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Otto Group kämpft mit flauer Kauflaune im Online-Geschäft

Nach goldenen Corona-Jahren: Otto Group sieht sich mit Rückschlägen konfrontiert, schnelle Besserung bleibt aus.


Die Otto Group aus Hamburg konnte in den vergangenen Jahren von den Auswirkungen der Corona-Pandemie stark profitieren, denn der Onlinehandel boomte. Doch nun stehen schwierige Zeiten bevor. Die anhaltende Zurückhaltung der Verbraucher hat zu einem deutlichen Umsatzrückgang bei der Otto Group geführt - nicht nur in Deutschland, sondern auch auf dem wichtigen US-Markt. Für das ablaufende Geschäftsjahr, das am Ende des kommenden Februars endet, wird ein Umsatz von knapp 10,8 Milliarden Euro erwartet, was einem Rückgang von rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.


Konzernvorstand Sebastian Klauke äußerte sich hierzu am Dienstag in Hamburg und betonte, dass die geringe Kauflaune der Verbraucher auch auf die anhaltend hohe Inflation zurückzuführen sei. Erst für das Folgejahr 2024/25 erwartet die Otto Group wieder ein Wachstum im E-Commerce, wobei eine spürbare Erholung nicht vor 2025 erwartet wird.


Im ablaufenden Geschäftsjahr geht das Unternehmen für den deutschen Markt von einem Umsatz von 6,6 Milliarden Euro aus, im Ausland werden es voraussichtlich 4,2 Milliarden Euro sein - jeweils mit einem Rückgang von etwa 9 Prozent. Dennoch kann die Otto Group sich im Vergleich zu ihren Mitbewerbern behaupten und sogar Marktanteile gewinnen.


Laut Klauke hatte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland für das Kalenderjahr 2023 einen Umsatzeinbruch von 11,8 Prozent im E-Commerce verzeichnet. Somit hat die Otto Group sich in Deutschland besser geschlagen als der Wettbewerb.


Allerdings war der Umsatzrückgang im Onlinehandel keine Überraschung, wie Klauke betonte. Aufgrund der Ergebnissicherung und des Einstellungsstopps war bereits mit einem Rückgang zu rechnen. Zudem verlief das Weihnachtsgeschäft sowohl bei der Otto Group als auch insgesamt schwächer als erwartet.


Trotzdem gibt es positive Entwicklungen, denn das Unternehmen konnte im Onlinehandel seine Kunden halten, auch wenn die Größe der Warenkörbe zurückging. Dies sei laut Klauke eine gute Voraussetzung für die angestrebte Erholung des Geschäfts. Die strikte Ausgabendisziplin, erhöhte Verkaufspreise und der Einstellungsstopp haben zudem zu einer Verbesserung der operativen Profitabilität im Vergleich zum Vorjahr beigetragen.