Ad-hoc Meldung

Eine Ad-hoc-Meldung enthält Informationen die den Börsenkurs eines Unternehmens erheblich beeinflussen können. Unternehmen sind verpflichtet, beim Eintritt gewisser Situationen eine sogenannte „Ad-Hoc-Meldung“ zu veröffentlichen. Zum 03.07.2016 sind die Vorschriften der europäischen Marktmissbrauchsverordnung (MMVO, bzw. Market Abuse Regulations, EU 596/2014; kurz: MAR) in Kraft getreten. Seitdem ist sie EU-weit in der Marktmissbrauchsverordnung (Artikel 17, Veröffentlichung von Insiderinformationen MMVO) geregelt. Bis zum 3. Juli 2016 war die Ad-hoc-Publizität im § 15 des Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) maßgeblich.

Kernpunkte

  • Informationen, die den Kurs einer Aktiengesellschaft beeinflussen können.
  • Pflicht zur Ad-hoc-Publizität fordert Unternehmen dazu auf, Insiderinformationen so schnell wie möglich zu veröffentlichen.
  • Die genaue Regelung nennt sich „Übermittlung von Insiderinformationen und Eigengeschäften.“

Sinn einer Ad-hoc-Meldung 

Sie verpflichtet Unternehmen dazu, „wesentliche Informationen“ zu veröffentlichen. Die Informationen gelten dann als „wesentlich“, wenn davon auszugehen ist, dass sie den jeweiligen Aktienkurs beeinflussen könnten. Nach Artikel 7 Absatz 1 a MMVO gelten “Informationen über Umstände, die hinreichend konkret sowie nicht öffentlich bekannt sind und sich eignen, den Börsenkurs eines Wertpapiers erheblich zu beeinflussen”.

Ein Beispiel für eine Ad-Hoc-Meldung ist die sogenannte Gewinnwarnung (Gewinn fällt deutlich niedriger aus als erwartet.) oder auch Fusionen oder Übernahmeangebote.
Die Vorschrift wurde eingeführt um die Transparenz und das Vertrauen in die Kapitalmärkte zu erhöhen.

Je nach Art der ad-hoc-Meldung gibt es verschiedene Meldefristen. Für das Über- oder Unterschreiten von Meldeschwellen liegt die Frist aktuell bei 4 Handelstagen.

Einfach gesprochen: Wenn alle Marktteilnehmer zum gleichen Zeitpunkt mit neuen Informationen versorgt werden, steigt die Transparenz des Kapitalmarktes und damit auch das Vertrauen in den gesamten Markt.

 

AlleAktien Ablauf Ad-Hoc Meldung

Beispiel einer Ad-hoc-Meldung 

Unterzeichnet ein kleines Unternehmen einen großen, lang anhaltenden Vertrag zur Produktion eines bestimmten Produktes, der in den nächsten Jahren voraussichtlich zu deutlichen Umsatz- und Gewinnsteigerungen führen wird, dann ist diese Information Ad-Hoc-pflichtig.

Marktteilnehmer, die diese Information erhalten, könnten den Wert der Aktie nun möglicherweise anders einschätze, was zu einer Kursveränderung führen kann. Eine solche Information ist geheimhaltungspflichtig, bis diese im Rahmen einer Ad-Hoc-Meldung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. So soll verhindert werden, dass Marktteilnehmer aufgrund von Insiderwissen (z.B. durch gute Kontakte zum Management eines Unternehmens) diese Information vorab erhalten und davon profitieren könnten.

Den gleichen Zweck verfolgt auch die Direcor Dealings. Diese verpflichtet Unternehmen mitzuteilen, wenn Vorstände, Aufsichtsräte oder Führungspersonen eines Unternehmens Aktien ge- oder verkauft haben. Geregelt ist die “Meldepflicht für Eigengeschäfte von Führungskräften” nach Art. 19 MMVO.

Einen der bekanntesten Informationsdienste für Ad-hoc-Meldungen liefert die EQS Group (vorher: Deutsche Gesellschaft für Ad-hoc Publizität, DGAP), ein Wirtschaftsinformationsdienst.

 

▲ Beispiel einer Ad-Hoc Meldung: Halbjahresbericht der Krones AG © Krones, Yumpu

 

AlleAktien Premium ♕ testen »