Jonathan Neuscheler | AlleAktien Gründer, leidenschaftlicher Value-Investor, 4 Jahre Berufserfahrung in der Aktienanalyse und Abschluss als Bachelor of Arts (B.A.)

Ich bin begeisterter Value-Investor mit Fokus auf Dividendenaktien. Meine Strategie: Ich strebe langfristig die finanzielle Freiheit an. Mein Ziel ist es, von Jahr zu Jahr steigende Dividendeneinnahmen zu erreichen. Dabei bin ich langfristig denkend und agierend. Ich suche mir in Aktienanalysen systematisch Aktien mit einer hohen Renditeerwartung aus. An diesen beteilige ich mich dann und bleibe meist viele Jahre investiert. Ich schwimme gerne gegen den Strom. Eine rationale Vorgehensweise ist mir sehr wichtig. Daher analysiere ich genau, was ich kaufe, bevor ich kaufe. Ich achte darauf, so wenig Risiken wie möglich einzugehen. Dies gelingt durch eine genaue Aktienanalyse und eine sinnvolle Diversifikation.

Knorr-Bremse AG Börsengang / IPO beschleunigt dank hoher Nachfrage: Jetzt Aktien zeichnen und kaufen?

Analyse Knorr-Bremse IPO: Knorr Bremse Aktien kaufen?

Aktienanalyse Knorr-Bremse AG
WKN KBX100
Zeichnungsspanne 72-87 EUR
Ausstehende Aktien 161,2 Mio.
Marktkapitalisierung 11.600-14.000 Mio. EUR
Nettoverschuldung (30. Juni 2018) 620 Mio. EUR
Enterprise Value 12.220-14.620 Mio. EUR
Free Cash Flow 2019 (erwartet) 700 Mio. EUR
Free Cash Flow-Rendite (2019) 5,0-6,0%
organisches Wachstumsziel 4,5-5,5%
langfristige Renditeerwartung (IRR-Modell) 9,5-11,5%
Unser Vorgehen beim Knorr-Bremse IPO Zeichnen bis 80 EUR
Datum 08.10.2018

Überblick zur Knorr-Bremse Aktienanalyse

  • Knorr-Bremse ist Weltmarktführer bei Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge.
  • Das Unternehmen ist strategisch gut positioniert und verfügt über gute Wachstumsperspektiven.
  • Tiefe Markteintrittsbarrieren und ein Weltmarktanteil von rund 50% ermöglichen eine hohe Rendite auf das eingesetzte Kapital.
  • Wer die Aktie zu Kursen unter 80 EUR zeichnet, kann eine langfristige Rendite von mehr als 10,5% erwarten.
  • Wir nehmen am Knorr-Bremse IPO teil und zeichnen die Aktie bis zu einem Limit von 80 EUR.

Die Analyse ist in 5 Teile strukturiert:

AUFBAU DER ANALYSE

  1. Geschäftsmodell
  2. Details zum IPO
  3. Bewertung
  4. Risiken
  5. Fazit

 

1. Geschäftsmodell: Knorr-Bremse ist Weltmarktführer für Bremssysteme 

Knorr-Bremse ist Weltmarktführer für Bremssysteme für Nutzfahrzeuge und Züge.

Knorr-Bremse ist ein äußerst erfolgreiches, deutsches Traditionsunternehmen. Bereits 1905 gründete der Ingenieur Georg Knorr die Knorr-Bremse GmbH. Das Unternehmen wuchs rasant. Ende der 1930er-Jahre waren 90% aller deutschen Lastkraftwagen mit Knorr-Bremsgeräten ausgerüstet. Das Unternehmen befand sich nach Ende des zweiten Weltkriegs im sowjetischen Besatzungsgebiet. Das Münchener Werk verblieb in Westdeutschland und wurde zum neuen Hauptsitz des Unternehmens. In den 1980er-Jahren befand sich das Unternehmen in einer schweren Krise.

