ROCE (Return on Capital Employed bzw. Verzinsung auf das eingesetzte Kapital)

ROCE ist eine Rentabilitätskennziffer und die Abkürzung für Return on Capital Employed bzw. für die Rendite auf das eingesetzte Kapital. Die Kennziffer zeigt das Verhältnis aus operativen Gewinn und dafür eingesetzten verzinslichen Kapital auf. Je höher die Rendite auf das eingesetzte Kapital ist, desto rentabler wirtschaftet ein Unternehmen und desto höher ist der wichtige Free Cash Flow. Der Free Cash Flow bezeichnet den Anteil der Gewinne, der am Ende einer Periode nicht für die Erweiterung des Unternehmens benötigt wird, sondern den Aktionären zur Verfügung steht.

 

Berechnung des Return on Capital Employed

EBIT (operativer Gewinn)/Capital Employed

Capital Employed=buchhalterisches Eigenkapital abzgl. Goodwill zzgl. Nettofinanzverschuldung

Ein durchschnittliches Unternehmen erreicht ein ROCE von rund 15%. Eine besonders hohe Kapitalverzinsung ist ein Qualitätsindikator bei der Aktienanalyse und zeigt an, dass ein Unternehmen sehr gut Geld verdienen kann. ROCE ist die quantitative Kennziffer, die auf einen oder mehrere qualitative Wettbewerbsvorteile, die sogenannten Burggräben hindeutet.

Rentabilitätskennziffern sollten nach Möglichkeit im längerfristigen Durchschnitt betrachtet werden, um die Aussagekraft zu erhöhen. Bei Betrachtung einzelner Perioden kann es durch einmalige Sondereffekte zu Verzerrungen der Kennzahlen kommen.

Grundsätzlich sind die Unternehmen mit einer möglichst hohen Rentabilität besonders attraktiv. Denn diese Unternehmen erzielen mit dem eingesetzten Kapital eine weitaus höhere Verzinsung als durchschnittliche Unternehmen. Je höher die Verzinsung auf das eingesetzte Kapital bzw. die Eigenkapitalrendite ist, desto schneller kann das Unternehmen aus eigener Kraft wachsen und desto mehr Mittel bleiben in Form von Free Cash Flows für die Aktionäre für Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe übrig. Nur Unternehmen mit einer hohen Rentabilität können die erforderlichen Investitionen für starkes Wachstum aus eigener Kraft finanzieren.

Es gibt sogar Unternehmen, die brauchen fast gar kein Kapital, um zu wachsen. Softwareunternehmen wie SAP können ihre Produkte an weitere Kunden verkaufen und so zusätzliche Umsätze und Gewinne erzielen, ohne dabei weiteres Kapital vorhalten zu müssen. Autobauer hingegen müssen für einen Ausbau der Produktion hunderte Millionen in den Bau neuer Werke, den Kauf neuer Maschinen und an sonstigen Investitionen stemmen. Deshalb können diese Unternehmen einen geringeren Anteil ihrer Gewinne in Form von Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten.

Rentable Unternehmen bringen also zwei große Vorteile für Investoren mit: Sie können aus eigener Kraft unglaublich schnell wachsen und sie erzielen trotz ihres Wachstums hohe Liquiditätsüberschüsse (Free Cash Flows), die dann in Form von Dividenden an die Aktionäre zurückgegeben werden können. Dadurch haben diese Art von Aktien langfristig höhere Renditeerwartungen als Unternehmen, die nur mit einer sehr geringen Rentabilität wirtschaften.

 

Unterschiede Return on Capital Employed und Eigenkapitalrendite

Gebräuchlicher als die Kennziffer ROCE ist die Kennziffer Eigenkapitalrendite. Grundsätzlich sind sich beide Kennziffern sehr ähnlich. Die Eigenkapitalrentabilität kann aber durch die Aufnahme von Fremdkapital und Maßnahmen wie Aktienrückkäufe „künstlich“ nach oben getrieben werden (durch diese Maßnahmen verringert sich das eingesetzte Eigenkapital, wodurch die Eigenkapitalrendite ansteigt).

ROCE hingegen berücksichtigt nicht nur das Eigenkapital, sondern auch das Fremdkapital und eliminiert so diese Manipulationsmöglichkeit und ist die präzisere Kennziffer.

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