die hohen Preise für Mobilfunkverträge senken zu wollen und könnte damit in KDDIs Geschäft eingreifen.

Die Top-5 Aktien aus jedem Sektor

Die fünf Aktiengesellschaften nach Sektor

In diesem Abschnitt findest du die Unternehmen aus Japan, die in dem jeweiligen Sektor zu den größten ihrer Art gehören inklusive einer kurzen Beschreibung des Geschäftsmodells.

Energie

Logo Name Marktkap. in Mio. EUR Umsatz in Mio. EUR Gewinn in Mio. EUR Beschreibung
INPEX
JP3294460005
7.143,7 10.928,1 1.350,2 Ölförderung und Verarbeitung
ENEOS
JP3386450005
9.837,5 82.882,1 -1.555,9 Ölförderung und Verarbeitung
Idemitsu Kosan
JP3142500002
5.386,6 50.050,4 -189,9 Ölförderung und Verarbeitung
Cosmo Energy
JP3298000005
1.228,7 22.666,5 -233,1 Ölförderung und Verarbeitung, Erneuerbare Energien
Japan Petroleum Exploration
JP3421100003
852,8 2.639,4 222,0 Ölförderung und Verarbeitung

Finanzen

Logo Name Marktkap. in Mio. EUR Umsatz in Mio. EUR Gewinn in Mio. EUR Beschreibung
Mitsubishi UFJ Financial
JP3902900004
51.703,2 55.598,4 4.372,3 #1 Bankdienstleistungen Japan
Sumitomo Mitsui
JP3890350006
35.431,1 43.182,4 5.827,1 #2 Bankdienstleistungen Japan
Tokio Marine Holdings
JP3910660004
31.361,8 43.953,6 2.150,4 Schadensversicherungen, Lebensversicherungen, Vermögensverwaltung
Japan Post
JP3752900005
29.215,8 97.060,0 4.004,6 Lebensversicherungen, Logistikdienstleistungen, Bankdienstleistungen
Mizuho
JP3885780001
28.651,4 31.532,7 3.713,5 Bankdienstleistungen

Gesundheit

Logo Name Marktkap. in Mio. EUR Umsatz in Mio. EUR Gewinn in Mio. EUR Beschreibung
Daiichi Sankyo JP3475350009 63.355,8 8.127,7 1.068,5 Medikamentenforschung für Krebskrankheiten
Chugai
JP3519400000
63.093,1 5.624,0 1.291,4 Medikamentenforschung speziell für Antikörper, strategische Allianz mit Roche
Takeda
JP3463000004
46.789,3 27.246,0 366,2 Biotechnologie und Medikamentenforschung speziell für Metabolismus, Krebs und Neurologie
HOYA
JP3837800006
40.975,3 4.772,9 947,1 Medizintechnik für Fotomasken, Kontaktlinsen, Augenlinsen
Astellas
JP3942400007
24.191,4 10.769,0 1.617,7 Medikamentenforschung für Transplantation, Immunologie, Infektionserkrankungen

Grundstoffe

Logo Name Marktkap. in Mio. EUR Umsatz in Mio. EUR Gewinn in Mio. EUR Beschreibung
Shin-Etsu Chemical
JP3371200001
55.028,3 12.778,0 2.599,7 #1 Hersteller von Wafern für die Halbleiterindustrie
Nippon Paint
JP3749400002
35.669,0 5.671,7 300,9 #7 Hersteller weltweit von Farben und Lacken
Mitsui
JP3893600001
25.780,1 56.997,5 3.241,1 Sogo Shosha, breit diversifiziert in allen Bereichen wie Energie, Metallen, Textilien, Nahrungsmittel
Asahi Kasei
JP3111200006
11.381,2 17.812,3 860,4 #1 Chemie in Japan, vor allem Basischemikalien und Baustoffe
Nippon Steel
JP3381000003
10.164,6 49.021,2 -3.572,3 #1 Stahlhersteller in Japan

Immobilien

Logo Name Marktkap. in Mio. EUR Umsatz in Mio. EUR Gewinn in Mio. EUR Beschreibung
Mitsui Fudosan
JP3893200000
17.631,0 15.775,8 1.523,0 Immobilienvermietung, -bau und -verwaltung
Sumitomo Realty & Development
JP3409000001
13.506,3 8.390,3 1.167,2 Immobilienvermietung, -bau und -verwaltung
Nippon Building Fund
JP3027670003
7.620,6 708,4 253,6 Vermietung Büroimmobilien in Japan
Japan Real Estate
JP3027680002
5.930,9 623,9 259,8 Vermietung Büroimmobilien in Tokio
Daito Trust
JP3486800000
5.707,5 13.132,1 748,2 Architektur und Bau von Gebäuden für Verbraucher und Büros

