Jonathan Neuscheler | AlleAktien Gründer, Value-Investor, Aktienanalyst, Betriebswirt (B.A.)

Ich strebe die finanzielle Freiheit an. Mein Ziel ist es, von Jahr zu Jahr steigende Dividendeneinnahmen zu erreichen. Dabei bin ich langfristig denkend und agierend. Ich suche mir in Aktienanalysen systematisch Aktien mit einer hohen Renditeerwartung und geringen Risiken aus. An diesen beteilige ich mich dann und bleibe meist viele Jahre investiert. Ich schwimme gerne gegen den Strom. Eine rationale Vorgehensweise ist mir sehr wichtig. Daher analysiere ich genau, was ich kaufe, bevor ich kaufe. Ich achte darauf, so wenig Risiken wie möglich einzugehen. Dies gelingt durch eine genaue Aktienanalyse und eine sinnvolle Diversifikation.

Nachkaufalarm: Fresenius Aktie kaufen? (WKN: 578560)

Was ist passiert?

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Die Fresenius-Aktie hat sich in den letzten 10 Jahren äußerst positiv entwickelt. Das Unternehmen konnte stark wachsen. Umsatz, Gewinn und Dividende zogen massiv an.

 

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In den letzten 12 Monaten schaute der Kursverlauf hingegen anders aus: Die Aktie hat kräftig nachgegeben. 2017 erreichte der Aktienkurs sein letztes Allzeithoch. Der Kurs stieg bis auf 80 EUR an. Aktuell notiert die Fresenius-Aktie nur noch bei 53 EUR. Das entspricht einem Kursrückgang von mehr als 33%. In diesem Nachkaufalarm beantworten wir die Frage, warum der Kurs gefallen ist. Außerdem geben wir unsere Einschätzung zur Aktie ab.

 

Darum ist der Kurs gefallen

Wir führen den Kursverlust der Fresenius-Aktie auf mehrere Gründe zurück:

  1. Es gab an den Aktienmärkten eine kleine Korrektur. Dem Rückgang der Aktienkurse konnte sich kaum ein Unternehmen entziehen. Auch Fresenius nicht. Dieser Faktor alleine erklärt den Kursrückgang von mehr als 30% gegenüber dem Allzeithoch aber noch nicht vollständig.
  2. Das Erfolgsmodell Fresenius basiert auch auf Übernahmen. In der Vergangenheit zahlten sich die Übernahmen des Unternehmens meist aus. 2017 geriet eine der größten Übernahmen in der Unternehmensgeschichte aber außer Kontrolle. Fresenius wollte das US-amerikanische Unternehmen Akorn für 4,3 Mrd. USD übernehmen. Bei der Prüfung stoß Fresenius eigenen Angaben zufolge auf schwere Verstöße. Daher kündigte Fresenius die Übernahme wieder auf. Glück gehabt: Es ist kein Geld verloren gegangen. Jedoch verbleibt dennoch ein gewisser Schaden: Das Vertrauen in eine genaue Prüfung der Übernahmeziele hat gelitten. Ich persönlich bin aber zuversichtlich, dass Fresenius den Schuss gehört hat und künftig noch akribischer prüfen wird, bevor ein Übernahmeangebot vorgelegt wird.
  3. Die ebenfalls börsennotierte Tochter FMC, die hauptsächlich in den USA aktiv ist, hat am 16. Oktober 2018 eine Gewinnwarnung herausgegeben. Der Umsatz von FMC soll 2018 währungsbereinigt nun nur noch um 2-3% anstelle von 5-7% und der Gewinn um 11-12% anstelle von 13-15% ansteigen. FMC führt als Gründe hohe Kosten für einmalig auftretende Sonderfaktoren auf. Gleichzeitig stellt das Unternehmen klar, dass die Trends und Treiber des Wachstums intakt seien.
  4. Fresenius selbst veröffentlichte am 30. Oktober 2018 die Zahlen für das dritte Quartal. Diese haben einigen Marktteilnehmern nicht gefallen. Die Ziele für 2018 wurden leicht gesenkt. Daraufhin gab die Aktie nochmals deutlich ab.

 

So schätzen wir die Situation ein

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Fresenius erreicht im AlleAktien Qualitätsscore alle 10 Punkte und ist damit eine echte Qualitätsaktie, die durch besonders hohe Renditechancen bei gleichzeitig geringeren Risiken gekennzeichnet ist.

 

Auch wenn sich das Wachstumstempo bei Fresenius aktuell ein wenig abschwächt, so bleiben wir bei unserer positiven Einschätzung der Aktie. Dafür sprechen zahlreiche Gründe:

  • Diversifizierte Umsatz- und Ertragsbasis mit vier Unternehmensbereichen
  • Führende Marktpositionen in nicht-zyklischen Märkten mit prognostizierbarem Wachstum
  • Branchenführendes organisches Wachstum in allen Unternehmensbereichen
  • Regelmäßig zusätzliches Wachstum durch Übernahmen
  • Echter Dividendenaristokrat: Seit 25 Jahren gibt es in jedem Jahr eine steigende Dividende

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Mit freundlichen Grüßen,
Jonathan Neuscheler und Michael C. Jakob
(AlleAktien Gründer)

