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Nebenjob mit Wissen: Finanzexperten verraten, wie Ihr Fachwissen echtes Zusatzeinkommen schafft

  • Aktiendepots und ETFs sind beliebte Anlageformen für zusätzliches Einkommen.
  • Finanzexperten geben Tipps für passive Einkommensquellen außerhalb des Jobs.

Für diejenigen, die zusätzliches Einkommen neben ihrem Hauptjob erzielen wollen, sind Aktiendepots und ETFs beliebte Anlageformen. Mit diesen Anlagen wächst das Investment idealerweise im Laufe der Jahre beständig. Doch auch das eigene Fachwissen aus dem Job kann genutzt werden, um nebenbei mehrere Hundert oder sogar Tausend Euro zu verdienen. Gerade erfahrene Mitarbeiter, die Expertenwissen und Führungskompetenzen aufgebaut haben, können ihre Fähigkeiten auch außerhalb des Jobs gewinnbringend einsetzen. Hierfür sind Kreativität, Know-how und Zeit erforderlich, aber diese Projekte bieten auch persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, im Gegensatz zum Investieren in einen Indexfonds.

Ob es um Social-Media-Marketing, Künstliche Intelligenz oder juristische Fragen geht - spezialisiertes Fachwissen kann die Basis für ein zusätzliches Einkommen sein. Doch welche Wege sind lohnenswert und welche unseriös? Wie funktionieren sie und was ist rechtlich zu beachten? Das Handelsblatt hat bei Finanzexperten nachgefragt und fünf Ideen für ein "passives Einkommen" zusammengetragen.

Um ein lukratives Nebeneinkommen zu generieren, empfiehlt Marietta Babos, Gründerin der Finanzberatungsplattform "Damensache", die Gründung einer eigenen Website oder eines Blogs. Wichtig hierbei ist Fachwissen. Babos schlägt vor, dass Social-Media-Experten ihre Tipps und Tricks für einen erfolgreichen Internetauftritt in einem separaten Artikel zusammenfassen. Durch die Verknüpfung einzelner Beiträge mit sogenannten Affiliate-Links, lassen sich dabei pro Klick Geld verdienen. Diese Werbelinks ermöglichen eine Provision für jeden über sie getätigten Verkauf, typischerweise von Produkten auf Amazon. Obwohl die Provisionen nicht hoch sind, kann sich dieses Modell langfristig auszahlen. Der Aufwand am Anfang ist überschaubar, vor allem wenn man sein Wissen aus dem Job nutzt.

Eine weitere Option ist das Anbieten von Webinaren oder Online-Kursen. Hierbei ist es nicht nötig, viel zu schreiben, sondern mehr auf das eigene Fachwissen zu vertrauen. "Es gibt Webinare, die nur eineinhalb Stunden dauern, und man muss das technisch nicht super professionell machen", sagt Babos, die selbst auch Online-Kurse anbietet. Wichtig ist hierbei, sich in die Teilnehmer hineinzuversetzen und ihnen nach jeder Lerneinheit die Möglichkeit zu geben, Fragen zu stellen. Die Vergütung für ein Seminar von 60 bis 90 Minuten kann dabei für Anfänger etwa bei 30 bis 40 Euro liegen. Für einen ausgearbeiteten Kurs mit Lerneinheiten, Tests und Workbooks können sogar 100 bis 300 Euro verlangt werden. Verschiedene Anbieter wie Edudip oder Go To bieten dafür kostenpflichtige Plattformen an, die einen professionellen Eindruck machen.

Eine Möglichkeit, die sich vor allem für Start-ups und Existenzgründer anbietet, ist die Vergütung von Coaching-Leistungen. Hierbei kann die Erfahrung aus dem Beruf gezielt in Form von Lektionen oder auch konkreten Fällen weitergegeben werden. Laut Nico Hüsch, Gründer der gleichnamigen Anlageberatung, können Start-ups und Existenzgründer oft Hilfe bei der Ausarbeitung von Businessplänen oder der Beantragung von Gründerkrediten benötigen. Der ehemalige Unternehmensberater empfiehlt dabei, Werkstudenten anzustellen und ihnen die notwendigen Fähigkeiten beizubringen. Hüsch selbst hat diese Methode genutzt, bevor er sich selbstständig gemacht hat.

Auch das Schreiben eines Buches kann eine lukrative Einnahmequelle sein. Marietta Babos, die in der Finanzberatung tätig war, hat all ihr Wissen in einem Buch mit dem Titel "Geld ist Damensache" zusammengefasst. Babos betont, dass auch andere diese Möglichkeit haben. "Ich habe professionelle Unterstützung für das Lektorat und Design des Buches geholt. Es war viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt, denn das Buch verkauft sich sehr gut", sagt sie. Die einfachste Methode ist, das Buch selbst zu verlegen oder über den Amazon-Service "Kindle Direct Publishing" zu veröffentlichen. Hierbei erhält der Autor zwischen 60 und 70 Prozent vom Verkaufspreis, im Vergleich zu nur etwa 1,20 Euro für den Autor bei großen Verlagen.

Eine weitere Möglichkeit, Geld in der Freizeit zu verdienen, ist das Lizenzieren von Musik oder Fotos. Wer gerne fotografiert oder sogar eine professionelle Ausbildung in diesem Bereich hat, kann seine Bilder auf Plattformen wie Unsplash, Shutterstock oder Adobe Stock hochladen. Für jedes verkaufte Foto gibt es im Schnitt 25 Cent, aber auf Dauer kann sich dieses Modell auszahlen. Wichtig ist dabei, gemachte Fotos mit Personen nur mit deren Zustimmung zu veröffentlichen. Auch mit Musik lässt sich Geld verdienen, indem man diese auf Plattformen wie Premium Beat oder Artlist hochlädt und über Lizenzen verkauft. Unternehmen greifen oft auf solche Plattformen zurück, um die passende Musik für ihre Filme oder Werbespots zu finden. Eine starke Präsenz in den sozialen Medien kann dabei helfen, sich als Expertin für ein bestimmtes Thema zu positionieren und die eigene Reichweite zu erhöhen.

Zusammenfassend gibt es viele Möglichkeiten, passives Einkommen neben dem Job zu generieren. Durch die Nutzung von Fachwissen und Kreativität können auch Einkommensquellen außerhalb des eigentlichen Berufs gefunden werden. Doch wichtig ist dabei auch die Beachtung von rechtlichen Aspekten und eine professionelle Herangehensweise, um langfristig Erfolg zu haben.