AlleAktien-Qualitätsaktien-Score (AAQS)

So finden wir systematisch Qualitätsaktien

Wie du bereits wissen solltest, ist es unsere Mission, dich zum erfolgreichen Aktionär zu machen. Auf AlleAktien findest du ständig neue Unternehmensanalysen und langfristige Investmentideen.

Doch welche Unternehmen werden bei uns überhaupt analysiert?

Wir Investoren haben die Qual der Wahl: In Deutschland gibt es rund 500, weltweit sogar über 10.000 börsennotierte Aktiengesellschaften. Viele dieser Unternehmen haben beste Zukunftsaussichten und werden ihre Aktionäre in den kommenden Jahren zu wohlhabenden Menschen machen. Anderen Unternehmen fällt es hingegen seit Jahren schwer, am Markt bestehen zu können. Jeder Anleger kennt diese „Rohrkrepierer“.

Da wir eine Plattform für langfristige Investoren sind, die ihre Unternehmensbeteiligungen typischerweise viele Jahre halten, sollten wir uns auf die Unternehmen konzentrieren, denen es gelingt, ihren Wert Jahr für Jahr zu steigern. Ihren Aktionären stetig steigende Einkommen in Form steigender Dividenden bescheren. Das Vermögen der Aktionäre immer weiter mehren.

Doch wie findet man erfolgreiche Unternehmen mit Zukunftspotential und wie verhindert man, sich Rohrkrepierer ins Depot zu legen?

Natürlich kann man sich die Geschäftsberichte der jeweiligen Unternehmen durchlesen und sich Gedanken darüber machen, von welchen Trends das jeweilige Unternehmen in Zukunft profitieren könnte.

Letztendlich wird sich jeder qualitative Faktor irgendwann in den Zahlen des Unternehmens niederschlagen. Und genau das ist die Grundlage und Idee unseres neuen AlleAktien Qualitätsscores.

So sieht der AlleAktien Qualitätsscore aus. SAP erreicht alle Punkte. Damit ist SAP eine der wenigen AlleAktien Qualitätsaktien. (Beispiel SAP SE, April 2018)

Warum ist auf dem AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) kein Chart abgebildet?

Die meisten Investoren sehen sich zuallererst den historischen Kursverlauf an, wenn sie ein unbekanntes Unternehmen bewerten. Aber wie viel sagt der historische Kursverlauf wirklich über die aktuelle, fundamentale Bewertung aus?

Die Finanzmedien sind voller Aktienkurse. Viele Privatanleger betrachten gar ausschließlich Aktienkurse für ihre Kaufentscheidungen. Dabei vergessen diese Anleger, dass der Aktienkurs stets nur ein Abbild des Unternehmenswertes ist. Steigt der Wert eines Unternehmens, dann folgt auch der Aktienkurs. Viele Privatanleger verwechseln also Ursache und Wirkung.

Sie schauen auf einen steigenden Aktienkurs und schlussfolgern daraus, dass es ein guter Kauf ist. Der Aktienkurs ist aber nicht gestiegen, weil irgendein Charttechniker zum Kauf geraten hat, sondern weil das dahinterstehende Unternehmen seinen Wert gesteigert hat.

Ein steigender Aktienkurs ist nur die Folge und nicht die Ursache eines steigenden Unternehmenswertes. Wenn wir Aktionäre Geld verdienen wollen, müssen wir also einen Blick darauf werfen, welchen Unternehmen es in Zukunft gelingen wird, ihren Unternehmenswert weiter zu steigern. Dann wird auch der Aktienkurs folgen. Und genau darum geht es beim AlleAktien Qualitätsscore.

Beim AlleAktien Qualitätsscore wird die Attraktivität und Stabilität eines Unternehmens betrachtet. Der Chart spielt dabei eine völlig untergeordnete Rolle. Der Aktienkurs ist lediglich für den Kauf und den (möglichen) späteren Verkauf relevant. Daher ist auch bewusst kein Chart auf dem Qualitätsscore abgebildet, sondern die langfristige Umsatz- und Gewinnentwicklung des Unternehmens.

Langfristig muss der Aktienkurs ansteigen, wenn das Unternehmen seine nachhaltige Ertragskraft steigert. Daher wird der Aktienkurs der Unternehmensentwicklung langfristig folgen.

