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Aktienanalyse

Marriott Aktienanalyse: Die weltweite #1 Hotelkette hat keine Hotels, dafür aber gehörige Gewinne

Marriott Aktie und Aktienanalyse

WKN
913070
Symbol
MAR
Sektor
Zyklischer Konsum
Hauptsitz
USA
Kurs
159 USD
Ausstehende Aktien
327,3 Mio.
Marktkapitalisierung
51,4 Mrd. USD
Enterprise Value
60,1 Mrd. USD
Nettoverschuldung
8,75 Mrd. USD
Bruttomarge
20,2 %
EBIT-Marge
12,7 %
Gewinnmarge
7,9 %
Free Cash Flow-Rendite
1,96 %
Dividendenrendite
0,57 %
Datum
25.08.2022

Marriott Aktie und Aktienanalyse

  • #1 Hotelkette weltweit. Marriott International ist die wertvollste Hotelkette weltweit. Hinzugehörig ist ein gigantisches Markenportfolio: Westin, Sheraton, Ritz Carlton, W Hotels, Le Méridien, EDITION, JW Marriott, Countyard, aLoft und St. Regis. Marriott ist in so gut wie jeder großen Stadt durch viele unterschiedliche Hotelmarken mit über 7.000 Hotels vertreten und dadurch bekannt und beliebt. So gut wie jeder war schonmal in einem Hotel von Marriott. Gleichzeitig sind alle Hotelmarken des Hauses vor allem für eines bekannt: maximale Kundenzufriedenheit. Viele andere Hotels scheitern oft bei einfachen Kleinigkeiten, etwa kostenlosem Internet, kostenlosen Wasserflaschen oder kleinen Nettigkeiten.

  • Potenzieller Profiteur vom Travel-Boom. Wenn die Reisebranche nach Corona wieder beginnt zu wachsen wird Marriott einer der großen Profiteure sein. Das Unternehmen hat stark unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie gelitten. Der Umsatz hat sich 2020 halbiert und beginnt nun wieder zu wachsen. In einer Rezession profitieren Unternehmen mit Produkten, die einen Zufluchtsort von einer miserablen Lage schaffen: Unterhaltung, Tabak, Alkohol, aber auch Urlaubsreisen.

  • 75 % der Umsätze durch B2B Geschäftsreisen. Marriott hat sich auf langfristige Verträge mit Geschäftskunden spezialisiert, die sogenannte Abnahmegarantien für Hotelzimmer für einen langfristigen Zeitraum für ihre Mitarbeiter buchen können. Egal ob Managementberater, Investmentbanker oder Top-Manager, die wöchentlich reisen. Dies schafft sowohl vorhersehbare als auch hochmargige Gewinne.

  • Viele Marken. Keine Hotels. Marriott besitzt kaum eigene Hotels. Das Unternehmen betreibt ein Franchising-Modell und vergibt Lizenzen an Hotelbesitzer. Das wertvolle sind nicht die Zimmer, sondern die Marken: Marriott, St. Regis, Ritz Carlton, Westin, Sheraton, .... Die meisten Kunden buchen mittlerweile über Marriott.com oder die Bonvoy App. Marriott sorgt also für kräftig zusätzlichen Umsatz. Außerdem kümmert sich Marriott für eine Umsatzbeteiligung auch um das Management von Hotels.

Marriott Aktienanalyse

  1. Geschäftsmodell von Marriott
    1. Unternehmensgeschichte: Vom Getränkeverkäufer zum Hotelriesen
    2. Mission: Den bestmöglichen Hotelaufenthalt bieten
    3. Management: Anthony Capuano hat über 25 Jahre Erfahrung in der Hotelbranche
    4. Aktionärsstruktur: Großteil des Unternehmens befindet sich im Streubesitz
    5. Branchenanalyse: Die Hotel-Branche befindet sich im Erholungsmodus
    6. Branchenanalyse nach Porter: Five Forces Modell
    7. Geschäftsmodell von Marriott in der Detailanalyse
  2. Kennzahlen der Marriott-Aktie
    1. AAQS: Marriott erreicht 3 / 10 Punkten im AlleAktien Qualitätsscore
    2. Umsatz- und Gewinnentwicklung: Wachstum kommt nach starkem Einbruch zurück
    3. Dividende: Kontinuierlich gezahlt. Nur 2021 ausgesetzt.
    4. Q2 Ergebnisse: starkes Wachstum auf Grund der schlechten Vorjahresergebnisse
    5. Bilanzanalyse: Verschuldung hält sich in Grenzen
    6. Vergleich mit Hilton, Hyatt Hotels und Wyndham
  3. Bewertung der Marriott-Aktie
    1. Historische Bewertung im Vergleich
    2. AlleAktien-Lynch Einschätzung
    3. AlleAktien DCF- und FMV-Modell
    4. Renditeerwartung in Abhängigkeit vom Einstiegskurs
  4. Chancen von Marriott
    1. Substanzielle Chance #1: Travel Boom
    2. Substanzielle Chance #2: Unternehmen erhöhen ihre Budgets für Geschäftsreisen
  5. Risiken von Marriott
    1. Substanzielles Risiko #1: Erneute Corona-Lockdowns erschweren das Comeback der Branche
    2. Substanzielles Risiko #2: Rezession
    3. Substanzielles Risiko #3: Zoom-Calls ersetzen Corporate-Travel
    4. AlleAktien Ewigkeitsfaktor
  6. Fazit zur Marriott-Aktie: Wir halten die Aktie von Marriott für aktuell haltenswert

Aktienkurs von Marriott

Umsatzentwicklung von Marriott

Marriott PDF

Geschäftsmodell von Marriott

Unternehmensgeschichte: Vom Getränkeverkäufer zum Hotelriesen

  • 1927

    John Willard Marriott gründete das Unternehmen in Washington. Das Kerngeschäft des Unternehmens bestand zu Beginn daraus, Kaltgetränke zu verkaufen. Das allein machte das Unternehmen so erfolgreich, dass es 1953 an die Börse ging.

  • 1957

    Gründung des ersten Hotels. 1957 gründete Bill Marriott, der Sohn von Gründer John Willard Marriott das erste Hotel. Dies befand sich in Washington. Ein paar Jahre später folgte das zweite. Bill Marriott war bis 2012 als CEO von Marriott tätig und übergab anschließend an den CEO Arne Sorenson.

