Jonathan Neuscheler | AlleAktien Gründer, leidenschaftlicher Value-Investor, 4 Jahre Berufserfahrung in der Aktienanalyse und Abschluss als Bachelor of Arts (B.A.)

Ich bin begeisterter Value-Investor mit Fokus auf Dividendenaktien. Meine Strategie: Ich strebe langfristig die finanzielle Freiheit an. Mein Ziel ist es, von Jahr zu Jahr steigende Dividendeneinnahmen zu erreichen. Dabei bin ich langfristig denkend und agierend. Ich suche mir in Aktienanalysen systematisch Aktien mit einer hohen Renditeerwartung aus. An diesen beteilige ich mich dann und bleibe meist viele Jahre investiert. Ich schwimme gerne gegen den Strom. Eine rationale Vorgehensweise ist mir sehr wichtig. Daher analysiere ich genau, was ich kaufe, bevor ich kaufe. Ich achte darauf, so wenig Risiken wie möglich einzugehen. Dies gelingt durch eine genaue Aktienanalyse und eine sinnvolle Diversifikation.

BASF Aktienanalyse: Das beliebte DAX-Unternehmen im Check

Aktienanalyse BASF SE
WKN BASF11
Preis 85 EUR
Ausstehende Aktien 918 Mio.
Marktkapitalisierung 78.030 Mio. EUR
Nettoverschuldung 11.500 Mio. EUR
Enterprise Value 89.530 Mio. EUR
Datum 06.04.2018

 

Überblick-BASF Aktienanalyse

  • BASF ist eines der größten deutschen Unternehmen und zugleich eines der größten Chemieunternehmen weltweit.
  • Der Chemiemarkt wächst schneller als die Weltwirtschaft. BASF wächst schneller als der Chemiemarkt, kann den Marktanteil Jahr für Jahr ausbauen.
  • BASF arbeitet seit Jahren mit hohen Gewinnmargen. Die Verschuldung ist gering.
  • Die Dividendenrendite beträgt aktuell über 3,6% und ist damit eine der höchsten Dividendenrenditen im DAX. BASF hat seit 2009 die Dividende in jedem einzelnen Jahr angehoben. Auch in Zukunft soll die Dividende in jedem Jahr gesteigert werden, mindestens aber beibehalten werden.
  • In dieser BASF Aktienanalyse stelle ich ausführlich vor, womit BASF sein Geld verdient, welche Chancen und Risiken eine Investition in BASF mit sich bringt und gebe eine Einschätzung über die langfristige Renditeerwartung der BASF-Aktie.

 

Aufbau dieser Aktienanalyse

  1. Geschäftsmodell
  2. Bewertung
  3. Risiken
  4. Fazit

 

1. Geschäftsmodell: BASF ist eines der größten Chemieunternehmen der Welt

Mission: „We create chemistry for a sustainable future“

Auf unserer Welt leben immer mehr Menschen. Diese fordern einen Zugang zu Nahrung, Wasser, Energie, Rohstoffen, Wohnraum, Gesundheitsversorgung und auch zu Wohlstand. Zugleich sind die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen begrenzt. Chemieprodukte helfen dabei, beide Interessen in den Einklang zu bringen. Durch die Zugabe von Chemikalien verbessern sich die Eigenschaften von anderen Produkten.

 

Beschreibung des Geschäftsmodells

Gründung und Entwicklung: Am 6.April 1865 gründete Friedrich Engelhorn die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF). Damals wurde erstmals versucht, den bei der Leuchtgasherstellung anfallenden Steinkohleteer nicht mehr wegzuwerfen, sondern weiterzuverkaufen. Schon bald konnten daraus Farbstoffe für die Textilindustrie gewonnen werden.

Durch innovative Forschung wurde schnell eine ganze Palette an Farbstoffen zur Verfügung gestellt. Durch rege Kundennachfrage und immer wieder neue Produkte wuchs der Konzern ziemlich schnell zu einem der Vorzeigeunternehmen der deutschen Wirtschaft heran.

Die letzten 50 Jahre: 1965 erwirtschaftete BASF erstmals über 4 Mrd. DM Umsatz, bei über 50.000 Mitarbeitern. In den Jahren danach wurden immer wieder Wettbewerber übernommen und die Produktionskapazität nach und nach ausgebaut.

Kostenvorteile durch das Verbund-Prinzip: BASF ist vor allem durch das Modell des Verbund-Prinzips erfolgreich geworden. An großen Produktionsstandorten wie Ludwigshafen am Rhein wird vom Ausgangsprodukt Rohöl bis zu den letzten Endprodukten alles an einem Standort produziert. Transportwege und Transportkosten können nahezu vollständig eingespart werden. Die Abwärme eines Betriebes steht anderen Betrieben als Energie zur Verfügung.

BASF heute: Die BASF SE ist mit einem Umsatz von rund 64 Mrd. EUR eines der größten Chemieunternehmen weltweit. Das Unternehmen hat seine Geschäfte in fünf verschiedene Segmente aufgeteilt.

Die fünf Geschäftssegmente von BASF

Quelle: BASF SE

Quelle: BASF SE

Chemicals: Mit einem Umsatzanteil von 25% und einem EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) von 5,4 Mrd. EUR der mit Abstand größte Ertragsbringer des Unternehmens. Im Geschäftsbereich „Chemicals“ werden Grundprodukte für die chemische Industrie und die Kunststoffindustrie hergestellt.

Das Sortiment reicht dabei von Lösemitteln und Weichmachern über Leime und Farben hin zu Ausgangsstoffen von Waschmitteln, Kunststoffen, Textilien und Medikamenten. Diese Basischemikalien werden an viele verschiedene Abnehmer auf allen Kontinenten verkauft. BASF ist global aufgestellt.

Die Gewinne dieser Sparte hängen stark von der konjunkturellen Lage ab. Je besser es der Weltwirtschaft geht, desto mehr Geld kann verdient werden. Mittel- und langfristig erwartet BASF in dieser Sparte steigenden Wettbewerbsdruck aus Asien und v.a. aus China.

