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Ich bin 21 Jahre alt und habe mit 18 mit dem Investieren angefangen. Mein Fokus liegt dabei auf Qualitätsunternehmen die zudem Dividenden zahlen. In meiner Freizeit analysiere ich diese Unternehmen. Hier möchte ich meine Analysen und Erfahrungen mit euch teilen.

Jungheinrich Aktienanalyse – Wachstum im Logistikbereich

 

Aktienanalyse Jungheinrich AG
WKN 621993
Preis 32,00 EUR
Ausstehende Aktien 102 Mio.
Marktkapitalisierung 3.264 Mio. EUR
Nettoverschuldung 7 Mio. EUR
Enterprise Value 3.271 Mio. EUR
Datum 19.06.2018

Überblick: Jungheinrich Aktienanalyse

  • Jungheinrich ist ein Premiumhersteller im Logistikbereich. Es werden Flurförderzeuge wie Gabelstapler und Logistiksysteme angeboten.
  • Das Unternehmen wächst stark: 2020 soll ein Umsatz von 4,0 Mrd. EUR erreicht werden.
  • Trends wie die Industrie 4.0 und die sich daraus ergebende Automatisierung von Warenlagern werden den Umsatz zukünftig weiter ankurbeln.
  • Eine Streuung der Geschäftsfelder federt Umsatzrückgänge in Krisen ab.

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Geschichte
  2. Geschäftsmodell
  3. Management
  4. Aktionärsstruktur
  5. Bewertung
  6. Fazit

 

1. Geschichte: Jungheinrich ist ein Familienunternehmen

AlleAktien-Jungheinrich-Aktien-Analyse-Ameise

So sieht die Ameise von Jungheinrich heute aus. Bildquelle: Jungheinrich AG.

Friedrich Jungheinrich entwarf und konstruierte Sack- und Hubwagen, die Produktion wurde damals allerdings noch auf umliegende Betriebe ausgelagert.

Im Jahre 1953 gründet Friedrich Jungheinrich die H. Jungheinrich und Co. Maschinenfabrik in Hamburg. Das H. Jungheinrich geht auf den Vater Hermann Jungheinrich zurück. Eines der ersten Produkte war die „Ameise 55“, der erste Elektro-Vierrad-Stapler. Die Fokussierung auf Elektroantriebe beginnt bei Jungheinrich also von Stunde 0 an und setzt sich bis heute fort.

In den darauffolgenden Jahrzehnten konnte Jungheinrich durch die Einführung neuer Produkte, neuer Sparten und Aquisitionen seine Marktstellung ausbauen und hat sich von 179 verkauften Fahrzeugen im Jahr 1953 auf über 120.000 im Jahr 2017 gesteigert.

Seit dem Tod des Gründers ist die Firma im Besitz der Familien der Töchter. Nach dem Börsengang 1990 halten die Töchter alle Stammaktien. Einzig die Vorzugsaktien ohne Stimmrecht sind an der Börse handelbar.

 

2. Geschäftsmodell: Jungheinrich verdient an der Intralogistik

Marktanalyse: Europa und Asien fragen 75% der Flurförderzeuge weltweit nach

Überblick über den Weltmarkt für Flurförderzeuge, zu denen beispielsweise Gabelstapler zählen. Asien und Europa sorgen zusammen für 75% der Weltnachfrage. Bilduelle: Jungheinrich AG

