Fundamentalanalyse Aktien

Um Unternehmen anhand verschiedener Kennzahlen und Fakten zu bewerten, wird die Fundamentalanalyse verwendet. Diese bestimmt unter anderem den potenziellen Kaufkurs für einen Value Investor und macht Aussagen über die Qualität des Unternehmens und der Branche.

 

Die Definition der Fundamentalanalyse

Auf Wikipedia ist folgende Definition der Fundamentalanalyse zu finden:

Die Fundamentalanalyse versucht, den fairen oder angemessenen Preis von Wertpapieren („innerer Wert“) zu ermitteln. Im Gegensatz zur Chartanalyse basiert sie nicht auf einer Betrachtung von Börsenkursen oder vergangenen Chartmustern, sondern auf betriebswirtschaftlichen Daten und dem ökonomischen Umfeld eines Unternehmens, den sogenannten Fundamentaldaten.

 

Fundamentalanalyse bei Aktien

Besonders beim Handel mit Aktien spielt die Fundamentalanalyse eine wichtige Rolle. Sie gibt Investoren Auskunft über die Qualität eines Unternehmens und seinen inneren Wert. Die Analyse ist die Grundlage für den Erfolg und Misserfolg beim Value Investing!

 

Value Investing gemäß Warren Buffett

Was ist nun Value Investing? Das Value Investing wurde von Warren Buffett kreiert und basiert darauf, dass qualitativ hochwertige Unternehmen zu günstigen Kursen gekauft werden. Nur so können die Risiken auf ein Minimum reduziert und gleichzeitig die Renditechancen maximiert werden. Beides sollte gemäß der Markteffizienzhypothese allerdings nicht möglich sein. Warren Buffett, einer der erfolgreichsten Value Investoren der Welt, ist freilich der Beweis dafür, dass es doch geht.

 

Der innere Wert eines Unternehmens

Warren Buffett setzt bei seinen Investitionen auf den inneren Wert, was dem Discounted Cashflow-Verfahren (DCF) entspricht. Seine Definition dieser Kennzahl lautet nämlich:

„Die abgezinste Menge Geld, die aus einem Unternehmen über die gesamte Lebensdauer herausgezogen werden kann“

Warren Buffett bewertet ein Unternehmen also nicht danach, wieviel Wert es bei einer Liquidation hätte, sondern welchen Nutzen man heute über die gesamte Lebensdauer des Unternehmens hat. Das heißt für die zukünftige Entwicklung der Firma muss eine Annahme getroffen werden, welche nie zu 100% stimmen wird. Darum ist es wichtig, eine äußerst konservative Schätzung für die Fundamentalanalyse zu verwenden.

Möglichkeiten zur Bestimmung des inneren Werts

  • Bestimmung der Payback Time
  • DCF-Verfahren (Alle Varianten)
  • Bewertung anhand der Eigenkapitalrendite
  • Gewinnprojektionsverfahren

Zudem ist die Renditeerwartung des Value Investors essentiell. Jemand, der eine Rendite von 10% anstrebt, kann mehr für eine Aktie bezahlen, als jemand der eine Rendite von 20% fordert.

 

Was umfasst die Fundamentalanalyse?

Diese drei Kategorien beinhaltet eine Fundamentalanalyse:

1. Unternehmensanalyse

Die Unternehmensanalyse stellt den eigentlichen Kern der Fundamentalanalyse dar. Denn nun wird das Unternehmen an sich bewertet. Unternehmen können qualitativ (nicht messbar) und quantitativ (messbar) bewertet werden. Beides hat Vor- und Nachteile.

Quantitative Unternehmensanalyse

  • Analyse über das historische Wachstum
  • Bilanzanalyse
  • Konkurrenzvergleich
  • klassische Managementzahlen
  • Ist ein Unternehmen ein Wertschöpfer oder ein Wertvernichter?

Qualitative Unternehmensanalyse

  • Was genau produziert das Unternehmen (welche Produkte und Dienstleistungen werden verkauft)?
  • Verfügt das Unternehmen über einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil (Burggraben)?
  • Wo verdient das Unternehmen sein Geld (weltweit oder nur in bestimmten Ländern)?
  • Wie sieht die Wettbewerbssituation aus? (welches sind die wichtigsten Konkurrenten?)
  • Wird das Unternehmen gut gemanagt? 

 

2. Globalanalyse

Die Globalanalyse wird verwendet, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eines Unternehmens einschätzen zu können. Dabei werden folgende Bereiche analysiert:

  • Konjunkturelle Entwicklungen, die Unternehmen beeinflussen
  • Globale Geldpolitik. Je mehr Geld von den Notenbanken in Umlauf gebracht wird, desto stärker ist deren Einfluss auf die Weltwirtschaft.
  • Wechselkurse
  • Zinsen und Inflationsrate
  • Rohstoffpreise: Der Ölpreis beeinflusst maßgeblich, wie sich Unternehmen in dieser Branche schlagen. Globale Entwicklungen können Rohstoffpreise maßgeblich beeinflussen.
  • Politische Entwicklungen in verschiedenen Ländern

 

3. Branchenanalyse

Das spezifische Branchenumfeld ist besonders wichtig. Dabei wird speziell auf die Rahmenbedingungen und Entwicklungen einer spezifischen Branche geschaut. Viele Branchen zeichnen sich durch eine hohe Abhängigkeit von der Konjunktur oder von Rohstoffpreisen aus. Das Ziel der Branchenanalyse ist, diese Abhängigkeiten aufzudecken, um mögliche Risiken, aber auch Chancen, zu erkennen. Ein weiterer Faktor ist die gesetzliche Regulierung einer Branche. Neue Verordnungen und Gesetze können großen Einfluss nehmen. Berücksichtigt werden sollten auch gesellschaftliche Entwicklungen, die die Gewinnlage ganzer Unternehmen auf den Kopf stellen können.

 

Kennzahlen der Fundamentalanalyse

Die wichtigsten Kennzahlen, die bei der Fundamentalanalyse betrachtet werden sollten, sind:

 

Cash is King

Mit der Fundamentalanalyse soll die Qualität eines Unternehmens bewerten werden. Darum darf man nicht nur die Gewinne und die Bilanz betrachten, sondern auch die tatsächlichen Bewegungen von Geld. Die wichtigsten Cashflow Kennzahlen sind:

  • Entwicklung der Kapitalkosten
  • Ausschüttungsquote
  • Wachstum des operativen Kapitalflusses
  • Wachstum des sogenannten Free Cash flows

 

Bewertungskennzahlen

Die Fundamentalanalyse bewertet einerseits die Qualität und andererseits den Preis einer Firma. Eine erste allgemeine Aussage darüber, ob der Kaufpreis angemessen ist oder nicht, machen die sogenannten simplen Bewertungskennzahlen.

Da diese Kennzahlen aber lediglich ungefähre Angaben machen und zu wenig verlässlich sind, sollte unbedingt noch der oben erwähnte innere Wert eines Unternehmens bestimmt werden.

 

Für Value Investoren ist die Fundamentalanalyse eine elementare Basis

Wer auf Value Investing setzt, kommt um die Fundamentalanalyse nicht herum. Ein Value Investor muss genau wissen, welche Chancen und Risiken ein Unternehmen bietet. Eine Fundamentalanalyse sollte daher Antworten auf diese beiden Fragen geben: „Wie qualitativ hochwertig ist das Unternehmen?“ und „Welcher Preis wäre angemessen?“

 

 

 

 

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