Michael C. Jakob Gründer von AlleAktien. Studium von Informatik und Management am KIT/ ETH Zurich/ Massachusetts Institute of Technology. Danach in der Strategie bei UBS und McKinsey&Company.

AlleAktien Geschäftsführer und Chief Technology Officer. Michael analysiert vorrangig globale Software- und Finanzunternehmen mit einer Vorliebe für US- und China-Aktien. Er war zuvor bei McKinsey&Company, UBS, und studierte an KIT, ETH Zurich, und MIT Informatik und Management. Er verfolgt die AlleAktien Cluster-Nummer-1-Strategie: Nur die besten Aktien jeder Branche kommen in das Portfolio.

Lang & Schwarz Aktienanalyse und News.
Mein Zwischenstand.

 

Liebe Freunde von AlleAktien,
ein kleines Update zum wichtigen Analyseplan (AlleAktien Premium).

Situation. Dort war bis eben für 10. September (übernächste Woche) die Lang und Schwarz Aktie vorgemerkt. Hier habe ich schon mit der Aktienanalyse begonnen, bevor die Steuerproblematik ans Licht gekommen ist — vor ca. 10 Tagen. Diese könnte durch eine Verwicklung in den Cum-Ex-Skandal deutlich größer sein, als bisher gedacht, insb. falls Geldwäsche und Steuerhinterziehung nachgewiesen werden könnten.

Markteng. Gleichzeitig ist die Aktie sehr „markteng“. Das bedeutet, nur ein sehr kleiner Teil aller Aktien ist im „free float“, also an der Börse zum freien Handel notiert. Dabei ist LS bereits eine eher „kleine Aktie“ mit nur 250 Mio. Marktkapitalisierung. Da AlleAktien eines der reichweitenstärksten und ohne Frage eines der vertrauenswürdigsten Finanzmedien in Deutschland ist, hier mehrere Millionen Euro pro Analyse bewegt werden, haben wir uns dazu entschieden, keine Analyse zu publizieren. Der zweite, vielleicht gewichtigere Grund: Ich bin auch nach 10 Tagen zu keiner klaren Aussage gekommen:

Ob kaufen/verkaufen/halten. Der Geschäftsbericht weist für mich deutlich zu viele Lücken und Intransparenzen auf, als dass hier eine sinnvolle Analyse möglich ist, insbesondere:

  • Geschäftsführer und Aufsichtsrat haben „keinen Lebenslauf“ oder Background publiziert, leben in Anonymität. Kein Vergütungsbericht. Managementgehalt kaum an Aktie oder Unternehmensperformance gebunden.
  • Umsatz- und Gewinnschätzungen werden nicht prognostiziert.
  • Nur Jahresbilanzen und GuVs. Keine Quartalsberichte mit Zahlen.
  • Schwelende Steuerstrafen und Cum-Ex.
  • Management Kommunikation: Die Ad-hoc Meldung hat mehr Verwirrung als Vertrauen geschaffen. Investoren sind wie vorsichtig-scheue Rehe, die sich bei Unklarheiten und vermuteten Verschwiegenheiten mehrere hundert Kilometer in den Wald zurück ziehen.
  • Segmentierungen. Fehlende Umsatzsegmentierung nach Produkten, Zahlungsströmen und Regionen.
  • Fondsvergütungen. Insbesondere ist unklar, warum die Fondsvergütungen so extrem hoch sind und auch die Gewinnmargen, selbst bei Aktien, die kaum gehandelt werden.
  • Kein eigenständiges Investor Relations (insb. mehrere Schreibfehler im Geschäftsbericht)
  • Strategie, Vision & Neobroker fehlen mir.

 

Insgesamt also leider zu viele Punkte, die für mich alle wesentlich wären, bevor ich eine selbstsichere Investmententscheidung bilden kann. Kurzum: Ich fühle mich nicht wohl damit, irgendeine Entscheidung zu fällen. Weder kaufen/halten/verkaufen, da mir substanzielle Informationen fehlen.