 

Quelle: BASF SE

Performance Products: Im Segment „Performance Products“ werden mit Zugabe von Chemikalien Alltagsprodukte verbessert. Die chemischen Grundprodukte werden durch Weiterentwicklung zu ausgefeilten Produkten mit vorteilhaften Eigenschaften gemacht.

Beispielsweise werden Vitamine hergestellt und verkauft. Viele Inhaltsstoffe von Produkten der täglichen Anwendung stammen von BASF: Grundstoffe für Hygieneartikel, Kosmetik aber auch die Papierindustrie. Die Geschäftstätigkeiten des Chemieriesen reichen in (fast) jeden vorstellbaren Bereich.

In diesem Segment ist die Ertragslage bereits viel robuster als bei der Herstellung der Basischemikalien. Durch enge Zusammenarbeit mit den Kunden werden spezifische Lösungen entwickelt und in langfristigen Verträgen verkauft.

 

Quelle:BASF SE

Functional Materials & Solutions: Im Segment „Functional Materials & Solutions“ werden kundenspezifische Lösungen gebündelt.

So fertigt BASF beispielsweise Autokatalysatoren, Batteriematerialien, Auto-und Industrielacke. Die BASF SE ist einer der größten Automobilzulieferer weltweit. Egal, ob E-Auto oder Verbrennungsmotor, BASF verdient immer Geld. Denn E-Autos sind auf eine spezielle Zellchemie angewiesen. Der Trend des Leichtbaus sorgt außerdem dafür, dass in Autos immer mehr Bauteile aus leichtem Kunststoff statt aus schwerem Metall gefertigt werden.

 

Quelle: BASF SE

Agricultural Solutions: In der Agrarchemiesparte von BASF werden Fungizide (Schutz von Nutzpflanzen vor Pilzen), Herbizide (Schutz von Nutzpflanzen vor Unkraut) und Insektizide (Schutz von Nutzpflanzen vor Insekten) entwickelt, hergestellt und verkauft.

 

Diese Sparte ist umsatzmäßig sehr klein, dafür aber sehr profitabel. Bei einem Umsatz von 5,6 Mrd. EUR konnte ein operativer Gewinn von 1,0 Mrd. EUR erwirtschaftet werden, was einer Gewinnmarge von mehr als 18% entspricht.

 

Quelle: BASF SE

Oil & Gas: Im Segment Oil & Gas ist BASF mit seiner Tochter Wintershall im Explorationsgeschäft von Erdöl und Erdgas unter anderem in Russland tätig. Dieser Geschäftsbereich macht insofern Sinn, weil BASF bei der Produktion der Produkte aus den anderen vier Sparten viel Energie verbraucht.

Die allermeisten Chemiekonzerne sind daher abhängig von der Energiekostenentwicklung. BASF aber fördert zusammen mit Gazprom sein eigenes Gas und ist so gegen schwankende Preise abgesichert: Steigen die Energiekosten, wird zwar die Produktion der vier anderen Geschäftsbereiche teurer, aber auf der anderen Seite verdient Oil & Gas mehr Geld. Unterm Strich ist BASF mit diesem „Natural Hedge“ langfristig solide aufgestellt. In 2017 hat sich der Gewinn dieser Sparte mit einem Anstieg des Ölpreises von durchschnittlich 44 USD in 2016 auf 54 USD in 2017 ein Stück weit normalisiert. In 2018 dürfte der durchschnittliche Ölpreis um 65 USD je Barrel liegen. Daher können wir davon ausgehen, dass die Gewinne in dieser Sparte erneut anziehen werden.

Über alle Segmente hinweg konnte der operative Gewinn 2017 um 35,8% auf 8,5 Mrd. EUR gesteigert werden. Die sich verbessernde Konjunktur, Preiserhöhungen und der angestiegene Ölpreis waren die Haupttreiber für das Gewinnwachstum in 2017.

Laut Unternehmensprognose soll in 2018 ein leichtes Umsatz- und Gewinnwachstum erzielt werden.

 

Märkte, in denen BASF aktiv ist 

Quelle: BASF SE

BASF ist ein wirklich globales Unternehmen. Die Forschungs- und Entwicklungsstandorte sowie die Produktionsstandorte sind auf der gesamten Welt verteilt.

Region Umsatzanteil
Europa 45%
Nordamerika 24%
Asien-Pazifik 22%
Südamerika, Afrika, Nahost 9%

Burggraben/Pricing Power

BASF hat in 2017 bei einem Umsatz von 64 Mrd. EUR einen operativen Gewinn von 8,5 Mrd. EUR erwirtschaftet. Eine Gewinnmarge von beachtlichen 13,3%. Doch warum gelingt es diesem Unternehmen, derart profitabel zu sein? Dafür gibt es eine Reihe von Gründen:

Das Konzept der Verbundstandorte, also den gesamten Produktionsprozess bis hin zum Endprodukt an einem Ort zu bündeln, hilft dabei, möglichst günstig produzieren zu können. Transportkosten, aber auch Energiekosten können gespart werden.

Skaleneffekte: BASF ist eines der größten Chemieunternehmen mit über 150-jähriger Unternehmensgeschichte. Die enorme Größe hilft dabei, noch effizienter produzieren zu können.

Herstellung von Hightech-Produkten und hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung: Mit dieser Strategie gelingt es BASF, die Abhängigkeit vom sehr konjunktursensiblen Segment Chemicals zu reduzieren. Das Segment Chemicals machte in 2017 nur noch 25% der Umsätze aus.

Jährlich investiert BASF rund 2 Mrd. EUR in Forschung und Entwicklung. Über 10.000 Mitarbeiter arbeiten an der Entwicklung neuer und der Verbesserung bestehender Produkte. BASF spezialisiert sich in der Forschung und Entwicklung auf drei Bereiche: Die Lebensqualität erhöhen, unsere Ernährung zu verbessern und sicherstellen und darauf, die Umwelteigenschaften der Produkte zu verbessern.