Industrie

Logo Name Marktkap. in Mio. EUR Umsatz in Mio. EUR Gewinn in Mio. EUR Beschreibung
Keyence
JP3236200006
101.371,5 4.568,4 1.640,2 Sensorherstellung für die Industrie und Verkauf im Direktvertrieb
Recruit Holdings
JP3970300004
62.445,2 19.863,9 1.489,1 #1 Portale für HR-Recruiter wie Indeed und Glassdoor
Daikin
JP3481800005
56.356,7 21.112,6 1.413,4 #2 Hersteller für Klimaanlagen und Kühlsysteme
Fanuc
JP3802400006
41.902,9 4.207,5 607,4 Hersteller von Robotern für industrielle Betriebe
Hitachi
JP3788600009
31.181,9 72.579,5 739,9 Industriekonglomerat, Hersteller von Bankautomaten, Aufzügen, Kühlschränken

Kommunikation

Logo Name Marktkap. in Mio. EUR Umsatz in Mio. EUR Gewinn in Mio. EUR Beschreibung
SoftBank
JP3436100006
115.546,6 51.203,1 -7.955,4 #3 Telekommunikation Japan, Beteiligung an T-Mobile US, 48% Beteiligung an Z Holdings, Risikokapitalgeber (wie z.B. Alibaba, Wework…)
NTT DoCoMo
JP3165650007
100.715,1 38.505,6 4.896,9 #1 Telekommunikation Japan, zu 63% in Besitz von Nippon Telegraph and Telephone
Nippon Telegraph and Telephone
JP3735400008
78.076,6 98.508,9 7.080,6 #1 Datennetzbetreiber weltweit
KDDI
JP3496400007
55.929,4 43.356,2 5.296,3 #2 Telekommunikation Japan, E-Commerce
Z Holdings
JP3933800009
24.151,5 8.716,8 676,1 #1 Suchmaschine in Japan mit Yahoo Japan

Nichtzyklischer Konsum

Logo Name Marktkap. in Mio. EUR Umsatz in Mio. EUR Gewinn in Mio. EUR Beschreibung
Itochu
JP3143600009
36.084,8 90.856,7 4.150,2 Sogo Shosha, breit diversifiziert in allen Bereichen vor allem Nahrungsmittel, Energie und Industrie
Japan Tobacco
JP3726800000
35.057,5 17.831,5 2.853,8 #1 Tabakhersteller in Japan, Marken wie Camel & Winston
DENSO
JP3551500006
33.058,0 42.662,9 563,8 Breit diversifiziertes Industriekonglomerat
Kao
JP3205800000
30.901,5 12.312,4 1.214,8 Hersteller von Haushaltshygiene, Pflegeprodukten und Kosmetik
Mitsubishi
JP3898400001
29.923,0 122.353,6 4.431,9 Sogo Shosha, breit diversifiziert in allen Bereichen vor allem Energie, Nahrungsmittel und Grundstoffe

Technologie

Logo Name Marktkap. in Mio. EUR Umsatz in Mio. EUR Gewinn in Mio. EUR Beschreibung
Nintendo
JP3756600007
58.452,1 10.832,5 2.141,2 Gaming (Nintendo Switch) & Haushaltsprodukte, Entwicklung eigener Spiele
Nidec
JP3734800000
57.899,3 12.705,8 627,4 Industriekonglomerat, Hersteller von Festplatten und Elektromotoren
Murata
JP3914400001
47.101,8 12.699,5 1.515,0 Hersteller von Elektrotechnikkomponenten wie Akkus, Ladeanschlüssen und Bluetooth-Komponenten
Tokyo Electron
JP3571400005
42.879,2 9.332,2 1.533,2 Hersteller von Anlagen für die Halbleiterindustrie wie Beschichtungssystemen und Ätzgeräten
Canon
JP3242800005
21.033,8 29.450,8 1.025,4 Hersteller von Bürogeräten, Kamerasystemen für Konsumenten und Industrie sowie Computertomographie

Versorger

Logo Name Marktkap. in Mio. EUR Umsatz in Mio. EUR Gewinn in Mio. EUR Beschreibung
Tokyo Gas
JP3573000001
9.225,9 15.938,0 359,1 #1 Gasversorger in Japan, Energieerzeuger
Chubu Electric Power
JP3526600006
7.912,3 25.381,4 1.353,3 Betreiber von Energienetzwerk und Vertrieb von elektrischem Strom und Gas
Kansai Electric Power
JP3228600007
7.459,8 26.360,8 1.076,2 Energieerzeuger,  Gasversorger, Betreiber von Datennetzwerk
Osaka Gas
JP3180400008
7.377,6 11.330,6 345,9 Gasversorger, Energieerzeuger und Vermietung von Immobilien
Tokyo Electric Power
JP3585800000
3.724,8 51.669,4 419,7 Energieversorgung und Netzbetrieb, Erzeugung von Strom aus Wasserstoff

