Maximilian Bergson |

Mein Name ist Maximilian Bergson, mein Ziel ist es, für die Altersvorsoge ein diversifiziertes Portfolio aus Einzelwerten und ETFs aufzubauen, welches - neben vereinzelten Wachstumswerten - einen Fokus auf Dividendentitel hat. Meine Erfahrungen teile ich seit Anfang 2018 auf meinem Blog livesto.de und dem dazugehörigen Podcast.

BB Biotech Aktienanalyse: Starker Dividendenzahler in wachsendem Sektor?

Aktienanalyse BB Biotech
WKN A0NFN3
Preis 58,80 EUR
Ausstehende Aktien 55,4 Mio.
Marktkapitalisierung 3,29 Mrd. EUR
Nettoverschuldung 87,5 Mio. EUR
Datum 09.11.2018

Zusammenfassung

  • Als Beteiligungsgesellschaft bietet BB Biotech in einem wachsenden, aber auch volatilen Sektor einen spannenden Einstieg, weil sie ein diversifiziertes Portfolio besitzt.
  • Man kann BB Biotech auch als eine Form von aktiv gemanagten Biotechnologie-Fonds betrachten.
  • Derzeit liegt die Marktkapitalisierung 35% über dem inneren Wert.

 

Inhaltsverzeichnis

    1. Unternehmensportrait
    2. Bewertung der BB Biotech-Aktie
    3. Chancen / Risiken
    4. Fazit

 

1. Unternehmensportrait

BB Biotech ist eine Beteiligungsgesellschaft mit Sitz im schweizerischen Schaffhausen. Sie wurde am 9. November 1993 gegründet. Der Fokus liegt auf Beteiligungen an Unternehmen im Biotechnologiesektor. In diesem Sektor ist BB Biotech eine der größten Beteiligungsgesellschaften weltweit. Die Aktie von BB Biotech ist an der SIX Swiss Exchange, an der Deutschen Börse und an der italienischen Börse in Mailand notiert.

 

1.1 Beschreibung des Geschäftsmodells: Investitionen in den Biotechnologiesektor

BB Biotech investiert in Unternehmen, die neue Wirkstoffe erforschen.

BB Biotech investiert in Unternehmen, die im Biotechnologiesektor tätig sind. Der Fokus liegt dabei auf Unternehmen, die bereits Produkte auf dem Markt und die Profitabilität erreicht haben. Daneben investiert man in Firmen, die neue und vielversprechende Medikamente in fortgeschrittenen klinischen Studien haben. Das Unternehmen verfolgt dabei einen langfristigen Ansatz und hält seine Anteile im Normalfall für mehrere Jahre.

BB Biotech investiert nahezu ausschließlich in börsennotierte Unternehmen, sprich: in Aktien. Anlagen in private Gesellschaften machen maximal 10% des Portfolios aus. Daneben werden in kleinerem Rahmen auch Optionsgeschäfte eingesetzt, um Währungsrisiken abzusichern.

Investiert wird in der Regel in 20-35 Biotech-Unternehmen. Den Kern bilden 5 bis 8 größere Beteiligungen, die insgesamt maximal zwei Drittel des Gesamtportfolios repräsentieren, einzeln aber max. 25 Prozent.

BB Biotech verfolgt damit einen klassischen Stock-Picking-Ansatz und versucht durch die gezielte Auswahl von Biotech-Unternehmen den Gesamtmarkt zu schlagen. Letztlich funktioniert BB Biotech ähnlich wie ein aktiver Biotech-Fonds. Entsprechend wichtig für das Geschäftsmodell ist die vorhandene Expertise im Biotech-Sektor. Deswegen besteht nicht nur der Verwaltungsrat aus Experten der Branche, sondern BB Biotech greift auf das Investment Management Team der Bellevue Asset Management Gruppe zurück, welches aus Biotech-Spezialisten (Biologen, Bioinformatiker, Chemiker) besteht, die eng mit einem aus Wirtschaftswissenschaftlern bestehenden Portfolio-Management-Team zusammenarbeiten. So sollen wissenschaftlich fundiert die attraktivsten Anlagemöglichkeiten gefunden werden.

Die Auswahl von möglichen Anlagen erfolgt in drei Phasen:

      1. In einer ersten Phase beobachtet BB Biotech ca. 800 Biotech-Unternehmen weltweit in verschiedenen Segmenten. Das Investment Management Team identifiziert Krankheitsfelder, in denen sie die bedeutendsten und vielversprechendsten Fortschritte und Technologien erwarten. Dazu befragt das Analysten-Team Ärzte, nimmt an Konferenzen teil, analysiert die wissenschaftliche Literatur und besucht Unternehmen. Außerdem wird der geographische Markt analysiert und Länder mit interessanten Entwicklungen werden besichtigt. Wenn dann ein bestimmtes vielversprechendes Anlagethema identifiziert ist, wird die Auswahl auf ungefähr 300 Unternehmen heruntergebrochen.
      2. In der darauf folgenden Due Diligence-Phase geht der Fokus weg von den Anlagethemen und hin zu den einzelnen Unternehmen. Diese werden anhand qualitativer und quantitativer Kriterien untersucht. Später werden dann noch die Meinungen von Spezialisten herangezogen. Man informiert sich über den Nutzen von neuen Medikamenten und über deren gesundheitsökonomisches Potential. Dabei sucht man vor allem neuartige Medikamente, die zur Verringerung der Kosten im Gesundheitswesen beitragen. Ganz besonders genau wird auch die Unternehmensführung angeschaut, man führt viele persönliche Gespräche und versucht anhand von Finanzmodellen die Marktchancen von Unternehmen zu beurteilen. Aus diesem Spektrum werden dann die 100 vielversprechendsten Unternehmen herausgefiltert.
      3. Im Anschluss arbeitet das Analystenteam für die in Frage kommenden Unternehmen einen detaillierten Investitionsvorschlag und ein Finanzmodell aus. Man formuliert alle Risiken und Chancen, definiert den Umfang des Investments und eine bestimmte Preisspanne. Diese Vorschläge werden dann dem Verwaltungsrat vorgelegt. Dieser erörtert mit dem Investment Management Team jeden Vorschlag ausführlich und fällt letztlich, unter Beachtung der Gesamtstrategie, eine Entscheidung, ob in das vorgeschlagene Unternehmen investiert wird oder nicht.