  • Jungheinrich ist im Intralogistikbereich aktiv.
  • Intralogistik umfasst den Warenverkehr auf dem Betriebsgelände. Darunter fallen Gabelstapler, Ameisen und weitere Gefährte.
  • Eine wichtige Kennzahl zur Messung des Wachstums in dem Bereich ist das Weltmarktvolumen von Flurförderzeugen.
  • Europa und Asien machen zusammen 3/4 der Nachfrage aus. Eine eher untergeordnete Rolle spielt Nordamerika.
  • Asien hat einen Weltmarktanteil von 41% an den Flurförderfahrzeugen.
  • Mit strategischen Vertriebsgesellschaften dringt Jungheinrich in die Region Asien weiter vor und hat sich zum Ziel gesetzt, dort den Anteil weiter auszubauen.
  • Die Kunden von Jungheinrich profitieren von dem allgemeinen Trend des Bevölkerungswachstums und der aufsteigenden Mittelschicht in den Schwellenländern (z.B Asien).
  • Die Nachfrage nach Produkten steigt somit und das hat zur Folge, dass Unternehmen größere Lager bauen und mehr Warenumschlag haben, um die steigende Nachfrage zu bedienen.
  • Zusätzlich geht der Trend hin zur Automatisierung von Lagern, Stichwort: Industrie 4.0.
  • Industrie 4.0 beinhaltet die Automatisierung und Vernetzung von Prozessen. Konkret bedeutet das für Jungheinrich, dass die Kunden neue Lagersysteme und Flurförderfahrzeuge nachfragen, die automatisiert und effizienter arbeiten und so zu einer Kostenersparnis durch schnelleren Warenumschlag und geringeren Personalbedarf führen.

 

Segmente: Jungheinrich bietet alles aus einer Hand an

Das Geschäftsmodell von Jungheinrich umfasst ein breites Spektrum, aufgeteilt werden die Bereiche in Intralogistik und Finanzdienstleistungen.

923 Mio. EUR und damit rund ein Viertel des Umsatzes entstammen aus dem Kundendienst-Geschäft. Dieses ist sehr ertragsstabil. Einmal produzierte Fahrzeuge müssen regelmäßig gewartet werden. Bildquelle: Jungheinrich AG.

 

Das Segment „Intralogistik“ umfasst:

  • Das Neugeschäft, alsodie Produktion und der Verkauf von Flurförderzeugen.
  • Das Logistiksystemgeschäft, also das Planen und Realisieren von kompletten (teils hochautomatisierten) Lagern.
  • Miete und Gebrauchtgeräte: Jungheinrich kauft Altgeräte an, bereitet sie auf und verkauft oder vermietet sie weiter.
  • Kundendienst: 43% der Mitarbeiter bei Jungheinrich fallen in diesen Bereich. Darunter sind auch Kundendiensttechniker, die die Geräte der Kunden warten und für ihre stetige Bereitschaft sorgen. Dieser Teil ist besonders ertragsstabil und eine Cash-Cow.

 

Das Segment „Finanzdienstleistungen“:

  • Im Wesentlichen geht es hier um die Beratung des Kunden vor Ort, also die Planung von neuen, speziell an den Kunden angepasste Lagersystemen.
  • Ein weiterer Bereich ist die Finanzierung. Jungheinrich vermietet bzw. das verleast eigene Geräte an Kunden.

Die Kombination aus Verkauf/Vermieten, Finanzierung und Service zielt darauf ab, den Kunden möglichst langfristig an sich zu binden.

Jungheinrich bietet die gesamte Wertschöpfungskette der Intralogistik aus einer Hand an. Damit soll eine maximale Kundenzufriedenheit und eine höhere Kundenbindung erreicht werden. In den letzten Jahren ist das gut gelungen. Bildquelle: Jungheinrich AG

 

Jungheinrich AG ist auf klarem Wachstumskurs

  • Bis 2020 soll der Umsatz auf 4 Mrd. EUR und der europäische Marktanteil auf über 22% gesteigert werden (aktuell 21,6%).
  • Jungheinrich möchte die Nr. 1 Marke für Intralogistik in Europa werden.

Die Schwerpunkte der Jungheinrich-Konzernstrategie. Bildquelle: Jungheinrich AG

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, hat Jungheinrich fünf Schwerpunkte ausgearbeitet:

Gerade die zunehmende Fokussierung auf die Wachstumsmärkte, sowie der Ausbau des Logistiksystemgeschäfts dürften den Umsatz auch in den nächsten Jahren weiter zweistellig ansteigen lassen.