  • 1969

    Expansion außerhalb der USA. Bis 1969 war Marriott mit seinem Hotelgeschäft nur in den USA aktiv. 1969 folgte die Expansion ins Ausland. Das erste nicht-amerikanische Hotel wurde in Acapulco in Mexiko eröffnet. Marriott hat sich vorsichtig an die Internationalisierung gewagt, die zu der Zeit viele US-Unternehmen das erste Mal angetreten sind. Nach wenigen Jahren hat man gemerkt: das Hotelkonzept funktioniert auch im Ausland und ist dann schnell expandiert.

  • 1975

    Expansion nach Europa. 1975 eröffnete Marriott sein erstes Hotel in Europa. Das Unternehmen hat sich für einen Standort in Amsterdam entschieden.

  • 1990er

    Umstrukturierung des Unternehmens. In den 90er Jahren hat sich bei Marriott viel getan. Bis 1993 verwaltete Marriott alle seine Immobilien selber. In diesem Jahr kommt es zu einem Spin-Off der Immobilien-Verwaltungssparte. Ein neues Unternehmen entsteht: Host Marriott kümmert sich um die Verwaltung der Immobilien. 1995 wird Marriott die erste Hotelkette, die es seinen Kunden ermöglicht online Reservierungen vorzunehmen.

  • Heute

    Marriott International ist eine der führenden Hotelketten weltweit. Das Unternehmen hat über 7.000 Hotels mit mehr als 1,3 Millionen Zimmern in seinem Portfolio und gehört damit zu den größten Hotelketten weltweit. Die größten Konkurrenten sind Hilton Hotels und Hyatt Hotels.

Mission: Den bestmöglichen Hotelaufenthalt bieten

To enhance the lives of our customers by creating and enabling unsurpassed vacation and leisure experiences.

Mission Marriott

Marriotts Mission ist es, das Leben der Kunden zu verbessern, indem unübertroffene Urlaubs- und Freizeiterlebnisse geschaffen werden. Dafür versucht Marriott den Kunden einen bestmöglichen Service in den Hotels zu bieten. Die Zufriedenheit der Gäste hat oberste Priorität für das Unternehmen, was einer der Gründe für den Erfolg und die Beliebtheit Marriotts ist.

Das Mission Statement des Unternehmens spiegelt nicht das wider, was man vermuten würde, wenn man sich die Umsatzaufteilung von Marriott ansieht, da das Unternehmen 75 % der Umsätze mit B2B-Geschäften generiert.

Kritisch gefragt: Vielleicht sollte die Mission aktualisiert werden, um auch Geschäftskunden zu berücksichtigen. Verfolgt man aber die Mission über einen längeren Zeitraum, dann versteht man: selbst Geschäftsreisende kommen ja in das Hotel um sich zu erholen. Und sei es nur Abends oder Nachts. Im Hotel zu arbeiten ist dann eher unüblich. Marriott Hotels kommen immer mit einem Fitness Studio und häufig auch mit Swimmingpool.

Management: Anthony Capuano hat über 25 Jahre Erfahrung in der Hotelbranche

Anthony Capuano ist seit 1995 im Unternehmen. Der Manager hat einen Bachelor in Hotel Administration von der Cornell University.
Capuano fing bei Marriott 1995 an und arbeitete zu Beginn im Team für Marktplanung. Er hat dabei geholfen, die wirtschaftliche Position neuer und bestehender Hotels zu bewerten. Anschließend leitete er die Entwicklungssparte von Marriott für die Region Kanada und den Westen der USA. Später übernahm er auch die Verantwortung für die Regionen Nordamerika, Karibik und Lateinamerika. 2009 übernahm Capuano die Leitung der globalen Entwicklungssparte, 2014 die Leitung des globalen Design-Teams und 2020 die des globalen operativen Geschäfts.

Seit Februar 2021 ist Anthony Capuano der CEO von Marriott. Er kennt das Unternehmen in- und auswendig und hat sich von ganz unten innerhalb von 25 Jahren nach ganz oben hochgearbeitet. Er kennt alle Segmente des Unternehmens und hat in vielen von ihnen selber gearbeitet. Außerdem wirkt er auf uns in den quartalsweisen Management-Calls wie ein sehr motivierter CEO, der etwas im Unternehmen verändern möchte und positiv in die Zukunft blickt.

Aktionärsstruktur: Großteil des Unternehmens befindet sich im Streubesitz

Marriott befindet sich zu 6,6 % im Besitz des ehemaligen CEOs Bill Marriott, der trotz einem alter von 90 Jahren immer noch als Executive Chairman bei Marriott tätig ist.

Außerdem sind die beiden Vermögensverwalter Fidelity und Vanguard zusammen mit knapp 10,7 % investiert.

Anthony Capuano, der aktuelle CEO ist mit 5.347 Aktien, die einen aktuellen Wert von ca. 850.000 USD haben nicht besonders stark am Unternehmen beteiligt. Sein Anteil beläuft sich auf weniger als 0,002 %.

Branchenanalyse: Die Hotel-Branche befindet sich im Erholungsmodus

Der Hotelmarkt ist hoch fragmentiert. Die Hotelbranche ist eine stetig wachsende Branche mit vielen unterschiedlichen Anbietern, wodurch die Preissetzungsmacht der Unternehmen nicht besonders hoch ist. Die Hotelindustrie ist kein neu entstandener Zukunftstrend, sondern eine bereits sehr lange bestehende Industrie, von der keine großen Disruptionen in den kommenden Jahren zu erwarten sind.

Durch die Corona-Pandemie wurde die Hotelbranche mit am stärksten getroffen. Hotels mussten schließen und Umsätze sind stark eingebrochen. Auch eine momentan im Raum stehende potenzielle Rezession würde die Branche stark treffen, da diese sehr konjunkturabhängig ist. Bei einer schwachen Wirtschaft fahren die Menschen nur selten oder gar nicht in den Urlaub. Auch Geschäftsreisen wurden verschoben bzw. gestrichen.

Etwa 7 % Wachstum. Die Hotelindustrie ist von 2012 bis 2019 stetig mit 7,3% pro Jahr gewachsen. In den kommenden zwei Jahren ist der Markt um 32,2% pro Jahr geschrumpft. Grund dafür ist die Corona-Pandemie. Menschen durften auf Grund von Lockdowns nicht in den Urlaub fahren und auch Geschäftsreisen waren nicht möglich bzw. nötig. Durch den starken pandemie-bedingten Einbruch dürfte das Marktwachstum in den kommenden 6 Jahren mit durchschnittlich 12,9% pro Jahr überdurchschnittlich hoch ausfallen. Der Markt erreicht 2021 eine Größe von 720 Mrd. USD. Bis der Markt wieder auf die Höchstständen aus dem Jahr 2019 von 1.520 Mrd. USD wächst wird es wohl noch einige Jahre dauern.

