Bewertung nach KUV

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) oder in Englisch: Price to Sales Ratio (P/S; PSR) ist eine fundamentale Kennzahl zur Bewertung von Unternehmen, aus der sich einige Rückschlüsse auf die Bewertung des Unternehmens ziehen lassen. Das KUV errechnet sich aus der Marktkapitalisierung geteilt durch den Umsatz des letzten Geschäftsjahres. Dadurch sagt die Kennzahl aus, mit dem wie vielfachen des Umsatzes eine Aktie an der Börse gehandelt wird:

 


Kernpunkte

 

  1. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) errechnet sich aus der Marktkapitalisierung des Unternehmens geteilt durch den Umsatz der letzten 12 Monate.
  2. Je geringer das KUV, desto günstiger ist die Aktie in der Regel bewertet.
  3. Das KUV ist immer nur ein Aspekt bei der Bewertung eines Unternehmens und Investoren sollten immer mehrere Faktoren und Kennzahlen (KGV, Wachstum, Marge, AAQS) in ihre Analyse einbeziehen.

 

▲ Generell kann man sagen, dass ein Unternehmen umso besser bewertet ist, je niedriger das KUV ist.

 

Berechnung des KUV

Das KUV errechnet sich indem man die Marktkapitalisierung eines Unternehmens durch die Gesamtheit der Umsätze der letzten 12 Monate bzw. des letzten Geschäftsjahres teilt. Die Marktkapitalisierung ergibt sich dabei aus dem aktuellen Preis der Aktie multipliziert mit der Anzahl an ausgegebenen Aktien. Nun aber zur Formel zur Berechnung des KUV:

 

 

 

In Anwendung könnte das Ganze wie folgt aussehen. Unternehmen X hat 1.000.000 Aktien ausgegeben, die aktuell zu einem Kurs von 30 EUR gehandelt werden. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beträgt also 1.000.000 Aktien x 30 EUR = 30.000.000 EUR. Der Umsatz des Unternehmens im letzten Geschäftsjahr belief sich auf 20.000.000 EUR. Diese Zahl können wir bspw. aus dem Geschäftsbericht des letzten Jahres des Unternehmens nehmen. Setzen wir nun die Werte in die Formel ein ergibt sich ein KUV von 1,5.

 

 

 

Einordnung des KUV

Generell kann man sagen, dass ein Unternehmen umso besser bewertet ist, je niedriger das KUV ist. Ein KUV unter 1 gilt allgemein als moderate bis günstige Bewertung, während ein KUV über 2 oftmals bereits als überbewertet angesehen wird. Allerdings kann man dieses Schema auch nicht unbedingt verallgemeinern, da man bei der Betrachtung des KUV auch immer die Konkurrenten des Unternehmens betrachten muss. Je nach Industrie und Branche schwanken die KUVs stark voneinander, weshalb man das KUV immer in Kombination mit anderen Kennzahlen betrachten sollte um ein vollumfängliches Bild eines Unternehmens zu erhalten.

 

Vor- und Nachteile des KUVs

Allgemein gesprochen zeigt das KUV an, wie stark der Aktienmarkt einen Euro/Dollar Umsatz eines Unternehmens bewertet. Diese Betrachtungsweise ist besonders dann interessant und wichtig, wenn andere Kennzahlen nicht zur Verfügung stehen. Bei Wachstumsunternehmen ist es beispielsweise regelmäßig der Fall, dass diese noch keine Gewinne verbuchen und daher kein KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) gebildet werden kann. In diesen Fällen bietet das KUV eine Möglichkeit die Unternehmen trotzdem auf Basis einer fundamentalen Kennzahl mit Konkurrenzunternehmen zu vergleichen, um auf eine Über- oder Unterbewertung zu schließen.

Auch bei Zyklikern kann die genauere Betrachtung des KUV Sinn machen, da diese Unternehmen an zyklischen Tiefs oftmals keine Gewinne mehr erzielen können und daher das KGV zur Bewertung wegfällt.

Das KUV kann zudem dazu dienen den Wachstumsverlauf von Unternehmen zu überprüfen und somit einen möglichen Blick auf die Zukunft des Unternehmens zu wagen. So kommt es bei Unternehmen aufgrund von Investitionen, sinkenden Margen oder anderen Faktoren regelmäßig dazu, dass die Gewinne eines Unternehmens schrumpfen können, obwohl die Umsätze weiterhin ansteigen.

Zu den Nachteilen der Bewertung anhand des KUV zählt außerdem, dass das KUV alleine betrachtet zwar ein guter Indikator für das Unternehmenswachstum sein kann, aber keinesfalls ein Indikator für ein finanziell stabiles Unternehmen ist. Selbst bei stetig steigenden Umsätzen, kann ein Unternehmen finanziell schlecht dastehen, da das KUV keine Rückschlüsse auf die Verschuldung und andere bilanzielle Kenngrößen gibt. Daher sollte das KUV immer in Betracht mit anderen Kennzahlen, wie zum Beispiel den Margen des Unternehmens betrachtet werden. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass auch eine grundsolide Bewertung nach KUV im Vergleich zur Konkurrenz langfristig nur von größerer Bedeutung ist, wenn das Unternehmen es schafft profitabel zu sein oder zu werden. Ohne Gewinne kann kein Unternehmen langfristig existieren.