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Pessimismus breitet sich aus: 69 Prozent der Deutschen sehen Wirtschaftslage düster

Trotz düsterer Wirtschaftsprognosen: Umfrage zeigt, Deutsche blicken sorgenvoll, doch fühlen sich persönlich weiterhin wirtschaftlich stabil.


Die aktuellen Wirtschaftsnachrichten sorgen für Unruhe unter den Deutschen, das ergab eine kürzlich durchgeführte Umfrage. Trotzdem bewerten die meisten Befragten ihre persönliche wirtschaftliche Situation als gut. Doch trotz dieser positiven Einschätzung rechnet die große Mehrheit mit einer Verschlechterung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage.


Laut dem ZDF-Politbarometer befürchten 69 Prozent der Befragten eine düstere Zukunft, während 28 Prozent keine größeren Veränderungen erwarten. Nur zwei Prozent gehen von einer positiven Entwicklung aus. Aktuell bewerten lediglich zehn Prozent der Befragten die gegenwärtige Wirtschaftslage als gut. Dies ist der niedrigste Wert seit 14 Jahren.


Auch wenn sich die persönliche wirtschaftliche Situation für die Mehrheit der Befragten als stabil erweist, gibt es Grund zur Sorge. Denn lediglich 53 Prozent bewerten diese als gut, während 36 Prozent von einer durchwachsenen Lage sprechen und zehn Prozent diese als schlecht empfinden.


Die Bundesregierung geht aufgrund des starken Rückgangs der Wirtschaftsleistung für dieses Jahr nur von einem Miniwachstum von 0,2 Prozent aus. Wirtschaftsminister Robert Habeck äußerte sich hierzu kürzlich besorgt und bezeichnete die Lage als "dramatisch schlecht". Wirtschaftsexperten wie Sebastian Dullien vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung gehen davon aus, dass die Jahre, in denen die deutsche Industrie maßgeblich zum Wachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitrug, vorerst vorbei sind.


Einer der Gründe hierfür ist der Energiepreisschock nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der zu Unsicherheiten bei den Energiepreisen geführt hat. Dies zeigt sich auch in der fortwährenden Suche der Unternehmen nach qualifiziertem Personal aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels.


Trotz der düsteren Prognosen für die deutsche Wirtschaft, präsentiert sich der Arbeitsmarkt bislang als stabil. Die Bundesbank sieht momentan keine Anzeichen dafür, dass die schwache Konjunktur zu einer spürbaren Verschlechterung am Arbeitsmarkt führen wird.


Während die Konjunkturprognosen für Deutschland in diesem Jahr besorgniserregend ausfallen, eilt der deutsche Börsenleitindex Dax von Rekord zu Rekord. Dies mag auf den ersten Blick verwundern, da der Dax lediglich die 40 größten börsennotierten Konzerne abbildet und somit nur einen Teil der deutschen Wirtschaft darstellt, die hauptsächlich mittelständisch geprägt ist. Tatsächlich erwirtschaften die Unternehmen im Dax einen Großteil ihrer Umsätze und Gewinne im Ausland, wie Analyst Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets erläutert.


Insgesamt zeigt sich, dass die deutsche Wirtschaft vor Herausforderungen steht, jedoch auch Potenzial für Wachstum und Stabilität bietet. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage in Zukunft entwickeln wird und ob die optimistischen Prognosen der Börse mit der Realität übereinstimmen werden.