Jonathan Neuscheler | AlleAktien Gründer, leidenschaftlicher Value-Investor, 4 Jahre Berufserfahrung in der Aktienanalyse und Abschluss als Bachelor of Arts (B.A.)

Ich bin begeisterter Value-Investor mit Fokus auf Dividendenaktien. Meine Strategie: Ich strebe langfristig die finanzielle Freiheit an. Mein Ziel ist es, von Jahr zu Jahr steigende Dividendeneinnahmen zu erreichen. Dabei bin ich langfristig denkend und agierend. Ich suche mir in Aktienanalysen systematisch Aktien mit einer hohen Renditeerwartung aus. An diesen beteilige ich mich dann und bleibe meist viele Jahre investiert. Ich schwimme gerne gegen den Strom. Eine rationale Vorgehensweise ist mir sehr wichtig. Daher analysiere ich genau, was ich kaufe, bevor ich kaufe. Ich achte darauf, so wenig Risiken wie möglich einzugehen. Dies gelingt durch eine genaue Aktienanalyse und eine sinnvolle Diversifikation.

Nachkaufalarm: BASF SE (WKN: BASF11)

Was ist passiert?

Der langfristige Chart der BASF SE seit 2007 zeigt nach oben. Da BASF ein zyklisches Unternehmen ist, gab der Aktienkurs aufgrund der vorübergehend schwachen Gewinnentwicklung in 2009 deutlich nach. Daraufhin setzte eine zügige Erholung ein. In den neun Jahren nach der Finanzkrise entwickelte sich der Aktienkurs unter höheren Schwankungen sehr positiv. 2018 kratzte der Aktienkurs erstmals an der 100 EUR-Marke.  Bildquelle: Ariva.de.

 

Die Kursentwicklung der letzten 12 Monate ist dagegen sehr enttäuschend. Seit Jahresbeginn ging es rund 27% abwärts. Eine Kaufchance? Bildquelle: Ariva.de.

 

Darum ist der Kurs gefallen

BASF ist ein konjunktursensibles Unternehmen. Zwar wächst die Wirtschaft derzeit (noch) mit ansehnlichen Raten, doch es mehren sich die Sorgen, dass sich der nun bereits seit neun Jahren andauernde Wirtschaftsaufschwung einem Ende zuneigt. Als möglicher Auslöser wird der aufkommende Handelskrieg zwischen den wichtigsten beiden Wirtschaftsnationen der Welt, der USA und China, genannt. Außerdem könnte ein weiterer rascher Zinsanstieg in den USA das Wirtschaftswachstum abbremsen. Als Folge dieser Sorgen korrigierten in den letzten Wochen fast alle zyklischen Aktien. Im DAX gaben beispielsweise die Autobauer, der Autozulieferer Continental sowie die Chemieunternehmen BASF und Covestro nach.

Operativ läuft es bei BASF hingegen weiter gut. Die Halbjahreszahlen lesen sich gut. Trotz negativer Währungseffekte konnte der Gewinn je Aktie auf dem hohen Vorjahrsniveau gehalten werden. Die Mengen konnten um 2% erhöht werden, die Preise um 5%. Da Währungseffekte einen negativen Einfluss von 6% hatten, stieg der Umsatz um 1 %.

 

So schätzen wir die Situation ein

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BASF erzielt im AlleAktien Qualitätsscore 6 von 10 möglichen Punkten. Da das Unternehmen bereits relativ groß ist, wachsen die Umsätze und Gewinne nicht mehr ganz so schnell. 2015 wurden zudem einige Gasspeicher an Gazprom verkauft. Da die Umsatzbeiträge dieser Speicher seit 2016 fehlen, scheint das Umsatzwachstum geringer zu sein als es tatsächlich ist. Langfristig dürfte es BASF gelingen, die Umsätze stärker als das weltweite Wirtschaftswachstum zu steigern. Wir rechnen mit 4-5% langfristiger Wachstumsrate.

Die Konjunktursorgen halten wir für übertrieben. Der Handelsstreit zwischen den USA und China könnte jederzeit durch ein Handelsabkommen beendet werden. Die Zinsen steigen in den USA zwar beständig, absolut betrachtet befinden sie sich aber nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau. In Europa gibt es immer noch keine Zinsen und damit auch keine Zinsbelastungen.

BASF ist kein reinrassiger Zykliker. Selbst im Krisenjahr 2009 konnte noch ein operativer Gewinn von fast 4 Mrd. EUR eingefahren werden. Die Dividende wurde nur minimal gekürzt. Die Dividendenrendite des Unternehmens ist derzeit sehr attraktiv. BASF hat sich zum Ziel gesetzt, die Dividende von Jahr zu Jahr zu steigern. In schlechten Jahren soll die Dividende zumindest konstant gehalten werden.

Zwischen 2007 und 2017 lag die Dividendenrendite meist in einem Korridor von 3,5 bis 4,5%. Im Oktober 2018 liegt sie bei einem Aktienkurs von 71 EUR und einer erwarteten Dividende von 3,25 EUR hingegen bei attraktiven 4,6%. Bis 2020 sollte die Dividendenrendite bereits auf 4,9% steigen. BASF schüttet zudem nur rund die Hälfte der Gewinne aus. Die Ausschüttungsquote befindet sich in einem gesunden Bereich. Lediglich  zum Jahresende 2008 war die Dividende noch höher als sie derzeit ist. Damals ist der Aktienkurs brutal gefallen. Die Dividende wurde aber nur minimal gekürzt.

Wer jetzt BASF-Aktien kauft und diese viele Jahre in seinem Depot liegen lässt, kann langfristig mit einer attraktiven Gesamtrendite rechnen. Das langfristige erzielbare Umsatz- und Gewinnwachstum dürfte über den Konjunkturzyklus hinweg bei rund 4-5% liegen. Dazu kommt die attraktive und in der Zukunft wohl weiter steigende Dividendenrendite von 4,6%. Somit ergibt sich eine Gesamtrenditeerwartung von 8,6-9,6%.

BASF ist unter den Aktien mit hohen Dividendenrenditen für mich derzeit der Top-Pick. Die Dividendenrendite ist hoch, die Ausschüttungsquote gesund. Die Verschuldung gering, das Unternehmen solide finanziert. Die langfristigen Wachstumsaussichten stimmen. Große Kurssprünge sind nicht zu erwarten. Dafür aber eine solide und stetig steigende Dividende. Eine sich eintrübende Wirtschaftslage könnte den Ertrag vorübergehend belasten. BASF dürfte dennoch profitabel bleiben. Die Dividende sollte gehalten werden können.

Wir halten die Aktie für kaufenswert. 

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