Alternative Investments für Privatanleger

Alternative Investments (AI, Alt. Investments, Alt. Fonds) sind Investitionen in nicht traditionelle Anlageklassen, also Investitionen außerhalb von Aktien und Anleihen. Diese innovativen Anlagestrategien dienen der besseren Diversifizierung eines Portfolios und zeichnen sich durch erhöhte Renditepotenziale und Komplexität aus.

 

Welche Anlageformen gehören zu den Alternativen Investments?

Alternative Investments sind streng genommen keine eigene Anlageklasse. Vielmehr vereinen sich unter dem Begriff moderne und innovative Anlageformen. Die gängigsten sind Hedgefonds, Private Equity, Immobilien, Commodities und Nischeninvestments

Der Begriff Alternative Investments vereint verschiedene nicht traditionelle Anlageklassen. Quelle: efinancemanagement.com

Der Begriff Alternative Investments vereint verschiedene nicht traditionelle Anlageklassen. Quelle: efinancemanagement.com

Alternative Investments: Hedgefonds

Hedgefonds werden nicht an der Börse gehandelt, sondern sind nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich und werden von sogenannten Hedgefonds-Managern geführt. Das Mindestanlagevolumen der meisten Hedgefonds liegt dabei bei 500.000 Euro oder mehr. Aus diesem Grund werden sie oftmals auch als die Investmentfonds der Superreichen bezeichnet. Investieren tun Hedgefonds oft in risikoreiche Derivate (oft mit hohen Hebeln) bzw. sie tätigen Leerverkäufe und spekulieren demzufolge auf steigende oder fallende Kurse. Durch die zahlreiche Verwendung von Hebelfinanzprodukten handeln Manager von Hedgefonds also nicht nur mit dem eingesetzten Kapital, sondern auch mit Fremdkapital.

Hedgefonds sind mehrheitlich unreguliert, was das Risiko zusätzlich erhöht. Eine der wenigen Regeln, an die sich Hedgefonds jedoch halten müssen, ist das Verbot des Insiderhandels, welches Anleger vor Kursmanipulationen schützen soll. Es ist Managern von Hedgefonds somit verboten, Wertpapiere zu kaufen oder zu verkaufen, wenn sie darüber Informationen haben, die nicht öffentlich zugänglich sind und nur Insider wissen können.

 

Alternative Investments: Private Equity

Private Equity ist eine Kapitalbeteiligung an einem nicht börsennotierten Unternehmen. Die Kapitalgeber können institutionelle oder private Anleger sein. Diese Anleger investieren normalerweise nicht direkt in Private Equity, sondern in darauf spezialisierte Beteiligungsgesellschaften (Private-Equity-Gesellschaften genannt). Diese Beteiligungsgesellschaften wiederum poolen das Kapital in Private-Equity-Fonds, um es dann zu investieren.

Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Aktienfonds lässt sich bei Private-Equity-Fonds durchaus von den Leistungen in der Vergangenheit auf die Zukunft schließen. Analysen haben ergeben, dass Private-Equity-Gesellschaften, die mit ihren vergangenen Fonds hohe Renditen erwirtschaftet haben, dies auch mit ihren neuen Fonds geschafft haben. Die Renditen der Vergangenheit können also durchaus ein guter Indikator für künftige Renditen sein.

 

Alternative Investments: Immobilien

Die klassische Art mit Immobilien Geld zu verdienen, ist der Kauf von Renditeimmobilien und die anschließende Vermietung. Diese Objekte generieren einen regelmäßigen Cashflow in Form von Mieterträgen. Investiert werden kann in Gewerbe- und Wohnimmobilien wie Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie in Eigentumswohnungen.

In der Regel werfen Mehrfamilienhäuser und Mietshäuser mehr Rendite ab als Einfamilienhäuser oder Eigentumswohnungen. Je mehr Objekte jemand besitzt, desto höher die Rendite. Solch große Projekte benötigen aber auch entsprechend viel Investitionskapital. Das Investieren in das sogenannte Mezzanine-Kapital war deshalb bisher nur Großinvestoren vorbehalten. Doch mittlerweile gibt es eine lukrative Alternative für Privatanleger: das sogenannte Crowdinvesting. Hier können Anleger von den Vorteilen einer Kapitalanlage in Immobilien profitieren und gleichzeitig die Risiken der Anlage reduzieren.

 

Alternative Investments: Commodities (Rohstoffe)

Rohstoffe sind bei vielen Anlegern beliebt, da sie das Risiko im Portfolio breiter streuen und vor Geldentwertung schützen. Das Investieren in Rohstoffe erfolgt auf Basis von Rohstoffen, die an den Warenterminbörsen sowie an einigen außerbörslichen Handelsplätzen gehandelt werden.

