Jonathan Neuscheler AlleAktien-Gründer, Value-Investor, Aktienanalyst, Betriebswirt

Mein Ziel ist es, jährlich steigende Dividendeneinnahmen zu erreichen. Dabei denke und agiere ich langfristig. Suche mir in Aktienanalysen systematisch unterbewertete Aktien mit einer hohen Renditeerwartung und gleichzeitig geringen Risiken aus. Dann bleibe ich meist viele Jahre investiert. Profitiere von der Wertsteigerung der Unternehmen. Ich schwimme gerne gegen den Strom. Schlage zu, wenn Aktien besonders preiswert sind.

Update zur Tesla Aktie: Kaufen? Sehr gutes Q1/2020 – Aktie zieht nach oben

Tesla ist kein gewöhnliches Unternehmen. Wer einen Tesla fährt oder schon mal in einem Tesla (mit)gefahren ist, kennt das einzigartige Tesla-Gefühl. Vollelektrisch. Extrem viel Leistung. Leise, umweltfreundlich, zukunftsorientiert. Ein Computer auf Rädern. Doch nicht nur die Produkte sind außergewöhnlich. Auch die unternehmerische Story und der Aktienkurs bewegen sich mit rasanter Geschwindigkeit. Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen zum Q1/2020 ist es daher nun an der Zeit, das nächste Tesla-Update für euch zu schreiben. Soll man die Tesla Aktie kaufen?

Kapitel

  1. Tesla veröffentlicht die Zahlen zum ersten Quartal 2020
  2. Produkte und Produktion: Mit voller Kraft voraus
  3. Wichtige Kennzahlen: Tesla bleibt im Wachstumsmodus
  4. Langfristige Perspektiven der Tesla Aktie: Kaufen?
  5. Die kurzfristige Entwicklung der Tesla-Aktie

 

Podcast zum Artikel “Tesla Aktie kaufen/Q1 2020”

 

Live-Aktienkurs der Tesla-Aktie

 

Der Tesla Cybertruck befindet sich in der Entwicklungsphase und wird voraussichtlich in 1-2 Jahren erhältlich sein. Manche lieben das Design, andere halten den Cybertruck für ein hässliches Auto. So oder so: Tesla hat bereits hunderttausende Vorbestellungen erhalten.

1. Tesla veröffentlicht Zahlen zum ersten Quartal 2020

Eingefleischte Tesla-Fans und Aktionäre konnten es kaum erwarten. Am Mittwoch, den 29.04.2020 war es endlich wieder soweit: Die Veröffentlichung der neuesten Quartalszahlen von Tesla stand bevor. Wie immer folgte auch diesmal ein mehr als einstündiger Management-Call, in dem Elon Musk allerlei Fragen beantwortete. Elon Musk plauderte über zahlreiche Themen – für Aktionäre und Investoren gab es viele Neuigkeiten. Diese möchte ich dir im folgenden Artikel in strukturierter Art und Weise präsentieren. Also, nichts wie los!

Falls du mich lieber im Video-Format sehen möchtest, so kannst du dir anstelle dieses Artikels auch einfach folgendes YouTube-Video mit meinem Freund Marcus Mayenschein anschauen.

Im Dezember 2018 habe ich auf der Plattform AlleAktien.de meinen ersten Artikel zur Tesla-Aktie veröffentlicht. Damals notierte die Aktie noch bei 350 USD. Im Artikel habe ich vorgerechnet, warum ich der Aktie bis zum Jahr 2022 einen Kurs von 2.000 USD zutraue. Dafür wurde ich von vielen Seiten kritisiert.

Im Mai 2019 ist der Aktienkurs von Tesla auf unter 200 USD eingebrochen. Ich habe damals ein Update geschrieben und die Aktien in meinem Depot nachgekauft. Auch für diesen Artikel wurde ich kritisiert. Damals nahmen viele Investoren an, dass dem Unternehmen eine baldige Insolvenz drohen würde.

In der zweiten Jahreshälfte 2019 kippte die Stimmung. Plötzlich stieg die Aktie wie aus dem Nichts auf immer neue Rekordstände an. Mittlerweile höre ich weniger kritische Stimmen. Die Stimmung hat umgeschlagen. Elon Musk wird nicht mehr belächelt. Viele Investoren glauben nun an die langfristigen Perspektiven der Tesla-Aktie. Doch sollte man die Tesla Aktie immer noch kaufen? Sind tatsächlich Kurse von 2.000 USD oder gar 3.000 USD innerhalb weniger Jahre möglich oder ist die Aktie nun überbewertet? Diese Frage versuche ich im folgenden Artikel bestmöglich zu beantworten.

