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Jonathan Neuscheler | AlleAktien-Gründer, Value-Investor, Aktienanalyst, Betriebswirt

Mein Ziel ist es, jährlich steigende Dividendeneinnahmen zu erreichen. Dabei denke und agiere ich langfristig. Suche mir in Aktienanalysen systematisch unterbewertete Aktien mit einer hohen Renditeerwartung und gleichzeitig geringen Risiken aus. Dann bleibe ich meist viele Jahre investiert. Profitiere von der Wertsteigerung der Unternehmen. Ich schwimme gerne gegen den Strom. Schlage zu, wenn Aktien besonders preiswert sind.

Sixt Aktienanalyse: Kurzfristig getroffen, langfristig ein Profiteur der Coronakrise. Kaufen?

Sixt ist ein äußerst innovatives Mobilitätsunternehmen. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt in der Autovermietung. Das Unternehmen erreicht in Deutschland einen Marktanteil von mehr als 40%. Die internationale Expansion läuft auf Hochtouren. Vor der Coronakrise befand sich das Unternehmen in einem stabilen Wachstumstrend. Doch die Reisebeschränkungen treffen das Unternehmen hart. 2020 wird der Gewinn massiv einbrechen. Die gute Nachricht: Sixt ist gut vorbereitet. Die Eigenkapitalausstattung ist üppig. Ganz anders ist die Lage bei der Konkurrenz: Die Autovermietung Hertz bereitet Medienberichten zufolge bereits einen Insolvenzantrag vor. Ist Sixt also ein langfristiger Gewinner der Krise, weil Konkurrenten pleite gehen?

 

Aktienanalyse Sixt
ISINDE0007231334 (Vz.) bzw. DE0007231326 (St.)
WKN723133 (Vz.) bzw. 723132 (St.)
HauptsitzDeutschland
Preis42 EUR (Vz.) bzw. 63 EUR (St.)
Ausstehende Aktien46,9 Mio. (16,5 Mio. Vz.- und 30,4 Mio. St.-Aktien)
Marktkapitalisierung1.970 Mio. EUR (Vz.) bzw. 2.950 Mio. EUR (St.)
Eigenkapital (pro Aktie)1.592 Mio. EUR (34 EUR/Aktie)
Eigenkapitalquote25,5%
Datum19.05.2020

Überblick: Sixt ist die etwas andere Autovermietung – hoch innovativ, stark differenziert, ein erfolgreich geführtes Familienunternehmen

  • Hart umkämpfte Branche: Die Vermietung von Autos ist ein undankbares Geschäft. Die Gewinnmargen sind hauchdünn. Es gibt einen intensiven Wettbewerb. Die meisten Kunden wählen ihren Anbieter über den günstigsten Preis aus. Kein Wunder, dass sich die Aktienkurse der meisten börsennotierten Autovermieter unterdurchschnittlich entwickeln.
  • Sixt unterscheidet sich vom Wettbewerb: Sixt ist nicht “irgendein” Autovermieter. Das Unternehmen hat sich eine ausgeklügelte Strategie überlegt. Sixt setzt viele Premium-Fahrzeuge ein. In diesem Segment ist der Wettbewerb schwächer ausgeprägt. Zudem überzeugt das Unternehmen mit geringen Verwaltungskosten und einer mutigen Marketing-Strategie. Der größte Vorteil von Sixt ist aber wohl das Technologie Know-how: Sixt hat in den letzten Jahren die Autovermietung zu 100% digitalisiert. Die Kunden müssen nicht mehr in der Schlange stehen, sie können das Auto direkt über das Smartphone buchen und auch entsperren.
  • Die Kennzahlen überzeugen: Als Folge dieser Strategie ergeben sich prächtige Finanzkennzahlen: Sixt arbeitet mit einer zweistelligen Gewinnmarge und gewinnt laufend Marktanteile hinzu. Trotz der üppigen Dividenden konnte das Unternehmen eine Eigenkapitalbasis von fast 1,6 Mrd. EUR aufbauen. Die Eigenkapitalquote des Unternehmens liegt bei mehr als 25% – ein Bestwert in der Branche, die meisten Wettbewerber arbeiten mit weniger als 10% Eigenkapital.
  • Langfristig ein Krisengewinner? Kurz- und mittelfristig leidet auch Sixt stark unter den Auswirkungen der Coronakrise. Doch das Unternehmen kann die Kosten zügig an die gesunkene Nachfrage anpassen. Die komfortable Eigenkapitalausstattung sorgt dafür, dass Sixt unter allen Konkurrenten am besten aufgestellt ist. Das dürfte sich auszahlen. Große Konkurrenten wie Hertz bereiten Berichten zufolge bereits Insolvenzanträge vor. Sixt könnte die sich ergebenden Chancen nutzen und den eigenen Marktanteil kräftig ausbauen.
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