 

Knorr-Bremse entwickelt sich zum Weltmarktführer 

1985 kaufte Heinz Hermann Thiele im Rahmen eines Management-Buy-outs die Anteile der kriselnden Gesellschaft und fokussierte die Unternehmensaktivitäten auf das Kerngeschäft. Seitdem konzentriert sich Knorr-Bremse auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Bremssystemen für Schienen – und Nutzfahrzeuge. Eine große Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf. Mittlerweile ist Knorr-Bremse Weltmarktführer für Bremssysteme bei Schienen- und Nutzfahrzeugen. Der Weltmarktanteil des Unternehmens liegt in den beiden Geschäftsbereichen Schienenfahrzeuge und Nutzfahrzeuge nach Unternehmensangaben bei jeweils rund 50%. Damit ist Knorr-Bremse der unangefochtene Marktführer.

 

Knorr-Bremse hat das Geschäft in zwei Segmente aufgeteilt:

Weltweit ist etwa jeder zweite Zug mit Bremsen von Knorr-Bremse ausgestattet. Bildquelle: Knorr-Bremse AG.

  • Im Segment Systeme für Schienenfahrzeuge entwickelt, produziert und vertreibt Knorr-Bremse Bremssysteme von Straßenbahnen, Regionalzügen, Güterzügen bis hin zu Hochgeschwindigkeitszügen. Außerdem ist Knorr-Bremse im Markt für Türsysteme und Klimaanlagen von Zügen aktiv.
  • Im Segment Systeme für Nutzfahrzeuge entwickelt, produziert und vertreibt Knorr-Bremse Bremssysteme für Nutzfahrzeuge wie Lastkraftwagen, Busse, Anhänger und Landmaschinen. Bremssysteme bestehen neben den eigentlichen Bremsen aus Kompressoren, die Druckluft erzeugen. Die Druckluft wird in einem Behälter gespeichert. Bei einer Bremsung wird die Druckluft über Steuerventile zu den Bremszylindern geleitet. Knorr-Bremse stellt alle Komponenten für die Bremssysteme selbst her.

Beide Segmente sind in etwa gleich groß und gleich profitabel. Da in beiden Segmenten dieselben Grundtechnologien verwendet werden, kann Know-How transferiert werden. Außerdem ergeben sich Skaleneffekte. Verbaute Bremsen verschleißen bei zunehmender Betriebsdauer. Etwas mehr als ein Drittel der Umsätze entstammt dem Ersatzteilgeschäft. Die Einnahmen aus dem Ersatzteilgeschäft fließen auch in einer konjunkturellen Krise weiter. Das verleiht dem Unternehmen ein stabiles Ertragsprofil. Selbst in der schwersten Krise der letzten Jahrzehnte, der Finanzkrise in 2009, ist Knorr-Bremse klar profitabel geblieben. 2009 halbierte sich der Nettogewinn gegenüber 2008. In 2010 konnte bereits wieder ein Ergebnis auf Vorkrisenniveau erzielt werden.

Knorr-Bremse ist ein internationales Unternehmen. Die Marktstellung ist weltweit führend. Der größte Markt ist Europa. Asien steuert rund 27% zu den Umsätzen bei.

 

Knorr-Bremse ist durch tiefe Markteintrittsbarrieren geschützt

Knorr-Bremse ist ein Unternehmen, das perfekt in Warren Buffetts Beuteschema passt. Schade, dass Heinz Hermann Thiele Knorr-Bremse nicht an Berkshire Hathaway verkaufen wollte. Das Unternehmen arbeitet hochprofitabel, hat gute Wachstumsaussichten und ist durch Burggräben bzw. Markteintrittsbarrieren geschützt. Zu den bedeutendsten Barrieren zählen:

  • Mehr als 10.000 erteilte oder angemeldete Patente.
  • Ein großes Forschungs- und Entwicklungsbudget, mit dem die Technologieführerschaft gesichert und ausgebaut werden soll. Seit 2009 sind die Investitionen in Forschung und Entwicklung von 150 Mio. EUR auf 360 Mio. EUR gestiegen. Sie machen rund 6% der Umsätze aus. Es folgen zwei Unternehmensvideos über die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens. Durch die Erfindung und Einführung von immer besseren Technologien kann das Unternehmen seinem Ziel gerecht werden, Mobilität so sicher und effizient wie möglich zu gestalten.
  • Der hohe Marktanteil des Unternehmens ermöglicht Skaleneffekte und Effizienzgewinne.
  • Das Ersatzteilgeschäft garantiert stabile und wiederkehrende Erträge, sobald eine Bremse verbaut ist.
  • Zertifizierung und Regulierung sorgen dafür, dass es neue Wettbewerber sehr schwer haben, in das Geschäft einzusteigen.
  • Die Hypothese einer stabilen Marktposition wird auch dadurch bestätigt, dass die großen Anbieter dieselben wie vor 100 Jahren sind. Knorr-Bremse stattete beispielsweise bereits in den 1930er-Jahren 90% der deutschen Lkw mit Bremssystemen aus.

