Deutsche Börse AG Aktie in der Analyse


Aktienanalyse Deutsche Börse AG
WKN 581005
Preis 112 EUR
Ausstehende Aktien 193.000.000
Marktkapitalisierung 21.616 Mio. EUR
Datum 18.05.2018

Überblick der Deutschen Börse AG

  • Die Deutsche Börse AG ist Träger der Frankfurter Wertpapierbörse und betreibt darüber hinaus mit XETRA den größten deutschen Börsenhandelsplatz und mit Eurex eine der größten Terminbörsen der Welt.
  • Das Unternehmen ist seit 2002 Eigentümer des internationalen Wertpapierabwicklers Clearstream. Insgesamt betreibt die Deutsche Börse 24 Tochterunternehmen.
  • Die Deutsche Börse ist Herausgeberin der DAX-Indexfamilie.
  • Seit dem 23. Dezember 2002 ist die Deutsche Börse AG Aktie selbst im DAX gelistet.
  • Das Unternehmen zahlt seit 2001 eine Dividende. Die Dividendenrendite beträgt beim aktuellen Kursniveau ca. 2,15% und befindet sich damit im Mittelfeld der DAX-Konzerne.
  • Jeder Privatanleger kennt die Börsengebühren beim Kauf und Verkauf von Aktien. Mit einem Investment in die Deutsche Börse AG können wir davon künftig profitieren und uns über die Entgelte erfreuen.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschäftsmodell
  2. Bewertung
  3. Risiken
  4. Fazit

 

1. Geschäftsmodell

Vision und Mission

Die Vision der Deutschen Börse AG ist es, das Unternehmen zum Weltmarktführer in allen Tätigkeitsbereichen auszubauen.

Als global agierendes Unternehmen hat die Deutsche Börse AG ihre Mission in englischer Sprache verfasst (hier auf deutsch übersetzt) und fasst diese als „We make markets work“ zusammen:

  • Wir führen eine integrierte Unternehmensgruppe. Die einzelnen Unternehmen sind in ihren Bereichen führend. Jeder von ihnen ist unternehmerisch auf Wachstum eingestellt. In Kombination und durch wertvolle Partnerschaften bringen sie einzigartige Innovationen in unsere Branche.
  • Wir stehen für Integrität, Transparenz und die Sicherheit der Kapitalmärkte. Wir unterstützen Regelungen, die diese Qualitäten fördern.
  • Wir sind Profis, die mit Hingabe arbeiten. Wir vertrauen und respektieren uns in unserer Vielfalt.
  • Wir erschaffen das führende globale Netzwerk an den Kapitalmärkten.

 

Geschäftsfelder:

Pre-IPO und Listing

Mit dem IPO (Initial Public Offering) präsentieren sich Unternehmen zum ersten Mal am Kapitalmarkt. Durch das Listing an der Börse Frankfurt können große ebenso wie mittelständische, nationale wie internationale Unternehmen Eigen- oder Fremdkapital aufnehmen. Investoren können am Wachstum der Realwirtschaft teilhaben und dieses zugleich durch Kapitalanlagen fördern.

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Handelssaal der zur Deutsche Börse AG gehörenden Börse Frankfurt. Jedem Börsianer dürfte dieses Bild bekannt sein.

Handel

Die Deutsche Börse betreibt regulierte Märkte für Aktien, ETFs, ETPs, Anleihen und viele weitere Produkte für die Handelsplätze Xetra und Börse Frankfurt. Über Eurex werden Derivate gehandelt. Weitere Marken sind European Energy Exchange, Tradegate und 360T.

Die Tradegate Exchange wurde 2009 in Berlin gegründet und wird durch die Tradegate Exchange GmbH betrieben. Diese ist zu 75% plus 1 Anteil im Besitz der Deutsche Börse AG. Der Orderbuchumsatz im Jahr 2017 lag bei 91 Milliarden Euro.

Über die Derivatebörse Eurex wurden 2017 1.675,9 Mio. Kontrakte gehandelt, die über die Eurex Clearing verrechneten Volumina aller Geschäfte betrug, im monatlichen Bruttodurschnitt, 20,6 Billionen Euro.