Marktführer mit 15,8 %. Der Marktanteil von Marriott liegt, gemessen an der Anzahl der sich im Portfolio befindlichen Hotels bei 15,8% und damit auf dem zweiten Platz nach Wyndham mit 18,5%. Trotzdem wird Marriott als Marktführer gehandelt, da die Bekanntheit, sowie Beliebtheit des Unternehmens, bzw. der Hotelmarken von Marriott extrem hoch ist. Hinzuzufügen ist auch, dass sich das Unternehmen auf Corporate-Travel, also auf Geschäftsreisen fokussiert hat und in diesem Segment der absolute Marktführer ist. Der Markt für Corporate Travel soll in den kommenden Jahren überdurchschnittlich schnell mit einem durchschnittlichen Wachstum von 14,1% pro Jahr bis 2028 wachsen.

Marriott möchte sich breit diversifiziert aufstellen und ist deshalb in vier Segmenten mit den sich im Portfolio des Unternehmens befindlichen Hotelmarken vertreten. So sollte für jeden potenziellen Kunden das passende Zimmer zu finden sein, je nach Anspruch und Budget des Gastes.

Marktausblick: Corporate Travel kommt langsam aber stetig zurück

Die Reisebranche wurde in den letzten zwei Jahren von Corona stark getroffen. Allerdings ist zu erkennen, dass Reisen – sowohl private Urlaubsreisen, als auch geschäftliche Dienstreisen – langsam wieder zurückkommen. Trotzdem wird es noch einige Jahre dauern bis das Vorkrisenniveau von 2019 wieder erreicht wird. Es bestehen nach wie vor einige Risikofaktoren, welche die Erholung gefährden könnten.

Dazu zählen auch erneute Lockdowns oder generelle Einreiseverbote. Sollten die Fallzahlen der Corona-Erkrankungen wieder steigen könnt es in vereinzelten Regionen erneut zu Lockdowns kommen, wodurch das Reisen in diese Gebiete unmöglich wird.

Ein zweiter Risikofaktor ist eine mögliche Rezession. Die Reisebranche ist sehr konjunkturabhängig und könnte somit von einer Rezession, oder gar Stagflation stark getroffen werden. Urlaubs- sowie Geschäftsreisen würden erneut stark reduziert werden und somit fallen viele Einnahmen der Unternehmen weg.

Die Erholung ist für den Corporate-Travel Markt nochmal deutlich schwieriger, als die für den Leisure-Travel Markt (Privaturlaube). Ein Grund dafür könnte sein, dass Unternehmen nach wie vor vorsichtig sind und ihr Budget für Geschäftsreisen niedrig halten. Es gibt aber auch Anzeichen einer kommenden Erholung: Immer mehr Menschen erhalten bereits ihre dritte oder sogar vierte Impfung, Restriktionen werden von Regierungen gestrichen und es gibt immer mehr Anzeichen, dass sich die Wirtschaft nicht in einer Rezession befindet, oder darauf zusteuert.

2022 soll der Corporate-Travel Markt daher schon signifikant wachsen. Ende 2023 wird erwartet, dass Unternehmen bereits 68% des Budgets von 2019 für Geschäftsreisen aufwenden werden. Laut Marriott CEO Anthony Capuano soll auch die Erholung im Leisure-Travel Markt zur Erholung des Unternehmens beitragen, obwohl es sich auf Corporate-Travel spezialisiert hat. Zudem vermutet er, dass Corporate-Travel niemals zu 100% durch Zoom-Calls ersetzt werden kann, da manche Angelegenheiten persönlich geklärt werden müssen und die Emotionen der Teilnehmer bei einer Verhandlung über Zoom nicht richtig vermittelt werden können.

Deloitte schätzt die Erholung des Corporate-Travel Marktes in einer Studie vom April 2022 wie folgt ein:

Die Ausgaben für Corporate Travel sollen laut einer Deloitte-Studie bis Ende 2023 auf ca. 70% gemessen am Vorkisenniveau steigen. Eine Erholung ist in Sicht. Trotzdem wird es noch eine Weile dauern, bis das Vorkrisenniveau überschritten wird.

Branchenanalyse nach Porter: Five Forces Modell

Wettbewerbskraft  Einschätzung 
Wettbewerbsdruck durch existierende Konkurrenz Hoch. Durch Online-Vergleichsportale können Reisende einfach innerhalb von nur wenigen Minuten den besten Preis für ein Hotel in der gewünschten Region finden.
Bedrohung durch Ersatzprodukte Mittel. Die Hotelbranche wird definitiv von Ersatzprodukten, wie bspw. Airbnb bedroht. Allerdings gibt es genügend Personen die weiterhin in klassischen Hotels seien wollen. Vor allem Geschäftskunden.
Verhandlungsmacht der Lieferanten Gering. Die Verhandlungsmacht der Lieferanten gegenüber Marriott ist relativ gering. Dies liegt daran dass Marriott viel Auswahl bei der Suche nach Lieferanten hat und selber ziemlich groß ist.
Bedrohung durch potenzielle Konkurrenz Gering. Eine erfolgreiche Hotelkette zu etablieren ist sehr schwer. Es
werden kaum neue Konkurrenten in den Markt eintreten.
Verhandlungsmacht der Kunden Mittel. Kunden - das sind im Fall von Marriott die Hotelgäste - haben
eine große Auswahl an Hotelketten und deshalb auch eine gewisse
Verhandlungsmacht.

 

Die Hotelbranche ist stark fragmentiert und der Wettbewerbsdruck daher sehr hoch. Es gibt viele unterschiedliche Anbieter, weshalb die Preissetzungsmacht der Unternehmen in der Branche eher gering ausfällt.

Geschäftsmodell von Marriott in der Detailanalyse

75 % Cost Reimbursement

In diesem Segment schließt das Unternehmen langfristige Verträge mit B2B Kunden ab. Marriott vergibt sogenannte “Abnahmegarantien“ an andere Firmen. Diese buchen eine gewisse Anzahl an Zimmer pro Tag oder Woche über einen langfristigen Zeitraum. Bspw. kann ein Unternehmen 50 Zimmer pro Woche buchen und hat diese dann weltweit für seine Mitarbeiter, die sich auf Geschäftsreise befinden zur Verfügung.

