Aktie (Wertpapier)

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen (kleinen) Anteil an einem Unternehmen verbrieft. Aktionäre sind die Besitzer von Aktien und die Eigentümer des Unternehmens. Ihnen steht rechtlich der Gewinn der Gesellschaft zu.

Beispiel: Ein Unternehmen wird gegründet. Um Maschinen, Mitarbeiter und Gebäude zu bezahlen, werden eine Millionen Aktien ausgegeben und das eingenommene, von den Aktionären stammende Geld wird verwendet, um das Unternehmen aufzubauen. Im nächsten Jahr wird bereits ein Gewinn von einer Million Euro erwirtschaftet. Da im Rahmen des Börsengangs in unserem Beispiel eine Million Aktien ausgegeben wurden, liegt der Gewinn je Aktie bei einem Euro. Die Aktionäre treffen sich in der Regel einmal jährlich auf der Hauptversammlung, um sich vom Vorstand des Unternehmens über die Geschäftsentwicklung informieren zu lassen. Zusätzliche Rechte und Pflichten der Aktionäre sind weiter unten aufgeführt.

 

Warum brauchen wir überhaupt Aktien und Aktiengesellschaften?

Aktiengesellschaften wurden erfunden, um die Finanzierung teurer und riskanter Projekte zu ermöglichen. Als beispielsweise in den USA der Westen des Landes durch den Bau neuer Eisenbahnstrecken erschlossen wurde, waren dies sehr teure und riskante Vorhaben. Kein Mensch konnte und wollte ein solches Projekt alleine stemmen. Daher haben sich Gruppen von Anlegern zusammengetan und durch die gemeinsame Einzahlung von Kapital eine Aktiengesellschaft gegründet. Diese hatte dann den Zweck, mit dem Kapital das Bauvorhaben einer neuen Eisenbahnlinie umzusetzen. Sobald dieses Vorhaben geglückt war, erhielten die Aktionäre den aus dem Betrieb der Bahnlinie anfallenden Gewinn in Form von Dividenden ausbezahlt und konnten so gleichzeitig ihr Vermögen mehren, Dividendeneinnahmen erzielen, Arbeitsplätze schaffen und die Infrastruktur des Landes voranbringen.

AlleAktien-Lexikon-Aktie-Eisenbahn

Ohne Aktien und Aktiengesellschaften gäbe es vermutlich keine Eisenbahnen

Rechte

Mit dem Besitz einer Aktie erhält der Besitzer, der sogenannte Aktionär, in Deutschland die folgenden Rechte:

Mitgliedschaftsrechte

  1. Teilnahme an der Hauptversammlung (§ 118 Abs. 1 AktG)
    Auf der Hauptversammlung treffen sich einmal jährlich alle Aktionäre und lassen sich vom Vorstand über die Entwicklungen des Unternehmens informieren.
  2. Auskunftsrecht (§ 131 AktG)
    Außerdem darf jeder Aktionär dem Vorstand im Rahmen seines Auskunftsrecht eigene Fragen vortragen. Der Vorstand muss diese beantworten, unabhängig von der Zahl der Aktien, die der Aktionär besitzt.
  3. Stimmrecht (§ 134 Abs. 1 AktG)
    Auf der Hauptversammlung treffen die Aktionäre Entscheidungen im Mehrheitsprinzip. Hier gilt: Je Aktie eine Stimme. Aktionäre mit vielen Aktien haben also den größten Einfluss auf die Entscheidungen. Die Aktionäre wählen den Aufsichtsrat, der dann im Interesse der Aktionäre den Vorstand berät und überwacht. Außerdem werden Entscheidungen wie die Höhe der Dividende abgesegnet.
  4. Anfechtung von Hauptversammlungsbeschlüssen (§ 243 AktG)

Vermögensrechte

  1. Dividendenanspruch (§ 58 Abs. 4, § 60 AktG)
  2. Bezugsrecht bei einer Bezugsrechtsemission (§ 186 Abs. 1, § 211 AktG)
  3. Anspruch auf Beteiligung am Liquidationserlös (§ 271 AktG)

Erklärungen zu den Vermögensrechten: Das wichtigste Vermögensrecht ist ohne Frage der Anspruch der Aktionäre, über eine Dividende am Gewinn des Unternehmens beteiligt zu werden. Neben langfristig steigenden Aktienkursen sorgen Dividenden für rund 50 % der langfristig zu erzielenden Renditen am Aktienmarkt.

Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk (RWE), Actien-Gesellschaft, 1000 Reichsmark, 1910

Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk (RWE), Actien-Gesellschaft, 1000 Reichsmark, 1910

 

Kategorisierungen

Unterscheidung nach…  Option A   Option B
Stimmrecht Stammaktien (mit Stimmrecht) Vorzugsaktien (ohne Stimmrecht).
(Schweiz: Partizipationsscheine)
Übertragbarkeit Inhaberaktien (per Kauf übertragbar) Namensaktien (Namensgebunden)
Emissionszeitpunkt Junge Aktien Alte Aktien
 Unternehmensanteil Nennbetragsaktien Stückaktien

 

Erklärungen zu den Unterscheidungen:

Manche Unternehmen wie die im DAX notierte BMW AG haben neben Stammaktien zusätzlich Vorzugsaktien ausgegeben. Vorzugsaktionäre haben im Regelfall kein Stimmrecht auf den Hauptversammlungen und können also nicht aktiv auf das Unternehmen Einfluss nehmen. Sie sind aber ebenso an den Gewinnen beteiligt wie die Stammaktionäre. Für den Nachteil der fehlenden Stimmrechte bekommen Vorzugsaktionäre eine typischerweise etwas höhere Dividende, sie werden bei den Dividenden bevorzugt behandelt.

Bei Namensaktien werden die Namen und Daten der Aktionäre im Aktienregister der Gesellschaft eingetragen. Die Gesellschaft weiß also, welcher Aktionär wie viele Aktien hält und kann ihre Aktionäre beispielsweise direkt anschreiben, um sie zu den Hauptversammlungen einzuladen.

Junge Aktien sind Aktien, die neu ausgegeben werden. Das Geld fließt dem Unternehmen zu. Alte Aktien werden von einem vorherigen Aktionär abgekauft, die Kaufsumme des Käufers fließt also dem alten Aktionär zu.

 

Fazit

Aktien sind ein demokratisches Instrument, um unsere Gesellschaft und den Wohlstand aller Menschen voranzubringen. Jeder Mensch kann nach Belieben Aktien kaufen und so anteiliger Eigentümer unserer Unternehmen werden und an allen künftigen Gewinnen dieser Unternehmen teilhaben. Aktien ermöglichen außerdem die Finanzierung großer und riskanter Vorhaben, die kein Mensch alleine stemmen könnte. Unabhängig von der Anzahl der Aktien, die ein Aktionäre hält, kann er auf der Hauptversammlung dem Vorstand seine Fragen stellen und so sein Auskunftsrecht ausüben. Darüber bringen Aktien langfristig unter allen Anlageklassen die höchste Rendite ein und verhelfen langfristigen Investoren so zu einem enormen Vermögensaufbau.