Gewinn (Earnings)

Der Gewinn (auch Jahresüberschuss oder EAT, Earnings after taxes gennant) ist die sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergebende positive Differenz aus Erträgen und Aufwendungen einer Periode. Ein negativer Jahresüberschuss heißt Jahresfehlbetrag oder Verlust. Beide Erfolgsgrößen werden auch unter dem neutralen Begriff Jahresergebnis zusammengefasst.

 


Kernpunkte

 

  1. Der Gewinn eines Unternehmens bezeichnet den Jahresüberschuss, den ein Unternehmen nach Zahlung aller Aufwendungen inklusive Steuern ausweisen kann.
  2. Der Gewinn eines Unternehmens ist eine wichtige Kennzahl bei der Bewertung eines Unternehmens.
  3. Der Gewinn spielt maßgeblich eine große Rolle für die Bewertung einer Aktie und ist daher oft das Ziel von Bilanzmanipulation.

 

▲ Der Gewinn, den ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum erwirtschaftet, wird auch als „Earnings“ bezeichnet.

Definition

Als Gewinn (auch Jahresüberschuss oder EAT (Earnings after taxes) genannt), ist die sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung ergebende positive Differenz aus Erträgen und Aufwendungen einer Periode. Natürlich ist es auch möglich einen negativen Jahresüberschuss auszuweisen. Dieser wird dann Jahresfehlbetrag bzw. Verlust genannt. Gerade in Krisenjahren oder bei noch jungen und wachstumsstarken Unternehmen ist das Geschäft anfänglich oft von Verlusten gezeichnet und es wird das Ziel angestrebt das Geschäft soweit auszubauen, dass es profitabel agieren kann und langfristig Gewinne erwirtschaftet.

Berechnung

Der Gewinn ergibt sich aus allen Erträgen / Umsätzen abzüglich der Aufwendungen in der betrachteten Periode. Aus welchen Positionen sich der Jahresüberschuss ergibt und wo die Unterschiede zu anderen Varianten des Gewinns wie EBT, EBIT und EBITDA liegen wird in folgender Übersicht deutlich.

EAT (Jahresüberschuss)
+ Steueraufwand
 = EBT (Earnings before taxes (Gewinn vor Steuern))
+ Zinsaufwand und sonstiger Finanzaufwand
– Zinsertrag und sonstiger Finanzertrag
= EBIT (Earnings before interest and taxes (Gewinn vor Zinsen und Steuern) = operatives Ergebnis)
+ Abschreibungen auf das Anlagevermögen
– Zuschreibungen zum Anlagevermögen
= EBITDA (Earnings before interest, taxes, depreciation and amortization (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen für Sachanlagen und immaterialle Vermögensgegenstände))
+ außergewöhnliche Aufwendungen
– außergewöhnliche Erträge
= bereinigtes EBITDA

 

 

Warum ist der Gewinn so wichtig?

Zunächst einmal ist an dieser Stelle festzuhalten, dass ein Unternehmen auf lange Sicht ohne entsprechende Gewinne nicht überlebensfähig ist. Ziel eines jeden Unternehmens ist es also profitabel zu sein und die Gewinne zu maximieren. Ohne Profitabilität wird ein Unternehmen auf lange Sicht Pleite gehen.

Zudem hat der Gewinn eines Unternehmens maßgeblich einen starken Einfluss auf den Kurs einer Aktie. Dies liegt zum einen daran, dass bei der Verkündung der Unternehmensergebnisse am Ende jeden Quartals- bzw. des Jahres explizit der ausgewiesene Gewinn mit den Schätzungen der Analysten verglichen wird. Bei diesem Vergleich wird der Gewinn als EPS (Earnings per share) bzw. Gewinn pro Aktie angegeben.

Zum anderen hat ein hoher Gewinn natürlich auch weitreichende Folgen für die Möglichkeiten des Unternehmens. Der Gewinn kann in das Unternehmen reinvestiert werden und so das Geschäft weiter ausbauen oder er kann dazu genutzt werden die Aktionäre des Unternehmens in Form einer Dividende zu belohnen.

Darüber hinaus ist der Gewinn nicht nur für sich eine wichtige Kennzahl zur Bewertung von Unternehmen, sondern wird auch für die Berechnung diverser anderer Kennzahlen, wie dem KGV (Kurs einer Aktie / Gewinn einer Aktie) oder der Gewinnmarge (Gewinn / Umsatz) herangezogen.

Aufgrund der Wichtigkeit des Gewinns ist dieser oft das Ziel von Finanzmanipulation und es wird mit verschiedenen Mitteln und buchhalterischen Tricks versucht einen möglichst hohen Gewinn auszuweisen. Zudem können Kennzahlen wie EPS bspw. durch Aktienrückkäufe beeinflusst werden.