Dieses System ist bei Unternehmen, die viele Mitarbeiter beschäftigen und diese häufig auf Geschäftsreisen schicken, wie z.B. Investmentbanken oder Beratungsgesellschaften sehr beliebt, da Marriott attraktive Rabatte auf die großen Buchungen gewährleistet.

13 % Franchising & Licensing Agreements


Marriott betreibt ein ähnliches Franchising-Modell wie bspw. McDonald ́s. Das Unternehmen erlaubt Besitzern von Hotels die Verwendung von Marriotts Markennamen und gewährt Zugang zu Systemen von Marriott, wie z.B. dem internen Buchungssystem des Unternehmens. Franchisenehmer nehmen an zentralisierten Programmen Teil, wie dem von Marriott sehr erfolgreich eingeführten Treuprogramm, um Kunden an sich zu binden, oder den von Marriott entwickelten Marketing-Strategien. \Zu Beginn des Franchising Agreements zahlt der Franchisenehmer an Marriott eine einmalige Erstantragsgebühr und anschließend erfolgen fortlaufende Lizenzgebühren an Marriott. Diese liegen bei 4% - 7% der Zimmerumsätze, sowie 2% - 3% der Einnahmen für Essen, Trinken und weitere Services. Enden 2021 hatte Marriott 5.880 Franchisenehmer unter Vertrag, die insgesamt 900.437 Zimmer zur Verfügung stellen.

6 % Management Agreements


Ende 2021 wurden 2.007 Hotels mit insgesamt 568.864 Zimmern, von denen sich nur die wenigsten im Besitz des Unternehmens befinden von Marriott verwaltet. Marriott erhält für die Verwaltung der Hotels von den Besitzern als Vergütung eine prozentuale Beteiligung am Hotelumsatz, sowie eine Performance-Gebühr, die vom Gewinn des Hotels abhängig ist. Das Unternehmen schließt mit den Hotelbesitzern langfristige Verwaltungsverträge von 15 bis 30 Jahren ab, die im Anschluss jeweils um weitere 10 Jahre verlängert werden können.

Marriott ist als Verwalter verantwortlich für das operative Geschäft, die Einstellung und das Training des Personals, sowie die Überwachung der Manager. Außerdem bietet Marriott Services an, wie ein Treueprogramm, digitale Reservierungen, Marketing-Strategien und die Buchhaltungs-, sowie Daten-Verwaltung.

Marriott hat eine klare Strategie, um in Zukunft erfolgreich zu bleiben. Das Unternehmen setzt auf Treueprogramme, um Kunden an die Hotelmarken zu binden. Zudem wird ein möglichst breit diversifiziertes Markenportfolio angeboten, damit so viele Kunden wie möglich erreicht werden. Zu guter letzt setzt das Unternehmen auch auf starkes Marketing und versucht auf der ganzen Welt aktiv zu sein, um die Bekanntheit zu steigern.

Treueprogramm: Marriott Bonvoy

Marriott Bonvoy ist das Treueprogramm von Marriott, womit das Unternehmen seinen Gästen attraktive Rabatte anbietet. Das Treueprogramm gliedert sich in unterschiedliche Stufen. Zu Beginn ist man ein normales Mitglied und kommt in den Genuss von kostenlosem WLAN, exklusiven Ermäßigungen und der Nutzung des mobilen Online Check-In Services.

Ab 10 Übernachtungen pro Jahr hat man die Möglichkeit in eine neue Kategorie aufzusteigen: Silver Elite. Hier warten bereits weitere Vorteile, wie ein vorrangiger später Check-Out auf den Gast.

Ab 100 Übernachtungen pro Jahr und Ausgaben im Wert von über 20.000 USD pro Jahr ist man in der Ambassador Elite, der höchsten Stufe angekommen. Hier hat man die Vorteile um jede beliebige Zeit ein- und auschecken zu können. Außerdem erhält man 75% mehr Bonuspunkte und ein persönlicher Ambassador steht dem Gast jederzeit zur Verfügung.

Punkte können Gäste durch Hotelaufenthalte, Touren und Aktivitäten, sowie Flugmeilen sammeln und anschließend in Form von weiteren Hotelübernachtungen oder Geschenkgutscheinen und Einkäufen einlösen.

Durch das Treueprogramm bindet Marriott seine Gäste an die eigenen Hotelmarken und sorgt dafür, dass diese gerne wiederkommen. Eine sehr clevere und erfolgreiche Strategie.

Marriotts Markenportfolio besteht aus einigen unterschiedlichen Marken aus den Segmenten Luxury, Premium, Select und Longer Stays. Durch die breite Streuung sollte für jeden Kunden etwas dabei sein, je nach Budget. Die Diversifizierung des Portfolios ist sehr sinnvoll, da so eine größere Zielgruppe angesprochen wird.

Vorstellung ausgewählter Hotelmarken

Im Folgenden werden wir aus jedem der vier Segmente eine Marke präsentieren.

The Ritz-Carlton (Luxus Segment)

The Ritz-Carlton ist eine der bekanntesten Marken aus Marriotts Portfolio und befindet sich in dem Segment Luxus. Gegründet wurde die Hotelkette 1983 und seit 1998 befindet sie sich zu 99 % im Besitz von Marriott. Die Kette umfasst insgesamt 81 Hotels weltweit - zwei davon in Deutschland - und beschäftigt insgesamt 40.000 Mitarbeiter. In Deutschland ist The Ritz-Carlton in den Städten Berlin und Wolfsburg vertreten.

Wie es für ein Hotel aus dem Luxus-Segment üblich ist, ist das The Ritz-Carlton ein sehr luxuriöses und teures 5 Sterne Hotel, welches einen hervorragenden Ruf in der Branche genießt.

Le Méridien (Gehobenes Segment)

Das Le Méridien ist eine internationale 4 bis 5 Sterne Hotelkette, welche 1972 in Frankreich gegründet wurde. Die Marke ist mit Standorten in Europa, dem mittleren Osten, sowie Asien vertreten.

