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Kartellbehörde kritisiert Tapestrys Übernahme von Capri Holdings

  • FTC leitet Verfahren gegen Übernahme ein
  • Investoren skeptisch bezüglich Fusion

Die Federal Trade Commission (FTC) hat ein Verfahren eingeleitet, um die Übernahme von Capri Holdings durch Tapestry im Wert von 8,5 Milliarden Dollar zu verhindern. Die Behörde argumentiert, dass die Fusion zu einer zu großen Marktmacht im Sektor der erschwinglichen Luxus-Handtaschen führen würde. Sollte die Übernahme gelingen, würden die Marken Coach, Michael Kors, Kate Spade, Stuart Weitzman, Jimmy Choo und Versace unter einem Dach vereint, was die Position der Firmen im Luxusgütermarkt erheblich stärken könnte. Der kombinierte Jahresumsatz der beiden Unternehmen würde über 12 Milliarden Dollar betragen.

Tapestry, der Eigentümer von Coach, und Capri, der Eigentümer von Michael Kors, haben erklärt, sie würden die Angelegenheit vor Gericht bringen, um die Transaktion abzuschließen. Die FTC hat Bedenken geäußert, dass diese Fusion nicht nur die Konkurrenz im Handtaschenmarkt beeinträchtigen, sondern auch negative Auswirkungen auf die Löhne und Arbeitsbedingungen der etwa 33.000 weltweit Beschäftigten haben könnte.

Die Fusion würde in einem Markt stattfinden, der als 'zugänglicher Luxus' definiert wird, wobei Coach und Michael Kors im Jahr 2022 einen Anteil von 17% am nordamerikanischen Handtaschenmarkt und sogar 53% im Segment der erschwinglichen Luxushandtaschen innehatte. Diese Daten stammen aus einem Bericht von Bernstein, der sich auf Euromonitor-Daten bezieht.

Die FTC vertritt eine enge Marktdefinition und sieht Tapestry und Capri vor allem im Bereich der erschwinglichen Luxushandtaschen als Konkurrenten. Dies steht im Kontrast zur Position einiger Analysten und Branchenexperten, die die Fusion aufgrund der intensiven Konkurrenz und Fragmentierung des Marktes als unproblematisch ansehen. Paul Lejuez, Analyst bei Citi, betonte in einer Notiz, dass Handtaschen zu den am meisten frei wählbaren Käufen gehören und trotz des großen Marktanteils von Coach und Kors signifikante Wettbewerbsbedingungen bestehen.

Während Tapestry und Capri eine starke Wettbewerbsposition in Nordamerika einnehmen würden, bleiben sie im Vergleich zu europäischen Rivalen wie LVMH, die jährliche Verkäufe von etwa 90 Milliarden Dollar aus einer Vielzahl von Marken erzielen, relativ klein.

Joanne Crevoiserat, CEO von Tapestry, verteidigte das Vorhaben in einem Interview und betonte, dass der Markt, in dem sie agieren, intensiv wettbewerbsfähig und hochgradig fragmentiert sei. Sie äußerte die Überzeugung, dass es nicht notwendig sein wird, eine Marke abzustoßen oder andere Maßnahmen zu ergreifen, um die Fusion zu vollziehen.

Investoren scheinen jedoch skeptisch zu sein, was die Aussichten der Fusion angeht. Die Aktien von Tapestry sind in diesem Jahr bisher um 9,5% gestiegen, während die Aktien von Capri um 24% auf 37,96 Dollar gefallen sind, deutlich unter dem von Tapestry im letzten Jahr vereinbarten Kaufpreis von 57 Dollar pro Aktie.

Quelle: Eulerpool Research Systems