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Microsoft setzt auf KI-Zukunft: Millionen-Investition in OpenAI-Rivalen Mistral

Europas KI-Vorreiter enthüllt neues Modell und exklusive Microsoft-Partnerschaft – Details des bahnbrechenden Deals jetzt enthüllt.


Das französische Jungunternehmen Mistral AI hat am Montag seine Ambitionen im KI-Wettrennen unterstrichen und sein bisher leistungsstärkstes Sprachmodell Mistral Large vorgestellt. Dieses soll kostengünstiger, akkurater und schneller als das GPT 4 von OpenAI sein. Gleichzeitig verkündete Mistral eine exklusive „strategische Partnerschaft“ mit Microsofts Cloudsparte Azure.


Die Partnerschaft sorgte für Aufsehen in der Branche, da Microsoft bereits Milliarden in den ChatGPT-Entwickler OpenAI investiert und eng mit dem Start-up von Sam Altman zusammenarbeitet. Nun beteiligt sich Microsoft im Gegenzug für den Vertrieb des Modells auch am größten europäischen Konkurrenten von OpenAI.


Als Teil der Partnerschaft hat Microsoft eine Investition in Höhe von 15 Millionen Euro in Mistral AI getätigt, die in der nächsten Finanzierungsrunde in Eigenkapital umgewandelt wird. Das im April 2023 gegründete Start-up hat bereits in zwei Finanzierungsrunden insgesamt 490 Millionen Euro eingesammelt. Obwohl die Investition von Microsoft vergleichsweise klein ist, bezeichnet Mistral-Chef Arthur Mensch die Zusammenarbeit als „ersten großen unternehmerischen Meilenstein“ für das Unternehmen.


Die Partnerschaft ermöglicht Mistral eine Änderung seiner Vertriebsstrategie. Anstatt den Quellcode seiner Modelle offenzulegen, wird das Unternehmen das neue Modell nur noch direkt oder über Microsoft vertreiben. Dies soll die Reichweite in allen Bereichen des Vertriebs erhöhen. Auch Microsoft-Präsident Brad Smith begründet die Partnerschaft damit, dass Innovation und Wettbewerb eine umfangreiche und ähnliche Unterstützung für proprietäre und quelloffene KI-Modelle erfordern.


Experten zählen Mistral bereits heute zu den fünf führenden KI-Entwicklern weltweit und bei dem Weltwirtschaftsforum in Davos wurden die drei Gründer als größte europäische KI-Hoffnung gehandelt. Durch die Partnerschaft wird Mistral nach OpenAI das zweite KI-Unternehmen, das kommerzielle Sprachmodelle über Azure vertreibt.


Für Mistral bringt die Zusammenarbeit mit Microsoft mehrere Vorteile mit sich. Zum einen muss das Unternehmen für seine Kunden keine Rechenkapazitäten auf eigenen Servern bereitstellen, da diese über Azure bezogen und je nach Verbrauch bezahlt werden können. Zum anderen erleichtert es Kunden die Nutzung von Mistrals Modellen, da die meisten Firmen bereits Kunden bei Azure für die Softwareentwicklung und Datenverarbeitung sind. Dadurch entfällt ein aufwendiger Transfer von Daten.


Die Partnerschaft beinhaltet auch eine Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit, um Anwendungen für Regierungen in ganz Europa zu entwickeln. Microsoft erhofft sich über Mistral einen besseren Zugang zu diesen Projekten. Es ist mittlerweile üblich, dass große Tech-Unternehmen Beteiligungen an vielversprechenden Start-ups haben, um sich frühzeitig Zugang zu neuen Ideen und Innovationen zu sichern.


Es wird vermutet, dass Microsoft nur einen Bruchteil der zehn Milliarden Dollar, die das Unternehmen im Januar 2023 in Mistral investiert hat, in Form von Geld überwiesen hat. Der Großteil der Finanzierung soll in Tranchen aufgeteilt und in Form von Rechenleistung erfolgt sein. Insgesamt hat Microsoft rund 13 Milliarden Euro in den KI-Vorreiter investiert.


Die EU hat angekündigt, die Partnerschaft zwischen Microsoft und Mistral genauer zu überprüfen, da sie Vereinbarungen zwischen großen Digitalkonzernen und Entwicklern von Künstlicher Intelligenz untersucht. In diesem Zusammenhang wurde die Vereinbarung zwischen Microsoft und Mistral der EU-Behörde zur Analyse vorgelegt.