Die Hotels der Marke werden in drei Kategorien aufgeteilt:

  • Le Méridien für gehobene Häuser der 4 bis 5 Sterne Kategorie
  • Le Royal Méridien für Häuser der gehobenen 5 Sterne Kategorie
  • Art & Tech für Häuser mit besonders moderner und gleichzeitig kunstvoller Einrichtung

Le Méridien ist eine sehr exklusive und hochwertige Hotelkette, welche besonders für Kunstliebhaber aufgrund der Art & Tech Hotels interessant sein könnte. Außerdem haben alle Le Méridien Hotels sehr exklusive Restaurants.

Fairfield (Mittelklasse)

Fairfield ist eine hochwertige Mittelklasse-Hotelkette, die 1987 gegründet wurde und weltweit aktiv ist. Die Zimmer der Hotelkette sind, wie es für Select-Hotels üblich ist, sehr preiswert (schon ab 45 USD pro Nacht). Dafür müssen Gäste allerdings einige Abstriche machen. Die Zimmer sind alle standardisiert und ein gibt keine Restaurants, sondern ausschließlich ein kostenloses Frühstücksbüffet. Darüber hinaus sind auch WLAN und ein für alle Gäste nutzbarer Pool im Preis enthalten.

Homes & Villas

Homes & Villas vermietet Ferienhäuser, sowie Ferienwohnungen auf der ganzen Welt für beliebige Zeiträume an Gäste. Kunden haben die Auswahl zwischen unterschiedlichen Arten (Villa, Haus, Apartment) von Unterkünften, Größen, sowie Standorten auf der ganzen Welt. Die Aufenthalten können je nach Verfügbarkeit beliebig lang gebucht werden. Manchmal sind auch Zimmerservice und weitere Extras in den Angeboten inkludiert.

Fokus auf Corporate Travel

Marriott hat sich durch die Abnahmegarantien, also das B2B-Geschäft stark auf Corporate Travel fokussiert. Dies kann je nach Perspektive ein Vor- oder Nachteil sein, denn durch die Pandemie sind viele Unternehmen auf den Geschmack von Videokonferenzen, wie bspw. Zoom-Calls gekommen und könnten dies möglicherweise auch nach Corona zumindest teilweise beibehalten. Laut Aussagen des Managements von Marriott kann Corporate Travel jedoch niemals vollständig durch digitale Meetings ersetzt werden. Und selbstverständlich profitiert Marriott auch von Privatkunden, die ihren Urlaub in einem der Hotels des Unternehmens verbringen.

Fazit zum Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell von Marriott hat sich in den letzten Jahren als sehr solide herausgestellt. Nur die Corona-Pandemie konnte das Unternehmen bremsen. Aber auch diese Krise scheint das Unternehmen zu überstehen. Besonders vorteilhaft an dem Geschäftsmodell des Unternehmens ist, dass der Großteil der Umsätze mit B2B Geschäftsbeziehungen erwirtschaftet wird. Diese Umsätze sind sehr planbar. Außerdem ist positiv zu erwähnen, dass Marriott kaum Hotels besitzt, sondern nur die Lizenzen als Franchise vertreibt und Hotels verwaltet. Dadurch fallen hohe Kosten weg. Vor allem während Corona war das ein Vorteil.

Die Besitzer der Hotels mussten trotz eingeschränktem, oder überhaupt keinem Betrieb weiterhin die laufenden Kosten der Hotels begleichen. Marriott wurde damit nicht belastet. Für das Unternehmen sind nur die Einnahmen für die Verwaltung, sowie die Umsatzbeteiligungen weggefallen. Würde Marriott alle Hotels in ihrem Portfolio besitzen, wäre die operative Marge wahrscheinlich deutlich geringer.


Kennzahlen der Marriott-Aktie

AAQS: Marriott erreicht 3 / 10 Punkten im AlleAktien Qualitätsscore

Marriott International erreicht im AlleAktien Qualitätsscore nur 3 von 10 Punkten. Viele Punkte sind durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie verloren gegangen. Der Umsatz und der operative Gewinn sind stark eingebrochen, wodurch das durchschnittliche Wachstum der letzten 10 Jahre zurück ging.

Auch die Gewinnkontinuität wurde durch einen kleinen Verlust im Jahr 2020 unterbrochen. Das EBIT hat sich in diesem Jahr ebenfalls mehr als halbiert. Nur die Aussichten auf die nächsten Jahre sind besser. Hier kann Marriott mit starkem Umsatz- und EBIT- Wachstum zwei Punkte ergattern.

Umsatz- und Gewinnentwicklung: Wachstum kommt nach starkem Einbruch zurück

Umsatzwachstum

Der Umsatz von Marriott ist seit 2019 stark eingebrochen. Zuvor hat sich der Umsatz konstant auf einer durchschnittlichen Wachstumsrate erhöht. Damit ist auch in den kommenden Jahren aufgrund einer kommenden Erholung der Branche zu rechnen. Von 2011 bis 2017 ist der Umsatz im Durchschnitt mit 8,8% pro Jahr gewachsen, anschließend folgte 3 Jahre lang eine Stagnation, bis es 2020 zu dem bereits genannten Einbruch kam. In den kommenden 3 Jahren soll der Umsatz mit 20,2% pro Jahr wachsen. Danach ist mit einer Abflachung des Wachstums zu rechnen.

Operative Gewinnmarge

Die operative Marge ist von 2011 bis 2018 kontinuierlich von 4,3% bis auf 11,4% angestiegen bis sie ebenfalls aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie auf einen Tiefststand im Jahr 2020 von 0,8% gefallen ist. Das Unternehmen konnte 2021 durch intelligente Kostenreduzierung und eine Erholung der Reisebranche eine operative Marge von 12,6% erzielen. Ein neuer Höchststand für das Unternehmen. In Zukunft soll die EBIT-Marge kontinuierlich weiter steigen, bis sie sich langfristig auf einem bestimmten Niveau einpendelt.

Dividende: Kontinuierlich gezahlt. Nur 2021 ausgesetzt.

Dividende

Marriott International zahlt seit vielen Jahren eine Dividende. Von 2011 bis 2019 wurde diese um 21,5% pro Jahr erhöht. Ein sehr attraktives Wachstum. 2020 wurde die Dividende auf Grund der schwierigen Umstände um 74% gekürzt und 2021 wurde die Zahlung ausgesetzt. In den kommenden Jahren soll wieder eine Dividendenzahlung eingeführt werden. Bereits 2024 soll diese fast auf der Höhe des Vorkrisenniveaus liegen.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite lag in den vergangenen 10 Jahren im Durchschnitt bei ca. 1%. Aktuell befindet sich die Rendite bei knapp 0,57%, also unter dem historischen Durchschnitt. Die höchste Dividendenrendite lag bei ungefähr 2% im Jahr 2016. Letztes Jahr lag die Dividendenrendite aufgrund der gestrichenen Dividende bei 0%.