Relevant ist für einen langfristig agierenden Investor nicht der Aktienkurs, sondern das Potential eines Unternehmens, für seine Aktionäre nachhaltige Werte zu schaffen. Und genau das findest du auf dem AlleAktien Qualitätsscore abgebildet.

Wir zeigen dir auf einer Grafik auf, ob ein Unternehmen für seine Aktionäre Werte schaffen kann.

Der AlleAktien Qualitätsscore

Die Bewertung mit dem AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) basiert auf 10 Bedingungen. Sind alle 10 Bedingungen erfüllt, so erhält die Aktie einen Score von 10. (Beispiel SAP SE, April 2018)

Jedes untersuchte Unternehmen kann zwischen 0 und 10 Punkte erhalten. Alle Unternehmen, denen es gelingt, 6 oder mehr Punkte zu erreichen, werden in den AlleAktien-Qualitätsindex aufgenommen. Da auf dem Diagramm die Kennzahlen des Unternehmens und nicht der Kurs abgebildet wird, besitzt dieses eine sehr lange Gültigkeitsdauer von einem Jahr.

Lediglich die Kennzahlen Marktkapitalisierung, der Kurs, das KGV, die Dividendenrendite und die Renditeerwartung hängen von der aktuellen Kursentwicklung ab.

Kommen wir nun zu den 10 relevanten Bewertungskriterien:

 

Umsatzwachstum 10J > 5%

Die Kennziffer betrachtet das durchschnittliche, jährliche Umsatzwachstum über die letzten 10 Jahre (CAGR).

Langfristig kann ein Unternehmen nur dann wertvoller werden, wenn es stetig steigende Gewinne erwirtschaftet. Gewinnwachstum wiederum kann langfristig nur durch Umsatzwachstum entstehen. Es mag möglich sein, die Gewinne über einen Zeitraum von 2-3 Jahren auch ohne Umsatzwachstum zu steigern, aber in keinem Unternehmen kann die Gewinnmarge endlos gesteigert werden. Spätestens bei 100% Gewinnmarge ist auch für Facebook, den Gewinnmargen-Spitzenreiter, mit einer aktuellen Gewinnmarge von 60% des Umsatzes, Schluss.

Ein Unternehmen, das stetig wertvoller werden soll, muss also immer größere Umsätze erwirtschaften. Daher gibt es nur einen Punkt, wenn dieses Kriterium erfüllt ist.

 

Umsatzwachstum bis 2020e > 5%

Die Kennziffer betrachtet das durchschnittliche, jährliche, erwartete Umsatzwachstum von 2018 bis 2020 (CAGR).

Die erwartete Umsatzentwicklung wird den auf Finanzen.net veröffentlichten Konsensschätzungen über die künftige Unternehmensentwicklung des jeweiligen Unternehmens entnommen. Die aktuellen Konsensschätzungen der im DAX notierten SAP SE sind hier zu finden.

Warum ist es notwendig, zusätzlich zu den vergangenen 10 Jahren auch noch Erwartungen zu betrachten? Diese Frage wird mir oft gestellt. Das Argument der Kritiker lautet stets: Die historischen Werte sind allesamt überprüfbare und gesicherte Daten. Die Zukunft hingegen kennt keiner von uns. Und die Analysten, die diese Schätzungen erstellen, haben eh wenig Ahnung.

Nun, natürlich weiß keiner von uns, wie die Zukunft aussieht. Aber mit dem Kauf einer Aktie bzw. eines Unternehmensanteils profitieren wir Investoren von ALLEN ZUKÜNFTIGEN Gewinnen eines Unternehmens. Und nicht den vergangenen Gewinnen. Der Blick in die Vergangenheit ist insofern förderlich und hilfreich, weil Unternehmen, die in der Vergangenheit ihre Umsätze und Gewinne steigern konnten, dazu neigen, diesen Trend auch in der Zukunft fortzusetzen.

Zwar mag der eine oder andere Analyst mit Interessenkonflikten durch seinen Arbeitgeber zu kämpfen haben, die zu einem verzerrten Ergebnis führen. Auf Finanzen.net werden jedoch die Konsensschätzungen aller relevanten Finanzanalysten abgebildet. Verzerrungen von einzelnen Analysten gehen im Mittelwert bzw. Konsens unter und spielen keine entscheidende Rolle mehr.

