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Slow Grower (Aktien)

Slow-Grower ist ein von Peter Lynch geprägter Begriff und bezeichnet die Unternehmen am Aktienmarkt, die ihre Gewinne stetig und mit einer jährlichen Wachstumsrate von ca. 0-3% steigern können.

Slow-Grower Aktien gehören zur Überkategorie der Nicht-Zykliker. Dies sind alle Unternehmen, deren Umsätze und Gewinne wie auf Schienen nach oben steigen. In der Praxis könnten das alle Unternehmen sein, deren Vorsteuer- und Vorzinsengewinn (EBIT) in den letzten zehn Jahren niemals mehr als 50% eingebrochen ist. Prinzipiell sind Nicht-Zykliker daher viel interessantere Aktien als Zykliker, da die Gewinne viel konstanter und sicherer sind. Gegenüber Zyklikern ergeben sich entsprechend geringere Schwankungen bei Kursen und Dividenden. Durch stetig steigende Umsätze und Gewinne steigern die Unternehmen im Laufe der Zeit eben auch stetig ihren Wert. 

Nicht-Zykliker können in 3 Unterkategorien eingeteilt werden:

  • Slow Grower: Das sind alle Unternehmen, deren langfristiges und nachhaltiges Gewinnwachstum unter dem Wachstum der Weltwirtschaft liegt. Also unter 3%.
  • Average Grower: Diese Unternehmen können ihre Gewinne jährlich schon mit einer Rate von ca. 3–10% steigern.
  • Fast Grower: Alle Nicht-Zykliker, die ihre Gewinne Jahr für Jahr mit mehr als 10% pro Jahr steigern können.
AlleAktien-Peter-Lynch

Diese Grafik veranschaulicht die Einteilung von Aktien in Kategorien nach Peter Lynch.

 

Slow Grower im Detail

Das sind alle Aktien, deren langfristiges und nachhaltiges Gewinnwachstum unter dem Wachstum der Weltwirtschaft liegen. Also unter 3%. Da die Umsätze und Gewinne nur noch sehr langsam wachsen, gleicht das Unternehmen mehr einer Anleihe. Es muss kaum noch in die Erweiterung des Geschäfts investiert werden, da das Unternehmen einen mehr oder weniger gesättigten Markt bedient. Das Unternehmen ist eine sogenannte “Cashcow”.

Da das Unternehmen kaum rentable Investitionsmöglichkeiten findet, kann es auch problemlos den Großteil seiner Gewinne an die Aktionäre ausschütten. Daher haben diese Slow-Grower typischerweise auch sehr hohe Dividendenrenditen.

Investoren, die auf Rendite aus sind, gehen daher mit dieser Kategorie von Aktien wie folgt vor: Gekauft wird immer dann, wenn die Bewertung gerade deutlich unter dem eigenen historischen Schnitt liegt. Dadurch ist die Dividendenrendite zu diesem Zeitpunkt auch weit überdurchschnittlich. Sobald das Bewertungsniveau wieder den langfristigen Durchschnitt erreicht, oder diesen gar übersteigt, sollte die Aktie wieder verkauft werden. Denn durch das geringe Gewinnwachstum ist der Werttreiber Gewinnwachstum bei diesen Unternehmen praktisch nicht vorhanden. Das freigesetzte Geld wird dann in das nächste Unternehmen dieser Kategorie investiert, dass im Vergleich zu seinem historischen Durchschnitt wiederum unterbewertet ist. So wiederholt sich der Zyklus, und es werden der Werttreiber Dividende während der Haltedauer und der Werttreiber Bewertungsanstieg genutzt.

ProSiebenSat.1 Media SE ist ein typischer Slow Grower

Beispiele für diese Art von Unternehmen sind wohl Innogy oder ProSiebenSat1. Generell ist derzeit (Stand: Anfang 2018) von dieser Kategorie von Unternehmen aber abzuraten, da kaum ein Unternehmen unter seinem historischen Schnitt bewertet ist. Grund dafür ist, dass viele Investoren diese Unternehmen derzeit als Anleihenersatz benutzen, weil die Dividendenrenditen so hoch sind und die Anleihezinsen so niedrig. Durch diese Nachfrage verzerrt sich der Markt und die Bewertungen sind stark angestiegen.

Sobald die Renditen auf Anleihen wieder steigen, verkaufen diese Investoren ihre Aktien dieser Art wieder und investieren das Geld lieber wieder in Anleihen. Das würde dann zu sinkenden Kursen führen. ProSiebenSat1 notiert aktuell hingegen unter der durchschnittlichen Bewertung der letzten Jahre. Das aktuelle KGV liegt um 10 und die Dividendenrendite bei hohen 7,0%. Sofern die Aktie wieder zu ihrem historischen Schnitt zurückkehrt, steigt das KGV wieder auf 20 an. In diesem Falle würden wir Investoren 100% Rendite aus dem Bewertungsanstieg erhalten und dazu die Dividendenrendite während der Haltedauer. Es muss allerdings streng darauf geachtet werden, dass die aktuell erzielten Gewinne auch in Zukunft nachhaltig erzielt werden können. Sonst ist die Bewertung ja gar nicht günstiger. Daher haben wir Investoren bei dieser Aktie nun die Aufgabe, eben diese Frage zu recherchieren.

 

 

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