Ausschüttungsquote

Die Ausschüttungsquote der Dividende von Marriott lag in den letzten 10 Jahren im Durchschnitt bei 36%. Der Höchstwert wurde im Jahr 2011 mit 70,85% erreicht. In den kommenden Jahren sollte die Ausschüttungsquote ungefähr auf der Höhe des historischen Mittelwertes liegen, also bei ca. 36%. Dies ist eine angemessene Quote, die nicht zu hoch ist.

Zahl der ausstehenden Aktien

Die Anzahl der ausstehenden Aktien wurde von 2011 bis 2015 stark reduziert von 362 Mio. auf 273 Mio., also um 6,8% pro Jahr. Anschließend wurden wieder neue Aktien ausgegeben. 2017 wurde der Höchststand von 380 Mio. Aktien erreicht, da in diesem Jahr eine Kapitalerhöhung durchgeführt wurde ist die Anzahl der Aktien um 28,4% gestiegen. Momentan stehen 329 Mio. Aktien aus und damit ca. 9% weniger als vor 10 Jahren. In Zukunft ist nicht mit einer Veränderung der Anzahl der ausstehenden Aktien zu rechnen.

Q2 Ergebnisse: starkes Wachstum auf Grund der schlechten Vorjahresergebnisse

Bilanzanalyse: Verschuldung hält sich in Grenzen

Marriott International hat eine Nettoverschuldung von 8.745 Mio. USD. Das entspricht dem 5,0-fachen operativen Gewinn von 2021. Das heißt, Marriott könnte alle Verbindlichkeiten innerhalb von 5 Jahren zurückzahlen. 2022 soll der operative Gewinn bereits 65% über dem von 2021 liegen. Dann wäre das Unternehmen nur noch mit dem 3-fachen EBIT verschuldet. Ein sehr gesunder Verschuldungsgrad für ein Unternehmen in der Hotelbranche.

Vergleich mit Hilton, Hyatt Hotels und Wyndham

Unternehmen Marriott International Hilton  Hyatt Hotels Wyndham 
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WKN 913070 A2DH1A A0YAKV A2J3S
Marktkapitalisierung in Mrd. USD 51,39 36,06 9,65 6,18
Umsatz 2021 in Mio. USD 13.860 5.790 3.030 1.560
Umsatzwachstum 3J -12,6 % -13,4 % -12,0 % -5,9 %
Umsatzwachstum 2016 - 2019 10,8 % 12,8 % 5,6 % 16,1 %
EBIT-Marge 2021 12,7 % 17,6 % -8,3 % 29,2 %
KUV 2022e 2,61 4,42 1,66 4,33
KGV 2022e 26,23 23,47 -871,67 19,41
Dividendenrendite 2022e 0,57 % 0,11 % 0,00 % 1,29 %

Die Hilton Worldwide Holdings Inc. ist eines der größten Unternehmen der Hotelbranche. Das Unternehmen betreibt in 110 Ländern mehr als 6.400 Hotels mit über einer Million Zimmern. Zu den Hotelmarken gehören Luxus- und Lifestyle- Hotelmarken, wie z.B. Waldorf Astoria, sowie Full-Service Hotelmarken, wie Signia by Hilton. Das Unternehmen verdient ähnlich wie Marriott mit Franchise-, sowie Managementverträgen Geld. Gegründet wurde der Konzern 1919 von Conrad Hilton.

Die Hyatt Hotels Corp. ist eine der weltweit größten Hotelketten mit Firmensitz in Chicago. Hyatts Hotels sind in der luxuriösen 4 bis 5-Sterne-Superior-Kategorie angesiedelt. Der Konzern ist mit seinen Hotels auf der ganzen Welt vertreten. Das Unternehmen wurde im Jahr 1957 gegründet.

Wyndham Hotels & Resorts Inc. ist eine 2018 aus einem spin-off der Wyndham Worldwide Inc. entstandene amerikanische Hotelkette. Das Unternehmen hat 9.280 Hotels in seinem Portfolio und bezeichnet sich als größtes Hotel-Franchise der Welt. Der Konzern ist weltweit vertreten mit Hotelmarken, wie bspw. Baymont, Howard Johnson, La Quinta oder Super 8.

Bewertung der Marriott-Aktie

Historische Bewertung im Vergleich

KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis)

je niedriger, desto günstiger

Das historische KUV der Marriott Aktie ist in den vergangenen Zehn Jahren von knapp unter 1,0 bis auf momentan ca. 2,61 gestiegen. Zwischenzeitlich lag die Bewertung auf Grund des stark eingebrochenen Umsatzes sogar bei 4,67. Das mediane KUV liegt bei 2,03. Damit ist die Bewertung aktuell über dem historischen Durchschnitt.

KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)

je niedriger, desto günstiger

Das KGV befindet sich aktuell bei ca. 26. Damit ist Marriott ziemlich genau mit dem historischen Durchschnitt bewertet. Das mediane KGV liegt bei 26,2. In den letzten 10 Jahren hat sich das KGV in den Bereichen von 20 bis 50 bewegt. In den Jahren 2017 und 2019 lag es zwischen 50 und 100 und im Jahr 2020 war es aufgrund eines kleinen Verlustes negativ.

AlleAktien-Lynch Einschätzung

Nach Peter Lynch ist Marriott ein Average Grower. Diese zeichnen sich durch stetiges Gewinnwachstum von 3% - 10% pro Jahr aus, zahlen eine mittlere Dividende und verfügen über Burggräben. Marriotts Gewinnwachstum von 2011 bis 2019 beträgt ca. 10% p.a. In den kommenden Jahren werden wieder ähnliche Wachstumsraten erwartet.