In 2017 konnten beispielsweise folgende Produkte neu eingeführt werden:

  • Durch die Zugabe einer Chemikalie kann Papier auch bei hohem Recycling-Anteil schneeweiß werden.
  • Es wurden neue Innenfarben entwickelt, die deutlich umweltverträglicher sind.
  • „Cool-Dächer“ sorgen dafür, dass sich Häuser bei Sonneneinstrahlung nicht so stark aufheizen. Außerdem steigt die Lebensdauer dieser Dächer durch eine neue Chemikalien-Kombination um bis zu 30 Jahre an.
  • Neue Katalysatoren filtern noch mehr Schadstoffe aus der Luft.
  • Durch die Zugabe von Chemikalien hält Beton noch länger an und bildet weniger Risse aus. Dadurch kann die Haltbarkeit von Brücken und Gebäuden erhöht werden und zugleich können die Instandhaltungsmaßnahmen billiger durchgeführt werden.
  • Noch kratzfestere und UV-beständigere Autolacke schützen die Autokarossen besser als je zuvor.

 

Langfristige Strategie von BASF

In der Chemiebranche herrscht starker Konsolidierungsdruck. Einerseits haben sich die US-Konkurrenten DuPont und Dow Chemical zum gemeinsamen Unternehmen DowDuPont zusammengeschlossen. Doch damit nicht genug: Dieses neue Unternehmen soll sich bald in drei neue Unternehmen aufspalten, jede Sparte wird zu einem neuen Unternehmen. Die drei neuen Unternehmen sollen dann hochspezialisiert sein und so nachhaltig erfolgreicher werden.

In der Agrarchemie ist das Übernahmefieber noch größer: ChemChina hat sich das Schweizer Unternehmen Syngenta für rund 40 Mrd. EUR einverleibt.

Bayer hat rund 60 Mrd. EUR für die Übernahme von Monsanto geboten. Derzeit sammelt Bayer die letzten Genehmigungen von Kartellbehörden ein, um die Übernahme dann abzuschließen.

Gerade im lukrativen Agrarbereich sind damit nahezu alle potentiellen Übernahmeziele verschwunden. BASF hat sich erst einmal nichts vom Kuchen gesichert und agiert jetzt mit einer sehr kleinen Sparte.

Für dieses „Nichtstun“ wurde der Vorstandsvorsitzende von BASF, Dr. Kurt Bock, oft kritisiert. Doch nun stellt sich heraus, dass es sehr klug gewesen sein kann, einfach mal nichts zu tun. Zum einen waren die Preise, die geboten worden sind, nicht gerade günstig. Schnäppchen geschossen hat kein Unternehmen. Zum anderen ist gerade Bayer mit der Übernahme von Monsanto vielen Kartellbehörden viel zu mächtig geworden.

Die Folge: Bayer wird gezwungen, Teile des Geschäftes zu verkaufen, um die Übernahme von den Behörden genehmigt zu bekommen. Und genau darüber kann sich BASF ausgiebig freuen.

Quelle: BASF SE

Wie auf der Grafik zu sehen ist, konnte sich BASF im Oktober 2017 wesentliche Teile des Saatgut- und Herbizidgeschäftes von Bayer sichern. Dieser Teil des Bayer-Geschäftes wächst mit 15% pro Jahr.

Doch damit nicht genug: Im März 2018 wurde bekannt, dass sich BASF in exklusiven Gesprächen mit Bayer zum Erwerb des Gemüsesaatgutgeschäfts von Bayer befindet. Bayer wird von den Kartellbehörden gezwungen, immer mehr Anteile abzuspalten, um die Übernahme von Monsanto genehmigt zu bekommen. Und BASF nimmt jeden Teil gerne entgegen, um das eigene Geschäft zu verstärken.

Außerdem hat BASF in den letzten Monaten zwei weitere kleinere Übernahmen verkündet, die das EBITDA um rund 400 Mio. EUR jährlich erhöhen werden.

BASF verfolgt alles in allem eine sehr ruhige, ausgewogene Strategie ohne große Risiken. Das Unternehmen ist sehr gering verschuldet und wächst neben dem Ausbau der eigenen Produktion durch gezielte Übernahmen. BASF übernimmt andere Unternehmen aber immer nur dann, wenn der Kaufpreis stimmt.

 

Langfristige Trends der Chemiebranche

Immer mehr Menschen auf dieser Welt, die immer wohlhabender werden, fragen immer mehr Produkte nach. Und da unsere Produkte immer günstiger und umweltverträglicher werden sollen, dabei aber gleichzeitig leichter, stabiler, haltbarer und schöner, sind Chemikalien gefragter als je zuvor.

In den letzten Jahren hat das Wachstum des Chemiesektors das Weltwirtschaftswachstum stets übertroffen. Eine Faustregel besagt, dass der Chemiesektor rund 1,5-fach so schnell wie die Weltwirtschaft wächst. Geht man von einem langfristigen Wachstum der Weltwirtschaft von rund 3% pro Jahr aus, dürfte der Chemiesektor etwas über 4% pro Jahr wachsen.

Dazu kommt, dass BASF durch den Ausbau der eigenen Produktion und gezielte Übernahmen seinen Marktanteil Stück für Stück ausbaut und so nochmals stärker als der Chemiesektor allgemein wachsen kann. Daher traue ich BASF langfristig betrachtet rund 5% Umsatzwachstum pro Jahr zu.

Mittel- und langfristig wird BASF im Geschäft mit den Grundchemikalien einem immer stärkeren Preiswettbewerb aus Asien ausgesetzt sein. Doch BASF reagiert schon seit Jahrzehnten auf dieses Risiko und verstärkt sich in den Hightech-Sparten. Hier können andere Unternehmen bei weitem nicht so leicht eindringen.

 

Management von BASF

Dr. Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender der BASF SE. Quelle: BASF SE

Dr. Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender der BASF SE. Quelle: BASF SE

Die BASF SE wird seit 2011 von Dr. Kurt Bock geführt. Herr Bock gilt als rationaler, kühler Rechner. Manch einer hat ihm vorgeworfen, zu wenig an der BASF zu verändern, weil er im Übernahmepoker nicht mitgemacht hat. Mit den letzten 3 Akquisitionen hat Herr Bock aber bewiesen, klug gehandelt zu haben. Ohne sich zu überschulden oder sehr hohe Preise zu zahlen, ist es ihm gelungen, die BASF zu verstärken.

