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Google setzt auf Innovation: Gemma im KI-Rennen vorne

  • Google enthüllt neues KI-Modell Gemma für Entwickler
  • Gemma soll Google im KI-Wettbewerb vor Branchengrößen wie Microsoft und OpenAI positionieren

Google erleichtert die Nutzung seiner Modelle für Entwickler erheblich. Mit Gemma könnte der Tech-Konzern im Wettrennen um Künstliche Intelligenz (KI) sogar Branchengrößen wie Microsoft und OpenAI übertrumpfen und ihnen den Rang ablaufen. Am Mittwoch sorgte Google in der KI-Gemeinschaft für Aufsehen, als das Unternehmen überraschend seine neuesten Modelle mit dem Namen Gemma enthüllte. Durch Gemma wird es zukünftig möglich sein, KI auf jedem Laptop und Smartphone von Google zu entwickeln und zu nutzen. Analysten sind überzeugt, dass der Tech-Riese mit dieser bahnbrechenden Entwicklung die Führung im KI-Wettbewerb übernehmen wird.

Laut eigenen Angaben möchte Google mit der Veröffentlichung von Gemma vor allem Entwickler und Forscher bei der verantwortungsvollen Entwicklung von KI unterstützen. Der Konzern verdient sein Geld vor allem durch die Nutzung seiner Modelle in der Google Cloud. Forscher können nun bis zu 500.000 Dollar an Cloud-Budget beantragen, um ihre Projekte zu beschleunigen. In der Cloud haben Nutzer und Entwickler Zugriff auf eine Vielzahl von Tools, die die Anpassung und Weiterentwicklung der Modelle an die eigenen Bedürfnisse ermöglichen.

Ab sofort sind weltweit zwei Varianten von Gemma verfügbar. Laut Chirag Dekate, Analyst bei Gartner, zeigt Google mit Gemma seine Kompetenzen als KI-Pionier. Besonders beeindruckend an der Modellfamilie ist ihre Sicherheit, Kosteneffizienz und Individualisierbarkeit. Zudem basiert Gemma auf dem Flaggschiffmodell von Google, Gemini, und ist dadurch besonders effizient für kleine Sprachmodelle. Es handelt sich um ein Open Model, was bedeutet, dass Softwareentwickler die Sprachmodelle herunterladen, nutzen und an ihre Bedürfnisse anpassen können, indem sie lediglich den Nutzungsbedingungen von Google zustimmen.

Im Gegensatz zu ChatGPT ist Gemma ein "leichtgewichtiges" Modell, das für einfache Chatbots oder Zusammenfassungen geeignet ist. Es kann ausschließlich Text zu Text verarbeiten, hat jedoch im Vergleich zu OpenAIs GPT-4 deutlich weniger Parameter. Diese Parameter berechnen die Vorhersagen des Modells und eine geringere Anzahl führt zu einer schnelleren und effizienteren Leistung. Darüber hinaus benötigen die Gemma-Modelle aufgrund ihrer geringen Größe weniger Rechenkapazität und können direkt auf dem Computer des Nutzers ausgeführt werden, wodurch die Daten nicht in der Cloud landen.

Google hat damit Apple überholt, da auch der Tech-Riese an Sprachmodellen arbeitet, die direkt auf Smartphones und Laptops laufen können. Trotz seiner geringeren Parameter soll Gemma laut Google bereits das doppelt so große Modell Llama2 in vielen Bereichen übertreffen. Insbesondere in den Bereichen logische Herleitung, Mathematik und Programmierung verspricht das Modell bessere Ergebnisse als das konkurrierende Modell von Meta.

Google hat Gemini im Dezember als einen großen Durchbruch gefeiert, der es dem Unternehmen ermöglicht, endlich zu OpenAI und Microsoft aufzuschließen. Seitdem integriert Google sein KI-Ökosystem immer stärker in die Modellarchitektur von Gemini, wie es auch bei Gemma der Fall ist. In der vergangenen Woche stellte Google mit Gemini 1.5 die leistungsstärkste Version der Modellreihe vor. Es soll in wichtigen Disziplinen das Sprachmodell GPT-4 deutlich übertreffen und beispielsweise mehr Wörter verarbeiten können als das Modell hinter ChatGPT.

KI-Experten weltweit sind beeindruckt von der Multimodalität von Gemini, also der Fähigkeit, nicht nur Text-, sondern auch Bild- und Tondaten auf demselben Niveau zu verarbeiten. Sebastian Deutsch, Geschäftsführer von 9elements, sieht in der Entwicklung von Gemma einen Trend in der KI-Architektur. Er ist der Meinung, dass es nicht immer ein großes und komplexes Modell wie ChatGPT braucht und dass dieser agentenbasierte Ansatz immer beliebter wird.

Chirag Dekate ist überzeugt, dass Google durch die enge Integration von Gemma in seine Hard- und Softwareprodukte langfristig einen klaren Wettbewerbsvorteil hat. Er sagt: "Jetzt setzt Google neue Standards, an die Microsoft, OpenAI und Co. erst einmal herankommen müssen."