 

Das Tesla Model Y ist der kompakte SUV des Unternehmens. Im ersten Quartal 2020 wurden die ersten Stücke produziert. Die Produktion wird nun hochgefahren. Die Nachfrage ist riesig. Bildquelle: Tesla

2. Produktion und Produkte: Mit voller Kraft voraus

In früheren Jahren hatte Tesla viele Probleme mit der Produktion. Es ist dem Unternehmen schwergefallen, sich von einem Nischenanbieter zu einem Massenhersteller zu wandeln. Zeitpläne wurden nach hinten verschoben. Die Qualität der Fahrzeuge war nicht gerade die Beste. Doch das Unternehmen hat aus den Fehlern gelernt. Im Jahr 2019 hat Tesla seine Prognosen eingehalten. Die Qualität wurde verbessert.

Während die Konkurrenz viele Projekte und Investitionen verschiebt oder gar komplett zusammenstreicht, befindet sich Tesla weiterhin im maximalen Expansionsmodus. Bis 2019 produzierte das Unternehmen ausschließlich im kalifornischen Fremont. Mittlerweile befindet sich in Shanghai das zweite Werk des Unternehmens in Betrieb. In Berlin wird bereits das dritte Produktionswerk gebaut. Voraussichtlicher Produktionsbeginn: Bereits nächstes Jahr.

Bis zum Ende des nächsten Jahres dürfte sich die Fahrzeugproduktion daher von aktuell ca. 500.000 Fahrzeugen pro Jahr auf dann ca. 1.500.000 Fahrzeuge pro Jahr in etwa verdreifachen. Die auf jedem Kontinent lokalisierte Produktion führt außerdem zu großen Einspareffekten. Teure Transporte, Importzölle sowie lange Reisezeiten können eingespart werden. Das dürfte zu einem deutlichen Anstieg der Gewinnmarge führen.

Übersicht über die Expansionsprojekte von Tesla. Die Produkt-Pipeline bleibt prall gefüllt. Bildquelle: Tesla Investorenpräsentation zum ersten Quartal 2020

 

3. Wichtige Kennzahlen: Tesla bleibt im Wachstumsmodus

Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge gegenüber dem Vorjahresquartal stark gestiegen

Trotz Coronakrise ist es Tesla gelungen, die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge gegenüber dem Vorjahresquartal deutlich zu steigern. Dabei musste das chinesische Werk einige Tage schließen und das Werk in Kalifornien musste ab Ende März für sechs Wochen schließen. Ohne den Einfluss der Coronakrise hätte Tesla womöglich neue Rekordwerte erzielen können. Bildquelle: Hypercharts.co

 

Tesla erzielt das dritte Quartal in Folge einen operativen Gewinn

Von Ende 2016 bis Mitte 2018 schloss Tesla jedes Quartal mit einem heftigen Verlust ab. Diese Zeiten sind nun vorbei. Durch die Massenfertigung des Model 3 gelingt es Tesla, profitabel zu arbeiten. Bildquelle: Hypercharts.co

 

Nettoergebnis erneut positiv, aber Aufnahme in den S&P 500-Index immer noch nicht möglich

Neben dem operativen Gewinn (Gewinn vor Zinszahlungen und Steuern) ist der Nettogewinn eine wichtige Kennziffer. Trotz der gewaltigen Marktkapitalisierung von mehr als 150 Mrd. USD ist Tesla noch kein Mitglied des S&P 500-Index. Das Aufnahmekriterium hierfür lautet: Das zusammengerechnete Nettoergebnis der letzten vier Quartale muss positiv sein. Da im zweiten Quartal 2019 ein großer Verlust erwirtschaftet wurde, steht unterm Strich der letzten vier Quartale immer noch ein kleines Minus. Sollte es Tesla im laufenden Quartal gelingen, erneut einen Gewinn zu erwirtschaften, dann würde eine Indexaufnahme sehr wahrscheinlich werden. Bildquelle: Hypercharts.co

Die Folge: Zahlreiche ETFs müssten die Tesla-Aktie kaufen. Die dadurch ausgeübte Nachfrage könnte zu einem deutlichen Kursanstieg führen.

 

Free Cash Flow im Q1/2020 wieder negativ

Noch wichtiger als der Gewinn ist für jedes Unternehmen der Free Cash Flow. Diese Kennziffer gibt an, ob in der jeweiligen Periode mehr Gelder zugeflossen als abgeflossen sind. Trotz positivem Gewinn im ersten Quartal 2020 war der Free Cash Flow negativ. Das ist auf einen Bestandsaufbau an Fahrzeugen zurückzuführen. Wegen der Coronakrise konnten die bereits hergestellten Autos nicht in voller Höhe verkauft und ausgeliefert werden. Bildquelle: Hypercharts.co

Einzelne Quartale unterliegen starken Schwankungen. Daher sollte man den negativen Free Cash Flow des letzten Quartals nicht überbewerten. Wer einen Blick auf den langfristigen Trend wirft, der erkennt, dass es Tesla mittlerweile gelingt, das gesamte Wachstum aus eigener Kraft zu finanzieren. Trotz der zahlreichen Expansionsprojekte ist Tesla in der Lage, den Cashflow im neutralen Bereich zu halten. Das ist eine starke Leistung und eine klare Verbesserung gegenüber der Zeit von Ende 2016 bis Anfang 2018.