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Xetra-Handelssystem im Einsatz. Quelle: Deutsche Börse AG.

Die Deutsche Börse AG ist Träger der 1585 gegründeten, öffentlich-rechtlichen Frankfurter Wertpapierbörse. Zur Frankfurter Börse gehört auch der elektronische Handelsplatz Xetra, welcher mit einem Marktanteil von ca. 90 Prozent der bedeutendste deutsche Börsenhandelsplatz ist. Im Jahr 2017 betrug der Orderbuchumsatz von XETRA 1.329,7 Milliarden Euro.

Das Handelsvolumen der Börse Frankfurt, XETRA und Tradegate betrug im Jahr 2017 insgesamt 1.467,6 Milliarden Euro.

 

Clearing

Die Clearinghäuser der Gruppe Deutsche Börse – die Eurex Clearing AG, die European Commodity Clearing AG und Nodal Clear – agieren als Partner für jeden Käufer bzw. Verkäufer, um das Kreditausfallrisiko zu minimieren. Die Gruppe Deutsche Börse bietet ein effizientes Clearing für Derivate, Wertpapier- und Wertpapierfinanzierungstransaktionen sowie Währungs- und Rohstoffgeschäfte an. Im Zuge des Clearings wird sichergestellt, dass der Käufer der Wertpapiere die Wertpapiere erhält und der Verkäufer den Preis.

 

Abwicklung

Nach Handel und Clearing sorgt die Abwicklung dafür, dass die einzelnen Positionen korrekt gebucht werden und Geld gegen Wertpapiere getauscht wird. Zudem wird die Gutschrift in den einzelnen Kundendepots sichergestellt. Das Tochterunternehmen Clearstream ist für das weltweite effiziente Abwickeln von Wertpapiergeschäften verantwortlich.

 

Verwahrung

Alle korrekt abgewickelten Vermögenswerte werden durch die Clearstream verwahrt. Während der gesamten Haltedauer betreut Clearstream die Vermögenswerte und bietet Services wie die Umsetzung von Kapitalmaßnahmen und Dividendenzahlungen an.

Im Jahr 2017 (Jahresdurchschnitt) betrug der Wert der von Clearstream verwahrten Wertpapiere 13.465 Milliarden Euro. Du hast richtig gelesen, 13 Billionen Euro und damit das vierfache der deutschen Wirtschaftsleistung. Früher haben die Inhaber einer Aktie ein echtes Papier beim Kauf der Aktie bekommen. Daran angehängt waren Dividendenkupons. Nach der Hauptversammlung konnte man mit dem Kupon des jeweiligen Jahres zu seiner Bank gehen und bekam dann die Dividende auf sein Konto gutgeschrieben. Heutzutage wäre dieses Verfahren viel zu aufwendig und auch zu langsam. Alle Aktien eines Unternehmens werden in einem elektronischen Register gespeichert. Die Clearstream verwaltet diese Register. Bei einer Transaktion bekommt Clearstream eine Meldung und trägt den neuen Eigentümer an die Stelle des alten Eigentümers ein.

Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk (RWE), Actien-Gesellschaft, 1000 Reichsmark, 1910

Historisches Wertpapier. Früher haben die Aktionäre echte Wertpapiere beim Kauf von Aktien bekommen. Damit war ihr Besitzrecht sichergestellt. Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk (RWE), Actien-Gesellschaft, 1000 Reichsmark, 1910

Sicherheiten- und Liquiditätsmanagement

Im Geschäftsbereich Global Funding and Financing (GFF) hat die Gruppe Deutsche Börse alle Dienstleistungen rund um die Wertpapier- und Liquiditätsfinanzierung sowie das Sicherheitenmanagement gebündelt. Dadurch kann die Gruppe die wachsenden Bedürfnisse ihrer Kunden in Hinblick auf Handel sowie Risiko- und Liquiditätsmanagement möglichst effizient bedienen. Mittels der Dienstleistungen der Gruppe Deutsche Börse in diesem Bereich erfüllen Marktteilnehmer die regulatorischen Anforderungen des Gesetzgebers zuverlässig und effizient.

