Cash-Quote bei Aktien

Wer als Privatanleger anfängt, in Aktien zu investieren, hört immer wieder den Begriff Cash-Quote. Wir erklären, was es mit der Quote auf sich hat und wie hoch sie sein sollte.

 

Cash-Quote was ist das?

Damit du an der Börse investieren kannst, brauchst du Geld. Bargeld, das sich auf deinem Konto befindet. Hast du nun einen Teil davon in Wertschriften angelegt und einen Teil auf deinem Konto gelassen, dann entspricht deine Cash-Quote dem Teil deines Vermögens, den du auf dem Konto hast. In Zahlen: Dein Erspartes auf dem Konto beträgt 20.000 Euro, davon legst du 10.000 Euro in Aktien an. Es bleiben also noch 10.000 Euro auf dem Konto. Ergo beträgt deine Cash-Quote 50 Prozent.

 

Mit der Cash-Quote für Marktgelegenheiten bereit sein

Aus Anlegersicht ist es sinnvoll, eine gewisse Cash-Quote zu halten. Wenn beispielsweise der aktuelle Aktienmarkt zu teuer ist und du auf eine günstigere Einstiegsgelegenheit zum Kauf wartest. Wenn der Markt dann sinkt und du dein gesamtes Kapital investiert hast, dann fehlen dir nun die Mittel für günstige Käufe.

 

Cash-Quote und Reserven sind nicht dasselbe

Die Cash-Quote ist nicht dasselbe wie deine persönlichen Reserven oder Rücklagen. Letzteres ist für einen Notfall gedacht, um zum Beispiel eine hohe Zahnarztrechnung bezahlen zu können. Deine Reserven verwendest du nicht für Aktienkäufe. Und deine Cash-Quote setzt du nicht ein, um den Zahnarzt zu berappen. Darum macht es Sinn, verschiedene Bankkonten zu führen. Eines für deine Anlagen und eines für deine persönlichen Rücklagen.

 

Wie hoch sollte die Cash-Quote sein?

Wie immer beim Investieren gibt es keine Pauschalantworten, die für alle Anleger gelten. Wie hoch die Cash-Quote sein sollte, hängt von der persönlichen Situation ab. Doch es gibt ein paar Grundregeln, die du berücksichtigen kannst.

Berücksichtige bei deinen Berechnungen immer das aktuelle Zinsumfeld und denke daran, dass du bei sehr niedrigen Zinsen oder Nullzinsen praktisch nichts für dein Geld erhältst, so lange es auf dem Konto liegt. Wenn du dann noch die Inflation berücksichtigst, dann verlierst du am Ende des Jahres sogar Geld, weil deine Kaufkraft abnimmt. Als Anleger willst du aber, dass dein Geld für dich arbeitet. Ergo darf deine Cash-Quote nicht zu hoch sein, weil sonst dein investiertes Geld die fehlenden Zinsen der Bank auch noch ausgleichen muss.

 

Wovon hängt die Cash-Quote ab?

Ganz einfach, von deiner persönlichen Lebenssituation. Also von deinen finanziellen Möglichkeiten, von deinem Anlagehorizont und von deinen Zielen. Eine Faustregel besagt, ca. 15 bis 20 Prozent in Bargeld zu halten. Doch wie gesagt, das ist nur ein Richtwert.

 

Warren Buffett ist ein Freund der Cash-Quote

Ein großer Befürworter der Cash-Quote ist Warren Buffett. Er ist nie zu 100% investiert. Weil er die Geduld hat, auf außergewöhnliche Chancen zu warten. Und wenn diese eintreffen, dann braucht er das nötige Kapital, um zuzuschlagen. So eine Möglichkeit kann ein Börsen-Crash sein, denn dieser ermöglicht es Warren Buffett, Aktien guter und gesunder Unternehmen zu einem äußerst günstigen Preis kaufen zu können. Denn auf einen Crash folgt die nächste Hausse.

 

Der Nachteil einer hohen Cash-Quote

Viel Cash zu horten, kann aber auch ein Nachteil sein. Denn den Börsenverlauf vorauszusehen, ist nicht möglich. Wann sich an der Börse eine günstige Einstiegsmöglichkeit ergeben hat, realisieren wir immer erst im Nachhinein. Erst wenn sie schon vorbei ist, wissen wir, dass dies eine gute Chance gewesen wäre, um unseren Cash-Bestand für die größtmögliche Extrarendite einzusetzen. Und ein sinkender Aktienkurs heißt noch lange nicht, dass nun ein Börsen-Crash erfolgt. Auch das wird erst klar, wenn er schon passiert ist. Somit stehen viele Anleger mit hohen Cash-Beständen an der Seitenlinie und warten auf den perfekten Moment, um an der Börse einzusteigen. Und während sie warten, liegt das Geld auf dem Bankkonto und verliert an Wert. Das sind die sogenannten Opportunitätskosten, die nicht unterschätzt werden dürfen.

 

 

 

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