Unsere Welt befindet sich in einer Phase radikaler Umbrüche. Neue Technologien kommen vermehrt zum Einsatz. Gerade in einer solchen Phase ist es enorm wichtig, auf die Gewinner von morgen zu setzen.

Generell betrachtet arbeiten die professionellen Bankanalysten sehr gut. Sie sind sehr gut ausgebildet und beschäftigen sich intensiv mit den von ihnen beobachteten Unternehmen. Trotzdem sollte man ihnen nicht blind glauben. Sie stellen für mich nicht die „Wahrheit“ dar, sondern eine Art Marktkonsens. Anhand dieser Schätzungen erkenne ich, welche künftig Unternehmensentwicklung der Kapitalmarkt eingepreist hat und von dem jeweiligen Unternehmen erwartet.

Komme ich persönlich aufgrund intensiver Recherche zu einem optimistischeren Ergebnis als dieser Konsens, dann ist die jeweilige Aktie klar kaufenswert und vice versa.

Fazit: Die Analystenschätzungen der künftigen Entwicklung werden nie perfekt sein. Trotzdem sind sie ein sehr guter Indikator um die Markterwartungen zu kennen. Der Blick in die Zukunft ist wichtig, weil der Wert einer Aktie aus allen zukünftig erwirtschafteten Cashflows besteht.

Im Optimalfall gelingt es einem Unternehmen, sowohl im Durchschnitt der letzten 10 Jahre, als auch in den Erwartungen der kommenden Jahre, ein jährliches Umsatzwachstum von über 5% zu erreichen. Dann bekommt das jeweilige Unternehmen jeweils einen Punkt. Doch wir alle wissen, Umsatzwachstum ohne Gewinnwachstum ist nichts wert. Daher zielen die nächsten beiden Kennzahlen auf das Wachstum der operativen Gewinne ab.

 

EBIT-Wachstum 10J > 5%

Die Kennziffer betrachtet das durchschnittliche, jährliche, operative Gewinnwachstum (EBIT) über die letzten 10 Jahre (CAGR).

Typischerweise haben Unternehmen langfristig eine um einen Mittelwert schwankende Gewinnmarge. Daher würde eigentlich der Blick auf das Umsatzwachstum genügen, um das Wachstumspotential eines Unternehmens zu untersuchen.

Eine echte Qualitätsaktie schafft es, nicht nur im Umsatz, sondern auch stetig im Gewinn zu wachsen. Falls ja, dann hat das jeweilige Unternehmen bereits den dritten Punkt erreicht. Immer wieder gibt es auch die Situation, dass ein Unternehmen sehr stark im Umsatz wächst, dabei aber einfach kein Gewinnwachstum erreichen kann. Das ist dann ein gefährliches Zeichen.

H&M beispielsweise hat jahrelang durch die Eröffnung immer neuer Filialen ein schönes Umsatzwachstum erzielt. Doch die neuen Filialen waren nicht profitabel. Es gab kaum Gewinnwachstum. In diesem Fall wächst zwar der Umsatz immer weiter an, aber bei uns Aktionären kommt schlicht nichts davon an. Und das muss es, damit wir Rendite machen.

Umgekehrt gibt es eine Reihe von Unternehmen, die in den letzten Jahren Gewinnsteigerungen aufweisen konnten, aber diese nicht aus Umsatzwachstum, sondern Kosteneinsparungen und einer Steigerung der Gewinnmarge entstammen. Dieses Wachstum führt zwar zu einer Wertsteigerung für uns Aktionäre, aber wie bereits erwähnt, kann die Gewinnmarge nicht endlos gesteigert werden.

 

EBIT-Wachstum bis 2020e > 5%

Die Kennziffer betrachtet das durchschnittliche, jährliche, erwartete operative Gewinnwachstum von 2018 bis 2020 (CAGR).

Auch hier gilt das Argument des Blicks in die Zukunft: Der Wert einer Aktie ergibt sich aus allen zukünftig erwirtschafteten Cashflows, abgezinst auf den heutigen Tag. Daher ist der Blick in die Zukunft von enormer Bedeutung.

