Cash-Quote bei Aktien

Wer als Privatanleger beginnt in Aktien zu investieren hört immer wieder den Begriff “Cash-Quote”. Was es mit dieser Quote auf sich hat und wie hoch sie sein sollte, erfährst du in diesem Artikel.


Kernpunkte

 

  1. Der Begriff Cash-Quote bezeichnet dein Barvermögen.
  2. Eine Cash-Quote zu halten macht Sinn: Wenn dir der Markt aktuell zu teuer erscheint und du auf eine günstige Einstiegsgelegenheit zum Kauf wartest.

▲ Aus Anlegersicht ist es sinnvoll, eine gewisse Cash-Quote zu halten.

 

Was bedeutet der Begriff Cash-Quote?

Die Cash-Quote ist der Teil deines Vermögens, den du “in bar” hältst und (noch) nicht investiert hast. Einfach gesprochen: Damit du an der Börse investieren kannst, benötigst du Bargeld, das sich auf deinem Konto befindet. Hast du nun einen Teil davon in Wertpapieren angelegt und einen Teil auf deinem Konto gelassen, dann entspricht deine Cash-Quote dem Teil deines Vermögens, den du auf dem Konto hast. In Zahlen: Dein Erspartes auf dem Konto beträgt 20.000 Euro, davon legst du 10.000 Euro in Aktien an. Es bleiben also noch 10.000 Euro auf dem Konto. Damit beträgt deine Cash-Quote also genau 50 %.

 

Mit der Cash-Quote für Marktgelegenheiten bereit sein

Aus Anlegersicht ist es sinnvoll, eine gewisse Cash-Quote zu halten. Wenn dir beispielsweise der aktuelle Aktienmarkt “zu teuer” ist und du auf eine günstigere Einstiegsgelegenheit zum Kauf wartest. Wenn der Markt dann endlich sinkt und du bereits dein gesamtes Kapital investiert hast, fehlen dir nun die Mittel für günstige Aktienkäufe.

 

Cash-Quote und Reserven sind nicht dasselbe

WICHTIG: NICHT VERWECHSELN MIT RÜCKLAGEN! Die Cash-Quote ist nicht dasselbe wie deine persönlichen Reserven oder Rücklagen. Letzteres ist für einen Notfall gedacht, um zum Beispiel eine hohe Zahnarztrechnung oder auch eine wichtige Reparatur sofort bezahlen zu können. Deine Reserven solltest du unter keinen Umständen für Aktienkäufe verwenden, sondern wirklich für einen Notfall zurückhalten. Darum macht es für viele Menschen auch Sinn, mehrere Bankkonten zu führen. Eines für deine Anlagen und ein separates für deine persönlichen Rücklagen für Notfälle.

 

Wie hoch sollte die Cash-Quote sein?

Wie immer beim Investieren gibt es keine pauschale Antwort, die für alle Anleger gelten kann. Wie hoch die Cash-Quote sein sollte, hängt von der persönlichen Situation und deinem individuellen Sicherheitsbedarf ab. Doch es gibt ein paar Grundregeln, die du berücksichtigen kannst um das Ganze zu vereinfachen.

Berücksichtige bei deinen Berechnungen immer das aktuelle Zinsumfeld und denke daran, dass du bei sehr niedrigen Zinsen oder Nullzinsen praktisch nichts für dein Geld erhältst, so lange es nur auf deinem Konto liegt und nicht für dich arbeitet. Wenn du dann noch die Inflation berücksichtigst, verlierst du am Ende des Jahres womöglich sogar Geld, weil deine Kaufkraft stetig abnimmt. Als Anleger möchtest du aber, dass dein Geld für Erträge erwirtschaftet. Ergo darf deine Cash-Quote nicht zu hoch sein, weil sonst dein investiertes Geld die fehlenden Zinsen der Bank zusätzlich noch ausgleichen muss.

Beispiel

Du strebst 10 %  Rendite auf dein Vermögen von 10.000 Euro an, also 1.000 Euro. Bei einer Cash-Quote von 50 Prozent, müssen deine investierten 5.000 Euro schon 20 % Rendite erzielen, um dieses Ziel zu erreichen (Inflation nicht berücksichtigt). Deutlicher wird es mit dieser Tabelle:

Investiert Cash-Quote nötige Rendite
10.000 € 0 € 10,00 %
9.000 € 1.000 € 11,11 %
8.000 € 2.000 € 12,50 %
7.000 € 3.000 € 14,29 %
6.000 € 4.000 € 16,67 %
5.000 € 5.000 € 20,00 %
4.000 € 6.000 € 25,00 %
3.000 € 7.000 € 33,33 %
2.000 € 8.000 € 50,00 %
1.000 € 9.000 € 100,00 %

 

Wovon hängt die Cash-Quote ab?

Ganz einfach, von deiner persönlichen Lebenssituation. Also von deinen finanziellen Möglichkeiten, von deinem Anlagehorizont und von deinen Zielen. Eine Faustregel besagt, ca. 15 bis 20 % in Bargeld zu halten. Diese Angabe kannst du als groben Richtwert sehen und individuell nach oben oder unten zu deinem Belieben anpassen.

 

Warren Buffett ist ein Freund der Cash-Quote

Ein großer Befürworter der Cash-Quote ist Warren Buffett. Er ist nie zu 100% investiert, weil er die Geduld hat auf außergewöhnliche Chancen zu warten. Wenn diese dann eintreffen, braucht er das nötige Kapital “sofort verfügbar” um handeln zu können. So eine Möglichkeit kann ein Börsen-Crash sein, denn dieser ermöglichte es Warren Buffett in der Vergangenheit, Aktien guter und gesunder Unternehmen zu einem äußerst günstigen Preis erwerben zu können. Die Vergangenheit bisher hat gezeigt; auf jeden Crash folgt auch immer wieder ein Anstieg der Kurse.

 

Der Nachteil einer hohen Cash-Quote

Eine hohe Summe an Geldvermögen anzuhäufen, ohne es zu investieren kann auch ein Nachteil sein. Denn den Börsenverlauf oder auch einzelne Aktienkurse vorauszusehen ist nicht möglich. Wann sich an der Börse eine günstige Einstiegsmöglichkeit ergeben hat, realisieren wir immer erst im Nachhinein. Erst wenn sie schon vorbei ist, wissen wir, dass dies eine gute Chance gewesen wäre, um unseren Cash-Bestand für die größtmögliche Extrarendite einzusetzen. Und ein sinkender Aktienkurs heißt noch lange nicht, dass nun ein Börsen-Crash erfolgt. Auch das wird erst klar, wenn er schon passiert ist. Somit stehen viele Anleger mit hohen Cash-Beständen an der Seitenlinie und warten auf den perfekten Moment, um an der Börse einzusteigen. Und während sie warten, liegt das Geld auf dem Bankkonto und verliert an Wert. Das sind die sogenannten Opportunitätskosten, die nicht unterschätzt werden dürfen und deren man sich bewusst sein sollte.

 

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