Die ursprünglichen Anlageargumente werden fortlaufend kontrolliert. Die Portfoliomanager können die Positionen im Portfolio anpassen. Das bedeutet, dass sie Positionen aufstocken können, wenn die Kurse günstig stehen und Positionen verkleinern können, wenn Aktien überbewertet sind. Verändert sich jedoch der zugrunde liegende Wert einer Beteiligung erheblich oder sind beträchtliche Anpassungen geplant, wird der Verwaltungsrat mit einbezogen.

 

1.2 Segmente: Schwerpunkt liegt auf revolutionären Behandlungsmethoden von Krebs und seltenen Krankheiten

Wie der Name des Unternehmens schon nahelegt, investiert BB Biotech im Biotechnologiesektor. Dabei kann prinzipiell zwischen drei Segmenten unterschieden werden.

      • Zum einen geht es um die Heilung von Krankheiten durch sog. Gentherapie. Hintergedanke ist, dass es bestimmte Krankheiten gibt, die durch defekte Gene verursacht werden. Die Biotechnologie versucht, diese Gene so zu verändern, dass Krankheiten besiegt werden können.
      • Auch kann Biotechnologie für die Entwicklung neuer Medikamente genutzt werden, indem man Mikroorganismen, Nutztiere oder Pflanzen gentechnisch verändert. Diese werden beispielsweise für die Entwicklung von Insulinpräparaten genutzt.
      • Zuletzt gibt es die Herstellung von Biochips im Bereich der pharmazeutischen Biotechnologie. Dabei werden DNA oder Proteine auf einen Träger angebracht und man untersucht die Reaktion, wenn man diese mit Probenmaterial in Verbindung bringt.

Die Entschlüsselung der menschlichen DNA war der Startschuss der Biotechnologie. Insbesondere die stetig zunehmenden Rechnerkapazitäten tragen aber dazu bei, dass das Feld stark wächst, da die Entwicklung von Medikamenten zunehmend durch Computer gesteuert werden kann.

Innerhalb des Biotechnologie-Segments sind die BB Biotech-Investitionen breit über verschiedene Segmente gestreut. Den größten Posten macht dabei mit etwas mehr als einem Drittel der Beteiligung der Onkologie-Sektor, also die Behandlung von Krebs, aus. Hier sind primär die Beteiligungen Incyte Pharmaceuticals und Macrogenics aktiv. Ungefähr ein Viertel der BB Biotech – Unternehmen ist im Bereich seltene Krankheiten tätig, dazu gehören Krankheiten, von denen maximal 0,05 % der Menschen betroffen sind.

Segmente (Quelle: BB Biotech Annual Report 2017)

Die Beteiligungen Ionis Pharmaceuticals und Vertex sind beispielsweise auf diesem Feld tätig. Der drittgrößte Sektor betrifft neurologische Krankheiten, also Erkrankungen, die Gehirn und Nervensystem betreffen (z.B. Alzheimer, Parkinson, Depressionen oder multiple Sklerose). Sage Therapeutics und Neurocrine Biosciences sind Beteiligungen, die in diesem Sektor sehr aktiv sind.

 

1.3 Märkte: BB Biotech ist ausschließlich in den USA investiert

BB Biotech investiert ausschließlich in den USA. Das liegt jedoch weniger an der Investmentstrategie, sondern an dem Umstand, dass es in der europäischen Biotechnologie-Branche an interessanten Investmentmöglichkeiten mangelt. In den USA wiederum gab und gibt es dagegen viele stark wachsende Biotech-Unternehmen.

 

1.4 Kundennutzen

Hierbei muss man sich zunächst anschauen, wer als „Kunde“ gemeint ist. Da BB Biotech eine Investmentgesellschaft ist, gibt es keinen klassischen Endkunden. Vielmehr ist das Ziel von BB Biotech, den Aktionären den größtmöglichen Mehrwert zu bieten. Daher können wir in diesem Fall auch die Investoren als die „Kunden“ von BB Biotech ansehen, die sich eine ordentliche Rendite versprechen. Wie groß der Nutzen für die Kunden ist, hängt also elementar mit der Entwicklung der BB Biotech – Aktie zusammen. Hierbei müssen wir auch auf die Alternativen schauen. Der Stock-Picking-Ansatz des Unternehmens zielt darauf, die allgemeine Wertentwicklung im Biotechnologiesektor zu schlagen.

Doch gelingt das? Falls ja, wäre ein Kundennutzen durchaus gegeben. Falls nein, sollten Investoren lieber auf Biotechnologie-ETFs zurückgreifen. Schauen wir uns das also mal genauer an und nehmen einen Vergleichswert zur Hilfe. Hier bietet sich ein Biotech-ETF an, da dieser breit in den Sektor investiert und geringe Kosten hat. Ein solcher wäre der iShares Nasdaq Biotechnology Index Fund.