Nur die besten Qualitätsaktien haben bis hier alle vier Punkte erzielt. Umsatz- und Gewinnwachstum sind die Basis für eine stetige Steigerung des Unternehmenswertes! Denn alleiniges Umsatzwachstum bringt keinen Ertrag für uns Aktionäre. Alleiniges Gewinnwachstum kann nicht dauerhaft aufrechterhalten werden. Durch die jeweils getrennte Betrachtung von Umsatz- und Gewinnentwicklung sortieren wir „Umsatz- und Gewinnschwindler“ bewusst heraus. Unternehmen, die hier nicht voll punkten können, verlieren wertvolle Punkte. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, zu einer erlesenen AlleAktien Qualitätsaktie zu werden.

 

Verschuldung < 4x EBIT

Hier gibt es nur dann einen Punkt, wenn die Nettofinanzverschuldung eines Unternehmens geringer als der vierfache aktuelle operative Gewinn des Unternehmens ist.

Damit gelingt es uns, die Unternehmen zu bestrafen, die sehr hoch verschuldet sind und damit das Vermögen von uns Aktionären in Gefahr bringen. Auf der anderen Seite können gering verschuldete Unternehmen erneut einen Punkt einsammeln und so zu einer Qualitätsaktie werden.

Eine hohe Verschuldung führt zu enormen Risiken. Wenn die Zinsen steigen, steigen die Zinskosten deutlich an. Damit bleibt weniger Gewinn für uns Aktionäre übrig. Wenn der Gewinn zurückgeht, übersteigt die Verschuldung schnell einen kritischen Rahmen und die Insolvenzwahrscheinlichkeit steigt an. Eine Verschuldung unterhalb des vierfachen operativen Gewinns ist meist angemessen und kann im Zweifel zügig zurückgeführt werden.

 

Gewinnkontinuität 10J

Auch diese Kennziffer bestraft schwache Unternehmen mit einem weiteren Punktentzug. Alle Unternehmen, die in den letzten 10 Jahren eines oder mehrere Jahre mit einem Verlust abschließen mussten, bekommen keinen Punkt. Alle Unternehmen, die in jedem der letzten 10 Jahre einen Gewinn für ihre Aktionäre erwirtschaftet haben und demzufolge über ein besonders stabiles Geschäftsmodell verfügen, bekommen einen Punkt.

 

Drawdown 10J < -50%

Der AlleAktien-Qualitätsscore enthält drei Kennzahlen, die auf die Bewertung von unnötigen Risiken abzielen: 1) Verschuldung, 2) Gewinnkontinuität, und 3) Drawdown.

In den letzten 10 Jahren darf der operative Gewinn niemals um mehr als 50% gegenüber dem vorherigen Rekordgewinn eingebrochen sein. Wenn dies gelungen ist, gibt es einen Punkt. Wenn nicht, gibt es keinen Punkt.

Mit den letzten 3 Kennziffern Verschuldung, Gewinnkontinuität und Drawdown bestrafen wir alle Unternehmen, die hohe Risiken im Geschäftsmodell haben. Durch dieses objektive Verfahren sortieren wir systematisch alle „sauren Gurken“ aus der Unternehmenslandschaft heraus.

Wir fokussieren uns auf die Unternehmen, die über ein stabiles Umsatz- und Gewinnwachstum verfügen, dabei aber gleichzeitig solide finanziert sind und stabile Erträge aufweisen. Am Ende dieses Auswahlprozesses bleiben die Unternehmen übrig, die für uns Aktionäre stetig wertvoller werden und unser Vermögen steigern. Ein Unternehmen muss aber nicht bei jeder einzelnen Kennzahl punkten, um eine Qualitätsaktie zu sein. Viel wichtiger ist es, generell gut dazustehen.

Einzelne Fehler werden erlaubt. Wer zu oft patzt, ist keine ausgewählte Qualitätsaktie.

 

Eigenkapitalrendite > 15%

Wenn es einem Unternehmen gelingt, sein Eigenkapital mit einer Rendite von mehr als 15% zu verzinsen, dann gibt es hier einen Punkt. Eine hohe Eigenkapitalrendite ist von enormer Bedeutung.

Zur Berechnung der Eigenkapitalrendite ziehe ich aber stets den Goodwill vom Eigenkapital ab. Der Goodwill ist keine echte Vermögensposition, sondern eine buchhalterische Größe, die aus vergangenen Akquisitionen übrig ist.