Zyklischer Konsum

Logo Name Marktkap. in Mio. EUR Umsatz in Mio. EUR Gewinn in Mio. EUR Beschreibung
Toyota Motor
JP3633400001
193.017,5 247.775,2 17.187,6 #2 Automobilhersteller weltweit nach Absatz, Marken wie Toyota, Lexus, Hino, Ranz, Daihatsu
Sony
JP3435000009
99.562,8 68.199,5 4.819,6 #1 Elektronikhersteller aus Japan, #1 für Kameralinsen, Fernseher, Gaming, Musikverlag
FAST RETAILING
JP3802300008
71.436,8 16.712,7 751,7 #1 Textilhersteller Japan, Marken wie Uniqlo, J Brand, Theory, Helmut Lang
Oriental Land
JP3198900007
52.393,5 3.844,9 515,1 #1 Freizeitparkbetreiber und Hotelbetreiber in Japan, Besitzer von Tokio Disney Resort
Honda Motor
JP3854600008
44.566,6 123.605,9 3.772,9 #8 Automobilhersteller weltweit, Motorradhersteller

Fazit: Japan wird immer attraktiver

Japans neue Reise beginnt

Japan ist ein faszinierendes Land aus Asien. Das, was China für Investoren heute ist, war das Japan der 1970er Jahre. Japan hat es geschafft, aus dem Mittelalter innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer Industrienation zu werden — trotz Umweltkatastrophen, Kriege und einem rohstofflosen Land voller Berge. Die Kultur und Motivation der Japaner hat es möglich gemacht. Bildung, Kapitalismus und Eifer waren die Zutaten für den Erfolg.

Leider endete der Höhenflug sehr unsanft und abrupt mit einer der größten Wirtschaftskrisen der Welt. Es ist verständlich, dass die Japaner nach so einem Schock sich anders verhalten. Trotz hoher Subventionen und Schuldenaufnahme, konnte es die Politik nicht verhindern, dass Japan 20 Jahre lang stagnierte. Erst durch den Ministerpräsidenten Shinzo Abe konnte die Wirtschaft wieder stabilisiert werden. Es gibt wieder eine leichte Inflation, die Sozialsystemprobleme werden gelöst und Rentner in den Arbeitsmarkt integriert. Ein großer Gewinn für das Land. Abes Nachfolger Yoshihide Suga plant, diese Form von Wirtschaftspolitik in Zukunft fortzusetzen.

Heute fokussiert sich Japan wirtschaftlich auf die nächste Generation von Problemen. Japans Zentralbank erforscht eine eigene Kryptowährung auf den Yen, die fehlenden Arbeitskräfte haben dazu geführt, dass Japan zu einer Hochburg für Industrieroboter wurde und die Automobilhersteller Japans konzentrieren sich auf Wasserstoffmobilität als Lösung gegen den Klimawandel.

Insgesamt ist Japan eine Industrienation, vergleichbar zu Deutschland oder den USA. Deutsche Investoren können hier auf ein funktionierendes Rechtssystem vertrauen, das mit der notwendigen Härte durchgesetzt wird. Kriminalität ist in Japan ein seltenes Problem, dafür sind das Ehrgefühl und der Stolz der Japaner zu hoch. Als deutscher Anleger kann man sich auch direkt an den Unternehmen beteiligen und muss nicht den Umweg über ADRs oder ETFs gehen wie in anderen asiatischen Ländern. Ein großes Plus für Investoren.

Für Aktionäre war der japanische Gesamtmarkt bisher kein gutes Investment. Der japanische Leitindex Nikkei konnte auch nach der Japankrise langfristig kaum Renditen erwirtschaften. In Japan gibt es noch sehr viele alte Konglomerate, die träge und bürokratisch agieren. Hier lohnt sich ein gezielter Blick auf einzelne Unternehmen, die sich gegen ihre Konkurrenten erfolgreich durchsetzen. Spannend an Japans Unternehmen ist, dass 60% der Unternehmen keine Schulden haben. Außerdem sind viele Unternehmen deutlich günstiger bewertet als in den USA oder sogar Europa. Der japanische Aktienmarkt wurde von vielen Investoren komplett vernachlässigt, dabei gibt es mittlerweile einige spannende und führende Unternehmen wie zum Beispiel SoftBank oder Keyence, die Investoren in Zukunft viel Freude bringen könnten.


Aufrichtige Grüße,
Michael C. Jakob
AlleAktien Gründer und Geschäftsführer

Über den Autor

Michael C. Jakob

AlleAktien Gründer und Partner. Michael C. Jakobs Fokus liegt auf den Branchen Software, Banken und Luxusgüter. Durch sein Studium und zahlreiche Visiten in China, Hong Kong und Singapur ist er gerne gesehener Experte für Aktien in Asien. Als professioneller Investor teilt er seine Perspektiven regelmäßig in Handelsblatt und Wirtschaftswoche. Michael C. Jakob war zuvor bei McKinsey&Company und UBS. Sein Informatik- und Management-Studium absolvierte er am KIT, der ETH Zurich und am Massachusetts Institute of Technology. Seine Strategie ist es, in die jeweils besten Unternehmen jeder Branche zu investieren und zukünftige Marktführer frühzeitig zu erkennen.

Transparenzhinweis und Haftungsausschluss: Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung von AlleAktien oder den für AlleAktien tätigen Autoren statt, dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Deine Investitionsentscheidungen darfst du nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf den Informationsangeboten von AlleAktien treffen. AlleAktien und die für AlleAktien tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Der Autor hält derzeit keine japanischen Aktien.

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