Aktienblase (Spekulationsblase)

Eine Aktienblase (Spekulationsblase, Bubble) herrscht vor, wenn die Bewertung deutlich über dem inneren Wert einer Aktie liegt. 

Oft werden Aktien zu dieser Zeit mit einem KGV jenseits von 50 gehandelt und Aktien auf Kredite (Fremdkapital) gekauft, wie es zuletzt in der DotCom-Blase 2001 oder der US-Immobilienblase 2008 der Fall war.

 

“Greater Fool” Theorie (Größerer-Narr-Theorie)

Diese ist eng verwandt mit der Dienstmädchenhausse. Die Stimmung gegenüber der Börse ist dabei enorm euphorisch, Gewinnchancen werden überschätzt und Risiken ignoriert. Jeder berichtet von den tollen Chancen und wie viele 10’000 Euro er letzte Woche verdient habe. Jeder versucht dich zu überzeugen, jetzt auch einzusteigen. Die Massenmedien (BILD-Zeitung, RTL, …) kennen kein anderes Thema mehr. Aktionäre “lassen die Phantasie mit einem durchgehen”, getrieben durch Gier: Man hofft, dass irgendjemand noch “dümmer” (Greater Fool) ist, und zu einem noch höheren Preis kauft. Ohne Rücksicht auf den inneren Wert der Aktie. Wenn niemand mehr bereit ist, diese überhöhten Preise zu bezahlen, kommt es zu einer Korrektur.

Spekulationsblasen gibt es nicht erst seit dem modernen Finanzsystem, sondern wurden bereits im 17. und 18. Jahrhundert (Tulpenmanie, Mississipi-Krise, Südseeblase) sehr genau dokumentiert. Aktienblasen wurden völlig unabhängig von der Zinspolitik und Inflation beobachtet.

 

Historische bedeutsame Blasen

  • 1637: Am 7. Februar platzt die seit circa 1634 andauernde Tulpenzwiebelspekulation in Holland.
  • 1700: Die Darién-Gesellschaft kann nach Scheitern des Projekts ihre Anteile nicht mehr einlösen.
  • 1720: Spekulation mit den Anteilscheinen der Mississippi-Kompanie in Frankreich
  • 1720: Spekulation mit den Anteilscheinen der South Sea Company in England (Südseeblase, South Sea Bubble)
  • 1873: Eisenbahnspekulation in Nordamerika
  • 1873: Am 9. Mai (Schwarzer Freitag) platzt die Blase der deutschen Gründerzeit: Gründerkrise
  • 1929: Am 24. Oktober (Schwarzer Donnerstag, engl. „Black Thursday“).
  • 1970er: Blase am Silbermarkt durch Silberspekulation der texanischen Gebrüder Hunt
  • 1990: Die Aktien- und Immobilienblase der 1980er Jahre in Japan platzt
  • 2000: Mitte März kulminiert die Spekulation mit Aktien der Internet- und Telekommunikationsbranche (Dotcom-Blase). In den drei Jahren darauf (also bis März 2003) brechen viele der Kurse um über 90 Prozent ein.
  • 2007: Die Immobilienblase in den Vereinigten Staaten platzt. Diese sogenannte Subprime-Krise löst in einer Kettenreaktion eine Bankenkrise in den USA aus, der die Finanzkrise ab 2007 in den meisten Industrienationen folgt.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, bildet aber die Vielzahl aller Blasen mit einem Einbruch von mehr als 30% – 50% der Kurse ab.

 

Häufigkeit von Blasen und Massenmedien

Es ist auffallend, dass es deutlich weniger Blasen gab, als allgemein vermutet wird. In den USA und Europa berichteten bereits ab 2010 alle Massenmedien wieder regelmäßig von der nächsten Blase und der “enormen Überbewertung” von Aktien und Immobilien. Seitdem wird der Crash geradezu täglich in den Massenmedien mit religiösem Ethos prophezeit (es ist bereits 2019), denn mit Angst verdienen die Medien am meisten Klicks und Geld.

 

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