 

Ein genauerer Blick auf die Zahlen bestätigt diese Einschätzung:

Auch im dritten Quartal konnte Fresenius in allen vier Geschäftsbereichen ein organisches Wachstum von durchschnittlich 4% erzielen. Auch wenn kurzfristig Währungseffekte sowie einmalige Sonderfaktoren belasten, so dürfte sich insgesamt die positive Unternehmensentwicklung fortsetzen. Bildquelle: Fresenius SE & Co. KGaA

 

Daher bleiben wir bei unserer positiven Einschätzung. Es ist völlig normal, dass Aktienkurse schwanken. Die nachhaltigen Wachstumstreiber (demographischer Wandel, medizinischer Fortschritt, Expansion in neue Märkte und Übernahmen) sehen wir als voll intakt an. Auch wenn aufgrund der mittlerweile erreichten Unternehmensgröße das künftige Wachstum ein wenig geringer ausfallen dürfte, so bleibt Fresenius ein klares Wachstumsunternehmen.

Der Kapitalmarkt achtet hingegen sehr stark auf die Quartalsberichterstattung und verkennt damit die langfristigen Chancen des Unternehmens. Durch den Kursrückgang ist das Bewertungsniveau attraktiv geworden. Die Fresenius-Aktie wird nur noch mit dem 14,4-fachen KGV für 2019 bewertet. Im Zeitraum von 2011 bis 2017 wurde die Aktie hingegen mit einem KGV von 16 bis 26 bewertet.

 

Fazit: Fresenius Aktie kaufen

Wir erkennen im deutlichen Kursrückgang eine Kaufchance für langfristige Investoren. Die Bewertung ist attraktiv, die langfristigen Aussichten sind gut. Die Geschäftsentwicklung ist nicht konjunkturabhängig. Die Wachstumsstory dürfte weitergehen und die Fresenius-Aktie in 10 Jahren deutlich höher stehen.

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Transparenzhinweis und Haftungsausschluss: Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung von AlleAktien oder den für AlleAktien tätigen Autoren statt, dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Deine Investitionsentscheidungen darfst du nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf den Informationsangeboten von AlleAktien treffen. AlleAktien und die für AlleAktien tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Der Autor hält derzeit Aktien von Fresenius.

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5 Antworten

  1. Annette sagt:

    Wie würde die Firma stehen, wenn in den kommenden Jahren ein Trend zu mehr ambulante Versorgung sich entwickelten würde. Diese Entwicklung wird politisch in Österreich sehr gewünscht. Man würde dann vielleicht bis zu 1/4 weniger Betten brauchen.
    LG Annette

    • Ich sehe in diesem Trend keine große Gefahr für Fresenius. Durch den demographischen Wandel steigt der Bedarf an medizinischen Leistungen immer weiter an. In Deutschland sind schon heute alle Arztpraxen vollständig ausgelastet.

  2. Luiz sagt:

    Danke für deine Analyse! Heute bin ich froh nicht zugegriffen zu haben…
    Die Aktie ist heute schon auf 39€ gefallen…

    Jetzt erst recht zuschlagen oder abwarten? 😉

    Danke und viele Grüße
    Luiz

    • Hallo Luiz, der Kursverlauf der Fresenius-Aktie ist wirklich nicht schön anzuschauen. Befreien wir uns mal von allen Emotionen und schauen an, was im Unternehmen vor sich geht. Die 2020er-Ziele wurden einkassiert. Natürlich nicht so schön. Doch ein genauerer Blick auf die Zahlen verrät: Operativ gesehen läuft das Geschäft weiter sehr gut. Das Unternehmen erwartet dauerhaft eine organische Wachstumsrate (also ohne Übernahmen) von 5%. Bei den Gewinnen soll sogar noch ein Tick mehr drin sein. Der neue Zielwert ist eben ohne Übernahmen gewählt, der alte hat mögliche Übernahmen bereits beinhaltet gehabt. Insofern bleibt festzuhalten: Fresenius ist ein gesundes Unternehmen, das jährlich mit 5% und mehr wächst. Sollte es Übernahmen geben, kann es auch deutlich mehr werden. Das Unternehmen ist ein Dividendenaristokrat und nicht von der Konjunktur abhängig. Also: Wachstum + konjunkturunabhängig + günstige Bewertung (Free Cash Flow Rendite bei 8,5%, KGV von 11,5). Nestle wächst nur mit 3% und wird mit einem KGV von 23 doppelt so hoch bewertet. Insofern sehe ich eine klare Einstiegsgelegenheit für langfristige Investoren.

      • Luiz sagt:

        Lieber Jonathan,

        vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Es ist wirklich immer spannend, wie du deine Sichtweise beschreibst.
        Auch sind die Podcasts zusammen mit Kolja immer sehr anregend und interessant! 🙂

        Ich fliege morgen nach beruflich nach Amsterdam, sonst hätte ich dich gerne in München kennengelernt.. Wenn du schon mal hier bist wo ich wohne 😉
        Schade, aber vielleicht kommst du ja mal wieder nach München..

        Sehr sehr tolle Arbeit! 🙂

        Viele Grüße
        Luiz

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