Im Mai 2018  übergibt Herr Bock sein Amt an seinen Vorstandskollegen Martin Brudermüller. Der gilt als temperamentvoller und charismatischer als Herr Bock.

 

Aktionärsstruktur der BASF SE

BASF hat über 500.000 Aktionäre. Es fehlen jedoch Ankeraktionäre.

 

2. Bewertung der BASF-Aktie

BASF erreicht im AlleAktien-Qualitätsscore 7/10 Punkten

BASF erreicht im AlleAktien-Qualitätsscore 7 von 10 Punkten. Damit kommt BASF in die Liste der erlesenen AlleAktien-Qualitätsaktien.

BASF erreicht im AlleAktien-Qualitätsscore 7 von 10 Punkten. Damit kommt BASF in die Liste der erlesenen AlleAktien-Qualitätsaktien.

Der AlleAktien-Qualitätsscore stellt übersichtlich auf einer Folie dar, wie attraktiv ein Unternehmen für eine langfristige  Investition ist. Je höher der Score, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer nachhaltigen Wertsteigerung des Unternehmens. BASF erreicht mit 7 von 10 Punkten eine gute Platzierung und wird in die Liste der erlesenen AlleAktien-Qualitätsaktien aufgenommen.

Das geringe Umsatzwachstum der letzten 10 Jahre sowie das geringe erwartete Umsatzwachstum der kommenden Jahre und das geringe erwartete Gewinnwachstum der kommenden Jahre haben eine noch bessere Platzierung verhindert. Hier zeigt sich: BASF tut sich mit seiner bereits erreichten Größe sehr schwer damit, weiterhin deutlich zu wachsen und damit ein besonders hohes Renditepotential für seine Aktionäre zu heben.

Das Unternehmen verwendet daher einen Teil seiner Gewinne, um eine attraktive Dividende auszubezahlen und seine Aktionäre so bei Laune zu halten.

 

Wachstumskennziffern-Umsatzentwicklung von BASF

Die Umsatzentwicklung der BASF SE über die letzen 10 Jahre.

BASF konnte den Umsatz in den letzten 10 Jahren nur leicht steigern. Finanzkrise, Ölpreisrückgang und der Verkauf von Geschäftsteilen haben das Wachstum ausgebremst. In der Zukunft ist mit höheren Wachstumsraten zu rechnen.

Kommen wir nun zu der Umsatzentwicklung. In den letzten 10 Jahren konnte der Umsatz nur leicht um durchschnittlich 2,0% pro Jahr gesteigert werden. Zum einen hat die Finanzkrise 2008/2009 das Weltwirtschaftswachstum vorübergehend ausgebremst, was zu einem Umsatzrückgang geführt hat. Zum anderen wurde 2016 das Geschäft mit Gasspeichern an Gazprom verkauft. Dieses hat zwar hohe Umsätze, aber nur sehr geringe Erträge eingebracht. Der seit 2011 deutlich gesunkene Ölpreis hat außerdem dazu geführt, dass die Umsätze nicht so stark angestiegen sind.

In den kommenden drei Jahren erwarten die Analysten ein jährliches Wachstum der Umsätze von rund 3,8% und damit leicht mehr als in der Vergangenheit. Für mich klingt das plausibel, da sich die drei Sondereffekte der letzten 10 Jahre langfristig so nicht mehr wiederholen sollten.

Auf Sicht von vielen Jahren rechne ich persönlich mit rund 5% Umsatzwachstum.

Das jährliche Umsatzwachstum der BASF SE über die letzten 10 Jahre.

Das Umsatzwachstum von BASF hängt an der Konjunktur und der Entwicklung der Ölpreise. 2016 wurde das Geschäft mit Gasspeichern verkauf.

Wie wir auf dieser Grafik erkennen können, ist BASF ein konjunkturabhängiges Unternehmen. Der Umsatzrückgang des Jahres 2016 ist mit dem Verkauf des Gasspeicher-Geschäfts zu erklären. Wir sollten auch nicht vergessen, dass sich ändernde Wechselkurse kurzfristig erhebliche Auswirkungen auf die jährliche Wachstumsrate der Umsätze haben können.

Wachstumskennziffern-Gewinnentwicklung von BASF

Die Gewinnentwicklung der BASF SE über die letzten 10 Jahre.

In den letzten 10 Jahren gab es ein Auf und Ab bei den Gewinnen. 2017 war ein sehr erfolgreiches Jahr. In Zukunft dürften die Gewinne weiter anziehen.

Die Gewinnentwicklung von BASF schaut schon deutlich stabiler als die Umsatzentwicklung aus. Allerdings sieht man auch hier die Konjunkturabhängigkeit.

Die Entwicklung der Gewinnmarge der BASF SE über die letzten 10 Jahre.

Die Gewinnmarge schwankte in den letzten 10 Jahren zwischen 7% und 13%. Selbst in der Finanzkrise 2009 konnten weiterhin Gewinne erwirtschaftet werden.

In 2017 ist es BASF gelungen, die Gewinnmarge deutlich zu steigern. Mit 13,3% liegt diese auf dem höchsten Niveau des Abbildungszeitraumes. Generell fällt auf, dass die erzielte Gewinnmarge sehr ordentlich ausfällt.

 

Wachstumskennziffern-Dividendenentwicklung von BASF

Die Entwicklung der Dividende der BASF SE über die letzten 10 Jahre.

Die Dividendenentwicklung von BASF gefällt mir sehr. In der Finanzkrise 2009 wurde die Dividende einmalig von 1,90 EUR auf 1,75 EUR gekürzt. Seitdem geht es in jedem Jahr bergauf. Die Dividendensteigerungsdynamik hat in den letzten Jahren aber nachgelassen.

