Aktie (Wertpapier)

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das den Anteil an einer Aktiengesellschaft verbrieft. Sie stellt das Eigentum eines Bruchteils eines Unternehmens dar.

Einer Aktie wird ein bestimmter Geldwert zugesprochen. Als Besitzer von Aktien bist du also Investor und erwirbst einen Teil eines Unternehmens. Unternehmensformen, deren Eigenkapital in Form von Aktien verbrieft wird, sind in Deutschland die Aktiengesellschaft (AG) und die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Aktien werden überwiegend an Börsen gekauft und verkauft, obwohl es auch private Verkäufe geben kann, diese finden dann außerbörslich statt. Sie bilden die Grundlage für die Portfolios vieler einzelner Anleger.

 

Kernpunkte

  • Mit dem Besitz von Aktien besitzt du Anteile eines Unternehmens.
  • Unternehmen geben Aktien aus, um Kapital zu erhalten.
  • Aktien werden überwiegend an Börsen ge- und verkauft.

 

Beispiel:

Um die Maschinen, Mitarbeiter und Gebäude eines Unternehmens zu bezahlen, werden eine Million Aktien ausgegeben und das eingenommene, von den Aktionären stammende Geld wird verwendet, um das Unternehmen aufzubauen. Im folgenden Jahr wird bereits ein Gewinn von 1 Million EUR erwirtschaftet. Da im Rahmen des Börsengangs in unserem Beispiel eine Million Aktien ausgegeben wurden, liegt der Gewinn pro Aktie bei 1 EUR.

 

Warum brauchen wir überhaupt Aktien und Aktiengesellschaften?

Unternehmen geben Aktien aus um finanzielle Mittel für den Betrieb ihres Geschäfts aufzubringen. Ein Aktionär hat nun ein Stück der Gesellschaft gekauft und kann je nach Art der gehaltenen Aktien einen Anspruch auf einen Teil seines Vermögens und seines Gewinns haben. Mit anderen Worten, ein Aktionär ist jetzt Eigentümer der emittierenden Gesellschaft. Das Eigentum wird durch die Anzahl der Aktien bestimmt, die eine Person im Verhältnis zur Anzahl der ausstehenden Aktien besitzt. Wenn ein Unternehmen beispielsweise 1.000 Aktien im Umlauf hat und eine Person 100 Aktien besitzt, würde diese Person 10% des Vermögens und des Gewinns des Unternehmens besitzen und Anspruch darauf haben.

 

Aktiengesellschaften wurden erfunden, um die Finanzierung teurer und riskanter Projekte zu ermöglichen. Als beispielsweise in den USA der Westen des Landes durch den Bau neuer Eisenbahnstrecken erschlossen wurde, waren dies sehr teure und riskante Vorhaben. Kein Mensch konnte und wollte ein solches Projekt alleine stemmen. Daher haben sich Gruppen von Anlegern zusammengetan und durch die gemeinsame Einzahlung von Kapital eine Aktiengesellschaft gegründet. Diese hatte dann den Zweck, mit dem Kapital das Bauvorhaben einer neuen Eisenbahnlinie umzusetzen. Sobald dieses Vorhaben geglückt war, erhielten die Aktionäre den aus dem Betrieb der Bahnlinie anfallenden Gewinn in Form von Dividenden ausbezahlt und konnten so gleichzeitig ihr Vermögen mehren, Dividendeneinnahmen erzielen, Arbeitsplätze schaffen und die Infrastruktur des Landes voranbringen.

AlleAktien-Lexikon-Aktie-Eisenbahn

▲ Ohne Aktien und Aktiengesellschaften gäbe es vermutlich keine Eisenbahnen

 

Rechte und Pflichten

Das deutsche Aktiengesetz regelt die Rechte und Pflichte auch für alle Anleger. Neben der gesetzlichen Grundlage können auch weitere Regelungen in der Satzungen einer Aktiengesellschaften festgelegt werden.

Verwaltungsrechte des Aktionärs

Der Aktionär selbst hat ein mit der Hauptversammlung verbundenes Stimmrecht.

  • Stimmrecht (§ 134 Abs. 1 AktG)

Weiterhin steht bei der jährlichen Hauptversammlung die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats auf der Tagesordnung. Damit können die Aktionäre also ihr Vertrauen gegenüber der Unternehmensführung aussprechen oder ihr dieses entziehen.