 

2. Details zum IPO Knorr Bremse

Anzahl ausstehender Aktien 161,2 Mio.
Platzierungsvolumen 30%
Verwendungszweck Heinz Hermann Thiele
Zeichnungsspanne 72-87 EUR
Marktkapitalisierung 11,6-14,0 Mrd. EUR
Marktkapitalisierung im Streubesitz bis zu 4,2 Mrd. EUR
Zeichnung möglich bis Mittwoch, 10. Oktober 2018
Erster Handelstag Freitag, 12. Oktober 2018

Bei einem Börsengang wird Geld eingenommen. Üblicherweise fließt dem an die Börse gehenden Unternehmen der Erlös bzw. ein Teil des Erlöses zu. Mit diesem Kapital kann das Unternehmen dann Investitionen tätigen und so das Wachstum beschleunigen. Bei Knorr-Bremse ist das anders. Das Unternehmen arbeitet sehr profitabel. Alle Investitionen in die Erweiterung der Produktionskapazität, wie auch Übernahmen, können problemlos aus dem Cashflow finanziert werden. Daher fließt beim Börsengang von Knorr-Bremse dem Unternehmen kein Geld zu. Heinz Hermann Thiele verkauft einen Teil seiner Unternehmensanteile an der Börse. Ihm fließt das Geld zu. Was er damit anfangen möchte, steht in den Sternen.

Doch warum verkauft der 77-jährige Thiele einen Teil seiner Unternehmensanteile? Die Süddeutsche Zeitung schreibt dazu: „Der jetzige Börsengang mag auch damit zusammen hängen, dass sich Thiele 2015 mit seinem Sohn Henrik überworfen haben soll. Der war schon als Vorstand für den Bereich Schienenfahrzeuge gesetzt, schied dann aber aus. Tochter Julia Thiele-Schürhoff leitet den sozialen Verein Knorr-Bremse Global Care und sitzt seit März 2016 im Aufsichtsrat. „Nun ist es an der Zeit, die Eigenständigkeit des Unternehmens auch für die Zukunft zu sichern“, schreibt Thiele an seine Mitarbeiter.“

Thiele möchte mit dem Börsengang also die Nachfolge regeln. Er traut seinem Sohn die Nachfolge wohl nicht (mehr) zu. Mithilfe des Börsengangs kann er seine Anteile versilbern und mit dem Emissionserlös beispielsweise eine Stiftung gründen.

Werden alle Aktien nachgefragt, so wird die Marktkapitalisierung im Streubesitz bis zu 4,2 Mrd. EUR erreichen. Damit ist Knorr-Bremse ein MDAX-Kandidat. Einige Monate nach dem Börsengang sollte der Aufstieg gelingen. Durch den MDAX-Aufstieg dürfte die Aufmerksamkeit steigen. Die Aktie könnte stärker nachgefragt werden.

Wer zeichnen will, sollte zügig ein Gebot abgeben. Die Zeichnungsspanne wurde aufgrund hoher Nachfrage bereits auf Mittwoch, den 10. Oktober 2018 verkürzt.

 

3. Bewertung der Knorr-Bremse Aktie: Echtes Qualitätsunternehmen zum fairen Preis

In unserem AlleAktien-Qualitätsscore (AAQS) erreicht die Knorr-Bremse-Aktie 9 von 10 möglichen Punkten. Damit ist die Aktie eine echte Qualitätsaktie. Qualitätsaktien zeichnen sich durch besonders hohe Renditeerwartungen bei gleichzeitig geringeren Risiken aus. Unser System ist einfach zu durchschauen: Merkmale, die für eine besonders gute Wertentwicklung förderlich sind, führen zu einem Punkt. Merkmale, die das Risiko einer Investition erhöhen, führen zu einem Punktabzug. So können wir anhand objektiver Kennzahlen auf einen Blick erkennen, ob eine Aktie für eine langfristige Investition in Frage kommt. Knorr-Bremse erreicht mit 9 von 10 möglichen Punkten einen hervorragenden Wert.

