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Atos vor möglichen Übernahmen: Milliardenbedarf und Interessenten

  • Atos benötigt Milliarden Euro für die kommenden zwei Jahre
  • Mehrere Übernahmeangebote von Interessenten wie Daniel Kretinsky und Bain Capital eingegangen

Der französische Technologiekonzern Atos steht vor möglicherweise richtungsweisenden Veränderungen. Nachdem das Unternehmen bekannt gab, für die kommenden zwei Jahre finanzielle Mittel in Höhe von 1,1 Milliarden Euro zu benötigen, sind mehrere Übernahmeangebote eingegangen. Zu den Interessenten zählen laut Berichten der „Les Echos“ und „Le Figaro“ der tschechische Geschäftsmann Daniel Kretinsky, David Layani, CEO des größten Atos-Aktionärs OnePoint, sowie der US-Investmentfonds Bain Capital. Zusätzlich liegt ein Angebot der Gläubiger vor, die etwa die Hälfte der Schulden des Konzerns halten.

Diese Entwicklungen sind von besonderer Bedeutung, da Atos nicht nur ein wesentlicher Zulieferer für das französische Militär und die Geheimdienste ist, sondern auch eine zentrale Rolle in der nationalen Cyberverteidigung spielt. Die Technologien von Atos werden unter anderem für die Simulation von Atomtests und für künstliche Intelligenz genutzt. Produkte des Unternehmens finden sich in „Scorpion“-Panzern und „Rafale“-Kampfjets, und Atos ist auch in die Sicherheitsmaßnahmen für die Olympischen Spiele 2024 in Paris involviert.

Die Bedeutung von Atos für die nationale Sicherheit Frankreichs hat dazu geführt, dass Finanzminister Bruno Le Maire die Übernahme sicherheitsrelevanter Unternehmensbereiche durch den Staat in Betracht zieht. Hierbei könnten auch staatlich kontrollierte Konzerne wie Thales und Dassault Aviation eine Rolle spielen.

Die Überprüfung der vorliegenden Angebote durch den Vorstand von Atos, die Berichten zufolge am Sonntagabend stattfand, markiert einen kritischen Moment für das Unternehmen, das sich in einer tiefgreifenden Krise befindet. Die Entscheidungen, die in den nächsten Tagen getroffen werden, könnten weitreichende Auswirkungen auf die Zukunft von Atos und seine Rolle in der französischen und globalen Technologielandschaft haben.

Quelle: Eulerpool Research Systems