In Asien hat Jungheinrich ein Werk errichtet, welches seine Produktion im Vergleich zu 2016 verdoppeln konnte. Außerdem wurde eine Joint Venture mit Heli geschlossen. Es wird sich hier auf die Vermietung von Flurförderzeugen konzentriert. Die Flotte umfasst 5.000 Fahrzeuge. Meiner Meinung nach zeigt das, dass Jungheinrich hier den „Trend“ erkannt hat und sich in die richtige Richtung orientiert. Asien dürfte noch viel Potenzial bieten.

70% der Gegengewichtstapler haben noch einen Verbrennungsmotor. Jungheinrich hat sich schon seit der Gründung 1953 auf Elektroantriebe konzentriert. Aufgrund des Trends hin zur Nachhaltigkeit sollte die Nachfrage hier weiter steigen und mittel- bis langfristig der Verbrennungsmotor abgelöst werden, zumindest in Europa. Ein gutes Beispiel ist die Entwicklung der Lithium-Ionen Batterie. Sie hält 3-mal länger als eine Blei-Säure Batterie, benötigt 20% weniger Energie und ist wartungsfrei. 2017 konnten schon 5.800 Fahrzeuge verkauft werden; eine Verdreifachung zu 2016.

Der generelle Trend hin zur Industrie 4.0, also die Automatisierung und Vernetzung von Prozessen führt dazu, dass die Kunden ihre Lagersysteme effizienter und wirtschaftlicher gestalten können.

Schon jetzt ist es der Fall, dass den Kommissionierern Systeme zur Verfügung stehen, die sie unterstützen. Als Beispiel wäre da zu nennen, dass die Flurförderzeuge dem Mitarbeiter eigenständig folgen. Die Kommissionierer müssen so nun nicht mehr immer auf und absteigen, sondern können das Produkt aus dem Regal nehmen und in eine Kiste legen, die das Fahrzeug transportiert.

Dieser allgemeine Trend wird weiter anhalten und davon wird auch Jungheinrich weiter profitieren. Nicht umsonst hat Jungheinrich in 2017 77 Mio. EUR in die Forschung investiert. Ein Fokus liegt dabei auf die Entwicklung von Teil – und Vollautomatisierungssystemen.

 

Risiken: Jungheinrichs Geschäftserfolg hängt von der konjunkturellen Entwicklung ab

Neben den „allgemeinen Risiken“, wie z.B. Rohstoffrisiken, IT-Risiken usw. müssen wir beachten, dass wir es hier mit einem Maschinenbauer zu tun haben. Maschinenbauer sind in der Regel zyklisch. Die Weltwirtschaft wächst aktuell in einem guten Tempo, die Nachfrage nach Flurförderfahrzeugen steigt stetig. In einer Wirtschaftskrise, wie wir sie 2008/2009 hatten, sind die Umsätze und Gewinne allerdings stark eingebrochen.

Logisch: Geht es Unternehmen schlecht, dann fahren sie erstmal die Investitionen zurück und darunter fallen nunmal die Produkte von Jungheinrich. Ein wenig könnte dieser Effekt vom Kundendienst aufgefangen werden, also der Wartung und Reparatur der Geräte, denn diese müssen auch in Krisenzeiten gewartet werden, um die Funktionsfähigkeit zu gewährleisten.

Ein weiteres Risiko sieht Jungheinrich auch in der Konkurrenz durch Toyota und Kion. Die zunehmende Konzentrierung lässt den Preisdruck steigen. Jungheinrich möchte mit neuen, innovativen Produkten und maßgeschneiderten Lösungen für den Kunden dieser Entwicklung entgegenwirken.