Vergleich Kursentwicklung BB Biotech vs. iShares Biotech ETF in 1 Jahr (Quelle: www.boerse.de)

Wenn wir uns die Charts der letzten zwölf Monate anschauen, dann müssen wir feststellen, dass ein Investment in den genannten ETF zwischenzeitlich lohnenswerter gewesen wäre. Erst Mitte September hat sich das Blatt wieder gedreht. Nun ist das Unternehmen ja bekanntlich nicht an kurzfristigen Investments interessiert und auch ein Jahresabschluss ist bei einer Holding leicht zu manipulieren (dazu später mehr). Als langfristig orientierte Anleger sollten wir uns daher auch einen etwas längeren Zeitraum anschauen. Der längst mögliche Zeitraum besteht hier aus 4 1/2 Jahren, da der iShares Nasdaq Biotechnology ETF erst Anfang 2014 aufgelegt wurde.

Vergleich Kursentwicklung BB Biotech vs. iShares Biotech ETF in 4 1/2 Jahren (Quelle: www.boerse.de)

Und siehe da: Das Bild ist schon deutlicher. In diesem Zeitraum hat sich die Aktie von BB Biotech deutlich besser entwickelt als der Vergleichs-ETF. Nun kann man lange darüber diskutieren, welcher Zeithorizont der richtige für einen Vergleich ist. Letztlich kann man aber feststellen, dass BB Biotech durch seinen Stock-Picking-Ansatz in der Vergangenheit durchaus in der Lage war, einen Nutzen für seine Teilhaber zu schaffen und Vergleichsindizes zu schlagen.

Daneben gibt es natürlich auch noch den mittelbaren Kundennutzen. Nämlich das, was die Beteiligungen von BB Biotech den Endkunden bieten. Da es sich um eine Vielzahl von Beteiligungen handelt, ist auch der Kundennutzen sehr breit gefächert. Letztlich geht es aber in allen Fällen um die Heilung von Krankheiten, die zuvor unheilbar oder nur schlecht zu behandeln waren. Dazu zählt beispielsweise ein Medikament der BB Biotech – Beteiligung Gilead für Hepatitis-C-Patienten oder ein neues Medikament von Vertex zur Behandlung von Zystischer Fibrose.

BB Biotech ist also eine ideale Lösung für die Anleger, die von den Chancen des magischen Biotechnologiemarktes profitieren möchten, gleichzeitig aber nicht selbst in der Lage sind, die rund 800 Biotechnologie-Aktien selbst zu analysieren und zu beobachten. Dafür sind enorm viel Zeit, Mühe und Spezialwissen erforderlich. Mit einem Investment in BB Biotech bezahlt man also aktive Portfoliomanager dafür, die (aus ihrer Sicht) besten Aktien im Sektor auszuwählen und damit langfristig eine Überrendite zu erwirtschaften, die die Kosten des Managements übersteigt.

 

1.5 Burggraben/Pricing Power

Der Burggraben von BB Biotech, also der Vorteil gegenüber Mitbewerbern, liegt in der Kunst, weltweit die vielversprechendsten Biotechnologieunternehmen zu identifizieren und in sie zu investieren. Man kann BB Biotech also durchaus mit einem aktiven Fonds vergleichen, dessen Management der Schlüssel zu einer Outperformance ist. Wie dieses Management aufgebaut ist, klären wir später noch. BB Biotech hat seit seiner Gründung 1993 einen riesigen Berg an Wissen über den Biotechnologie-Sektor angehäuft, wodurch das Unternehmen einen klaren Vorteil gegenüber Mitbewerbern hat. Gleichzeitig muss man aber auch feststellen, dass sich ein Bereich wie die Biotechnologie sehr schnell weiterentwickelt. Ähnlich wie bei Warren Buffett und Berkshire Hathaway kann man lange darüber diskutieren, wie groß der Burggraben einer Investmentgesellschaft wirklich ist.

Was mindestens aber genauso wichtig ist, sind die Burggräben der einzelnen Beteiligungen, denn sie sind letztlich auch für die Performance von BB Biotech selbst verantwortlich. Gelingt einem Biotechnologie-Unternehmen ein Durchbruch, dann hat es allein regulatorisch für einen bestimmten Zeitraum einen immensen Burggraben. Zum einen durch den Vorsprung an Wissen, zum anderen aber durch den Patentschutz. In dieser Zeit können die Unternehmen die beträchtlichen Entwicklungskosten wieder zurückerwirtschaften und das entwickelte Medikament zu sehr hohen Preisen anbieten. Die Pricing Power ist für einen bestimmten Zeitraum also sehr hoch, bis Generika diese dann früher oder später wieder massiv verringern. Da BB Biotech Beteiligungen an einer Vielzahl von Unternehmen hält, kann es auch durchaus auch eine gewisse Durststrecke bei einzelnen Beteiligungen aushalten, da man über die Burggräben anderer Beteiligungen immer noch genug erwirtschaften kann.

