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Pilotengewerkschaft setzt auf Vermittlung: Schlichtung im Tarifstreit mit Discover vorgeschlagen

Tarifkonflikt bei Lufthansa-Tochter Discover: Pilotengewerkschaft schlägt Schlichtung vor – Lösung in Sicht?


Die Tarifverhandlungen bei der Lufthansa-Tochter Discover sind ins Stocken geraten, doch nun gibt es möglicherweise einen Ausweg. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat dem Unternehmen eine Schlichtung vorgeschlagen. Sie betont, dass eine Lösung am Verhandlungstisch durchaus möglich sei, und fordert das Management auf, seine bisherige Verweigerungshaltung aufzugeben und sich konstruktiv an einem Lösungsprozess zu beteiligen. Die Gewerkschaft betont, dass der Ball nun im Spielfeld des Arbeitgebers liege.


Hintergrund des Konflikts ist der jüngste Pilotenstreik bei Discover, der erst am Montag zu Ende ging. Der Ferienflieger, der ausschließlich von Frankfurt und München aus operiert, ist eine Konkurrenz für die Fluggesellschaft Condor im touristischen Bereich. Die VC hat das Ziel, für die im Sommer 2021 gegründete Airline einen ersten Tarifvertrag zu erzwingen. Discover gibt an, bereits höhere Pilotengehälter zu zahlen, die jedoch nicht mit der Gewerkschaft, sondern mit dem Betriebsrat vereinbart wurden. Die neuen Gehälter entsprechen laut beiden Seiten genau den Forderungen der VC. Allerdings besteht die Gewerkschaft weiterhin auf einer Vereinbarung im Rahmen eines Mantel- und Vergütungstarifvertrags. Sie fordert, dass Discover nicht das einzige Unternehmen innerhalb der Lufthansa-Gruppe bleibt, in dem es keinen Tarifvertrag für Piloten gibt.


Auch im Tarifkonflikt mit dem Bodenpersonal der Lufthansa zeichnet sich keine schnelle Lösung ab. Trotz eines neuen Angebots des Unternehmens konnte bei den zweitägigen Verhandlungen in Frankfurt kein Abschluss erreicht werden, wie die Airline mitteilte. Das Angebot beinhaltet unter anderem eine vorgezogene Tabellenerhöhung und eine schnellere Auszahlung der Inflationsausgleichsprämie. Verdi, die Gewerkschaft, die die Interessen des Bodenpersonals vertritt, bezeichnet das Angebot jedoch als "Trippelschritte" und nicht als "großen Wurf". Die Gewerkschaft betont, dass sie bereit sei, weitere Streiks zu organisieren, wenn nötig.


Das Bodenpersonal hatte bereits zwei Warnstreikwellen mit einer Dauer von jeweils mehreren Stunden durchgeführt, bei denen hunderte Flüge ausfielen. Bislang haben die Verhandlungspartner die Belegschaften über sogenannte Tarifbotschafter rückversichert. Verdi wird nun gemeinsam mit den Belegschaften das neue Angebot bewerten und über weitere Schritte beraten, was einige Tage dauern kann. In einem Schreiben an die Mitglieder wurde betont, dass man zu weiteren Streiks bereit sei, falls nötig.


Parallel dazu laufen Verhandlungen zwischen Verdi und den Luftsicherheitsunternehmen in Berlin. Hier geht es um die Gehälter und Arbeitsbedingungen von rund 25.000 Beschäftigten, die an Flughäfen Passagiere und Gepäck kontrollieren. Auch hier zeichnet sich keine Einigung ab. Verdi lehnte das verbesserte Angebot der Arbeitgeber als unzureichend ab und betont, dass es nicht einmal die Hälfte der ursprünglichen Forderungen erfülle. Eine weitere Verhandlungsrunde ist für den 20. März angesetzt.