 

Cashposition übersteigt 8 Mrd. USD

Lange Zeit galt der geringe Cashbestand von Tesla als Risiko. Durch einen positiven Free Cash Flow im Jahr 2019 sowie durch zwei Kapitalerhöhungen ist es dem Unternehmen gelungen, sich ein Sicherheitspolster von zuletzt (31. März 2020) mehr als 8 Mrd. USD aufzubauen. Bildquelle: Hypercharts.co

Die stark gestiegene Cashposition stellt sicher, dass Tesla auch eine längere Krise ohne unmittelbaren Kapitalbedarf unbeschadet überstehen kann. Der Blick auf die Kennzahlen macht deutlich: Tesla kommt gut voran. Die Bilanz ist deutlich solider als noch vor ein paar Quartalen. Der Cash-Burn ist gestoppt. Der Umsatz steigt weiter an. Die Nachfrage nach den Fahrzeugen ist gewaltig. Die Produkt-Pipeline ist prall gefüllt. Tesla steht vor einer Phase besonders starkem Wachstums.

 

4. Langfristige Perspektiven der Tesla-Aktie: Kaufen?

Tesla als Risikokapital betrachten: Ich habe es in jedem meiner Tesla-Artikel geschrieben: Eine Investition in Tesla ist mit sehr hohen Chancen, aber auch hohen Risiken verbunden. Das Unternehmen befindet sich in einem aggressiven Expansionsmodus. Es wird mit voller Kraft investiert. Die Produktion wird stark ausgebaut. Tesla ist auf eine hohe Nachfrage der Kunden angewiesen, damit diese Strategie aufgehen kann. Sollten wir irgendwann in den nächsten Jahren eine länger anhaltende Krise erleben, dann könnte Tesla davon schwer getroffen werden. Autos sind sehr teuer – Im Falle von Tesla beträgt der Preis pro Auto durchaus 50.000 USD und mehr. Wenn die Arbeitslosigkeit stark ansteigt und sich die wirtschaftliche Zukunft vieler Konsumenten eintrübt, dann dürfte die Nachfrage nach Tesla-Fahrzeugen zumindest vorübergehend rückläufig sein.

Ein weiteres Risiko besteht darin, dass die Konkurrenz aufholt und Tesla in eine Art Preiskampf gerät. Doch dieses Risiko halte ich auf Sicht der nächsten 2-3 Jahre für sehr begrenzt. Tesla hat sich einen großen technologischen Vorsprung aufgebaut und erreicht bei vollelektrischen Autos viel größere Stückzahlen als die Konkurrenz.

Trotzdem sollte jeder Investor damit leben können, dass die Tesla-Aktien starken Schwankungen unterliegen und im (unwahrscheinlichen) Fall bis hin zur Insolvenz alles möglich ist.

Langfristig sind die Aussichten besser als je zuvor: Die Coronakrise hat die etablierten Autobauer hart getroffen. Viele Unternehmen sind gezwungen, ihre Investitionen in Zukunftsprojekte zu kürzen oder gar ganz zu streichen. Für Tesla wird dieses Verhalten der Konkurrenz zum Vorteil. Die Konkurrenz wird noch später und in geringeren Stückzahlen mit E-Autos auf den Markt kommen. Daher bin ich zuversichtlicher als je zuvor, was die langfristigen Aussichten der Aktie angeht.

Kosten können stark gesenkt werden: Die Lokalisierung der Produktion auf jedem Kontinent ermöglicht große Einsparungen. Transportkosten, Importzölle und lange Reisezeiten gehören bereits Ende nächsten Jahres der Vergangenheit an. Das sollte zu einem starken Anstieg der Gewinnmarge führen.

Abo-Einnahmen erhöhen die Gewinnmarge: Im Investoren-Call hat Elon Musk angekündigt, gegen Ende des Jahres ein Abo für den Autopiloten anbieten zu wollen. Für circa 100 USD/Monat (eigene Schätzung) hätten Kunden dann die Möglichkeit, auf sämtliche Assistenzsysteme zugreifen zu können. Tesla verbaut die dafür notwendige Hardware bereits jetzt serienmäßig in jedem Fahrzeug. Derartige Schachzüge zeigen auf, warum Tesla kein klassischer Automobilhersteller ist. Ähnlich wie bei Apple wird Tesla künftig mehr und mehr Geld mit hochprofitablen Software-Umsätzen einnehmen und sich so neben dem zyklischen Produktverkauf einen stabilen Strom an wiederkehrenden Umsätzen aufbauen können.