 

1.6 Wettbewerber

Als Investmentgesellschaft finden sich die Wettbewerber nicht unmittelbar im Biotechnologiesektor, da BB Biotech in der Lage ist, auch Wettbewerber seiner Beteiligungen ganz oder zumindest teilweise zu übernehmen. Die klassischen Wettbewerber finden sich vielmehr unter den weltweiten Pharmariesen. Darunter befinden sich Pfizer, Novartis, Roche oder Bayer. Diese stehen unter dem Druck, auslaufende Patente für Medikamente ersetzen zu müssen. Eine Möglichkeit, dies zu kompensieren, liegt im Zukauf von vielversprechenden Biotechnologie-Unternehmen. Und damit stehen sie in direkter Konkurrenz zu BB Biotech, da mehrere Interessenten für ein und dasselbe Unternehmen logischerweise auch die Preise nach oben treiben.

 

1.7 Langfristige Trends in der Branche

Die Biotechnologiebranche befindet sich bereits seit einiger Zeit in einem stetigen langfristigen Aufwärtstrend. Gleichzeitig beobachtet man dennoch eine gewisse Volatilität. Wir als langfristige Anleger interessieren uns jedoch nicht für kurzfristige Kursänderungen, sondern schauen auf das langfristige Bild. Und dieses ist auch weiterhin intakt.

Die demografische Entwicklung und die höhere Lebenserwartung, nicht nur in den Industrieländern, sondern auch in Entwicklungsländern, bieten den Biotechfirmen ein beträchtliches Potential. Das liegt daran, dass viele der Krankheiten, die durch Biotechnologie bekämpft werden können, oftmals auch erst im Alter ausbrechen. Die steigende Zahl älterer Menschen bringt logischerweise auch einen Zuwachs an altersbedingten Krankheiten mit sich. Wenn nun der Bedarf an Medikamenten steigt, steigen bei gleichbleibendem Angebot auch die Preise. Das wiederum eröffnet Raum für innovative Biotechunternehmen, die effizientere und effektivere Medikamente auf den Markt bringen können. Im Jahr 2017 wurden im Fokusland von BB Biotech, den USA, mehr neue Präparate zugelassen als jemals zuvor in den letzten 20 Jahren.

Gleichzeitig kommen jedoch auch die bereits erwähnten Pharmariesen ins Spiel, die aufgrund auslaufender Patente mit Umsatzeinbußen zu kämpfen haben und entsprechend viel Geld für innovative Biotechunternehmen auf den Tisch legen. Das kann sich weiter wertsteigernd auf die Unternehmen auswirken. Wenn BB Biotech bereits Anteile eines solchen besitzt, dann eröffnet sich die Möglichkeit, dieses für entsprechend mehr Geld wieder zu verkaufen. Gleichzeitig wird es aber noch wichtiger, diejenigen Unternehmen zu identifizieren, die spannende Präparate in der Pipeline haben, die aber von den Pharmariesen noch nicht entdeckt wurden.

 

1.8 Langfristige Strategie

BB Biotech legt großen Wert darauf, dass man einen langfristigen Anlagehorizont hat. Man möchte Beteiligungen also über mehrere Jahre halten und sieht sich nicht im Bereich des Tradens. Man ist am langfristigen Wachstum der Beteiligungen interessiert. Deshalb wird auch ein intensiver Austausch mit dem Management der jeweiligen Beteiligung gehalten.

Die langfristige Strategie von BB Biotech sieht weiterhin vor, Unternehmen im Biotechnologiesektor zu finden, die vielversprechende Medikamente in der Pipeline haben und diese über Jahre hinweg zu halten und weiterzuentwickeln. Hat sich eine Beteiligung als Treffer erwiesen, fährt man einerseits langfristig gesicherte Gewinne ein und hat andererseits auch die Möglichkeit, eine Beteiligung gewinnbringend wieder zu verkaufen.

 

1.9 Management

Bildquelle: BB BIOTECH AG.

Seit 2013 ist Dr. Erich Hunziger Verwaltungsratspräsident. Hunziker studierte an der ETH Zürich Maschinenbau. In den 80er Jahren wechselte er in den Pharmasektor, war erst bei Corange tätig und im Anschluss bei Boehringer Mannheim, wo er bis 1995 Head of Finance und im Anschluss Bereichsvorstand Pharmazie war. 1997 wechselte er zurück zu Corange und war zwei Jahre CFO. Danach wurde er CEO der Diethelm-Keller-Gruppe, zu der unter anderem der Reiseveranstalter STA gehört. 2001 ging er zum Pharmariesen Roche, wo er CFO und stellvertretender Konzernleiter wurde. Seit 2011 ist Hunziker im Verwaltungsrat von BB Biotech und wurde 2013 zum Präsidenten gewählt. Erich Hunziger ist keine schillernde Gestalt wie manch anderer CEO, sondern gilt als bodenständig, diszipliniert und medienscheu. Er ist erfahren im Pharma-Sektor und gut vernetzt in der Schweizer Wirtschaft.

Die Investmentauswahl wird durch ein 6-köpfiges Investment Management Team unter der Leitung von Dr. Daniel Koller getroffen. Das Management Team gehört dabei nicht direkt zu BB Biotech, sondern zur Bellevue Asset Management Gruppe. An diese hat BB Biotech die Verwaltungs- und Asset-Management-Tätigkeiten übertragen. Im Gegenzug erhält die Bellevue Asset Management Group pro Jahr eine Pauschalgebühr von 1,1% der durchschnittlichen Marktkapitalisierung von BB Biotech. Das Team besteht, wie bereits erwähnt, aus Biotech-Spezialisten mit Hintergründen in der Biologie, Bioinformatik oder Chemie. Dr. Koller selbst ist promovierter Biotechnologe und war vor seiner Zeit bei BB Biotech Aktienanalyst bei UBS Warburg.