Möchte ein Unternehmen wachsen, dann muss es neue Grundstücke kaufen, Immobilien erbauen, Maschinen kaufen, Mitarbeiter einstellen und vieles mehr. All diese Kapitalausgaben müssen finanziert werden. Dafür ist eine hohe Eigenkapitalverzinsung notwendig. Je höher die Eigenkapitalrendite, desto stärker sprudelt das Geld in die Firmenkassen.

Unternehmen denen es gelingt, ihr Eigenkapital mit mehr als 15% zu verzinsen, machen nicht viel falsch. Sie können ihr Unternehmenswachstum problemlos aus den erwirtschafteten Gewinnen finanzieren. Trotz der Wachstumsinvestitionen bleibt ein Teil der Gewinne für eine Dividendenzahlung übrig. Daher werden diese Unternehmen mit einem weiteren Punkt im AlleAktien Qualitätsscore belohnt.

 

ROCE > 15%

Die Verzinsung auf das eingesetzte Kapital (ROCE, Return on Capital Employed) ähnelt grundsätzlich der Eigenkapitalrendite. Die Eigenkapitalrendite kann im Gegensatz zum ROCE manipuliert werden, indem das Unternehmen mit einer besonders hohen Verschuldung arbeitet. Wird das jeweilige Unternehmen mit viel Fremdkapital finanziert, braucht es wenig Eigenkapital und die Eigenkapitalrendite schaut optisch sehr hoch aus. Gleichzeitig müssen aber Zinsen für die Verschuldung bezahlt werden und das Unternehmen ist viel krisenanfälliger geworden. Eine Strategie, die in guten Zeiten aufgehen kann, in schlechten Zeiten aber nicht immer aufgehen muss.

Bei der Betrachtung der gesamten Kapitalverzinsung wird der operative Gewinn ins Verhältnis zum dafür eingesetzten verzinslichen Kapital gesetzt. Das eingesetzte Kapital ist die Summe aus dem Eigenkapital und den Nettofinanzschulden. Dadurch ist die Manipulationsmöglichkeit der Eigenkapitalrendite ausgeschlossen. Denn je mehr verzinsliche Schulden ein Unternehmen aufnimmt, desto höher wird der Wert der Nettofinanzverschuldung.

Mit der Rendite auf das eingesetzte Kapital haben wir eine Kennziffer zur operativen Rentabilität eines Unternehmens,unabhängig von dessen Kapitalstruktur.

Auch hier sollte es dem jeweiligen Unternehmen gelingen, eine Verzinsung von mindestens 15% zur erreichen, um den Punkt zu erlangen.

 

Renditeerwartung > 10%

Das untersuchte Unternehmen erhält nur dann einen Punkt, wenn die jährliche, zu erwartende Rendite für die Aktionäre über 10% liegt. Diese Kennziffer ist die einzige Kennziffer, die von der unterjährigen Kursentwicklung abhängt.

Die Renditeerwartung wird nach dem einfachen IRR-Modell berechnet. Dem Modell zufolge setzt sich die Rendite für uns Aktionäre aus zwei Komponenten zusammen: Der Free Cash Flow-Rendite und der Gewinnwachstumsrate pro Jahr.

Die Free Cash Flow-Rendite ergibt sich aus dem Free Cash Flow des laufenden Jahres dividiert durch die Marktkapitalisierung des Unternehmens. Der Free Cashflow ist der Betrag, den das Unternehmen am Ende des Jahres in seinen Kassen erwirtschaftet hat, und der nun zur freien Verfügung steht (Dividenden, Aktienrückkäufe, Rückführung der Verschuldung, Übernahmen…).

Das Gewinnwachstum ist die zweite Renditequelle, weil das Modell annimmt, dass eine Aktie immer mit dem gleichen Gewinnmultiplikator bewertet wird. Das trifft kurzfristig zwar nicht zu, langfristig meist aber schon. Steigt der Gewinn eines Unternehmens um beispielsweise 20%, dann „muss“ auch der Aktienkurs um 20% ansteigen, damit das KGV und die Bewertung konstant bleiben.

