Börsen in Deutschland

Die Börse Frankfurt ist eine der größten Börsen der Welt (Platz #10 nach Marktkapitalisierung). Sie betreibt auch das vollautomatische Handelssystem XETRA.

Die Börse ist ein Markt für den regulierten und kontrollierten Handel von Gütern, insbesondere von Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen.

An der Börse treffen Angebot und Nachfrage von Aktien aufeinander, und ein Preis entsteht. Der Börsenkurs einer Aktie ist der Preis, zu dem diese erfolgreich das letzte Mal gehandelt wurde (Verkäufer und Käufer konnten sich auf einen Preis einigen). Sowohl institutionelle, professionelle als auch private Händler können an der Börse mit Wertpapieren handeln. Vergleichbar mit einem Basar — jedoch weitaus regulierter. Mittlerweile sind alle Wertpapierbörsen weitgehend digitalisiert, und der Handel findet online statt.

 

Vorteile einer regulierten Wertpapierbörse

Zunächst nimmt die Börse eine Vermittlerrolle ein. Ziel einer Börse ist es, eine höhere Markttransparenz und eine beaufsichtigte Preisbildung zu gewährleisten. Zudem steigert sie die Effizienz und verringert Transaktionskosten, darüber hinaus kann sie vor Marktmanipulationen schützen. Im Gegensatz zum außerbörslichen Handel wird börslicher Handel durch die Aufsichtsbehörden der Länder sowie der BaFin kontrolliert.

 

Die Börsenplätze in Deutschland

Die erste noch heute bestehende Börse wurde im Jahr 1558 in Hamburg gegründet. Über Jahrhunderte wurde mit physischen Aktienscheinen und in einem Börsensaal gehandelt (der sogenannte Parketthandel), bis die Vorgänge digitalisiert wurden. Die jeweiligen Börsen werden von unterschiedlichen Trägern betrieben, die Frankfurter Wertpapierbörse beispielsweise wird von dem DAX-Unternehmen Deutsche Börse AG betrieben.

Vollständige Liste der deutschen Wertpapierbörsen:

Ort/ Name Spezialisierung Handelsvolumen pro Jahr (2018)
Börse Berlin Ausländische Unternehmen und Fremdwährungsanleihen 4,6 Mrd. EUR
Börse Düsseldorf Privatanleger, Unternehmensanleihen 1,9 Mrd. EUR
Börse Frankfurt
(Frankfurter Wertpapierbörse, FWB)
Fokus auf Privatanleger, Derivate 40,5 Mrd. EUR
Börse Hamburg Wertpapierbörse, Versicherungsbörse, Getreidebörse 3,2 Mrd. EUR
Börse Hannover Wertpapierbörse, Versicherungsbörse, Getreidebörse 4,6 Mrd. EUR
Börse München Fokus auf Privatanleger 11,5 Mrd. EUR
Börse Stuttgart Fokus auf Privatanleger, Derivate 71,2 Mrd. EUR
XETRA Nur Aktien und ETPs, Institutionelle Anleger 1.570 Mrd. EUR
Tradegate Exchange Fokus auf Privatanleger 105,8 Mrd. EUR
L&S Exchange Standardaktien sowie ausl. Aktien, ETFs 0,2 Mrd. EUR
Quotrix Standardaktien sowie ausl. Aktien, ETFs 9,2 Mrd. EUR
gettex Fokus auf inländische Unternehmen Unbekannt

 

Die Deutsche Börse Group ist Eigentümer der Frankfurter Wertpapierbörse und dem XETRA Handelssystem. Das Unternehmen ist selbst am DAX gelistet.

Außerdem gibt es vollelektronische Börsen, beispielsweise Xetra. Der Vorteil von vollelektronischen Börsen sind besonders günstige Gebühren, die bei jedem Handel zustande kommen. Xetra wird von der Frankfurter Wertpapierbörse, und damit ebenfalls von der Deutsche Börse AG, betrieben. Xetra ist außerdem eine der größten Wertpapierbörsen der Welt.

Elektronische Handelsplätze wie Tradegate, LS Exchange (Börse Hamburg), Quotix (Börse Düsseldorf) oder gettex (Börse München) verzichten auf börsliche Gebühren wie Börsenentgelt oder Maklercourtage und bieten verlängerte Handelszeiten.

 

Börsenarten

Daneben stehen verschiedene Börsenarten, unter anderem:

  1. Wertpapierbörsen handeln mit Aktien und Anleihen
  2. Warenbörsen handeln mit Güter aller Art, zum Beispiel Rohstoffe und Nahrungsmittel, die ursprüngliche Form der Börse
  3. Devisenbörsen handeln mit Devisen, also ausländischen Währungen
  4. Terminbörsen oder Warenterminbörsen hier werden Derivate und Optionen gehandelt

 

Welcher Broker unterstützt welche Börsen?

Je nach Broker werden fast alle Börsen angeboten. Es ist sinnvoll je nach Produkt die genauen Konditionen des jeweiligen Brokers zu vergleichen und den günstigsten auszuwählen. Zum Beispiel findet man nicht alle ETFs bei allen Handelsplätzen zu den gleichen Preisen. Oder regionale Unternehmen werden nur an dem entsprechenden Ort gehandelt, wie die LfA Förderbank Bayern-Anleihe, die es nur in München und Frankfurt gibt oder die Aktien-Brauerei Kaufbeuren AG, die nur über Berlin und München gehandelt wird.

 

Handelszeiten

Das Zeitfenster, in dem an der Börse gehandelt werden kann, ist von Börsenplatz zu Börsenplatz unterschiedlich. Daher haben wir hier die aktuellen Öffnungszeiten zusammengefasst:

 

Börse Öffnungszeiten Link zur Internetseite der Börse
Berlin Mo – Fr 08:00 bis 20:00 Uhr https://www.boerse-berlin.de/index.php
Düsseldorf Mo – Fr 08:00 bis 20:00 Uhr

Quotix: 08:00 bis 22:00 Uhr

http://www.boerse-duesseldorf.de/
Frankfurt Mo – Fr 08:00 bis 20:00 Uhr http://www.boerse-frankfurt.de/
LS Exchange Mo – Fr 07:30 Uhr bis 23:00 Uhr http://www.hamburger-boerse.de/de/
Hamburg Mo – Fr 08:00 bis 20:00 Uhr https://www.boersenag.de/
Hannover Mo – Fr 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr https://www.boersenag.de/
München Mo – Fr 08:00 bis 20:00 Uhr

gettex: 08:00 bis 22:00 Uhr

https://www.boerse-muenchen.de/home/
Stuttgart Mo – Fr 08:00 bis 22:00; Anleihen bis 18:00 Uhr https://www.boerse-stuttgart.de/
Xetra Mo – Fr 09:00 bis 17:30 Uhr https://www.xetra.com/xetra-de/
Tradegate Mo – Fr 08:00 bis 22:00 Uhr https://www.tradegate.de/

 

Da diese sich auch ändern können, gerade bei den elektronischen Anbietern, lohnt sich ein regelmäßiger Check bei dem entsprechenden Börsenplatz.

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