Ich weiß, dass das nicht die Antwort ist, die ihr euch erhofft habt. Auch, dass eine Aktienanalyse im Analyseplan stand und jetzt nicht kommt. In meinen Augen wäre das aber nicht verantwortungsvoll, jetzt auf Biegen und Brechen etwas zu publizieren. Ich wollte euch aber ganz transparent informieren, wie ich dazu gekommen bin. Der Chefhändler (aber eben leider nicht CEO oder Vorstand) stehen weiterhin zu einem Interview bereit. Ich habe vor wenigen Minuten mit ihm telefoniert. Allerdings muss ich mir noch überlegen, wie werthaltig das sein kann. Denn er hat mir relativ humorlos klar gemacht: „Ich sage nichts, was nicht schon im Geschäftsbericht steht“ (sinngemäß — kein Zitat). Alles, was für Investoren relevant sei, sei bereits im Geschäftsbericht. Oder darf nicht nur bei AlleAktien zu lesen sein, sondern muss dann auch bei LS landen. Den letzten Punkt verstehe ich, wobei wir dann das Interview auch auf LS.de publizieren könnten. Hier mache ich mir heute noch Gedanken, ob wir hier zu sinnvollen Fragen und Antworten kommen können.

 

Respektvolle Grüße,
Michael C. Jakob
AlleAktien Geschäftsführer

 


 

 

AlleAktien Lang & Schwarz Grafiken, die im Rahmen der angefangenen Studie erstellt wurden.

 

  • Lang & Schwarz ist der Profiteur des Privatanleger-Booms. Dank einer exklusiven Partnerschaft mit dem Neobroker Trade Republic kann Lang & Schwarz wie keine andere Börse von dem Privatanleger-Boom profitieren. In vielen europäischen Ländern ist die Aktienkultur noch stark unterentwickelt — und genau das will Trade Republic zusammen mit Lang & Schwarz ändern.
  • Lang & Schwarz ist die #1 für außerbörslichen Handel. Kunden können von unter der Woche von 7:30 Uhr bis 23:00 Uhr handeln und sogar vier Stunden während des Wochenendes. Damit ist Lang & Schwarz einzigartig — der größte inländische Konkurrent, XETRA ist nur unter der Woche von 9:00 Uhr bis 17:30 Uhr offen.
  • Unterbewertet im Vergleich zur Konkurrenz. Mit den geschätzten Gewinnen für dieses Jahr liegt das KGV von Lang & Schwarz beim aktuellen Kurs bei 10, während das durchschnittliche KGV der Konkurrenten bei 23 liegt. Wieso Lang & Schwarz so unterbewertet ist und weshalb sich das KGV langfristig an der Konkurrenz anpassen könnte, erfährst du in dieser Analyse.
  • Cum-Ex Skandal sorgt für Kurssturz. Am 24.08.2021 meldete Lang & Schwarz eine steuerstrafliche Ermittlung wegen Verdachts nicht gezahlter Kapitalertragssteuern. Lang & Schwarz beziffert den Schaden mit bis zu 61 Mio. Euro und bildet Rückstellungen im Wert von 45 Mio. Euro. Die Aktie verliert daraufhin 40 % des Werts.

 

 

Die Deutsche Börse Aktienanalyse (inkl. Podcast) ist aktuell eine der besten Alternativen, die unter anderem XETRA und das Tradegate betreibt.

 

3 Antworten

  1. Matthias Wittpahl sagt:

    kommt noch ein Podcast?

  2. Andrey3000 sagt:

    Klasse Michael. Absolut der richtige Schritt, diese Analyse ausfallen zu lassen. Nicht nur du fühlst dich nicht wohl damit, eine Entscheidung zu treffen. Bei Trade Republic (Hauptpartner von L&S) habe ich unnatürliche Kursschwankungen sehen können, die es nur bei L&S gab. Und auch bei den Abrechnungen stehen oft Fragezeichen. Dieser Market-Maker ist mir nicht koscher und denke Tradegate bzw. die Deutsche Börse AG wird davon profitieren.

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