BASF ist eine der beliebtesten Aktien unter Privatanlegern. Dafür mitverantwortlich: Die Dividende. Im Mai 2018 werden die Aktionäre 3,10 EUR je Aktie erhalten. Das macht eine Dividendenrendite von immerhin 3,6%.

Zudem hat BASF bekannt gegeben, die Dividende in jedem Jahr steigern zu wollen. Zumindest aber auf dem Niveau des Vorjahres konstant zu halten. Selbst in der Finanzkrise wurde eine Dividende von 1,70 EUR je Aktie ausbezahlt. Schon im Jahr nach der Finanzkrise ging es auf ein neues Rekordniveau. Die Dividende steigt nun seit acht Jahren in jedem Jahr an.

Die letzten 10 Jahre ist die Dividende „nur“ noch um 10 Cent/Jahr angestiegen. Das macht ein jährliches Dividendenwachstum von rund 3%. Die Analysen erwarten in den nächsten Jahren eine leichte Beschleunigung des Dividendenwachstums.

Die Entwicklung der Dividendenrendite von BASF-Aktien über die letzten 10 Jahre.

In den letzten 10 Jahren lag die Dividendenrendite der BASF-Aktie meist um die 4%. Auf Basis des Schlusskurses von 2008 lag die Dividendenrendite sogar bei über 7%. Im Nachhinein eine klare Kaufgelegenheit.

Noch spannender ist der Blick auf die Entwicklung der Dividendenrendite: Die aktuell rund 3,6% erscheinen im Vergleich zur Rendite auf Sparbücher oder Bundesanleihen sehr attraktiv. Doch wir sollten nicht vergessen: In den letzten 10 Jahren war die Dividendenrendite von BASF-Akien in fast jedem Jahr höher gewesen.

Viele erfolgreiche Privatanleger kaufen die BASF-Aktie immer dann, wenn die Dividendenrendite größer als 4% ist. Und je höher sie ist, desto stärker kaufen sie zu. Ich persönlich habe beispielsweise anfangs 2016 zu Kursen knapp unter 60 EUR einige BASF-Aktien gekauft. Bereits zwei Jahre nach Kauf erreicht meine persönliche Dividendenrendite auf den Einstandskurs 5,2%.

Erwartete Dividendenentwicklung Dividendenrendite auf den aktuellen Kurs
3,25 EUR 3,8%
3,36 EUR 4,0%
3,48 EUR 4,1%

BASF verwendet rund die Hälfte seiner hohen Gewinne und Free Cash Flows für die Zahlung der Dividende. Der Rest wurde in den vergangenen Jahren stets in den Ausbau der Produktion oder in Übernahmen investiert. Von 2007 auf 2008 hat BASF zudem rund 4% der ausstehenden Aktien im Rahmen eines Aktienrückkaufprogramms zurückgekauft.

Langfristig rechne ich persönlich mit einer jährlichen Dividendensteigerung von rund 5% pro Jahr plus Inflation, analog zum Umsatzwachstum. Sofern es nicht erneut zu einer äußerst heftigen Wirtschaftskrise kommt, sollte die Dividende zudem in jedem Jahr ansteigen oder zumindest konstant gehalten werden können.

Das macht die BASF-Aktie zu einer Art „Aktiensparbuch“, wie ich zu sagen pflege. Was meine ich damit? Da der Kauf von BASF-Aktien die Beteiligung an einem Unternehmen mit allen Chancen, aber auch Risiken bedeutet, ist nichts absolut sicher. In 2009 hat BASF seine Dividende für ein Jahr ein wenig gekürzt. Trotzdem gehe ich davon aus, dass die BASF-Dividende unter normalen Umständen Jahr für Jahr ansteigen dürfte und sich zumindest schnell erholen dürfte.

Im Gegenzug zu einem echten Sparbuch ist nicht nur die aktuelle „Verzinsung“ mit 3,6% viel attraktiver, sie steigt im Laufe der Zeit auch stetig an. Wer BASF-Aktien in den früher 90ern gekauft hat, erhält heute bereits eine Dividendenrendite auf den Einstandskurs von über 50%! Dieser Umstand macht die BASF-Aktie zu einer sehr spannenden, langfristigen Investition.

 

Rentabilitätskennziffern von BASF

Zum 31.12.2017 betrug das Eigenkapital der BASF SE 34.756 Mio. EUR. Eine enorme Summe.

Um auf das tangible (greifbare, echte, bereinigte) Eigenkapital der BASF SE zu kommen, sollte der Goodwill abgezogen werden. Dieser beträgt im Falle der BASF SE rund 10.000 Mio. EUR. Somit beträgt das tangible Eigenkapital der BASF zum 31.12.2017 24.756 Mio. EUR.

Die Nettoverschuldung der BASF beträgt zum 31.12.2017 rund 11.500 Mio. EUR.

Somit arbeitet BASF mit einem verzinslichen Kapital (Capital Employed) von rund 36.256 Mio. EUR.

Die BASF SE erzielt also eine Kapitalverzinsung (ROCE) von 23,5%. Ein sehr guter Wert. Bereits eine Kapitalverzinsung von 15% gilt als überdurchschnittlich und deutet darauf hin, dass ein Unternehmen einen oder mehrere Burggräben hat. Je höher die Kapitalverzinsung, desto höher der wichtige Free Cash Flow. Je stärker sich das eingesetzte Kapital eines Unternehmens verzinst, desto leichter kann es Wachstum finanzieren und trotzdem eine hohe Dividende an seine Aktionäre auszahlen.

Auch die Eigenkapitalrendite von 25,6% auf das tangible-Eigenkapital ist ein überdurchschnittlich hoher Wert. BASF ist also ein sehr rentables Unternehmen, dem es bereits seit Jahren gelingt, hohe Gewinne zu erwirtschaften.