Knorr-Bremse kann die Umsätze und Gewinne beständig steigern

Das Umsatzwachstum ist beeindruckend. Seit 1989 ist Knorr-Bremse mit über 10% jährlich gewachsen. Der Marktanteil konnte stetig ausgebaut werden. Derzeit wächst Knorr-Bremse selbst ohne Übernahmen und damit rein organisch mit über 10%. Mittelfristig, auf Sicht der nächsten 3-4 Jahre, strebt Knorr-Bremse ein organisches Umsatzwachstum von 4,5-5,5% an. Angesichts der beeindruckenden und kontinuierlichen Wachstumsraten der Vergangenheit halte ich dieses Ziel für durchaus realistisch.

Der operative Gewinn konnte in den letzten 10 Jahren noch stärker als der Umsatz gesteigert werden.

 

Eine sehr geringe Verschuldung spricht ebenfalls für eine Investition

Die Verschuldung ist äußerst gering. Sie könnte in weniger als einem Jahr zurückgezahlt werden. Knorr-Bremse hat eine Verschuldungskapazität von mindestens 3 Mrd. EUR und würde trotzdem ein solides Investmentgrade-Rating behalten. Der Vorstand hat in einem Interview bereits bekräftigt, dass er weitere Übernahmeziele zur Beschleunigung des Wachstums im Auge hat.

In den letzten 10 Jahren konnte jedes Jahr mit einem Gewinn abgeschlossen werden. In der Finanzkrise 2009 brach der Gewinn in einem Jahr um etwas mehr als 50% ein. Knorr-Bremse ist aber profitabel geblieben. Beeindruckend ist die schnelle Erholung des Gewinns. Bereits ein Jahr nach der Finanzkrise konnte wieder ein Gewinn auf Vorkrisenniveau erzielt werden.

 

Die hohe Free Cash Flow-Conversion ermöglicht in Kombination mit den guten Wachstumsaussichten eine attraktive Renditeerwartung

Eine der größten Stärken des Unternehmens ist die enorm hohe Kapitalrentabilität. Wenn es einem Unternehmen gelingt, derart profitabel zu arbeiten, dann liegt das immer an einer sehr starken Position im Wettbewerb. Das Unternehmen hat eine gewisse Preissetzungsmacht und wird nicht im Wettbewerb gegen andere Anbieter ausgespielt. Die Folge einer derart hohen Kapitalverzinsung: Trotz Wachstumsinvestitionen bleibt der große Teil der Gewinne als Free Cash Flow übrig. Mit diesem Mittelzufluss können attraktive Dividenden gezahlt werden. Das Unternehmen strebt vorerst eine Ausschüttungsquote von 40-50% an. Daraus lässt sich, je nach Kurs und Ausschüttungsquote, eine Dividendenrendite von 1,9-2,9% ableiten. In den letzten Jahren sind aber 75-100% der Gewinne als Free Cash Flow übrig geblieben. Werden keine passenden Übernahmeziele gefunden, so dürfte es zu einer Erhöhung der Ausschüttungsquote, Aktienrückkäufen und/oder Sonderdividenden kommen.

Angesichts der hohen Kapitalrentabilität und der daraus folgenden hohen Free Cash Flow-Conversion (Anteil der Gewinne, die als Free Cash Flow den Eigentümern zugute kommen) liegt die Free Cash Flow-Rendite des Unternehmens bei 5,0-6,0% (2019 als Betrachtungsjahr). Geht man zusätzlich von einer nachhaltigen Wachstumsrate von 4,5-5,5% aus, so ergibt sich eine Renditeerwartung von 9,5-11,5%. Angesichts der sehr stabilen Wettbewerbssituation ist das eine attraktive Bewertung.

