Fundamentalanalyse

Generell versucht die Fundamentalanalyse den wahren Wert eines Unternehmens zu bestimmten und analysiert das Unternehmen, sowie den Markt in dem es sich befindet, als Ganzes und blickt dabei nicht nur auf Kursdaten aus der Vergangenheit. Dabei gibt es verschiedene Ausprägungen und Herangehensweisen an eine fundamentale Analyse.


Kernpunkte

 

  1. Die fundamentale Analyse wird dazu genutzt den Wert eines Unternehmens zu bestimmen – oftmals wird dieser Wert als „fairer Marktpreis“ bezeichnet.
  2. Die fundamentale Analyse kann grob in qualitative und quantitative Aspekte aufgeteilt werden.
  3. Der Gegensatz zur Fundamentalanalyse ist die technische Analyse, die auf fundamentale Kennzahlen keinen Wert legt, sondern das Unternehmen anhand der historischen Marktdaten bewertet.

 

▲ Die fundamentale Analyse wird dazu genutzt den fairen Wert eines Unternehmens zu ermitteln.

 

 

Herangehensweisen der Fundamentalanalyse

Grob kann man die Herangehensweisen an eine fundamentale Analyse in Top-Down und Bottom-Up unterteilen. Diese Bezeichnungen umschreiben letztendlich die grobe Herangehensweise an die Analyse.

Wenn man sich beispielsweise ein bestimmtes Unternehmen und dessen Wert ansehen möchte, greifen die meisten Analysten wohl zu einer Analyse, die dem Bottom-Up Prinzip folgt. Zunächst wird das Unternehmen selbst analysiert und anschließend der Bezug und die Positionierung im Markt (Segment und Branche), der Region und schließlich der globalen Stellung betrachtet.

Die Top-Down Fundamentalanalyse geht entgegengesetzt vor. Erst wird die globale Wirtschaft (z.B. GDP-Wachstum, Inflation, Zinsraten, Währungen, Energiepreise, Produktivität, …) analysiert, dann die Region (z.B. Deutschland), Industrie (z.B. Finanzwesen), der Markt (z.B. Investment-Banking und M&A), und zum Schluss das Unternehmen selbst (z.B. Deutsche Bank). Diese Herangehensweise bietet sich dann an, wenn man als Investor sein Portfolio in einer bestimmten Branche / einem bestimmten Sektor ausbauen möchte, aber noch kein konkretes Unternehmen im Sinn hat.

 

Qualitative und quantitative Aspekte der Fundamentalanalyse

Zusätzlich zu den verschiedenen Herangehensweisen an so eine Analyse, kann man ebenfalls noch qualitativen und quantitativen Aspekten unterscheiden. Der Unterschied ist jedoch, dass eine gute fundamentale Analyse oftmals beide Aspekte abdeckt und nicht lediglich einen der Bereiche beleuchtet.

 

Qualitative Fundamentalanalyse

Zu den qualitativen Aspekten einer fundamentalen Analyse gehören mehrere grundlegende Größen, ohne die eine solche Analyse nicht auskommt.

  • Das Geschäftsmodell: Die Analyse des Geschäftsmodells ist dazu da die Fragen zu beantworten was ein Unternehmen eigentlich macht und auf welche Weise es mit dieser Tätigkeit sein Geld verdient. Die Mechaniken und Zusammenhänge zwischen den einzelnen Komponenten des Geschäfts zu verstehen ist die grundlegende Schwierigkeit hierbei.
  • Das Management: Man kann sich schon denken, welcher Bereich des Unternehmens in diesem Schritt analysiert wird. Es wird davon ausgegangen, dass so gut wie jedes Geschäftsmodell ebenfalls von einem fähigen Management begleitet werden muss um erfolgreich zu sein. Besonders als Investor in ein solches Unternehmen ist es wichtig, dass man dem Management eine gute Arbeit zutraut und seine Anliegen als Aktionär im Unternehmen gut vertreten und umgesetzt sieht.
  • Hat das Unternehmen in irgendeiner Art und Weise Vorteile gegenüber Wettbewerbern? Langfristige Erfolge stellen sich in der Regel nur bei Unternehmen ein, die sich von der Konkurrenz abheben können. Dies kann über einzigartige Technologien, Patente oder auch durch eine starke Marke der Fall sein. Wettbewerbsvorteile können sehr vielseitig sein und bilden ein wichtiges Kriterium für ein starkes Unternehmen.

Die qualitative Analyse kann noch um viele Bereiche erweitert werden und ebenfalls politische und gesetzliche Rahmenbedingungen (Regulierungen) sowie die Konkurrenz beleuchten.

 

 

Quantitative Fundamentalanalyse

Zu den quantitativen Aspekten gehören eigentlich alle Werte, die in Zahlen ausgedrückt werden und mithilfe dieser das Geschäft beschreiben und bestimmen. Zu den wichtigsten quantitativen Größen gehört die Betrachtung folgender Dokumente:

  • Die Bilanz: In der Bilanz hält das Unternehmen deren Aktiva und Passiva fest. Auf der Seite der Aktiva finden sich das Anlagevermögen und Umlaufvermögen des Unternehmens. Diese Seite der Bilanz zeigt als an wofür das Unternehmen seine Mittel verwendet. Auf der Seite der Passiva hingegen kann man erkennen wo die Mittel herkommen. Die grobe Einteilung der Passiva Seite sind das Eigen- und das Fremdkapital. Natürlich sind die Positionen der Bilanz stets flexibel und bilden also nur eine Momentaufnahme.
  • Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV): Die Gewinn- und Verlustrechnung hingegen wird über einen bestimmten Zeitraum angegeben. In der Regel wird an der Börse die GuV quartalsweise bzw. jährlich abgegeben. Anhand dieser ist es möglich die Performance des Unternehmens einzusehen. Es wird möglich Umsätze, Ausgaben und Gewinne einzusehen und Margen für das Geschäftsmodell zu bestimmen.
  • Cashflow-Rechnung: Die Cashflow-Rechnung zeigt die generierten Cashflows, also sowohl Eingang, als auch Ausgang von Cash in einem Unternehmen über einen bestimmten Zeitraum an. Es wird grob in operativen Cashflow und Cash für Investition und Finanzierung unterschieden. Viele Investoren und Analysten betrachten den Cashflow eines Unternehmens als äußert wichtig, da es nur sehr schwer ist diesen durch geschickte Buchführung zu manipulieren.

Bewertung mit der Fundamentalanalyse

Zusätzlich zu den bereits angesprochenen Aspekten haben sich einige spezifische Modelle zur fundamentalen Bewertung als sehr erfolgreich erwiesen. Zu diesen gehören das DCF-Modell (Discounted Cash Flow), Analysis-of-Parts (Einzelbewertung der Vermögensgegenstände, sinnvoll bei Holding-Unternehmen wie Berkshire HathawaySoftBank) und IRR-Modell (Internal Rate of Return).

Weitere einzelne Kennzahlen, die man bei fundamentalen Analysen immer wieder antrifft sind die folgenden:

KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis (englisch: Price-Earnings-Ratio, PE-Ratio, PER)

KBV: Kurs-Buchwert-Verhältnis

KUV: Kurs-Umsatz-Verhältnis

KCV: Kurs-Cashflow-Verhältnis

Eigenkapitalrendite

Gesamtkapitalrendite

Eigenkapitalquote

Dividendenrendite