Die am weitesten verbreiteten Commodities sind landwirtschaftliche Produkte. Insbesondere folgende Produkte werden an den weltweiten Rohstoffbörsen gehandelt:

  • Kaffee
  • Zucker
  • Getreide
  • Kakao
  • Gummi
  • Baumwolle
  • Reis
  • Holz

Metalle bilden die zweite große Gruppe bei den Rohstoff-Investments. Die wichtigsten Metalle, in die sich investieren lässt:

  • Platinum
  • Gold
  • Silber
  • Zinn
  • Palladium
  • Zink
  • Kupfer
  • Aluminium
  • Rhodium

Öl und Gas sind aufgrund ihrer globalen Knappheit besonders beliebt für Anlagen. Inzwischen nehmen aber auch alternative Energien wie beispielsweise Ethanol ihren Platz im Rohstoffhandel ein.

Rohstoffinvestments sind keine Direktanlage – man kauft also nicht den Rohstoff selber. In Energieträger und Rohstoffe können Anleger nur indirekt über aktiv verwaltete Investmentfonds, passive börsengehandelte Fonds (ETFs/ETCs) oder Zertifikate für einzelne Rohstoffe investieren. Die Kosten sind vergleichsweise gering und es ist jederzeit möglich, die Anlage an der Börse zu verkaufen.

Eine Ausnahme bilden die Edelmetalle Gold, Silber oder Platin, die sich auch ein Privatanleger in Form von Münzen oder Barren in den Tresor oder das Schließfach legen kann.

Gold soll den Wert des Vermögens absichern, bei Erdöl, Industriemetallen oder Weizen setzen Anleger hingegen auf einen steigenden Wert. Sie erwarten zum Beispiel einen erhöhten Energieverbrauch, umfangreiche Infrastrukturprogramme und eine wachsende Weltbevölkerung.

Alternative Investments: Nischenanlagen und Sammlerwerte

Auch mit Wein, Antiquitäten, Oldtimern, Kunst oder Schmuck kann man sein Geld vermehren. Generell muss man bei diesen Nischenanlagen über einen ausgewiesenen Sachverstand und ein großes Wissen verfügen. Oft wird diese Anlageform genutzt, um Privatvermögen gegen Inflation oder Finanzkrisen zu schützen. In vielen Fällen geht es dabei um Liebhabereien und private Leidenschaften. Der wahre Wert der Investition lässt sich nicht immer objektiv ermitteln. Als Wegweiser und Marktbarometer dienen Auktionen und Messen.

Immer mehr Privatanleger suchen nach lukrativen Alternativen zu herkömmlichen Anlagen. Quelle: www.mckinsey.com

Immer mehr Privatanleger suchen nach lukrativen Alternativen zu herkömmlichen Anlagen. Quelle: www.mckinsey.com

Was zeichnet Alternative Investments aus? Definition & Bedeutung

Die bessere Diversifizierung eines Portfolios ist eines der Hauptmerkmale, welches Alternative Investments auszeichnet. Darüber hinaus kommen auch folgende Eigenschaften zur Anwendung:

  • überdurchschnittliches Renditepotential
  • ggf. geringere Liquidität
  • ggf. geringere Transparenz
  • Einsatz von Hebeln und Derivaten
  • Renditen häufig nicht normalverteilt
  • komplexe Performance- und Risikomessung

 

Die Vor- und Nachteile von Alternativen Investments

Vorteile Nachteile
Gegengewicht zu traditionellen Anlageklassen Schwierig zu bewerten
Diversifikation des Portfolios Illiquide Anlageform
Inflationsabsicherung (Teils) unreguliert
Hohe Renditen Hohes Risiko

 

Wie integriert man Alternative Investments in seine Anlagestrategie/Portfolio?

Alternative Anlagen weisen in der Regel eine geringe Korrelation mit traditionellen Anlageklassen auf. Das bedeutet, dass sie sich oft gegensätzlich zu den Aktien- und Anleihemärkten entwickeln. Diese Eigenschaft macht sie zu einem idealen Instrument zur Portfoliodiversifikation. Investitionen in harte Vermögenswerte wie Gold, Öl und Immobilien stellen ebenfalls eine effektive Absicherung gegen Inflation dar, was der Kaufkraft von Papiergeld schadet.

Aus diesem Grund weisen viele große institutionelle Fonds wie Pensionsfonds und private Stiftungen oft einen kleinen Teil ihrer Portfolios – in der Regel weniger als 10% – alternativen Anlagen wie Hedgefonds zu.

Doch auch als Privatanleger hat man Zugang zu alternativen Anlagen. Alternative Investmentfonds werden oft auch Alt-Fonds genannt. Diese Alt-Fonds bieten ausreichend Gelegenheit, in alternative Anlagekategorien zu investieren, die für den Durchschnittsbürger bisher schwierig und kostspielig waren. Da sie öffentlich gehandelt werden, sind Alt-Fonds SEC-registriert und reguliert, insbesondere durch das Investmentgesellschaftsgesetz von 1940.

 

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