Ich habe für dich im Archiv der Jungheinrich AG gekramt und die Gewinnentwicklung während der Finanzkrise herausgesucht. In 2009 wurde ein Verlust geschrieben. Der Gewinneinbruch lässt einen Zykliker erahnen. Sobald die Konjunktur in 2010 wieder einen Tick angesprungen ist, kehrte Jungheinrich in die Gewinnzone zurück. Bildquelle: Jungheinrich AG

 

Der zweite Blick zeigt, dass der Rückgang im Neugeschäft von der Vermietung und dem Service abgefangen wurde. Damit gelingt es der Jungheinrich AG, die Ertragslage zu stabilisieren. Die Strategie, die gesamte Wertschöpfungskette aus einer Hand anzubieten, geht auf. Bildquelle: Jungheinrich AG

Jungheinrich ist für mich ein Zykliker. Vergleicht man Jungheinrich z.B. mit einen Hersteller für Konsumprodukte, so wird man feststellen, dass die Maschinenbaubranche viel anfälliger gegenüber Wirtschaftskrisen ist.

Für mich wäre genau dann der Boden erreicht und ich würde verstärkt Aktien kaufen. Aber wer kann schon die nächste Krise voraussehen ? 😀

 

3. Management

Hans-Georg-Frey leitet die Jungheinrich AG. Bildquelle: Jungheinrich AG.

Der Vorstandsvorsitzende ist Hans-Georg Frey. Er ist seit 2007 Vorstandsvorsitzender. Im Anhang habe ich einige interessante Artikel über ihn herausgesucht.

 

4. Aktionärsstruktur: Jungheinrich ist ein Familienunternehmen

Das Aktienkapital der Jungheinrich AG ist in Stamm -und Vorzugsaktien aufgeteilt. 100% der Stammaktien halten die Familien der Töchter des Gründers bzw. deren Holding.

Das Unternehmen wird vom Vorstand geführt, im Hintergrund gibt es aber noch die Familie. Ob diese nun aktiv mitentscheidet oder nur als „stiller Teilhaber“ im Hintergrund agiert, ließ sich im Rahmen meiner Recherche nicht herausfinden.

Die Vorzugsaktie (DE0006219934) ist börsennotiert und befindet sich zu 100% im Freefloat. Die Stamm- und Vorzugsaktien erhalten eine Dividende, wobei die Vorzugsaktie aufgrund des fehlenden Stimmrechtes eine höhere Dividende erhält.

 

5. Bewertung im Rahmen der Jungheinrich Aktienanalyse

Umsatzentwicklung: Jungheinrich wächst stark

  • Der Umsatz hat sich in den letzten 3 Jahren um 7,6% p.a. auf nun 3.400 Mio. EUR erhöht und in den letzten 5 Jahren ist der Umsatz sogar um 8,5% pro Jahr gewachsen.
  • Jungheinrich geht auch in den nächsten Jahren von einem hohen einstelligen Umsatzwachstum aus, auch mit Hinblick auf die anvisierten 4.000 Mio. EUR Umsatz in 2020.
  • In 2009 ist der Umsatz um 22% gegenüber dem Vorjahr gefallen.

 

Gewinnentwicklung: Gewinne folgen den steigenden Umsätzen

  • Der Gewinn konnte in den letzten Jahren im Gleichlauf mit den Umsätzen gesteigert werden, er steigt sogar noch etwas schneller als der Umsatz. Die Gewinnmarge verbessert sich also.
  • Auffällig ist der Gewinneinbruch in 2009, dieser ist auf die schwache Nachfrage während der Finanzkrise zurückzuführen.
  • In den folgenden Jahren hat sich der Gewinn allerdings wieder schnell erholt und weist seitdem eine stabile Entwicklung auf.

 

EBIT-Marge: Jungheinrich mit Ausnahme der Finanzkrise 2009 nachhaltig profitabel

  • Die EBIT-Marge ist seit 2012 nahezu konstant, für mich ein Indikator dafür, dass in dem Marktumfeld ein hoher Wettbewerb herrscht, der Preiserhöhungen verhindert.
  • Die EBIT-Marge eines Wettbewerbers, der KION-Group, liegt im gleichen Bereich und zeigt, dass Jungheinrich auf Branchenniveau operiert.