Das Portfoliomanagement wird von einem 4-köpfigen Team von Wirtschaftswissenschaftlern, die bei Tochtergesellschaften der BB Biotech im Steuerparadies Curacao auf den Niederländischen Antillen angesiedelt sind, ergänzt.

 

1.10 Aktionärsstruktur

BB Biotech hat keinen Ankeraktionär. Alle Aktien befinden sich im Streubesitz. Es gibt keinen Aktionär, der mehr als 3% der Anteile hält.

 

2. Bewertung der BB Biotech-Aktie: Großes Potential, derzeit aber überbewertet

2.1 Umsatz- und Gewinnentwicklung

Eigentlich würde ich an dieser Stelle einen Blick auf die Umsatz- und Gewinnentwicklung des Unternehmens werfen, um dies als Ausgangspunkt für die Bewertung zu nehmen. Im Fall von BB Biotech würde uns das jedoch nicht weiterführen.

Warum das so ist wird schnell deutlich, wenn wir uns noch einmal vor Augen führen, womit Beteiligungsgesellschaften wie BB Biotech Geld verdienen. Hier gibt es nämlich entscheidende Unterschiede zu „klassischen“ Wirtschaftsunternehmen.

Beteiligungsgesellschaften haben keinen operativen Geschäftsbetrieb. Das bedeutet, dass BB Biotech kein klassisches Produkt herstellt oder keine klassische Dienstleistung anbietet. Wenn beispielsweise ein Medikament von Ionis Pharmaceuticals Umsatz und Gewinn abwirft, dann geht dies zugunsten von Ionis Pharmaceuticals. BB Biotech profitiert nur indirekt davon, indem der Wert von Ionis Pharmaceuticals durch den erwirtschafteten Gewinn steigt.

Prinzipiell gibt es für Beteiligungsgesellschaften zwei Haupteinnahmequellen:

      1. Der Verkauf von Firmenanteilen
      2. Dividenden, die von den Beteiligungen an die Gesellschaft fließen

Die alles entscheidenden Umsatz- und Gewinntreiber sind dabei Zu- und Verkäufe von Beteiligungen. Eine Beteiligungsgesellschaft kann das Jahresergebnis recht einfach beeinflussen, indem es Anteile kurz vor oder nach Jahresende verkauft. Für ein langfristig agierendes Unternehmen wie BB Biotech ist ein Verlust in einzelnen Jahren nicht zwangsweise tragisch, sofern dieser durch Gewinne in anderen Jahren aufgefangen werden kann. Das ist bei BB Biotech der Fall.

Eine klassische Betrachtung von Umsatz- und Gewinnkennzahlen macht also für BB Biotech wenig Sinn. Viel mehr eignet sich für eine Beteiligungsgesellschaft der Blick auf den inneren Wert (Net Asset Value; NAV). Er zeigt an, wie viel die in Aktien gehaltenen Beteiligungen derzeit wert sind. Hier sieht man, dass BB Biotech insbesondere zwischen 2011 und 2015 seinen inneren Wert massiv steigern und fast vervierfachen konnte. Ins Auge fällt jedoch auch der Rücksetzer im Jahr 2016, als der innere Wert um knapp 20% zurückging. Das wiederum ist mit der allgemeinen Marktentwicklung im Biotechsektor im Jahr 2016 zu erklären. Auch der Nasdaq Biotech Index gab um 21,3% nach. Solch hohe Schwankungen sind sehr typisch für neuartige Technologiesektoren. Oftmals wechseln sich starke Kursgewinne mit signifikanten Korrekturen ab, wie wir sie auch zuletzt erlebten.

 

2.2 Aktienbewertung

Vielfach wird bei der Frage, ob eine Aktie fair bewertet wird, auf Kennziffern wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) verwiesen. Wenn wir uns das KGV von BB Biotech anschauen, dann liegt das derzeit bei ungefähr 5, was insgesamt als ein recht niedriger und damit attraktiver Wert gilt. Leider hilft uns das im Fall einer Beteiligungsgesellschaft nicht wirklich weiter. In unserem Fall sind Umsatz bzw. Gewinn durch Verkäufe recht leicht zu beeinflussen und sagen damit nichts über den wirklichen Wert des Unternehmens aus.

Aktienkurs vs. innerer Wert in CHF (Quelle: www.bbbiotech.ch)

Die entscheidende Frage als Anleger ist nun, wie der innere Wert von BB Biotech im Verhältnis zum Börsenwert steht. Hier können wir davon ausgehen, dass sich beide Werte langfristig angleichen. Da die Beteiligungen von BB Biotech ihrerseits auch börsennotiert sind, können wir davon ausgehen, dass bei jeder Beteiligung (entsprechend der Hypothese des effizienten Markts) nicht nur die aktuelle Lage, sondern auch die Zukunftsaussichten im Aktienkurs berücksichtigt sind. Das bedeutet, dass wir davon ausgehen können, dass langfristig sich die Marktkapitalisierung dem inneren Wert angleicht.

Zum Zeitpunkt dieser Analyse liegt der innere Wert bei 49 EUR pro Aktie. Der Preis pro Aktie liegt jedoch bei 55,20 EUR. Das bedeutet, dass die Aktie um ungefähr 13% überbewertet ist. Das liegt vorwiegend daran, dass seit Anfang 2016 der Aktienkurs von BB Biotech deutlich stärker gestiegen ist als der Wert der Beteiligungen. Das liegt daran, dass einige der größeren Beteiligungen von BB Biotech wie Incyte oder Celgene etwas unter die Räder kamen, nachdem einige Studien nicht so erfolgreich waren wie erhofft. Eine Überbewertung lag nicht immer vor. Im Jahr 2015 gab es beispielsweise eine deutliche Unterbewertung. Erst Mitte 2017 ist die Schere aufgegangen und hat sich im Anschluss verfestigt.

