Investieren in Aktien für Anfänger

Investieren in Aktien lohnt sich, denn das Zinsniveau ist so tief wie nie. Wer sein Erspartes auf einem Bankkonto liegen lässt, wird keine Renditen erwirtschaften. Im Gegenteil, er verliert jedes Jahr Geld, wenn man Inflation und Gebühren berücksichtigt. Eine sinnvolle Alternative ist die langfristige Investition in Aktien, denn mit Aktien lassen sich attraktive Renditen erzielen.

 

Investieren in Aktien für Anfänger

Einer der wichtigsten Faktoren beim Vermögensaufbau ist der Zinseszinseffekt. Der bedeutet, dass der erwirtschaftete Gewinn gleich wieder investiert wird. Eine nennenswerte Wirkung ist aber erst ab einer Verzinsung von 5 Prozent und mehr möglich. Solche Renditen waren in der Vergangenheit durchaus möglich, sofern auch Aktien im Portfolio enthalten waren. Denn bei der aktuellen Zinssituation sind Anleihen wenig attraktiv.

 

Investieren in Aktien: Kurzfristig volatil, langfristig sehr profitabel

Kurzfristig betrachtet können Aktienkurse ganz schön volatil sein. Doch auf lange Sicht sind die Börsen keine Geldvernichtungsmaschinen. Trotz teils massiver Abstürze und Krisen, haben sich Aktien langfristig als renditestarke Anlage bewährt. Gemäß Studien lassen sich mit Aktien massiv höhere Gewinne erwirtschaften als mit sicheren Staatsanleihen und kurzfristigen Zinsanlagen. Ein Beispiel: Ein Indexfonds, der die Wertentwicklung des Weltaktienindex MSCI World abbildet, hat in den letzten 44 Jahren auf Eurobasis im Schnitt ca. 6,7 Prozent Rendite pro Jahr erzielt.

 

Investieren in Aktien: Steigen Aktien immer weiter?

Die Frage, ob Aktien auch in Zukunft immer weiter steigen werden, ist berechtigt. Schließlich kann niemand die Börsenentwicklung voraussagen und angeben, wo der Weltaktienmarkt in ein paar Jahren stehen wird. Es gibt aber zwei Faktoren in der Wirtschafts- und Finanzgeschichte, die sich langfristig als stabil erwiesen haben und die darauf hindeuten, dass Aktien auch in Zukunft steigen werden. Einer dieser Faktoren ist das Wirtschaftswachstum.

 

Investieren in Aktien: Rasantes Wirtschaftswachstum

Gemäß Berechnungen des verstorbenen Wirtschaftshistorikers Angus Maddison wächst die Weltwirtschaft seit mehr als 2000 Jahren. In den ersten 1000 Jahren betrug das jährliche Wachstum im Schnitt lediglich 0,01 Prozent. Zwischen den Jahren 1000 und 1820 beschleunigte es sich auf immerhin 0,22 Prozent. Nach 1820 aber stieg es dann rapide an: Um jeweils 2,21 Prozent nahm die Menge aller produzierten Waren und Dienstleistungen durchschnittlich pro Jahr zu.

Warum ist das Wirtschaftswachstum so wichtig für die Investition in Aktien? Ganz einfach. Wenn die Wirtschaft wächst, steigen auch die Gewinne der Unternehmen. Und die Gewinne – das ist der zweite stabile Faktor – sorgen langfristig für steigende Aktienkurse. Denn je höher der jährliche Gewinn, den ein Unternehmen ausweisen kann, desto wertvoller wird es. Und desto attraktiver wird es für Anleger, denn diese können mit einer hohen Rendite rechnen. Studien belegen, dass Aktienkurse langfristig den Gewinnen folgen. Solange die Weltwirtschaft weiter wächst, können Anleger auch weiterhin davon ausgehen, dass Aktienkurse steigen werden.

 

Wovon hängen Aktienkurse ab?

Wie soeben angesprochen, widerspiegeln Aktienkurse die Gewinnlage eines Unternehmens. Doch die Gewinnentwicklung der Unternehmen hängt noch von anderen Faktoren ab. Die wichtigsten sind:

Konjunkturdaten und Stimmungsindikatoren

Wirtschaftsdaten haben großen Einfluss auf die Kurse von Aktien. Arbeitsmarktentwicklung, Investitionsverhalten der Unternehmen, Inflationsrate oder Kauflaune der Verbraucher sind einige Kennzahlen, die die Märkte nach unten oder oben korrigieren lassen. Denn der private Konsum trägt in vielen Ländern maßgeblich zur Wirtschaftsleistung bei.

Zinsentwicklung

Den kurzfristig größten Einfluss auf die Aktienmärkte haben die Notenbanken, denn sie steuern mit ihrer Geldpolitik das Zinsniveau. Fallende Zinsen führen oft zu höheren Aktienkursen. Der gegenwärtige Wert der künftig ausgeschütteten Gewinne steigt. Das macht Aktien attraktiver. Auch im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen wie Anleihen und Festgeld sind Aktien lukrativer, wenn die Zinsen sinken. Für Unternehmen werden Investitionen profitabler, da die Finanzierungskosten tiefer sind. Das nährt die Hoffnung auf höhere Gewinne. Steigende Zinsen hingegen haben tendenziell den entgegengesetzten Effekt.

