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Rentenmarkt oder Aktienmarkt?

Der Rentenmarkt beinhaltet alle organisierten Märkte, an denen festverzinsliche Wertpapiere gehandelt werden. Staaten und Unternehmen können sich am Rentenmarkt refinanzieren, in dem sie Schuldscheine (Anleihen, Renten, Bonds) herausgeben und im Gegenzug dafür Kapital von den Anlegern erhalten. Diese Staaten und Unternehmen werden Emittenten genannt, die Herausgabe von Schuldscheinen ist die Emission. Anleger, die von einem Unternehmen eine Anleihe (Schuldschein) erworben haben, erhalten das Recht auf eine Rückzahlung ihres «Kredits» zu einem vorab festgelegten Zeitpunkt und auf regelmäßige Zinszahlungen.

 

So werden Anleihen am Rentenmarkt gehandelt

Am Rentenmarkt wird eine Vielzahl an festverzinslichen Wertpapieren gehandelt. Darum ist das Handelsvolumen am Rentenmarkt noch höher als am Aktienmarkt. Da es von verschiedenen Emittenten zahlreiche Anleihen mit jeweils unterschiedlichen Laufzeiten gibt, ist der Rentenmarkt oftmals wenig liquide. Es gibt also in den einzelnen Rentenpapieren geringe Umsätze. Auch die Preisbildung kann für den Anleger ungünstig sein.

Hinzu kommt die unterschiedliche Zahlungsfähigkeit der einzelnen Emittenten wie Staaten und Unternehmen. Und die verschiedenen Bedingungen für einzelne Kreditgeschäfte machen den Markt sehr heterogen. Es ist für einen Privatanleger daher nicht einfach, diversifiziert im Rentenmarkt zu investieren, da er dafür eine ganze Reihe von Anleihen erwerben muss.

 

Was sollten man als Privatanleger am Rentenmarkt beachten?

Aufgrund der Vielzahl der gehandelten Anleihen von unterschiedlichen Emittenten und mit verschiedenen Laufzeiten und Zinssätzen, ist der Rentenmarkt für den Privatanleger noch schwerer zu überblicken als der Aktienmarkt. Wem das Wissen und die Zeit fehlt, um sich intensiv mit Anleihen auseinanderzusetzen, der sollte Anleihen kleiner Unternehmen und Entwicklungsländern meiden. Denn anders als der Volksmund glaubt, bergen auch Anleihen ein Risiko. Gerade wirtschaftlich schwierige Zeiten können zu einem starken Kurs-Verlust, im Extremfall sogar zu einem Totalverlust, führen. Ein Totalverlust kommt vor, wenn das Unternehmen, also der Emittent, Pleite geht. Wer also in Anleihen investieren will, sollte große Emittenten wählen.

 

Welche Papiere werden am Rentenmarkt gehandelt?

Standardtypische Anleihen

Standardtypische Anleihen werden auch Straight Bonds genannt und werden von Emittenten mit guter Bonität zum Kurs von ca. 100% begeben. Der Nominalwert, also der Rückzahlungsbetrag, wird zu einem festgelegten Termin (in 5, 10, 20 oder 30 Jahren) zu 100% vom Emittenten zurückgezahlt. Der jährlich oder halbjährlich zu zahlende Zinskupon orientiert sich an der am Markt üblichen Verzinsung für die gleiche Restlaufzeit (= Kapitalmarktrendite, Kapitalmarktzins).

Floating Rate Notes

Der Zinssatz der Floating Rate Notes (FRN) variiert während der Laufzeit, es ist kein gleich bleibender Zinssatz. Basierend auf einem vordefinierten Rhythmus wird der Zinskupon laufend an den sich ändernden Geldmarktzins angepasst. Damit hat der Emittent eine langfristige Finanzierung sichergestellt und der Anleger immer eine jeweils marktgerechte Verzinsung.

Zero Bonds

Zero Bonds basieren nicht auf der Zahlung von Zinsen. Hier ist der Emissionskurs tiefer, er beinhaltet einen Abschlag. Die Rendite der gesamten Laufzeit wird am Fälligkeitstag ausgezahlt, wenn der Zero-Bond vom Emittenten zum Nominalwert zurückgezahlt wird.

Discount Bonds

Der Name Discount Bonds bezieht sich auf den tiefen Emissionskurs, der deutlich unter 100% liegt. Dafür gibt es nur eine geringe Verzinsung. Damit sind Discount Bonds eine Mischung zwischen den standardtypischen Anleihen und den Zero Bonds.

High Yield Bonds

High Yield Bonds, oder auch Junk Bonds genannt, sind risikoreiche Anleihen. Sie werden von Emittenten mit minderer Bonität ausgegeben, die wegen des zu kalkulierenden Ausfallrisikos eine deutlich höhere Rendite als Anleihen mit guter Schuldnerbonität auszahlen.

Wandelanleihen

Wandelanleihen haben eine tiefe Verzinsung. Dafür hat der Inhaber das Recht, die Anleihe in Aktien des Emittenten zu tauschen. Dieses Recht wird vom Anleger wahrgenommen, wenn der Aktienkurs deutlich angestiegen ist. Dadurch erzielt er einen entsprechenden Gewinn.

Optionsanleihen

Optionsanleihen funktionieren ähnlich wie Wandelanleihen. Sie haben einen geringen Zinskupon und einen Emissionskurs, der deutlich über 100% liegt. Dafür beinhalten sie einen Optionsschein, der es dem Inhaber erlaubt, eine definierte Anzahl von Aktien zu einem fixierten Kurs und zu einem festgelegten zukünftigen Zeitpunkt zu erwerben. Der Kurs wird bei Emission der Optionsanleihen festgelegt.

Besicherte Anleihen

Der Schuldner kann sein Risiko mit verschiedenen Vermögenswerten absichern. Anleihen, die mit zusätzlichen Vemögensgegenständen besichert werden, nennen sich Asset Backed Securities. Es gibt unterschiedliche Kategorien:

  • CMO ( = Collateralized Mortgage Obligations, Besicherung durch Hypothek)
  • CCR ( = Credit Card Receivables, Besicherung durch Forderungen an Kreditkartennutzer
  • CBO ( = Collateralized Bond Obligation, Besicherung durch ein Anleiheportefeuille)
  • CLR ( = Car Loan Receivables, Besicherung durch Forderungen an Autokreditschuldner)

 

 

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