Meiner Meinung nach ist es nur dann sinnvoll, in BB Biotech zu investieren, wenn die Aktie unter ihrem fairen Wert notiert. In allen anderen Fällen dürfte sich eine Investition in einen Biotechnologie-ETF langfristig stärker auszahlen.

 

2.3 Dividende

BB Biotech ist ein attraktiver Dividendenzahler. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, jährlich eine Dividendenrendite von 5% zu bezahlen und zwar auf den Durchschnittsaktienkurs im Dezember. Diese Dividendenpolitik wurde 2013 eingeführt, nachdem es im Vorjahr sogar mal eine Nullrunde gab. Die Verknüpfung von Dividende zum Aktienkurs bedeutet einerseits, dass es – im Fall von sinkenden Kursen – auch zu Dividendenkürzungen kommen kann, starke Kursgewinne aber auch zu starken Dividendenanhebungen führen können. Wenn du also als langfristiger Anleger an langfristige Kursanstiege bei BB Biotech glaubst, dann wird sich die Dividende um dieselbe Rate steigern.

Zusätzlich zur Dividendenpolitik hat man auch ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Und zwar möchte BB Biotech kontinuierlich Aktien im Umfang von bis zu 5% der sich im Umlauf befindlichen Aktien zurückkaufen. Das heißt, dass man gerade in schwierigen Börsenzeiten das eigene Bewertungsniveau durch die Rückkäufe stützen kann, was wiederum auch der Dividende zugute kommt.

Ein steuerlicher Aspekt muss dir bewusst sein: Da BB Biotech seinen Hauptsitz in der Schweiz hat, wird die schweizerische Quellensteuer fällig. Das heißt, der schweizerische Fiskus behält zunächst 35% der Dividende ein. 15% davon sind auf die deutsche Quellensteuer von 25% anrechenbar, die restlichen 20% musst du nachträglich zurückfordern. Das bedeutet letztlich einen Mehraufwand, der erst ab einer gewissen Summe zu rechtfertigen ist. Die gute Nachricht ist aber, dass die Rückforderung in der Schweiz deutlich einfacher zu handhaben ist als in vielen anderen Ländern.

Die Dividendenzahlung von BB Biotech sehe ich persönlich eher kritisch. Denn BB Biotech muss Anteile an den Biotechnologieunternehmen verkaufen, um an die notwendige Liquidität für die Dividendenausschüttung zu kommen. Die ausgeschütteten Mittel werden bei der Dividendenzahlung dann auch noch versteuert.

 

2.4 Einordnung nach Peter Lynch

Eine Beteiligungsgesellschaft nach dem Muster von BB Biotech fällt für mich unter die seltene Kategorie der Asset-Plays. Hierbei ist für uns als Investoren die goldene Frage, ob die Firma Werte (im Fall von BB Biotech Beteiligungen) besitzt, deren eigentlicher Wert im Börsenkurs nicht ausreichend berücksichtigt ist. Das kann entweder daran liegen, dass sie bislang nicht genutzt oder von der breiten Masse bislang nicht erkannt wurden. Entscheidend ist also die Frage, ob eine oder mehrere Beteiligungen von BB Biotech noch mehr ungenutztes Potential besitzen, als das der jeweilige Börsenwert suggeriert.

Die Art der Aktie gilt es nach Peter Lynch zu kaufen, wenn die Aussicht besteht, dass die Werte künftig genutzt werden können und weiter ansteigen. Man sollte die Aktie verkaufen, wenn die Werte bereits genutzt wurden und kein Potential mehr besitzen.

 

2.5 Renditeerwartung

Wenn wir davon ausgehen, dass der Aktienkurs langfristig mit dem inneren Wert von BB Biotech korreliert, dann ist die Renditeerwartung eng mit der weiteren Entwicklung des inneren Werts verknüpft. Dieser hat sich in den vergangenen 10 Jahren trotz zwischenzeitlicher Rückgänge um durchschnittlich 11,5% im Jahr erhöht, in den letzten 5 Jahren sogar um 28% jährlich. Angesichts des nach wie vor sehr großen Potentials des Biotechnologiesektors halte ich eine langfristige Rendite von 10-12% im Jahr für sehr realistisch. Darin sind auch die 3-5% Aktienrückkäufe enthalten, die man ja bereits schon in der Vergangenheit durchgeführt hat.

Hinzu kommt die attraktive Dividendenrendite, die sich zwischen 4 und 5% einpendeln dürfte. Wenn man nun konservativ auch – aufgrund von möglichen Wirtschaftskrisen – einen Dividendenrückgang einkalkuliert, sehe ich dennoch Potential für eine jährliche Rendite von ungefähr 15% pro Jahr. Allerdings sollten Privatanleger nicht vergessen, dass Investitionen in den Biotechnologiesektor hoch volatil sind.

 

3. Chancen / Risiken

Der Biotechnologiesektor ist grundsätzlich ein eher risikoreicher Sektor. Oftmals hängt der Erfolg eines Unternehmens direkt mit dem Studienerfolg oder -misserfolg einzelner Präparate zusammen. Gleichzeitig ist der Biotechnologiesektor jedoch auch unglaublich spannend und besitzt ein sehr großes Potential für die Zukunft.