AlleAktien DCF- und FMV-Modell

Um den fairen Wert einer Aktie zu ermitteln, eignet sich das DCF-Modell. Es hat eine simple Annahme: Ein Unternehmen ist so viel wert wie alle Gewinne, die die Firma in der Zukunft erwirtschaftet. Die Idee dahinter ist, wie ein Unternehmer zu denken, dem eine Firma bis in die Ewigkeit gehört. Allerdings muss man bei dem DCF-Modell immer bedenken, dass wir die Zukunftsgewinne nur abschätzen können und dass 1 Mio. US-Dollar für uns heute einen viel höheren Nutzen haben als in 10 Jahren. Deshalb wird das DCF-Modell mit einem Diskontierungsfaktor berechnet, der diese Einflüsse bereinigt.

  Wert Begründung
Umsatzwachstum

2022: 44 %

2023: 13 %

2024 - 2041: 7 % bis 1 %

2022 bis 2025: Analystenschätzung

2026 bis 2040: Langsam abfallend. Das Wachstum von Marriott wird sich an das des Gesamtmarktes anpassen. 

EBIT-Marge 18 % bis 20 % Die EBIT-Marge von Marriott sollte sich langsam und kontinuierlich wieder auf die alten Niveaus von vor der Pandemie zurückkämpfen und möglicherweise sogar darüber hinaus. 
Kurs-Gewinn-Verhältnis 20 Etwa der Mittelwert der letzten 10 Jahre. Diese Bewertung halte ich für angemessen für ein Hotelunternehmen.  
Ausschüttungsquote 30 % Knapp unter dem durchschnittlichen Wert der letzten Jahre.

Gemäß meiner Annahme entsteht beim DCF-Modell eine Renditeerwartung von 10,8 % und beim FMV-Modell von 9 % pro Jahr.


Renditeerwartung in Abhängigkeit vom Einstiegskurs

Je niedriger der Einstiegskurs, um so höher die langfristige Renditeerwartung

Renditeerwartung pro Jahr Einstiegskurs
4,0 % 279 USD
5,0 % 253 USD
6,0 % 230 USD
7,0 % 210 USD
8,0 % 191 USD
9,0 % 174 USD
10,0 % 159 USD 
11,0 % 145 USD
12,0 % 133 USD
13,0 % 121 USD
14,0 % 111 USD

Chancen von Marriott

Substanzielle Chance #1: Travel Boom

Menschen durften 2 Jahre lang auf Grund von Corona nicht verreisen. Da nun alle Restriktionen gelockert werden und Lockdowns aufgehoben werden ist es gut denkbar, dass ein Boom in der Reisebranche entsteht. Nicht nur für private Urlaube, sondern auch für Geschäftsreisen.

Auswirkung auf den Umsatz: hoch

Wenn wieder vermehrt gereist wird ist Marriott einer der großen Profiteure. Die Hotels im Portfolio des Unternehmens generieren wieder höhere Umsätze, an denen Marriott mittels Provisionen beteiligt wird. Auch die Abnahmegarantien für B2B Kunden werden wieder vermehrt in Anspruch genommen.

Erfolgswahrscheinlichkeit: hoch

Ich denke es ist sehr wahrscheinlich, dass Menschen wieder vermehrt in den Urlaub fahren bzw. Geschäftsreisen unternehmen.

Substanzielle Chance #2: Unternehmen erhöhen ihre Budgets für Geschäftsreisen

So gut wie alle Unternehmen haben durch die Corona-Pandemie ihre Budgets für Geschäftsreisen stark reduziert bzw. komplett gestrichen. Laut Studien wird sich das in den kommenden Quartalen wieder verbessern. Unternehmen werden ihre Mitarbeiter wieder auf Geschäftsreisen schicken. Das Niveau von 2019 soll allerdings erst wieder in ein paar Jahren erreicht werden.

Auswirkung auf den Umsatz: hoch

Marriott würde davon stark profitieren. Das Unternehmen erwirtschaftete 2021 75% der Umsätze mit Corporate-Travel, also Geschäftskunden, die ihre Mitarbeiter auf Dienstreisen schicken und die Hotelrechnung für sie übernehmen.

Erfolgswahrscheinlichkeit: hoch

Ich denke, dass viele Unternehmen ihre Mitarbeiter wieder vermehrt auf Geschäftsreisen schicken werden. Viele Konzerne haben sich bereits von der Corona- Pandemie finanziell erholt und können positiv in die Zukunft blicken.

Risiken von Marriott

Substanzielles Risiko #1: Erneute Corona-Lockdowns erschweren das Comeback der Branche

Erneute Corona-Lockdowns könnten das Comeback der Reisebranche erschweren bzw. verzögern. Sollten in vereinzelten Regionen aufgrund steigender Fallzahlen erneut Lockdowns verhängt werden können die Hotels in diesen Ländern nicht öffnen.

Auswirkung auf den Umsatz: hoch

Sollte in vielen Regionen das Reisen erneut nicht erlaubt sein und dementsprechend die Hotels geschlossen bleiben fallen in diesen Regionen die Umsätze für Marriott weg.

Eintrittswahrscheinlichkeit: gering

Ein Großteil der Menschheit ist mehrfach geimpft. In vielen Regionen auf der ganzen Welt gehen die Zahlen der gemeldeten Corona-Infektionen zurück, weshalb immer mehr Ländern Beschränkungen streichen und Lockdowns aufheben. Wir denken, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass es erneut zu flächendeckenden Lockdowns kommen könnte, die Marriott schaden würden.

Substanzielles Risiko #2: Rezession

Eine potenzielle Rezession würde die sehr konjunkturabhängige Reisebranche hart treffen. Die Menschen würden Urlaube verschieben, um Geld zu sparen und Unternehmen würden Budgets für Corporate-Travel reduzieren.

Auswirkung auf den Umsatz: hoch

Da viele Unternehmen ihre Budgets für Geschäftsreisen drastisch reduzieren würden, um Geld zu sparen würde Marriott stark unter einer Rezession leiden. Ein Großteil der Umsätze würde erneut, wie während der Corona-Pandemie einbrechen.

Eintrittswahrscheinlichkeit innerhalb von 2 Jahren: eher gering (schwer vorherzusagen)

Es ist sehr schwierig vorherzusagen, ob es zu einer Rezession kommen könnte. Momentan sieht es nicht danach aus, als würde sich die Wirtschaft in einer Rezession befinden, oder darauf zusteuern. Schaut man sich die Arbeitsmarktdaten der USA an, die im zweiten Quartal hervorragend ausgefallen sind sieht es nicht danach aus als steuere Amerika auf eine Rezession zu.