 

Fazit: Wir zeichnen die Aktie bis zu einem Kurs von 80 Euro

Das Unternehmen überzeugt uns. Die Wettbewerbsposition ist ausgezeichnet, die Wachstumsaussichten sind gut. Die Verschuldung ist gering und die Kapitalrentabilität hoch. Die Aktie passt perfekt in Warren Buffetts Beuteschema. Außerdem gefällt uns, dass sich die Vorstände des Unternehmens mit 3,15 Mio. EUR ihres eigenen Geldes am Börsengang beteiligen werden. Dadurch werden sie selbst zu Eigentümern und treffen noch bessere Entscheidungen in Richtung einer langfristigen Wertsteigerung des Unternehmens.

Kurs Free Cash Flow-Rendite Renditeerwartung
72 EUR 6,0% 10,5-11,5%
80 EUR 5,5% 10,0-11,0%
87 EUR 5,0% 9,5%-10,5%

Wir zeichnen die Aktie mit einem Limit bei 80 EUR. Bei diesem Kursniveau können wir langfristig mit einer Renditeerwartung von 10,0-11,0% rechnen. Einziger Wermutstropfen: Die Gewinne sind ein wenig konjunkturabhängig. Kommt es eines Tages wieder zu einer heftigen Konjunkturkrise, so wird der Gewinn vorübergehend zurückgehen. Dann könnte die Aktie nochmals günstiger zu haben sein. Daher investieren wir nicht zu jedem Preis. Kommen wir zu 80 EUR oder gar günstiger zum Zug, freuen wir uns über die Zuteilung. Andernfalls packen wir die Aktie auf unsere Watchlist und schlagen gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt zu, falls die Aktie nochmals günstiger zu haben ist.

Triff die besten Investment-Entscheidungen deines Lebens — werde Premium Mitglied

  • Konkrete Analysen und Kursziele jede Woche
  • Lukrative Gewinnchancen vor allen Anderen erkennen
  • Fundierte Investmentideen von anerkannten Experten

Mit freundlichen Grüßen,
Jonathan Neuscheler und Michael C. Jakob
(AlleAktien Gründer)

 

4. Risiken einer Investition in die Knorr Bremse Aktie

Wie wahrscheinlich ist es, dass es dem Unternehmen in 10 Jahren besser gehen wird?

Wir halten die Wahrscheinlichkeit für sehr hoch. Tiefe Markteintrittsbarrieren schützen das Unternehmen vor Konkurrenz. In den aufstrebenden Ländern steigt der Mobilitätsbedarf kontinuierlich an. In wachsenden Städten werden U-Bahnen und Straßenbahnen installiert. Hochgeschwindigkeitsstrecken werden gebaut. Lastwagen nachgefragt. In vielen asiatischen Ländern besteht noch über Jahrzehnte hinweg eine große Nachfrage nach dem Ausbau der Infrastruktur. Knorr-Bremse verdient daran mit und kann das Geschäftsvolumen steigern. In den Industrieländern profitiert das Unternehmen von einem lukrativen und stabilen Ersatzgeschäft.

Daher sehe ich die Wahrscheinlichkeit, dass Knorr-Bremse in 10 Jahren besser dasteht als heute, bei mehr als 95%. Dennoch führt eine Investition in Knorr-Bremse zu gewissen Risiken. Aus unserer Sicht sind folgende Risiken dominierend:

 

Die Ertragslage ist abhängig von der globalen Konjunkturlage 

2009 ist der Gewinn um rund 50% zurückgegangen. Bereits ein Jahr später wurde wieder an das Vorkrisenniveau angeschlossen. Dennoch würde eine globale Konjunkturkrise einen erheblichen Druck auf die Aktie ausüben. Existenzgefährdend ist ein solches Szenario unserer Meinung nach keinesfalls: Die Verschuldung ist äußerst gering. Der Cashflow war 2009 klar positiv. Das Unternehmen erholte sich binnen weniger Monate. Das Ersatzteilgeschäft liefert stabile Erträge. Daher wäre ein solches Szenario der optimale Einstiegszeitpunkt. Wer schon jetzt einsteigt, sollte sich diesem Risiko bewusst sein und im Falle des Falles nach Möglichkeit nachkaufen.