Je nachdem, wie sich der Kurs eines Unternehmens im Laufe des Jahres entwickelt, verändert sich die Renditeerwartung. Sinkt der Kurs eines Unternehmens, dann sinkt die Marktkapitalisierung und damit steigt die Free Cash Flow-Rendite an. Das führt dann zu einer steigenden Renditeerwartung und kann dazu führen, dass es bei einem Kursrückgang plötzlich doch einen Punkt im Qualitätsscore geben würde. Umgekehrt kann ein starker Kursanstieg dazu führen, dass die Renditeerwartung im Laufe eines Jahres unter die Grenze von 10% p.a. rutscht und deshalb streng genommen kein Punkt mehr gerechtfertigt wäre.

Die Kennziffer Renditeerwartung ist aber die einzige Kennziffer, die von der aktuellen Kursentwicklung abhängt. Und das ist auch gut so. Im AlleAktien Qualitätsscore geht es nämlich nicht um die aktuelle Kursentwicklung. Der Fokus liegt auf der Analyse von Unternehmen, die ein überdurchschnittliches Wertsteigerungspotential bei gleichzeitig geringen Risiken mit sich bringen.

Diese kommen bei einem Punktewert von mehr als 6 Punkten in unseren AlleAktien Qualitätsaktien-Index und werden fortan von uns genau beobachtet. Sobald wir dann eine günstige Bewertung erspähen und eine Investmentidee erkennen, schreiben wir darüber einen Artikel.

So können wir systematisch die Aktien beobachten und analysieren, die ein langfristig besonders attraktives Wertsteigerungspotential aufweisen und gleichzeitig stabile Gewinne und Dividenden abliefern.

 

Der AlleAktien Qualitätsscore (AAQS): AlleAktien Qualitätsaktien Rangliste

Hier findest du immer die aktuelle Qualitätsaktien-Rangliste. Aktueller Stand: 25. April 2018

 

DAX

Durch ein Klick auf das jeweilige Unternehmen gelangst du direkt zum AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) des jeweiligen Unternehmens.

Unternehmen Punkte Rendite 01.01.2007-23.04.2018
SAP SE 10 157%
Fresenius SE & Co. KGaA 10 339%
Continental AG 10 206%
Adidas AG 9 559%
FMC AG & Co. KGaA 9 181%
Bayer AG 8 219%
Henkel AG & Co. KGaA St. 8 235%
Infineon Technologies AG 8 152%
Merck KGaA 8 156%
Siemens AG 8 115%
Deutsche Börse AG 7 138%
Deutsche Lufthansa AG 7 78%
HeidelbergCement AG 7 -12%
Volkswagen AG Vz. 7 275%
BASF SE 6 260%
Beiersdorf AG 6 115%
BMW AG Vz. 6 180%
Deutsche Post AG 6 159%
Deutsche Telekom AG 5 97%
Allianz SE 3 105%
Daimler AG 3 116%
Münchener Rück AG 3 157%
RWE AG Vz. 3 -57%
E.ON SE 2 -49%
ThyssenKrupp AG 2 -21%

Die Ergebnisse sind überwältigend. Der DAX hat im Vergleichszeitraum seit 01.01.2007 lediglich 87% zugelegt.

Alle Aktien mit 8, 9 oder 10 Punkten haben den DAX klar outperformt.

Commerzbank und Deutsche Bank sind in der Auflistung nicht enthalten, da wir den Score nicht auf Banken anwenden können. Vonovia und Covestro sind nicht enthalten, weil sie noch keine zehn Jahre an der Börse sind.

 

Zusammenfassung: Mit dem AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) systematisch Qualitätsaktien finden

 

  • Wir Investoren haben bei der Anlage unserer Ersparnisse die Qual der Wahl. Es gibt unzählige Aktien, in die wir unser Vermögen investieren können.
  • Wir benötigen einen objektiven Auswahlprozess, um unsere Zeit und unseren Fokus den Unternehmen widmen zu können, die langfristig eine besonders hohe Wertsteigerung und Rendite erwarten lassen.
  • Der AlleAktien Qualitätsscore belohnt Eigenschaften die dazu führen, dass ein Unternehmen immer wertvoller wird und bestraft Eigenschaften, die schlechte Unternehmen auszeichnen.
  • Der AlleAktien Qualitätsscore zeigt auf einer Grafik auf, ob ein Unternehmen langfristig in der Lage ist, Werte für seine Aktionäre zu schaffen. Je höher der Punktestand, desto attraktiver erscheint das Unternehmen für eine langfristige Investition.

 

AlleAktien kontaktieren