Dividenden-Aristokraten

Dividenden-Aristokraten sind Unternehmen, die seit mindestens 25 Jahren eine Dividende zahlen und diese jedes Jahr erhöhen. Fast alle Dividendenaristokraten der Welt stammen aus den USA, lediglich ein paar wenige Unternehmen aus der Eurozone können mithalten. Es handelt sich dabei um Fresenius , Hermès, L’Oréal, Kerry Group , Sofina und Unilever.

 

USA, die Hochburg der Dividenden-Aristokraten

In den USA zeichnet sich ein viel anlegerfreundlicheres Bild. Rund 50 im S&P 500 notierte Firmen, was ziemlich genau zehn Prozent aller Index-Mitglieder entspricht, zahlen seit 25 Jahren oder länger kontinuierlich steigende Dividenden.

Absoluter Spitzenreiter ist der im S&P 600 Small Cap Index enthaltene Wasserversorger American States Water, der glatte 64 Erhöhungen in Serie vorweisen kann. Daneben gibt es rund zwei Dutzend andere Unternehmen, die schon seit über 50 Jahren jedes Kalenderjahr mehr an ihre Aktionäre auszahlen. Dazu gehören Johnson & Johnson, 3M und Stanley Black & Decker.

 

Nicht nur auf Vergangenheit der Dividenden-Aristokraten schauen

Eine kontinuierliche Erhöhung der jährlichen Dividende ist elementar, doch nicht das Einzige, das zählt. Genauso wichtig ist, dass das Unternehmen finanziell nach wie vor gesund ist und auf einer soliden Basis steht. Denn was nützt es, wenn die Aktionäre zwar jedes Jahr höhere Dividenden ausgeschüttet bekommen, die Gewinnlage der Firma aber eine Erhöhung gar nicht zulässt, respektive die Ausschüttung nicht aus dem realisierten Gewinn finanziert werden kann? Dann lebt ein Unternehmen, inklusive seiner Aktionäre, von der Vergangenheit und das ist auf Dauer nicht gesund.

 

Das magische Viereck – der Härtetest für Dividenden-Aristokraten

Um dem entgegenzuwirken, müssen Dividenden-Aristokraten den Text des sogenannten magischen Vierecks bestehen. Das bedeutet, dass gleich vier Faktoren geprüft werden:

  • Kontinuität
  • Payout
  • Rendite
  • Wachstum

Diese Faktoren stehen für eine nachhaltige Ausschüttungsqualität. Die meisten Unternehmen schneiden schlecht bei der Payout-Quote ab und weisen eine zu hohe Quote aus. Die Regel sagt, dass im Drei-Jahres-Durchschnitt nicht mehr als 75 Prozent der Erträge an Aktionäre ausgeschüttet werden dürfen. Wer zu wenig Wachstum aufweist, wird ebenfalls von der Liste der Aristokraten gestrichen.

 

Wichtige Faktoren für die Analyse von Dividenden Aristokraten

Neben der vergangenen Rendite sollten die Unternehmen aber auch noch auf weitere Kennzahlen geprüft werden. Es empfiehlt sich, folgende genauer zu analysieren:

 

Dividenden-Aristokraten genießen hohes Vertrauen bei Anlegern

Die überdurchschnittliche Rendite über einen Zeitraum von mindestens 25 Jahren sorgt bei Anlegern für viel Vertrauen in das Unternehmen. Die geringere Volatilität der Dividenden-Aristokraten gegenüber den übrigen Aktien ist einer der Gründe, warum dieser Index besser performt als der S&P 500. 2008 zum Beispiel fiel der S&P 500 um ca. 40%, der Dividenden-Aristokraten Index des S&P 500 hingegen fiel «nur» um ca. 20%, also ungefähr die Hälfte.

Das führt zu einem geringeren Drawdown (maximaler Verlust) bei Dividenden-Aristokraten, der in Krisenzeiten deutlich spürbar ist. Damit steigt das Vertrauen, in ein solides und wirtschaftlich gesundes Unternehmen zu investieren. Die relativ hohe Sicherheit macht Dividenden-Aristokraten zu einer guten Anlage für die Altersvorsorge.

 

Dividenden-Aristokraten Index besser als der Markt

Der Dividenden-Aristokraten Index hat in den letzten Jahrzehnten besser performt als der Markt. Das rührt daher, dass diese Unternehmen über ein äußerst solides Geschäftsmodell mit großen Wettbewerbsvorteilen (Burggräben) verfügen, die auch in Krisenzeiten höhere Cashflows generieren als die Konkurrenz. Diese sind in schwierigen Marktsituationen oft mit dem nackten Überleben beschäftigt.

Ebenso verfügen solche Firmen über ein erfahrenes Management, das kluge strategische Entscheidungen trifft, ohne dabei unnötige Risiken einzugehen. Denn um Dividenden auszahlen zu können, muss ein Unternehmen Gewinne oder zumindest Cashflows erwirtschaften. Daher fallen die riskantesten Aktien, wie beispielsweise Start-Ups, schon einmal weg.

 

Dividendenstrategie mit ETFs

Dividenden-Aristokraten eignen sich hervorragend für die Altersvorsorge oder passives Einkommen. Es lässt sich dabei nicht nur in einzelne Aktien investieren, sondern auch in ETFs. Diese bilden einen ganzen Börsenindex ab, sodass man in eine Reihe unterschiedlicher Unternehmen investiert und das Risiko so besser verteilt wird. Doch auch ETFs haben Risiken. Da sie passiv gemanagt werden, kann es zu zeitlichen Verzögerungen auf die Geschehnisse am Markt und dadurch zu Verlusten kommen.

 

 

 

AlleAktien Premium ♕ testen »