 

Vollelektrische Lastkraftwagen benötigen weniger Ersatzteile

Dieses Risiko liegt noch fern in der Zukunft. Wir sind uns aber sicher, dass Lastkraftwagen in ca. 10 Jahren größtenteils mit Elektroantrieb und Batterie verkauft werden. Die Betriebskosten sind einfach niedriger. Der Preis für Batterien sinkt von Jahr zu Jahr. Die Spritkosten steigen hingegen. In 5-10 Jahren dürften E-Lastwagen günstiger sein als Dieselfahrzeuge. E-Lastwagen können anstelle des Bremsvorgangs rekuperieren und damit die Akkus wieder aufladen. Die Bremse kommt nur noch bei extrem starken Bremsvorgängen zum Einsatz. Daher werden E-Lastwagen weniger Bremsersatzteile benötigen. Derzeit ist dieses Risiko nicht akut. Es gilt, die Situation von Jahr zu Jahr erneut einzuschätzen. Wir rechnen frühestens in 15 Jahren mit einer deutlichen Auswirkung auf die Ertragslage des Unternehmens. Bis dahin ist es gut möglich, dass Knorr-Bremse mit anderen Produkten bereits von der E-Mobilität profitiert.

 

Wettbewerbsrisiken: Streit mit Bosch ist eskaliert

Bosch besitzt 20% der Anteile am Segment für Nutzfahrzeuge. Beide Unternehmen haben sich im Bereich für Nutzfahrzeuge zusammengeschlossen und sich verpflichtet, sich gegenseitig keine Konkurrenz zu machen. Bosch wirft Knorr-Bremse nun vor, dagegen verstoßen zu haben. Knorr-Bremse wirft Bosch einen ähnlichen Verstoß vor. Bosch droht bereits damit, den 20%-Anteil an Knorr-Bremse verkaufen und künftig in einigen Produktgruppen mit Knorr-Bremse konkurrieren zu wollen. Knorr-Bremse beharrt derzeit darauf, dass Bosch das Joint-Venture nicht einfach auflösen könne. Ausgang des Streits: Ungewiss. Bosch hat aber ohne Frage eine deutlich größere Marktmacht. Möglich ist auch, dass sich beide Parteien wieder einigen.

 

5. Fazit: Knorr-Bremse IPO zeichnen

  • Knorr-Bremse ist der weltweit führende Bremsenhersteller im Markt für Schienen- und Nutzfahrzeuge. Der Marktanteil des Unternehmens liegt bei ca. 50%.
  • Diese exzellente Marktposition ermöglicht überdurchschnittlich hohe Gewinnmargen. Knorr-Bremse arbeitet sehr profitabel.
  • Da der Mobilitätsbedarf in aufstrebenden Ländern noch lange nicht gedeckt ist, verfügt das Unternehmen noch jahrzehntelang über gute Wachstumsperspektiven. Außerdem ergeben sich regelmäßig Akquisitionsmöglichkeiten.
  • Die Kombination aus einer attraktiven Free Cash Flow-Rendite von 5-6% und einer organischen Wachstumsrate von ca. 5% führt zu einer langfristigen Renditeerwartung von über 10%. Damit erscheint eine Investition für langfristige Investoren sehr sinnvoll.
  • Wir sehen bei Knorr-Bremse sehr geringe Risiken. Wermutstropfen bleibt die Konjunkturabhängigkeit. Im Falle einer Konjunkturkrise könnte die Aktie nochmals günstiger zu haben sein. Daher zeichnen wir nur bis 80 EUR. Werden wir bei 80 EUR nicht bedient, ist das auch kein Problem. Dann wandert die Aktie auf unsere Watchlist.
  • Wer die Knorr-Bremse-Aktie aufgrund des relativ hohen KGVs für teuer hält, sollte nochmals besser über das Unternehmen recherchieren. Unternehmen mit vergleichbaren Wachstumsperspektiven und einer derart stabilen Wettbewerbsposition bei gleichzeitig enorm hoher Kapitalverzinsung sind ihren Preis wert. Die Renditeerwartung liegt im zweistelligen Bereich und ist damit sehr attraktiv.
  • Zeichnen mit Limit 80 EUR, bei Schwäche nachkaufen.

Liebe Grüße,
Jonathan Neuscheler

 

Die hat diese Aktienanalyse gefallen?

Dann teste jetzt AlleAktien Premium aus. Ich stelle dir jede Woche exklusiv eine Qualitätsaktie vor, mit der du langfristig eine überdurchschnittliche Rendite erzielen kannst.