 

BASF ist sehr gering verschuldet

Zum 31.12.2017 betrug die Nettofinanzverschuldung der BASF 11.500 Mio. EUR. Das entspricht dem 1,3-fachen operativen Jahresgewinn des Jahres 2017. Sofern ein Unternehmen unter dem 4-fachen operativen Jahresgewinn verschuldet ist, bekommt es in der Regel das begehrte Investment-Grade-Rating. BASF ist weit darunter und könnte mit etwas mehr als einem operativen Jahresgewinn alle Schulden zurückzahlen.

BASF besitzt eine freie Verschuldungskapazität von rund 22.000 Mio. EUR bis zur 4-fachen Verschuldung des operativen Gewinns. Die bereits ausgehandelte Übernahme des Saatgut-Geschäfts von Bayer kann BASF also locker ohne Kapitalerhöhung stemmen. Aktionäre, die sich an BASF beteiligen, beteiligen sich an einem sehr stabilen und gering verschuldetem Unternehmen.

Auch der maximale Gewinnrückgang der letzten 10 Jahre (Drawdown) ist mit 49% eher gering. Klar, ein Gewinnrückgang von 49% ist nicht ohne. Allerdings herrschten zur Zeiten der Finanzkrise 2009 auch wirklich schlechte Rahmenbedingungen. Die schlechtesten seit den 1930er-Jahren. Die Unternehmen, denen es selbst in diesen Zeiten noch gelingt, mehr als die Hälfte der Vorkrisengewinne zu erwirtschaften, kann meiner Meinung nach nichts so leicht umhauen.

Wir halten also fest: Zum einen ist die BASF SE gering verschuldet und zum anderen ist die Ertragslage relativ stabil. Gerade diese Robustheit hat auch dazu beitragen, dass die BASF SE 7 von 10 möglichen Punkten im AlleAktien Qualitätsscore erreichen konnte.

 

Einordnung nach Peter Lynch

Da der maximale Gewinnrückgang der letzten 10 Jahre unter 50% liegt, stufe ich die BASF SE in die Kategorie der besonders begehrten nicht-zyklischen Aktien ein. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Gewinne langfristig „wie auf Schienen“ von links unten nach rechts oben ansteigen.

Mit einem erwarteten jährlichen Gewinnwachstum von 2018-2020 von 3,0% befindet sich die BASF SE zwischen einer Slow-Grower und einer Average-Grower-Aktie. Was beide Kategorien gemeinsam haben: Man sollte das Unternehmen dann kaufen, wenn die aktuelle Bewertung unter dem historischen Durchschnitt liegt. Das ist meist dann der Fall, wenn die Dividendenrendite über dem historischen Durchschnitt liegt.

Aktuell notiert die Dividendenrendite mit rund 3,6% leicht unter dem historischen Durchschnitt. Werfen wir nun einen Blick auf die Bewertung.

 

Renditeerwartung-Bewertung der BASF SE

Die Bewertung der BASF-Aktie nach EV/EBIT-Verhältnis über die letzten 10 Jahre.

BASF ist auf Basis der historischen Durchschnitte aktuell fair bewertet. Durch den erwarteten Gewinnanstieg der nächsten Jahre hätte die Aktie bis 2020 deutliches Potential, wenn die Bewertung auf dem aktuellen Niveau bleiben würde.

Das EV/EBIT-Verhältnis ist wie das KGV zu lesen: Je niedriger, desto günstiger. Im Gegensatz zum KGV wird auch die Verschuldung berücksichtigt. Das EV/EBIT-Verhältnis der BASF SE lag in den letzten 10 Jahren bei durchschnittlich 10,6 und in den letzten fünf Jahren bei durchschnittlich 11,9.

Das aktuelle EV/EBIT-Verhältnis liegt mit einem Wert von 11,1 genau in der Mitte der beiden historischen Durchschnitte. Die BASF-Aktie ist im April 2018 bei einem Kurs von 85 EUR also weder günstig, noch teuer, sondern einfach fair bzw. im historischen Durchschnitt bewertet.

Kommen wir nun zur Renditeerwartung:

Die Renditeerwartung beschreibt die jährliche Rendite, die wir von einer Investition langfristig jährlich erwarten können. Sie setzt sich aus zwei Faktoren zusammen: Der aktuellen Bewertung im Verhältnis zum langfristigen Mittelwert der Bewertung und aus dem Gewinnwachstum sowie den Ausschüttungen während der Haltedauer der Aktie.

Die aktuelle Bewertung ist wie eben beschrieben genau im historischen Mittelwert. Somit dürfte die langfristig zu erwartende, jährliche Rendite die Summe aus Dividendenrendite und jährlichen Gewinnwachstum sein.

 

 

Renditeerwartung-IRR-Modell

Da bei der BASF SE die EV/EBIT-Bewertung in den letzten 10 Jahren relativ konstant schwankend um den Mittelwert von 11 geblieben ist, können wir auch für die Zukunft vereinfachend annehmen, dass die Bewertung um das EV/EBIT-Verhältnis von 11 schwanken dürfte.

Nun treffen wir noch eine zweite Annahme: Umsatzwachstum=Gewinnwachstum. Tendenziell dürfte die Gewinnmarge mit steigender Größe ansteigen, sodass das Gewinnwachstum das Umsatzwachstum die nächsten Jahre deutlich übersteigen wird.

Mit diesen beiden Annahmen können wir die langfristig zu erwartende Rendite mit dem IRR-Modell bestimmen:

  • Erwartetes jährliches Umsatzwachstum von 3% in den nächsten 3 Jahren und 5% zzgl. 1-2 % Inflation bei langfristiger Betrachtung (ergibt sich aus 3% Wirtschaftswachstum, 4% Wachstum der Chemieindustrie und 1% Wachstum des Marktanteils pro Jahr)
  • Die Free Cash Flow Rendite liegt bei aktuell 7,2%.
  • Dadurch ergibt sich eine zu erwartende langfristige jährliche Rendite von ca. 10,2-14,2% pro Jahr, sofern das Bewertungsniveau konstant bleibt. Das würde in 10 Jahren einen Kurs je Aktie von 224-321 EUR bedeuten. Tatsächlich wird der Kurs natürlich niedriger sein, weil Dividenden ausbezahlt werden. Reinvestiert man aber alle Dividenden hat man ja auch entsprechend mehr Aktien nach einer Haltedauer von 10 Jahren. 
  • 10,3% jährliche Rendite haben alle Investoren erwirtschaftet, die BASF Aktien in den letzten 10 Jahren gehalten haben. Das ist weit mehr als die 4,8%, die ein Investment in den DAX eingebracht hat und auch mehr als die 6,8%, die ein Investment in den MSCI World Chemicals Index eingebracht hätte.  Was ich persönlich daraus ableite: Wenn schon Chemie, dann BASF.

