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Boeing: Konzernchef Calhoun tritt zurück - Führungswechsel nach Pannenserie

  • Boeings Konzernchef Calhoun tritt zurück
  • Führungswechsel nach Pannenserie und laufender FAA-Untersuchung

Boeing, der US-amerikanische Flugzeughersteller, steht vor einem grundlegenden Führungswechsel. Konzernchef Dave Calhoun wird seinen Posten zum Jahresende räumen. Diese Ankündigung folgt wenige Wochen nach einem beinahe Unglück und markiert einen signifikanten Schritt für das Unternehmen, das sich durch eine Reihe von Pannen in einer tiefen Krise befindet. Ebenso verlassen Verwaltungsratschef Larry Kellner und Stan Deal, der Chef der Verkehrsflugzeugsparte, Boeing. Stephanie Pope wird als neue Leiterin der Sparte nachrücken.

Die Dringlichkeit dieser Entscheidung wird durch eine laufende Untersuchung der US-Luftfahrtbehörde FAA unterstrichen, die sich auf Produktionsmängel in einer Boeing-Fabrik in der Nähe von Seattle konzentriert. Dort werden unter anderem Flugzeuge des Typs 737 Max für Alaska Airlines gefertigt. Ein Vorfall am 5. Januar, bei dem sich die Türverkleidung eines dieser Flugzeuge kurz nach dem Start löste, hat die Aufmerksamkeit auf mögliche Montagefehler gelenkt. Erste Ermittlungen legen nahe, dass Schrauben, welche die Verkleidung fixieren sollten, nach Reparaturarbeiten in der Fabrik fehlten.

Die Krise bei Boeing wird weiterhin durch die tragischen Abstürze zweier 737-Max-Jets in den Jahren 2018 und 2019 verschärft, bei denen insgesamt 346 Menschen ums Leben kamen. Die Unfälle wurden auf Softwareprobleme zurückgeführt. Trotz dieser Herausforderungen reagierte der Markt positiv auf die Ankündigung des Führungswechsels, mit einem Anstieg der Boeing-Aktie um mehr als 2 Prozent im vorbörslichen Handel. Boeing steht somit vor der Aufgabe, Vertrauen zurückzugewinnen und sich von der gegenwärtigen Krise zu erholen.