 

Dividende: geringe Dividendenrendite, hohes Dividendenwachstum

  • In den letzten 8 Jahren konnte die Dividende immer weiter erhöht werden.
  • Es zeigt sich, dass die Dividende nach den Gewinnen bemessen wird und in schlechten Zeiten diese auch mal gekürzt wird – Jungheinrich möchte keine Ausschüttung aus der Substanz durchführen.
  • Im Jahr 2009 wurde die Dividende für die Stämme komplett gestrichen. Für mich ein gutes Zeichen, welches zeigt, dass die Firma nicht „ausgesaugt“ werden soll, sondern in schlechten Zeiten auch darauf verzichtet werden kann.
  • Die aktuelle Dividendenrendite beträgt zwar nur 1,3% für das Jahr 2017, aber durch das hohe Umsatzwachstum und das daraus resultierende Gewinnwachstum dürfte die Dividende auch künftig weiterhin stark gesteigert werden können.

 

Verschuldung: Jungheinrich ist nahezu schuldenfrei

Jungheinrich ist nahezu schuldenfrei. Die Nettoverschuldung beträgt gerade einmal 7 Mio. EUR.

 

Bewertung der Jungheinrich AG anhand des fairen KGVs

Jahr Ergebnis je Aktie Jahresendkurs KGV
2017 1,80 EUR 39,35 EUR 21,9
2016 1,52 EUR 37,26 EUR 17,9
2015 1,34 EUR 25,40 EUR 18,9
2014 1,22 EUR 17,64 EUR 14,4
2013 1,06 EUR 15,76 EUR 14,9
Durchschnitt 17,6
Aktuell 1,89 EUR (e) 32,00 EUR 16,9
  • Eine Bewertungsmethode, die ich oft anwende, ist ein historischer Vergleich der Kurs-Gewinn-Verhältnisse. Dabei vergleiche ich das aktuelle KGV mit dem historischen Durchschnitt der letzten Jahre.
  • Ich habe das KGV der letzten 5 Jahre berechnet und den Durchschnitt ermittelt.
  • Aus der Tabelle ist ersichtlich, dass das aktuelle KGV rund 4% günstiger als das durchschnittliche KGV der letzten 5 Jahre ist.
  • Somit kann man davon ausgehen, dass Jungheinrich aktuell fair bewertet ist.
Kion AG Aktuell Durchschnitt der letzten 5 Jahre
KGV 18,4 19,7
  • Eine weitere Methode zur Bewertung einer Aktie ist der Vergleich mit einem Konkurrenten.
  • Auch hier habe ich das aktuelle KGV und den Durchschnitt der letzten 5 Jahre ermittelt.
  • Das KGV von Lion ist höher als das KGV von Jungheinrich.

 

Bewertung anhand der Dividendenrendite

Jahr Dividende Kurs Dividendenrendite (%)
2017 0,50 EUR 39,35 EUR 1,3%
2016 0,44 EUR 27,26 EUR 1,6%
2015 0,40 EUR 25,41 EUR 1,6%
2014 0,35 EUR 17,46 EUR 2,0%
2013 0,29 EUR 15,76 EUR 1,8%
Durchschnitt 1,6%
Aktuell 0,54 EUR (e) 32,00 EUR 1,7%
  • Eine weitere Möglichkeit zur Bewertung einer Aktie ist der historische Vergleich anhand der Dividendenrendite.
  • Die aktuelle Dividendenrendite beträgt 1,7% und der Durchschnitt der letzten fünf Jahre beträgt 1,6%. Somit kann auch hier von einer fairen Bewertung ausgegangen werden.
  • Anhand des historischen KGVs, der Dividendenrendite und dem Vergleich mit Kion gehe ich persönlich davon aus, das Jungheinrich bei 32 EUR fair bewertet ist.
  • Ich persönlich werde aber eine Margin of Safety einbauen, auch aufgrund des zyklischen Geschäftsmodells.

 

Einordnung nach Peter Lynch: Jungheinrich AG ist ein Zykliker

AlleAktien-Peter-Lynch

Diese Grafik veranschaulicht die Einteilung von Aktien in Kategorien nach Peter Lynch.

Jungheinrich fällt für mich eher unter die Kategorie der Average Grower (aufgrund des starken Gewinnwachstums), da die Branche allerdings Zyklen unterworfen ist, würde ich sie auch zu den Zyklikern zählen.