Ganz schön hoch für eine DAX-Aktie und ein Unternehmen dieser Größe. Aber im Endeffekt auch logisch: Wenn die Gewinne Jahr für Jahr ansteigen, „muss“ der Aktienkurs irgendwann nachziehen.

In den Aktien der BASF SE  steckt also eine Menge Potential. Doch wie steht es um die Risiken?

 

3. Risiken einer Investition in BASF

Ewigkeitsfaktor: Wie wahrscheinlich ist es, dass es dem Unternehmen in 10 Jahren besser geht als heute?

Ich sehe die Wahrscheinlichkeit bei ca. 95%. Der BASF SE gelingt es, immer erfolgreicher zu werden. Es werden immer mehr Chemieprodukte nachgefragt. Das sollte die Umsätze und Gewinne langfristig in immer neue Höhen treiben. Zudem ist BASF ein sehr diversifiziertes Unternehmen. Die Kunden kommen aus unterschiedlichsten Ländern und allen erdenkbaren Branchen. BASF hängt nicht von einzelnen Produkten, Ländern oder Kunden ab.

 

Größtes Risiko: Eine anhaltende Wirtschaftskrise

Eine anhaltende Wirtschaftskrise würde die Gewinne von BASF nachhaltig belasten. Klar ist auch: Sobald sich die Wirtschaftslage wieder verbessert, würden die Gewinne wieder anziehen. BASF ist zu einem gewissen Grad ein zyklisches Unternehmen.

 

Der Wettbewerbsdruck bei den Basischemikalien könnte zunehmen

BASF hat seinen größten Produktionsstandort in Ludwigshafen in Deutschland. Einem Standort mit hohen Personal- und Energiekosten. Asiatische Konkurrenten könnten mit geringeren Produktionskosten Druck auf die Preise der Basischemikalien ausüben. Das dürfte die Gewinne dieser Sparte belasten.

BASF reagiert bereis seit Jahren auf dieses Risiko und verlagert die eigene Produktion zu immer größeren Teilen nach Asien. Außerdem steigt der Umsatz- und Gewinnanteil der veredelten Produkte stetig an. Somit sinkt die Abhängigkeit vom Geschäft mit Basischemikalien ab.

 

Weitere Risiken

Unabhängig von der operativen Entwicklung der BASF SE kann es jederzeit zu zwischenzeitlichen Kursrückgängen in der Aktie kommen, weil die Aktienmärkte korrigieren. Verkaufen bspw. ETF-Investoren ihre Anteile, so werden alle darin enthaltenen Aktien verkauft, unabhängig davon, wie es um das einzelne Unternehmen steht.

 

Disruptive Risiken

Sehe ich im Falle von BASF keine. Wir werden Chemieprodukte künftig in immer stärkerem Ausmaß benötigen.

 

Gesamteinschätzung der Risiken

Jedes Unternehmen ist permanent Risiken ausgesetzt. Bei der BASF SE erscheinen die Risiken überschaubar und vergleichsweise gering. Dies zeigt auch die historisch stabile Gewinnentwicklung auf. Daher gehe ich davon aus, dass dieses Unternehmen in 10 Jahren mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit besser dastehen wird als noch heute. Entsprechend dürfte sich auch der Aktienkurs im Laufe der Jahre weiter nach oben bewegen. Gleiches gilt für die Dividenden.

 

4. Fazit der BASF Aktienanalyse

  • Ich halte die Aktien der BASF SE für kaufenswert, weil das Unternehmen seit Jahren beweist, dass es überdurchschnittlich hohe Gewinne und Free Cash Flows erwirtschaften kann. Und weil BASF uns Aktionäre an diesen Gewinnen in Form steigender Dividenden teilhaben lässt.
  • Mit einem AlleAktien-Qualitätsscore von 7 Punkten ist die BASF SE eine AlleAktien Qualitätsaktie. Das Unternehmen ist eine absolute Basisinvestition und sollte meiner Meinung nach in keinem guten Depot fehlen.
  • Langfristig profitieren Investoren mit einem Investment in BASF von der Entwicklung der Chemiebranche, aber auch den konstant hohen Überschüssen des Unternehmens.
  • Ein Investment in BASF-Aktien hat in den vergangenen 10 Jahren eine jährliche Rendite von 10,3% eingebracht. Gemäß dem IRR-Modell ist bei langfristiger Haltedauer auch zukünftig mit einer jährlichen Rendite von 10,2-14,2% zu rechnen.
  • Bei dieser langfristigen Entwicklung sollte aber nicht vergessen werden, dass gerade langsam wachsende und leicht zyklische Aktien wie die BASF einen stärker schwankenden Kursverlauf aufweisen. So kann es durchaus passieren, dass der Aktienkurs in den nächsten fünf Jahren noch mehrmals das aktuelle Niveau erreicht oder gar unterschreitet. Sollte diese Situation eintreten, dann kaufe ich einfach alle 10% Kursrückgang nach.
  • BASF ist nach Peter Lynch eine Slow-Grower- bis Average-Grower-Aktie. Es gilt, diese Art von Aktien immer dann zu kaufen, wenn die aktuelle Dividendenrendite über der historischen liegt. Dies ist aktuell nicht der Fall. Die Dividendenrendite liegt mit 3,6% knapp unter der durchschnittlichen Dividendenrendite der letzten 10 Jahre.
  • Angesichts der stabilen Gewinne und der guten langfristigen Perspektiven halte ich BASF für eine Basisinvestition, die in keinem Depot fehlen sollte. Wer eine Kursrakete mit mehreren hundert Prozent Potential in kurzer Zeit sucht, ist hier falsch. Das Unternehmen wächst mit rund 3-5% pro Jahr eher langsam, dafür aber berechenbar und mit geringen Risiken.
  • Wer sein Geld auf Sicht von 10-20 Jahren mit rund 10% pro Jahr verzinsen lassen möchte und dazu an steigenden Dividenden teilhaben möchte, der ist mit einer Investition in BASF sehr gut beraten.
  • Nachkaufen würde ich bei 77 EUR, bei 70 EUR, bei 63 EUR oder einfach ganz automatisch und jeden Monat durch die Einrichtung eines Aktien-Sparplans auf BASF.