  • Auskunftsrecht (§ 131 AktG)
    Einmal jährlich ist die Aktiengesellschaft verpflichtet, den Aktionären Auskünfte über die Wirtschaftslage der Aktiengesellschaft zu geben, etwa ob Gewinne erwirtschaftet wurden, wie diese eingesetzt werden sollen und wie die wirtschaftlichen Prognosen aussehen.
  • Anfechtung von Hauptversammlungsbeschlüssen (§ 243 AktG)

Vermögensrechte des Aktionärs

Zur Ausschüttung von Gewinnen ist ein Unternehmen grundsätzlich nicht verpflichtet, werden jedoch Gewinne ausgeschüttet, hat jeder Aktionär das Recht auf einen Gewinn entsprechend seines Aktienanteils. Je höher die Aktienbeteiligung, desto höher auch die Dividendenauszahlung, also der auszuschüttende Betrag.

Pflichten des Aktionärs

Die finanzielle Pflicht des Aktionärs besteht darin, die gezeichneten Aktien auch entsprechend zu bezahlen, also eine entsprechende Einlage auf das Grundkapital der Aktie zu leisten.

Die Treuepflicht besagt, dass er auf die Interessen des börsennotierten Unternehmens und die anderer Anleger Rücksicht nehmen muss und sich beispielsweise nicht auf Kosten dieser bereichern darf.

Bei einem Börsengang kann ein Unternehmen zusätzlich eine sogenannte Haltefrist verordnen, die vorschreibt, wie lange die Aktien nach dem Börsengang behalten werden müssen. Meist sind das 180 Tage nach IPO. (Marktschutzklausel) Eine Sperrfrist kann dagegen bei durch Kapitalerhöhung bezogenen jungen Aktien gesetzt werden. Dann dürfen diese Aktien erst nach Ablauf der Frist gehandelt werden.

 

 

Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk (RWE), Actien-Gesellschaft, 1000 Reichsmark, 1910

Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk (RWE), Aktiengesellschaft, 1000 Reichsmark, 1910

 

Kategorisierungen

Unterscheidung nach…  Option A   Option B
Stimmrecht Stammaktien (mit Stimmrecht) Vorzugsaktien (ohne Stimmrecht).
(Schweiz: Partizipationsscheine)
Übertragbarkeit Inhaberaktien (per Kauf übertragbar) Namensaktien (Namensgebunden)
Emissionszeitpunkt Junge Aktien Alte Aktien
 Unternehmensanteil Nennbetragsaktien Stückaktien

Erklärungen zu den Unterscheidungen:

Manche Unternehmen wie beispielsweise die im DAX notierte BMW AG haben neben Stammaktien zusätzlich Vorzugsaktien ausgegeben. Vorzugsaktionäre haben im Regelfall kein Stimmrecht auf den Hauptversammlungen und können also nicht aktiv auf das Unternehmen Einfluss nehmen. Sie sind aber ebenso an den Gewinnen beteiligt wie die Stammaktionäre. Für den Nachteil der fehlenden Stimmrechte bekommen Vorzugsaktionäre eine typischerweise etwas höhere Dividende, sie werden bei den Dividenden also bevorzugt behandelt.

Üblicherweise hat jeder Aktionär pro Aktie ein Stimmrecht. Es gibt auch Ausnahmen, so beispielsweise die Alphabet B Aktien. Diese sind nicht an der Börse notiert. Für eine B Aktie gilt das zehnfache Stimmrecht.

Bei Namensaktien werden die Namen und Daten der Aktionäre im Aktienregister der Gesellschaft eingetragen. Die Gesellschaft weiß also, welcher Aktionär wie viele Aktien hält und kann ihre Aktionäre beispielsweise direkt anschreiben, um sie zu den Hauptversammlungen einzuladen.

Junge Aktien sind Aktien, die neu ausgegeben werden. Das Geld fließt dem Unternehmen zu. Alte Aktien werden von einem vorherigen Aktionär abgekauft, die Kaufsumme des Käufers fließt also dem alten Aktionär zu.

 

Fazit

Aktien sind neben einer Unternehmensbeteiligung auch ein demokratisches Instrument. Jeder Mensch kann nach Belieben Aktien kaufen und so anteiliger Eigentümer unserer Unternehmen werden und an allen künftigen Gewinnen dieser Unternehmen teilhaben. Aktien ermöglichen außerdem die Finanzierung großer und riskanter Vorhaben, die kein Mensch alleine stemmen könnte. Unabhängig von der Anzahl der Aktien, die ein Aktionär hält, kann er auf der Hauptversammlung dem Vorstand seine Fragen stellen und so sein Auskunftsrecht ausüben. Darüber bringen Aktien langfristig unter allen Anlageklassen die höchste Rendite ein und verhelfen langfristigen Investoren so zu einem enormen Vermögensaufbau.

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