Marktdaten

Alle Anleger benötigen schnelle und präzise Informationen, um an den Märkten erfolgreich Handeln zu können. Die Deutsche Börse unterstützt ihre Kunden mit Echtzeit-Datenfeeds, Kursdaten, Orderinformationen und Indexständen aus ihren Handelssystemen und von den Handelsplätzen ihrer Kooperationspartner. Darüber hinaus versorgt sie Marktteilnehmer mit historischen Daten.

 

Indizes

Über die Tochterfirma STOXX Ltd. werden Indizes entwickelt und vermarktet. Die Indexfamilien decken alle Länder, Regionen und Branchen sowie sämtliche Anlagestrategien ab. Zu den bekanntesten Indizes zählen z.B. der EURO STOXX 50 oder der DAX. Ingesamt werden von der STOXX Ltd. über 7.000 Indizes berechnet.

 

Technologie

Die Deutsche Börse AG betreibt Plattformen über die gesamte Wertschöpfungskette im Kapitalmarkt, mit dem Fokus auf Sicherheit, Integrität, Effizienz und Innovation.

 

Beteiligungen

Hier werden nochmal alle Beteiligungen der Gesellschaft in einer Grafik zusammengefasst.

Die Deutsche Börse AG ist ein weit verzweigtes Unternehmen, das die gesamte Wertschöpfungskette des Börsengeschäftes betreibt. Viele Unternehmend der Holding sind Marktführer. Quelle: Deutsche Börse AG.

Management

Dr. Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender. Quelle: Die WELT

Seit dem 01. Januar 2018 wird die Deutsche Börse AG von Dr. Theodor Weimer geleitet, dieser übernahm das Amt von Carsten Kengeter, welcher seit Juni 2015 Vorstandsvorsitzender war. Vorher war er u.a. für Goldman Sachs und viele Jahre für die Unicredit Bank AG tätig.

Herr Weimer hat angekündigt die Deutsche Börse aufmöbeln zu wollen und legt selbst Tempo vor. So will er z.B. den erweiterten Vorstand, welcher erst vor zwei Jahren durch seinen Vorgänger eingeführt wurde, wieder abschaffen. Weimer zufolge hat sich dieser erweiterte Vorstand nicht durch besondere Effizienz ausgezeichnet. Allgemein sind Herrn Weimer die Entscheidungswege zu lang und es läuft ihm alles zu schwerfällig.

„Wir können und wir wollen und wir werden wachsen“ sagte er in einem Interview. So will er z.B. nach dem Brexit das Euroclearing, also die Abwicklung von Euro-Zahlungen, von London nach Deutschland holen. Aus dem Brexit ergeben sich viele Chancen für die Deutsche Börse AG. Der Handelsplatz Frankfurt wird bedeutender.

 

Aktionärsstruktur

Insgesamt sind derzeit 193 Mio. Aktien im Umlauf. Davon sind 93% im Besitz von institutionellen Investoren, die restlichen 7% entfallen auf Privatanleger. Geographisch gesehen sind nur 14% der Aktien im Besitz deutscher Investoren. Britische Investoren halten 26% und US-Amerikanische Investoren halten 34%, die restlichen 26% entfallen auf andere Länder.

 

2. Bewertung der Aktie

Kommen wir nun zu den trockenen Zahlen. 😀

 

Die Deutsche Börse AG Aktie ist eine AlleAktien Qualitätsaktie

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Im AlleAktien Qualitätsscore erzielt die Deutsche Börse AG 7 von 10 Punkten. Das ist ein guter Wert. Das geringe Umsatzwachstum der letzten 10 Jahre von lediglich 1,2% sowie das noch geringere EBIT-Wachstum von nur 0,2% und der zwischenzeitliche Gewinneinbruch um fast 61% verhindern den bestmöglichen Punktestand von 10 Punkten.

Mit einem zwischenzeitlichen Einbruch der operativen Gewinne um 61% fällt die Deutsche Börse AG in die Kategorie der zyklischen Aktien. Haupttreiber für das Ergebnis ist die Handelsaktivität der Teilnehmer.