Kapitalistische Grüße,
Jonathan Neuscheler

 

Quellen & Links

Beschreibung Link
Geschäftsbericht der BASF SE 2017 zum Bericht
Geschäftsbericht der BASF SE 2016 zum Bericht
Analystenschätzungen über die künftige Geschäftsentwicklung zu den Schätzungen
Investor Relations Seite der BASF SE zur IR-Seite
Kursentwicklung der BASF SE dargestellt auf boerse.ard.de zur Kursentwicklung
Unternehmensmeldung über Gespräche zum Erwerb des Gemüsesaatgutgeschäfts von Bayer zur Meldung
Unternehmensmeldung über die Zusammenlegung des Öl- & Gasgeschäftes mit LetterOne zur Meldung
 Unternehmensmeldung BASF erwirbt wesentliche Teile der Saatgut- und Herbizid-Geschäfts von Bayer zur Meldung
 WirtschaftsWoche-Artikel über BASF-Chef Kurt Bock zum Artikel
BASF SE Investor Relations Präsentation  für Privatanleger vom 8. März 2018 zur Präsentation

Transparenzhinweis und Haftungsausschluss: Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung von AlleAktien oder den für AlleAktien tätigen Autoren statt, dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Deine Investitionsentscheidungen darfst du nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf den Informationsangeboten von AlleAktien treffen. AlleAktien und die für AlleAktien tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Der Autor hält derzeit Aktien der BASF SE.

 

8 Antworten

  1. danny sagt:

    Hallo Jonathan,

    eine sehr gelungene Analyse zur BASF. Die machst einen wahnsinns Job. Ganz großes Lob.
    Gut gefällt mir auch der alleAktien Qualitätsscore. Bei den vorhergegangenen Analysen zu SAP, Henkel und Fresenius gab es den noch nicht, oder? Könntest du dies eventuell noch nachziehen?

    Viele Grüße,
    danny

  2. SuSler sagt:

    Hallo Jonathan,

    wie gewohnt eine super Analyse die wirklich Spaß zu lesen macht. Danke dafür!

    Ich habe eine allgemeine Frage zu den Werten, die Du berechnest. Wenn ich das richtig sehe dann hast Du Umsatz- und EBIT-Wachstum mit dem harmonischen Mittelwert berechnet. Kannst Du kurz beschreiben warum Du diesen Mittelwert verwendest und nicht beispielsweise den Geometrischen Mittelwert? Im Beispiel von BASF liegt das GEOMITTEL des EBIT auf 10 Jahre bei 1,5%, während der normale MITTELWERT wie von Dir ja auch geschrieben bei 7,6% liegt. Das ist ja schon ein ganz schöner Unterschied. Ich habe in der Vergangenheit lange überlegt welche Berechnungsmethode ich verwende. Wenn man sich die Erklärungen der beiden Varianten im Netz so durchliest dann wird immer darauf hingewiesen, dass GEOMITTEL gerade für Wachstumsraten verwendet werden sollte. Mich würde interessieren wie Du das siehst und was aus Deiner Sicht eher für den normalen Mittelwert spricht.

    Da ich mir Sicher bin das von Dir eine gewohnt schlüssige und ausführliche Antwort kommen wird, danke ich Dir dafür schon mal im Vorfeld. 😉

    Viele Grüße,
    Karsten

    • Hallo Karsten,

      eine wirklich gute Frage. Darüber habe ich mir bereits länger Gedanken gemacht: Beim GEOMITTEL habe ich lediglich einen Startwert und einen Endwert. Nehmen wir mal an, man untersucht ab 2008-dann wirkt das Wachstum auf 10 Jahre sehr gering. Im nächsten Jahr wäre dann 2009 die Startbasis und plötzlich scheint das Unternehmen wie verrückt zu wachsen. Obwohl sich am Unternehmen ja nichts verändert hat, ich habe in diesem Fall einfach ein günstigeres Basisjahr. Beim Mittelwert hingegen hat das Wachstum zwischen jeder Periode einen Einfluss.

      Ich weiß, da gibt es viel Pro und Contra auf jeder Seite. Vielleicht gehe ich irgendwann einfach dazu über, das GEOMITTEL zu verwenden, aber als Basis den Mittelwert von 2007,2008 und 2009 zu verwenden. Das kann ich mir gut vorstellen.

      Liebe Grüße, Jonathan

      • SuSler sagt:

        Hallo Jonathan,

        vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich glaube da haben wir jetzt von zwei verschiedenen GEOMITTEL Varianten geredet. Ich glaube Du meinst die Compound Annual Growth Rate (CAGR). Die nimmt lediglich Start- und Endwert so wie Du es beschreibst.

        In Excel gibt es aber die Funktion GEOMITTEL und die rechnet (wenn ich es richtig verstanden habe) anders. Hierbei werden alle Werte eines definierten Bereichs/Zeiraums berücksichtigt.

        https://support.office.com/de-de/article/geomittel-funktion-db1ac48d-25a5-40a0-ab83-0b38980e40d5

        Somit sind wir nun bei drei Formeln, die alle recht unterschiedliche Ergebnisse liefern… Und jetzt haben wir den Salat. 🙂

        Grüße,
        Karsten

  3. Dietrich Wagner sagt:

    Super Arbeit – herzlichen Dank

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

AlleAktien kontaktieren