Eine Chance für BB Biotech sind also definitiv die alternde Bevölkerung und die zunehmenden Krankheiten, die insbesondere im Alter auftreten. Gelingt es BB Biotech, sich an Unternehmen zu beteiligen, die Antworten auf diese Krankheiten finden, dann bieten sich große Chancen, den Wert von BB Biotech massiv zu steigern.

Eine weitere Chance ist, dass man sich als kleine schlanke Beteiligungsgesellschaft deutlich schneller an neue Erkenntnisse oder Trends anpassen kann, als das bei den bekannten Pharmariesen um Novartis oder Roche der Fall ist. Diese sind oftmals im Vergleich zu BB Biotech der schwere Tanker, der entweder eigene Studien, die viel Zeit und Geld benötigen, durchführt oder sich auch deutlich schwerer damit tut, Anteile von aufstrebenden Biotechnologieunternehmen zu kaufen, da diese oftmals auch direkte Konkurrenten sein könnten.

BB Biotech hat darüber hinaus die Chance, nicht nur in einem bestimmten Teilbereich der Biotechnologie tätig zu sein. Vielmehr kann man quer über den ganzen Sektor aktiv sein und in allen Bereichen spannende neue Beteiligungen finden.

Als vierte Chance sehe ich den Umstand, dass man bislang lediglich im amerikanischen Markt tätig war. Zwar war das in den vergangenen Jahren sicherlich auch der mit Abstand aktivste, man hat aber weiter das Potential, auch in andere geographische Märkte einzusteigen und damit das Portfolio zu erweitern und zu diversifizieren.

Das größte Risiko sehe ich darin, dass BB Biotech eines Tages die außergewöhnlich guten Analysten abhanden kommen könnten. Damit wäre auch der Burggraben massiv gefährdet. Letztlich ist es der Expertise dieser Analysten zu verdanken, dass es dem Unternehmen immer wieder gelingt, vielversprechende Präparate zu entdecken. Für den Laien ist es unmöglich, aber selbst für die Profis ist es schwierig, einschätzen zu können, welche Präparate das Potential besitzen, für Studienerfolge zu sorgen und anschließend zum Kassenschlager zu werden. Misserfolge können, wie erst kürzlich zu beobachten war, bedeuten, dass der Wert von Beteiligungen und damit auch der innere Wert von BB Biotech auch in kürzerer Zeit massiv einbricht. Das kann durch ein gewisses Grundvertrauen der Anleger in die Analysten von BB Biotech eine Zeitlang ausgeglichen werden, irgendwann wird sich eine Differenz zwischen innerer Wert und Marktkapitalisierung aber auch im Aktienpreis durchschlagen.

Biotechnologie ist, genauso wie die klassische Pharma, ein Sektor, der immer Gefahr läuft, Ziel von staatlichen Regulierungen zu werden. Das kann einerseits für die Beteiligungen gut sein, nämlich wenn dadurch ein zusätzlicher Burggraben entsteht (beispielsweise durch Patentschutz), gleichzeitig besteht aber auch die Gefahr, dass es andersrum läuft und es Unternehmen nicht gelingt, in Zielmärkte vorzudringen.

Durch den deutlichen Fokus auf die USA als Zielland für Investitionen ist man entsprechend besonders abhängig von der dortigen politischen Lage. Präsident Trump hat ja bereits einige wichtige Elemente der Gesundheitsreform von Obama rückgängig gemacht und es kann passieren, dass das weitere Zurückfahren der staatlichen Leistungen im Gesundheitssektor auch Auswirkungen auf den Absatz von Biotechnologieunternehmen haben kann.

 

3.1 Ewigkeitsfaktor: Wie wahrscheinlich ist es, dass es dem Unternehmen in 10 Jahren besser geht als heute?

Für uns als langfristige Investoren ist weniger relevant, wie die kurzfristigen Ausschläge einer Aktie sind, sondern ob die langfristigen Perspektiven eines Unternehmens intakt sind. Ausschlaggebend ist dabei die Frage, ob wir davon ausgehen, dass es dem Unternehmen in 10 Jahren besser gehen wird als heute.

Die Wahrscheinlichkeit hierfür würde ich bei BB Biotech mit 90 Prozent beziffern. BB Biotech ist in einem Sektor tätig, der allein wegen der demografischen Entwicklung auf der Welt ein unglaubliches Potential besitzt. Man hat über mittlerweile 25 Jahre bewiesen, dass man in der Lage ist, Analysten zu beschäftigen, die nicht nur betriebswirtschaftliche Kompetenz vereinen, sondern auch wissenschaftlich zu den absoluten Kennern der Branche gehören. Sie haben gezeigt, dass sie ein Händchen für neue Trends, Technologien und vielversprechende Medikamente sowie Firmen haben. Seit 1993 konnte der Aktienkurs von BB Biotech um über 2200% zulegen. Es gibt daher, von den allgemeinen Risiken abgesehen, derzeit keinen Grund anzunehmen, dass sich BB Biotech nicht auch in den nächsten Jahren positiv entwickeln wird.