Politik

Regierungen sind für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verantwortlich. Neue Gesetze oder Verordnungen können sich positiv oder negativ auf den Aktienmarkt oder auf einzelne Sektoren auswirken. Wie es bei der Liberalisierung der Finanzmärkte der Fall war. Internationale Banken profitieren von der Liberalisierung. Deren Börsenwert stieg im Vergleich zum Gesamtmarkt überproportional. Aufgrund der darauffolgenden Finanzkrise erließ die Politik aber äußerst restriktive Regulierungen, die sich negativ auf die Kurse der Bankinstitute auswirkten.

 

Wie viel Kapital braucht es, um in Aktien zu investieren?

Viele glauben, dass es für den Handel mit Aktien eine große Menge an Kapital braucht. Das ist ein Trugschluss. Es kann auch wenig Geld investiert und trotzdem eine hohe Rendite erwirtschaftet werden. Die meisten denken, dass sie nicht genug Geld haben, um dieses in Aktien anzulegen und wagen den Schritt daher nie. In Wahrheit kann man bereits mit weniger als 100 EUR an der Börse teilnehmen.

 

Nur Geld in Aktien investieren, das man in den nächsten 10 bis 15 Jahren nicht braucht

Am besten investiert man Geld, das man in den nächsten Jahren nicht benötigt. Je länger der Anlagehorizont ist, desto geringer ist die Gefahr, ausgerechnet in einer Krise verkaufen zu müssen. Natürlich ist es möglich, mit einer Aktie innerhalb kurzer Zeit eine ordentliche Rendite zu erzielen. Das setzt aber sehr gute Kenntnisse des Aktienhandels sowie eine hohe Risikobereitschaft voraus.

Grundsätzlich sollte man beim Handel mit Aktien viel Geduld und Zeit aufbringen. Wer meint, über Nacht reich zu werden, irrt gewaltig. Es kostet Zeit und Geld, um sich ein ordentliches Portfolio aufzubauen, das hohe Renditen abwirft. Als Anleger muss man sich damit anfreunden, dass mehrere Jahre vergehen können, bis man von hohen Renditen profitiert.

 

Mit diesen Strategien kann man in Aktien investieren

Eine klare Anlagestrategie zu haben, ist die Basis jeder Investition. Wer ohne Ziel und Plan an der Börse investiert, der wird in den meisten Fällen leer ausgehen.

Dividendenstrategie: regelmäßiges Einkommen

Es wird in Aktien investiert, die eine hohe Dividendenrendite aufweisen. Also solche Aktien, die verglichen zum Aktienkurs viel von ihrem Gewinn an den Anleger ausschütten. Für Anleger, die Wert auf regelmäßige Bargeldzahlungen legen (als passives Einkommen), ist diese Strategie besonders interessant, da die Dividenden regelmäßig (mindestens jährlich) ausbezahlt werden.

Momentumstrategie: vom Trend profitieren

Die Momentumstrategie wird auch die „Strategie der relativen Stärke“ genannt. Anleger gehen davon aus, dass der Trend der Kursentwicklung einer Aktie weiter anhalten wird. Ist also ein Titel in den letzten Monaten gestiegen, weist dieser eine positive relative Stärke auf. Investiert wird folglich in jene Aktien mit der höchsten relativen Stärke.

Value Investing: investieren wie Warren Buffett

Value-Investing ist die wohl bekannteste und verbreitetste Anlagestrategie und wurde von Benjamin Graham und Warren Buffet initiiert, letzterer gilt aktuell immerhin als der drittreichste Mensch der Welt. Diese Strategie basiert auf dem Ansatz, Aktien unter ihrem Wert zu kaufen. Oder wie Warren Buffett gesagt hat: Kaufe einen Dollar, aber bezahle nicht mehr als 50 Cent dafür.

Dafür werden folgende Kennzahlen berücksichtigt:

Growth Investing: Wachstum steht im Zentrum

Growth-Aktien sind Aktien von Unternehmen, die besonders stark wachsen. Es kann durchaus sein, dass diese Unternehmen aktuell noch Verluste schreiben. Doch Investoren glauben fest daran, dass sie morgen und übermorgen große Gewinne abwerfen werden. Bekannteste Beispiele dafür sind Facebook, Twitter, Google und Apple. Sie alle waren und sind teilweise noch solche Wachstumsunternehmen.

Deep Value Investing: Niedrigstes KGV

Diese Strategie basiert auf dem Ansatz des Value-Investings, ist aber noch simpler gehalten und konzentriert sich hauptsächlich auf günstige Bewertungen. Es wird nur in Aktien investiert, die ein besonders niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aufweisen.

Das KGV errechnet sich, indem der Aktienkurs durch den Gewinn pro Aktie geteilt wird. Bei einem KGV von X bezahlt man das X-fache des Jahresgewinns für ein Unternehmen. Je tiefer das KGV ist, desto attraktiver die Aktie.

Indexorientiertes Investieren: risikoarm und erfolgreich

Wer in einen Index investiert, reduziert sein Risiko massiv. Gleichzeitig zählt diese Strategie zu einer der erfolgreichsten. Es wird ganz einfach ein Index oder mehrere Indizes abgebildet, meist über einen kostengünstigen, passiven Fonds oder einen ETF. Die Rendite der Anlage entspricht dem jeweiligen Index, der abgebildet wird. Dies variiert je nach Region und Schwerpunkt des Index. Ein weiterer Vorteil, vor allem von ETFs, sind die geringen Gebühren.

 

 

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