Die Gewinnmargen sind konstant, was auf eine gewisse Stabilität des Geschäftsmodells schließen lässt. Nach Peter Lynch sollten wir einen Zykliker kaufen, wenn das „Tief“ erreicht ist, wir also Gewinneinbrüche sehen. Für Jungheinrich würde ich aber eher die Strategie eines Average Growers verfolgen, nur eine größere Margin of Safety einbauen, wegen der Gefahr des Zyklus.

 

AlleAktien Qualitätsscore (Abschnitt von Jonathan Neuscheler)

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Die Jungheinrich AG erzielt im AlleAktien Qualitätsscore (AAQS) 7 von 10 möglichen Punkten. Weil die Jungheinrich 2009 mit einem Verlust abgeschlossen hat, verliert das Unternehmen zwei wertvolle Punkte. Auch um die Renditeerwartung steht es nicht gut genug, um einen Punkt zu erzielen. Die notwendigen 10% werden knapp verfehlt. Der wesentliche Grund dafür: Die Free Cash Flow Rendite liegt nur bei 1,9%. Ein Großteil der erzielten Gewinne muss direkt reinvestiert werden, um das weitere Wachstum des Unternehmens zu finanzieren. Insgesamt erscheint mir die Jungheinrich AG als gut geführtes, toll wachsendes Unternehmen, das allerdings von der konjunkturellen Entwicklung abhängig ist. Kaufen sollte man eine zyklische Aktie dieser Art immer dann, wenn sich die Ertragslage wegen einer konjunkturellen Delle vorübergehend verschlechtert hat.

6. Fazit: Tolles Wachstum, tolle Aussichten. Auf Sicherheitsmarge achten.

  • Der ganz Markt ist im Umbruch. Die Kunden fordern leistungsfähigere, automatisierte und umweltschonende Produkte für ihr Unternehmen.
  • Das Portfolio umfasst Bau, Verkauf, Vermietung und Wartung der Geräte.
  • Durch den Bereich der Vermietung/Leasing und der Wartung sollte Jungheinrich in zyklischen Tiefs Umsatzeinbrüche abfedern können.
  • Die Dividende konnte seit der Finanzkrise gehalten oder gesteigert werden. In der Krise haben die Stämme, also die Familien verzichtet und die Vorzüge haben noch eine Dividende bekommen.
  • Die Wachstumsstrategie setzt meiner Meinung nach die richtigen Schwerpunkte und Jungheinrich ist auf dem besten Weg, das 4 Mrd. EUR Umsatzziel für 2020 zu erreichen
  • Im asiatischen Raum sollte in den nächsten Jahren überproportionales Wachstum entstehen.
  • Den fairen Wert anhand der historischen Kennzahlen habe ich bei 32 EUR bestimmt. Aufgrund des zyklischen Geschäftsmodells würde ich eine ausreichend große Sicherheitsmarge wählen.
  • Meine Empfehlung ist halten bzw. kaufen bei einem größeren Rücksetzer.

Kapitalistische Grüße,
Kai Hille

 

Quellen & Links

Beschreibung Link
Jungheinrich Investor Relations Zu den Investor Realtions von Jungheinrich
Jungheinrich Wikipedia  Zum Wikipedia-Artikel von Jungheinrich
Jungheinrich Geschichte Zur Geschichte von Jungheinrich
Was ist Intralogistik ? Erklärung, was ist Intralogistik?
Interview mit Hans-Georg Frey 1 Zum Interview mit Hans-Georg Frey
 Interview mit Hans-Georg Frey 2 Zum Interview mit Hans-Georg Frey

 

Transparenzhinweis und Haftungsausschluss: Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung von AlleAktien oder den für AlleAktien tätigen Autoren statt, dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Deine Investitionsentscheidungen darfst du nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf den Informationsangeboten von AlleAktien treffen. AlleAktien und die für AlleAktien tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Der Autor hält derzeit Aktien der Jungheinrich AG.

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