 

Umsatzentwicklung: Deutsche Börse fällt durch leichtes Umsatzwachstum auf

Unterm Strich konnte die Deutsche Börse AG ihren Umsatz in den letzten 10 Jahren nur leicht steigern. Besonders durch die Finanzkrise hat sie Rückschläge erlitten.

In den vergangenen 10 Jahren konnte die Gesellschaft ihren Umsatz im Durchschnitt nur um ca. 2% steigern. Wie in der Grafik zum Umsatzwachstum zu sehen ist, unterliegt der Umsatz großen Schwankungen. Die Schwankungen der letzten 10 Jahre lagen zwischen -16,01% und +15,97%. Wobei der größte Rückschlag von 16,01% auf die Finanzkrise im Jahr 2009 zurückzuführen ist.

Für die Jahre 2018 bis 2020 erwarten Analysten ein durchschnittliches Umsatzwachstum von ca. 5% p.a.

Die Umsatzentwicklung unterliegt Schwankungen. 2018 bis 2020 soll sich das Umsatzwachstum verstetigen.

 

Gewinnentwicklung: Deutsche Börse mit schwankenden Gewinnen aber einem positiven Trend

Auch beim Gewinn lässt sich ein immenser Rückschlag durch die Finanzkrise feststellen. Die letzten Jahre ist der Gewinn gestiegen. Die Deutsche Börse AG konnte Marktanteile gewinnen. Auch für die kommenden drei Jahre ist mit deutlichen Gewinnsteigerungen zu rechnen.

Die Gewinne der Gesellschaft schwanken sogar noch stärker als der Umsatz. Zwischen dem Hoch 2008 (1.050 Mio. EUR) und dem Tief 2010 (395,10 Mio. EUR) ging der Gewinn um über 60% zurück, woraufhin er sich im Jahr 2011 wieder mehr als verdoppelte. Dann waren sie wieder rückgängig usw. … Seit 2015 stiegen die Gewinne wieder und für die Jahre bis 2020 rechnen die Analysten mit einem weiterem Gewinnwachstum von ca. 10% p.a.

Die Gewinnmarge schwankt i.d.R zwischen 20 und 45 Prozent, ein enorm hoher Wert. Die Handelsplattformen laufen fast vollautomatisch. Daher werden wenige Mitarbeiter benötigt. Die Deutsche Börse ist eine Cash-Maschine.

Als erfreulich empfinde ich die relativ hohe Gewinnmarge, welche in der Vergangenheit allerdings auch stark schwankte. Diese lag teilweise bei über 40% und in den letzten 3 Jahren zwischen 25 und 35 Prozent, wobei sich diese zuletzt erhöht hat. Auch in den kommenden Jahren ist mit einer weiteren, jährlichen Erhöhung der Gewinnmarge zu rechnen.

 

Dividendenentwicklung der Deutschen Börse AG: Stetige Dividende, derzeit leicht steigend

Gibt es etwas schöneres als nichts zu tun und trotzdem immer und immer wieder frisches Geld auf das Verrechnungskonto zu bekommen? Nun, ich denke das muss jeder für sich selbst entscheiden, aber auch dies kann man mit Aktien der Deutschen Börse AG erreichen.

Die Höhe der Dividende ist stabil und begann in den letzten Jahren zu steigen.

Die Dividende kam mit 2,10 EUR je Aktie für eine lange Zeit nicht vom Fleck. Seit 2015 steigt diese endlich auf derzeit 2,45 EUR und soll, nach Meinung der Analysten, bis 2020 auf 3,28 EUR je Aktie steigen.

Die Dividendenrendite ist überdurchschnittlich hoch. Zwischen 2008 und 2014 war die Dividendenrendite der Deutschen Börse AG aufgrund des niedrigen Aktienkurses stets über 3% und erreichte stellenweise fast 6%. Durch den deutlichen Kursanstieg der Aktie ist die Dividendenrendite derzeit unter dem historischen Schnitt.