Triff die besten Investment-Entscheidungen deines Lebens — werde Premium Mitglied

  • Konkrete Analysen und Kursziele jede Woche
  • Lukrative Gewinnchancen vor allen Anderen erkennen
  • Fundierte Investmentideen von anerkannten Experten

Mit freundlichen Grüßen,
Jonathan Neuscheler und Michael C. Jakob
(AlleAktien Gründer)

 

Quellen & Links zur Knorr-Bremse Aktienanalyse

Beschreibung Link
Knorr-Bremse IPO-Website zur Website
YouTube-Video über das Knorr-Bremse Entwicklungszentrum zum YouTube-Video
YouTube-Video über ein innovatives Sicherheitssystem für Schienenentgleisungen von Knorr-Bremse zum YouTube-Video
Offizieller IPO-Prospekt von Knorr-Bremse zum Prospekt 
Knorr-Bremse Unternehmensmeldung über die Festlegung der Zeichnungsspanne zur Meldung 
Knorr-Bremse Unternehmensmeldung über die Bestätigung des geplanten Börsengangs zur Meldung 
Knorr-Bremse Geschäftsbericht 2017 zum Geschäftsbericht
Knorr-Bremse Unternehmenswebsite zur Website
Artikel des Manager-Magazins über den Unternehmensstreit mit Bosch im Nutzfahrzeugbereich zum Artikel
Artikel über den Börsengang von Knorr-Bremse von der Süddeutschen Zeitung zum Artikel 
Knorr-Bremse CEO Klaus Deller im Interview mit Finanzen.net über den Börsengang des Unternehmens zum Interview

Transparenzhinweis und Haftungsausschluss: Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung von AlleAktien oder den für AlleAktien tätigen Autoren statt, dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Deine Investitionsentscheidungen darfst du nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf den Informationsangeboten von AlleAktien treffen. AlleAktien und die für AlleAktien tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Der Autor hält derzeit keine Aktien von Knorr-Bremse.

9 Antworten

  1. Oliver sagt:

    Zeichen z.B. bei der Consorsbank nicht möglich „Hinweis: Die Zeichnung kann aufgrund fehlender IPO Daten nicht durchgeführt werden. Unter Umständen besteht die Möglichkeit, das Wertpapier börslich zu zeichnen. Einen entsprechenden Auftrag können Sie in diesem Fall über die Kaufmaske erteilen.“

  2. Thomas Wachinger sagt:

    Hab gerade den Zeichnungsauftrag mit Limit bei 81 € erteilt. Ich freue mich darauf, von Anfang an dabei zu sein. Danke, Jonathan, für die gewohnt grandiose Analyse

  3. Vielen Dank für die spannende Analyse, heute habe ich wirklich wieder einiges gelernt!

    Liebe Grüsse
    Michael

  4. Jan sagt:

    Hallo, nach Lynch ist es ein klarer verkauf (siehe Bewertungskasten), nach Buffet eurer meinung nach ein kauf – so einfach ist das eben 🙂 Also ich halte andere deutsche Spezialisten auf der watchlist (zB Rational AG)

    • Den Bewertungkasten habe ich in Anlehnung an Lynch erstellt. Knorr-Bremse verzeichnete in 2009 einen EBIT-Rückgang von 53%. Wäre dieser „nur“ bei 49% gewesen, so wäre die Aktie auch nach Peter Lynch ein klarer Kauf.

      Was ich damit sagen möchte: Man sollte nie religiös an die Geldanlage herangehen. Man wird immer einzelne Indikatoren finden, die für oder gegen etwas sprechen. Entscheidend ist der Gesamteindruck. Der ist zumindest bei mir sehr positiv. Ich stelle in allen Artikeln ja lediglich meine Meinung dar.

      Liebe Grüße, Jonathan

  5. Deniz Ercetin sagt:

    Hallo,

    die Analyse ist sehr gut aufgeführt, das Unternehmen sehr interessant!

    Das 80er-Limit hat heute morgen bei mir gegriffen und ich bin gespannt wie es weiter geht.

    Vg
    Deniz

  1. 8. Oktober 2018

    […] Vorheriger Beitrag Knorr-Bremse IPO: Aktie zeichnen? Depotbremse oder freie Fahrt für den Aktienkur… […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

AlleAktien kontaktieren