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Bundestag gibt grünes Licht: Cannabis-Legalisierung beschlossen

Nach langem Ringen beschließt der Bundestag die Cannabis-Legalisierung in Deutschland, trotz Warnungen vor einem historischen Fehler.


Deutschland hat am Freitag ein historisches Gesetz verabschiedet: Der Bundestag hat die Legalisierung von Cannabis beschlossen, nach jahrzehntelanger Diskussion und trotz massiver Kritik. Das neue Gesetz sieht eine kontrollierte Freigabe der Droge vor, die ab dem 1. April für Volljährige legal sein wird. Die Legalisierung wurde von der Ampelkoalition beschlossen, die jedoch von der Union stark kritisiert wurde. Die Gesundheitspolitikerin Simone Borchardt von der CDU betonte im Bundestag, dass die geplante Legalisierung ein "völlig unnötiges, verworrenes Gesetz" sei. Sie argumentierte, dass Ärzte, Polizisten und Psychotherapeuten sowie alle Innenminister der Bundesländer sich gegen die Legalisierung ausgesprochen hätten. Dennoch hat die Ampelkoalition beschlossen, ihre Pläne umzusetzen und das Gesetz durchzusetzen. Besonders der Schutz von Kindern und Jugendlichen sei in dem Gesetz nur ein Lippenbekenntnis.


Der Gesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD hingegen verteidigt das neue Gesetz und argumentiert, dass die Legalisierung dazu beitragen könne, die Risiken für Konsumenten zu reduzieren und den illegalen Schwarzmarkt zu bekämpfen. Auch die möglichen Kontrollmaßnahmen seien kein ausreichendes Gegenargument für die geplante Legalisierung, so Lauterbach in einem Interview mit dem Sender Phoenix. Er verglich die Situation mit der damaligen Einführung der Gurtpflicht im Auto, bei der ebenfalls hoher Kontrollaufwand befürchtet wurde. Doch heute sei die Gurtpflicht selbstverständlich und der Kontrollaufwand minimiert.


Die Legalisierung von Cannabis ist unter den deutschen Bürgern umstritten. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov befürworten 47 Prozent der Bürger eine Legalisierung, während 42 Prozent dagegen sind. Insgesamt fehlt es jedoch an verlässlichen Daten, wie viel Cannabis jährlich konsumiert wird. Eine Studie von 2021 ergab, dass 4,5 Millionen Erwachsene in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis zu nicht medizinischen Zwecken genutzt haben, wobei der Konsum bei Männern häufiger anzutreffen ist. Besonders bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren ist der Konsum verbreitet. Experten warnen jedoch, dass aufgrund des noch andauernden Reifungsprozesses des Gehirns bis zum Alter von 25 Jahren besondere Risiken für die geistige, körperliche und soziale Gesundheit bestehen.


Die Legalisierung von Cannabis ist ein Schritt in eine neue Ära für Deutschland. Während die Befürworter sich über die Entscheidung des Bundestags freuen, warnen Kritiker vor möglichen Folgen. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die Legalisierung auf die Gesellschaft auswirken wird und ob die Regierung in der Lage sein wird, die Kontrolle über den Konsum zu behalten. Eins steht jedoch fest: Die Debatte um die Legalisierung von Cannabis ist entschieden – zumindest vorerst.