Natürlich: Wenn die Dividende gleich bleibt und die Kurse schwanken, dann wirkt sich dies auch massiv auf die Dividendenrendite aus. Diese schwankte zwischen 1,5% und 5,5% und liegt derzeit mit 2,23% ziemlich genau im Mittelfeld aller DAX Konzerne. Auf 10 Jahre gerechnet liegt die durchschnittliche Dividendenrendite bei 3,84%, womit sie im oberen Drittel der DAX Unternehmen liegt. Die Ausschüttungsquote liegt derzeit bei 52%.

 

Rentabilitätskennziffern

Zum 31. Dezember 2017 betrug das Eigenkapital der Deutschen Börse AG 4.841,3 Mio. EUR.
Die Eigenkapitalrendite beträgt derzeit 18,06%. Dies ist ein sehr guter Wert.

 

EV/EBIT-Verhältnis

Die Deutsche Börse AG ist auf Basis der Daten der letzten 10 Jahre eher fair bewertet.

Das EV/EBIT-Verhältnis der Deutsche Börse AG lag in den letzten 10 Jahren bei durchschnittlich 37,60 und in den letzten fünf Jahren bei durchschnittlich 38,93.
Das EV/EBIT-Verhältnis mit dem Stand vom 31. Dezember 2017 beträgt 33,67 und mit dem heutigen (04. Mai 2018) Stand 37,85, also ziemlich genau im Durschnitt der letzten 10 Jahre. Die Aktie ist zwar auf seinem Allzeithoch, dennoch ist sie im historischen Vergleich fair bewertet.

 

Aktienkursentwicklung der Deutschen Börse AG: Deutlicher Kursanstieg in den letzten Monaten macht die Aktie teuer

Der Aktienchart der letzten 10 Jahre. Die Aktie befindet sich derzeit auf einem Allzeithoch, allerdings hat sie auch knapp 10 Jahre gebraucht um einen neuen Höchststand zu erreichen. Quelle: Börse ARD

Der Aktienkurs hat unter der Finanzkrise schwer gelitten. Zwischen ihrem damaligen Hoch im Mai 2008 und ihrem Tief im März 2009 erlitt sie einen Kursverlust von über 70 Prozent. Wer also am Tief gekauft hat kann sich über einen Kursgewinn von ca. 350% freuen. Wer am Hoch eingestiegen ist musste 9 Jahre warten um den Verlust auszugleichen. Alleine in den vergangenen 12 Monaten stieg der Aktienkurs um satte 25,1% und hat damit die 25,1-fache Rendite des DAX (+1%) erreicht.

 

3. Risiken der Deutsche Börse AG

Ewigkeitsfaktor: Wie wahrscheinlich ist es, dass es der Deutschen Börse AG in 10 Jahren besser geht als heute?

Ganz ehrlich? Das ist unfassbar schwer vorherzusagen. Wenn man sich die historische Entwicklung ansieht sieht man, dass sich bezogen auf die Zahlen in den vergangenen 10 Jahren nicht sehr viel getan hat. Allerdings bewegen wir uns derzeit in einem spannenden Börsenumfeld, in dem es hin und wieder zu größeren Schwankungen kommt, was zu einem Geldsegen für den Börsenbetreiber führen kann.

Auf der diesjährigen Hauptversammlung hat Dr. Weimer zwar angekündigt für’s erste keine größeren Fusionsversuche wie mit der Londoner Börse starten zu wollen, allerdings ist er für weitere Zukäufe offen.

Ich würde der Deutschen Börse derzeit eine 70/30 Chance einräumen, dass sie in 10 Jahren besser dasteht als heute. Viele Dinge auf der Welt verändern sich derzeit. Es gibt immer mehr neue Unternehmen welche sich an der Börse mit frischem Geld versorgen möchten, was der Gesellschaft nicht nur im Bereich Handel, sondern auch im IPO Bereich Geld einbringen wird.

Und dann gibt es da noch diese neue Technologie namens Blockchain, die theoretisch die Börsenmärkte ganz neu aufrollen könnte. Ob, wann und durch wen das passieren wird, kann derzeit aber noch kein Mensch vernünftig vorhersagen.

 

Ermittlungsverfahren gegen die Deutsche Börse AG

Im vergangenen Jahr zahlte das Unternehmen 5 Millionen Euro, da der Deutschen Börse vorgeworfen wurde, die Finanzmärkte zu spät über die gescheiterte Fusion mit der Londoner Börse informiert zu haben.