 

4. Fazit zur BB Biotech Aktienanalyse

BB Biotech ist in einem vielversprechenden, aber auch volatilen und komplizierten Sektor aktiv. Als Beteiligungsgesellschaft bietet BB Biotech in diesem Sektor einen spannenden Einstieg, weil sie ein diversifiziertes Portfolio besitzt und damit auch das Risiko entsprechend gestreut ist. Für einen Laien ist es schwierig bis unmöglich, einschätzen zu können, welches kleine aufstrebende Biotechnologieunternehmen vielversprechend ist. Als Aktionär von BB Biotech ist das aber auch nicht nötig, denn man beteiligt sich am Know-how der dort tätigen Experten und Analysten. Letztlich ist Biotechnologie immer auch Spekulation. Eine Investition in BB Biotech stellt aber einen vergleichsweise konservativen Ansatz dar.

Man kann BB Biotech auch als eine Form von aktiv gemanagten Biotechnologie-Fonds betrachten. Entsprechend wäre eine Alternative zum Beispiel der schon genannte Biotechnologie ETF. Auf der Kostenseite ist dieser mit 0,46% im Jahr unangefochten vorn. BB Biotech gibt eine Total Expense Ratio (TER) von 1,24% an. Das Unternehmen muss also im Jahr ungefähr 0,8% mehr als der ETF erwirtschaften, um diesen Nachteil auszumerzen. In der Vergangenheit ist das zumeist gelungen. Eine Garantie dafür gibt es aber natürlich nicht.

Bei BB Biotech kommen also viele positive Dinge zusammen: Interessanter Sektor mit viel Potential, kompetentes Management, guter Track-Record und eine hohe Dividende. Jedoch müssen wir auch feststellen, dass die Aktie derzeit überbewertet ist. Für einen Verkauf sind meiner Ansicht nach die Zukunftsaussichten zu positiv. Für einen Erst- oder Nachkauf erscheint mir das Bewertungsniveau jedoch etwas zu hoch. Hier könnte es sich lohnen, den nächsten Rücksetzer abzuwarten und dann zuzuschlagen.

Liebe Grüße,

Maximilian Bergson

 

Quellen & Links

Beschreibung Link
Investor Relations Website der BB BIOTECH AG zur Website
BB BIOTECH AG Geschäftsbericht 2017 zum Geschäftsbericht 

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Transparenzhinweis und Haftungsausschluss: Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung von AlleAktien oder den für AlleAktien tätigen Autoren statt, dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Deine Investitionsentscheidungen darfst du nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf den Informationsangeboten von AlleAktien treffen. AlleAktien und die für AlleAktien tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Der Autor hält derzeit Aktien der BB Biotech AG.

8 Antworten

  1. Gerrit Otte sagt:

    Hallo Maximilian,
    vielen Dank für Deine detaillierte Analyse!
    Eine Frage zum NAV: Wie kommst Du auf die 40€? BB Biotech gibt zum 14.11. einen NAV von 47,15€ an.
    Viele Grüße,
    Gerrit

  2. mbergson sagt:

    Hallo Gerritt,
    der Wert, den du auf der Website von BB Biotech findest schwankt täglich. Er spiegelt ja den Wert der einzelnen Beteiligungen wider. Die meisten davon sind börsennotiert und entsprechend schwankt auch deren Aktienkurs. Zum Zeitpunkt der Analyse lag der NAV bei ca. 40 Euro.
    Hoffe, das hilft weiter!
    Viele Grüße,
    Maximilian

  3. Gerrit Otte sagt:

    Nicht wirklich, denn wenn ich richtig sehe gab es in den letzten Monaten keinen Zeitpunkt, an dem der NAV 40€ und der Kurs 54€ waren. An den Zeitpunkten, die im Artikel genannt werden, sah es so aus:
    17.10.2018: NAV 53 €, Kurs 60 €
    09.11.2018: NAV 51 €, Kurs 58 €
    14.11.2018 NAV 47 €, Kurs 55 €
    Nimmt man den NAV als Basis, kommt man auf 13-17% Aufpreis zum Kurs. Das ist weit entfernt von den genannten 35%.

  4. mbergson sagt:

    Hallo Gerritt,
    ich habe mir das nochmal angeschaut und den Grund für die Abweichung gefunden: BB Biotech gibt die beiden Werte zunächst als relative Werte an (daher beginnen in dem Chart beide beim selben Wert). Es müssen aber natürlich die absoluten Werte genutzt werden. Daher stimmt deine Berechnung und wir werden es entsprechend ändern. Eine Überbewertung bleibt bestehen, so dass ansonsten alles unverändert bleibt.

    Liebe Grüße,

    Maximilian

  5. Andreas S sagt:

    Super Analyse, vielen Dank!
    Was sind die direkten Konkurrenten von BB Biotech? Gibt es noch andere Firmen der gleichen „Art“?

  6. mbergson sagt:

    Hallo Andreas, auf Wettbewerber bin ich in der Analyse ja kurz eingegangen. Ein anderes Unternehmen mit dem gleichen Profil ist mir nicht bekannt. Es sind eher die etablierten Pharmaunternehmen, die mittlerweile auch (teils notgedrungen) auch Biotechnologie-Unternehmen investieren.

    Viele Grüße, Maximilian

  7. Tina Salazar sagt:

    Hi Maximilian,
    eine TOP Analyse!! Die beste Analyse zu BB, die ich online finden konnte. Den Podcast habe ich mir auf den Weg zur Arbeit angehört. Spannend finde ich vor allem die Produktpalette (Onkologie, Seltene Krankheiten, …) – wäre cool, wenn du die nochmal oder in deiner nächsten Analyse genau für Nicht-Mediziner erklären könntest.

    Ich hoffe, es kommen demnächst definitv noch mehr Analysen von dir! 🙂 Bin schon gespannt

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