Substanzielles Risiko #3: Zoom-Calls ersetzen Corporate-Travel

Unternehmen sind auf Video-Konferenzen umgestiegen. Sollte sich dieser Trend als nachhaltig erweisen könnte das zu einem Problem für Marriott werden.

Auswirkung auf den Umsatz: hoch

Sollten Zoom-Calls Corporate-Travel zu 100% ersetzen würde das zu einem starken Umsatzrückgang führen, denn Marriott erwirtschaftet weniger als ein Viertel der Umsätze mit Leisure-Travel.

Eintrittswahrscheinlichkeit: gering

Viele Unternehmen planen ihre Budgets für Coporate-Travel in den kommenden Quartalen zu erhöhen und in ein paar Jahren wieder auf dem Vorkrisenniveau zu sein. Laut Marriott CEO Anthony Capuano werden Online-Meetings reale Besprechungen von Angesicht zu Angesicht niemals ganz ersetzen können, da Verhandlungen auf Grund von besserer Wahrnehmung des Gegenübers vor Ort und im gleichen Raum deutlich besser geführt werden können.

AlleAktien Ewigkeitsfaktor

Ich schätze die Wahrscheinlichkeit auf 80 %, dass es dem Unternehmen in 10 Jahren besser geht als heute.

Ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass es dem Unternehmen in 10 Jahren besser geht als heute auf 80% ein. Marriott ist ein breit diversifiziertes, etabliertes und gut geführtes Unternehmen mit einem sehr großen Marktanteil, sowie einer hohen Bekanntheit und Beliebtheit. Die Strategie von Marriott ist sehr souverän.

Fazit zur Marriott-Aktie: Wir halten die Aktie von Marriott für aktuell haltenswert

Branche. Marriott ist einer der Marktführer in der stark fragmentierten und stetig wachsenden Hotelbranche. Die gesamte Reiseindustrie hat zwei sehr schwierige Jahre durch die anhaltenden Corona-Lockdowns hinter sich. Der Markt für Hotels soll in den kommenden Jahren aufgrund des Comebacks von Corporate- und Leisure-Travel um 12,9% pro Jahr wachsen und anschließend zu den alten Wachstumsraten von ca. 7% zurückkehren.

Geschäftsmodell / Strategie. Marriott besitzt kaum eigene Hotels. Das Unternehmen betreibt ein Franchising-Modell, ähnlich wie McDonald ́s und vergibt Lizenzen an Hotelbesitzer, die gegen eine Einmalzahlung, sowie fortlaufende Umsatzbeteiligungen die Markennamen von Marriott, sowie Zugriff auf die selbst entwickelten Systeme von Marriott, wie bspw. ein Online-Buchungstool erhalten.

Des Weiteren schließt Marriott mit Hoteleigentümern langfristige Management- Verträge ab. Marriott kümmert sich ebenfalls gegen eine Umsatzbeteiligung um die gesamte Verwaltung des Hotels.
Den Großteil des Umsatzes erwirtschaftet Marriott mit so genannten Cost reimbursements, also Abnahmegarantien für B2B-Kunden die sich eine gewisse Anzahl an Hotelzimmern pro Tag über einen längerfristigen Zeitraum sichern können. 75% der Umsätze entstehen also durch Corporate-Travel.

Marriott war in der Vergangenheit mit der Strategie kaum eigene Hotels zu besitzen, sondern ein Franchising-System zu verfolgen sehr erfolgreich. Das Unternehmen ist in allen relevanten Großstädten vertreten und dadurch sehr bekannt und beliebt. Außerdem schafft es Marriott mit Hilfe von Treuprogrammen seine Kunden an die eigenen Hotelmarken zu binden. Die sich im Portfolio von Marriott befindlichen Hotelmarken sind in allen Preiskategorien vertreten, wodurch ein besonders großes Publikum angesprochen wird.

Bewertung. Marriott International ist aktuell bei einem Kurs von 159 USD mit einem KUV von 2,6 und einem KGV von 26,2 bewertet. Damit ist das KGV 30% über dem historischen Durchschnitt und das KUV genau auf dem historischen Durchschnitt. Laut Peter Lynch sind Average Grower kaufenswert, wenn sie unter dem historischen Durchschnitt bewertet sind. Die Dividendenrendite von 0,57% liegt unter dem historischen Median. Laut DCF-Analyse liegt der Fair Value der Aktie bei 176 USD und es ergibt sich eine langfristige Renditeerwartung von 10,8% laut DCF-Modell bzw. 9% laut FMV-Modell.

Ich stufe die Aktie aufgrund des soliden Geschäftsmodells als haltenswert ein. Ab einem Kurs von 130 USD und einer Renditeerwartung von 12% pro Jahr lohnt sich ein erster Einstieg.

Chancen und Risiken. Marriott dürfte von einem aufkommenden Travel-Boom profitieren. Sollten es zu erneuten Lockdowns kommen wäre das ein großes Problem für das Unternehmen. Auch eine potenzielle Rezession würde dem Konzern stark schaden. Allerdings sind diese beiden Szenarien eher unwahrscheinlich. Die Hotelbranche wird sich gegen Zoom-Calls durchsetzen und langfristig vom Comeback des Corporate-Travel Marktes profitieren.

Perspektive / Anlegertyp. Meiner Meinung nach eignet sich die Aktie für langfristig orientierte Investoren, die auf der Suche nach einem durchschnittlich wachsenden Dividendentitel sind. Jedem Anleger sollten die genannten Risikofaktoren bewusst sein. Langfristig ist Marriott allerdings ein attraktives Investment, wenn man zu den richtigen Kursen einsteigen kann.


Euer Michael C. Jakob
AlleAktien Gründer und Geschäftsführer

Über den Autor

Michael C. Jakob

AlleAktien Gründer und Partner. Michael C. Jakobs Fokus liegt auf den Branchen Software, Banken und Luxusgüter. Durch sein Studium und zahlreiche Visiten in China, Hong Kong und Singapur ist er gerne gesehener Experte für Aktien in Asien. Als professioneller Investor teilt er seine Perspektiven regelmäßig in Handelsblatt und Wirtschaftswoche. Michael C. Jakob war zuvor bei McKinsey&Company und UBS. Sein Informatik- und Management-Studium absolvierte er am KIT, der ETH Zurich und am Massachusetts Institute of Technology. Seine Strategie ist es, in die jeweils besten Unternehmen jeder Branche zu investieren und zukünftige Marktführer frühzeitig zu erkennen.

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