Zum Ärger vieler Aktionäre zahlte sie zusätzlich 5 Millionen von insgesamt 5,5 Millionen Euro der Geldstrafe für den damaligen Vorstandschef Carsten Kengeter, welchem vorgeworfen wurde, Insiderhandel betrieben zu haben. Er selbst musste „nur“ 500.000 Euro aus eigener Tasche zahlen.

Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln gegen einen Mitarbeiter der Tochtergesellschaft Clearstream, dem eine Beteiligung an den „cum-ex-geschäften“ vorgeworfen wird. Die Clearstram wird in dem Ermittlungsverfahren als Nebenbeteiligte (auf-)geführt. Kurzgesagt wird bei Cum-Ex-Geschäften die einmal gezahlte Abgeltungssteuer mehrfach zurückerstattet. Weder die Staatsanwaltschaft noch die Deutsche Börse äußern sich zum laufenden Verfahren.

Nach Schätzungen des Bundesfinanzministeriums wurden die Finanzämter von Banken und anderen Verdächtigen um mehr als 5 Milliarden Euro erleichtert.

 

Weitere Risiken

Das größte Risiko lässt sich in einem Satz ausdrücken: Wenn keine Wertpapiere gehandelt werden, verdient die Gesellschaft auch kein (oder kaum) Geld. Allerdings könnte man diese Aussage, leicht abgeändert, auf nahezu jedes Unternehmen dieser Welt anwenden. Ich glaube aber nicht, dass ein solches Szenario in absehbarer Zeit eintreffen wird. Dafür müsste schon das Finanzsystem zusammenbrechen und dann wäre diese Aktie das geringste Problem.

Da der Kurs im vergangenen Jahr stark angestiegen ist, ist auch einiges an Potential für einen Kursrücksetzer vorhanden. Die Zahlen für das erste Quartal 2018 waren zwar sehr gut, allerdings könnten schlechtere Zahlen in zukünftigen Quartalen schnell zu den erwähnten Rücksetzern führen.

Die Blockchain-Technologie könnte klassische Börsen, wie wir sie kennen, überflüssig machen. Dieses disruptive Risiko ist meiner Meinung aber noch einige Jahre entfernt. Außerdem kann es auch sein, dass die Deutsche Börse zum großen Profiteur der neuen Technologie wird. Damit lassen sich weitere Kosten einsparen und Marktanteile gewinnen.

Außerdem hängt die Deutsche Börse AG, wie schon angesprochen, an der Konjunktur. Eine schlechte Wirtschaftsentwicklung dürfte sich in sinkenden Umsätzen und Gewinnen bemerkbar machen.

 

4. Fazit zur Deutsche Börse AG Aktie

  • Die Deutsche Börse AG verfügt aufgrund des hohen Marktanteils im deutschen Raum über eine monopolartige Stellung.
  • Es gibt weltweit kaum eine vergleichbare Aktie.
  • Die sehr hohe Gewinnmarge und die stabile Dividende sprechen für die Aktie.
  • Die Umsätze und die Gewinne unterliegen starken Schwankungen.
  • Derzeit ist keine massive Expansion zu erwarten.
  • Derzeit ist die Bewertung im historischen Kontext erhöht. Die Dividendenrendite ist unter dem Durchschnitt der letzten 10 Jahre.
  • Ich werde beim nächsten Kursrücksetzer meine vorhandene Position aufstocken.

Kapitalistische Grüße,
Till Pumm

 

Quellen & Links

Beschreibung Link
Investor Relations Seite der Deutschen Börse AG Zur IR-Seite
Geschäftsbericht der Deutschen Börse AG 2017 Zum Bericht
Kursentwicklung der Aktie Zur Kursentwicklung
Historische Unternehmenszahlen Zu den Zahlen
Analystenschätzungen für zukünftige Entwicklungen Zu den Schätzungen
Theodor Weimer – Wikipedia Zum Artikel
Millionenstrafe wegen Verdacht auf Insiderhandel Zum Artikel
Deutsche Börse im Visier der Ermittler Zum Artikel

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