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Neuer Warnstreik droht: ver.di mobilisiert Lufthansa-Bodenpersonal ab Dienstag

Flugchaos-Woche: Lufthansa-Passagiere von hunderten Ausfällen an deutschen Flughäfen betroffen.


Lufthansa-Passagiere aufgepasst: Auch in dieser Woche müssen sich Fluggäste auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat erneut einen Warnstreik für Dienstagmorgen angekündigt, der das Bodenpersonal an den Standorten Frankfurt/Main, München, Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln-Bonn und Stuttgart betrifft. Die Auswirkungen des 35-stündigen Streiks werden voraussichtlich mehr als 100.000 Fluggäste zu spüren bekommen.


Das Unternehmen arbeitet derzeit an einem Sonderflugplan, der bald veröffentlicht wird. Trotzdem werden aufgrund der breiten Beteiligung aller von der Wartung bis zur Passagier- und Flugzeugabfertigung betroffenen Bereiche voraussichtlich zahlreiche Flüge gestrichen oder verspätet sein. Auch die nicht "passagiernahen" Bereiche wie Fracht und Technik sind von den Streikmaßnahmen betroffen.


Die Hintergründe für den Streik sind die laufenden Verhandlungen über Vergütungstarifverträge für rund 25.000 Beschäftigte am Boden, die bei verschiedenen Lufthansa-Konzerngesellschaften tätig sind. Die Gewerkschaft fordert eine Gehaltserhöhung von 12,5 Prozent oder mindestens 500 Euro pro Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie von 3.000 Euro. Lufthansa betont, ein "deutlich verbessertes Angebot" vorgelegt zu haben, das sich an dem Abschluss im öffentlichen Dienst orientiert und eine Gehaltserhöhung von mindestens 10 Prozent in 12 Monaten sowie eine Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 3.000 Euro beinhaltet.


Die Lufthansa kritisierte den angekündigten Streik trotz bereits vereinbarter Gesprächstermine und eines verbesserten Angebots als unverhältnismäßig und belastend für Fluggäste und Beschäftigte. Außerdem sei der Streik besonders bitter, da die nächste Verhandlungsrunde bereits für Mittwoch geplant ist.


Es ist nicht der erste Streik im Luftfahrtsektor in dieser Woche. Der dreitägige Pilotenstreik bei der Lufthansa-Tochter Discover endet am Montag um Mitternacht, doch schon am Dienstagmorgen beginnt der Warnstreik des Bodenpersonals. Auch die Piloten der Muttergesellschaft sind zu einem Solidaritätsstreik aufgerufen. Die Anzahl der gestrichenen Flüge ist jedoch deutlich geringer als bei dem Bodenpersonal-Streik.


Die Entwicklung der Lufthansa-Aktienkurse wird von den Anlegern aufmerksam verfolgt, da eine Aussicht auf weitere Streiks in dieser Woche besteht. Der Kurs der Fluggesellschaft sank am Montag zeitweise um 1,50 Prozent auf 7,30 Euro.