3.000 USD Aktienkurs binnen 5 Jahren möglich: Wo die Tesla-Aktie in 5 Jahren stehen wird, weiß kein Mensch. Klar ist aber: Je besser sich das Unternehmen entwickelt, desto wertvoller wird auch die Aktie sein. Angesichts der enormen Kundennachfrage, der prall gefüllten Pipeline an neuen Produkten und der massiven Erweiterung der Produktionskapazität halte ich derzeit folgende Annahmen für die künftige Unternehmensentwicklung für realistisch:

  1. Jährliches Umsatzwachstum von 40%: Ausgehend von einem Umsatz von ca. 30 Mrd. USD im Jahr 2020 würde Tesla im Jahr 2025 einen Umsatz von 161 Mrd. USD erreichen.
  2. Operative Gewinnmarge von 20% und Nettogewinnmarge von 15%: Derzeit liegt die Gewinnmarge von Tesla bei ca. 5%. Sinkende Produktionskosten und ein steigender Anteil an Software-Umsätzen sollten eine deutliche Steigerung der Gewinnmarge ermöglichen. Daher kann ich mir vorstellen, dass Tesla im Jahr 2025 einen Nettogewinn von 24 Mrd. USD erzielt. Das entspricht einem Gewinn von rund 100 USD/Aktie (weitere Verwässerungen der Aktie eingerechnet).
  3. Bewertung mit einem KGV von 30: Auch im Jahr 2025 wird Tesla weiterhin ein stark wachsendes Unternehmen sein. Daher halte ich eine Bewertung mit einem KGV von 30 für durchaus angemessen. Das würde zu einem Kursziel von 3.000 USD führen.

Tatsächlich wird sich das Unternehmen natürlich anders entwickeln, denn in den nächsten 5 Jahren wird eine Vielzahl von Ereignissen auftreten, die uns derzeit noch völlig unbekannt sind. Tesla könnte auch schon doppelt so wertvoll sein – oder nur halb so wertvoll.

 

5. Die kurzfristige Entwicklung der Tesla-Aktie

Die langfristigen Aussichten des Tesla-Unternehmens sind besser als je zuvor – und damit auch die langfristigen Aussichten der Tesla-Aktie. Doch wir befinden uns aktuell in einer besonderen Situation. Die Coronakrise ist keinesfalls endgültig überstanden und Tesla wird vielfach getroffen:

Steigende Arbeitslosigkeit, sinkende Nachfrage: Die Arbeitslosigkeit ist v.a. in den USA stark angestiegen, viele Unternehmen mussten Mitarbeiter entlassen. Wer gerade seinen Job verloren hat, denkt wohl kaum an die Neuanschaffung eines Autos. Wie stark die Nachfrage durch diesen Effekt eingebrochen ist, kann derzeit schwer gesagt werden. Ebenso unklar ist, wie schnell sich die Nachfrage wieder erholen wird.

Produktionsstopp: Von Ende März bis Anfang Mai war Tesla gezwungen, die Bänder im kalifornischen Werk komplett anzuhalten. In dieser Zeit wurden keine Autos produziert. Entsprechend schwach wird das zweite Quartal 2020 ausfallen.

Zulieferer bereit für einen Neustart der Produktion? Seit 11. Mai 2020 produziert Tesla wieder Autos im kalifornischen Werk. Doch es ist noch unklar, ob sämtliche Zulieferer in der Lage sind, die Teile rechtzeitig in benötigter Menge zu liefern. Tesla kauft Zulieferteile aus der gesamten Welt ein. Aus Italien, aus Mexiko, aus Deutschland. Die Autos können nur dann produziert werden, wenn sämtliche Teile vorrätig sind. Gut möglich, dass die Produktion daher vorerst nur mit eingeschränkter Geschwindigkeit erfolgen kann.

Elon Musk hält Aktienkurs für überbewertet: Am 1. Mai hat Elon Musk getwittert, dass der Aktienkurs der Tesla-Aktie seiner Meinung nach zu hoch sei. Es handelt sich dabei um einen offiziellen Tweet, das hat Elon Musk bestätigt.

Elon Musk twittert, das der Aktienkurs zu hoch sei. Bereits im Jahr 2013 hat Elon Musk einen ähnlichen Tweet verfasst. Damals notierte die Aktie bei 170 USD. Und tatsächlich: Die nächsten Monate ging es erst einmal abwärts, auf nur noch 120 USD. Heute aber notiert die Aktie fast fünfmal so hoch wie zum Zeitpunkt des damaligen Tweets. Für langfristige Investoren sind solche Aussagen also kaum relevant. Bildquelle: Twitter-Account von Elon Musk

Auch positive Kurstreiber möglich: Ende Mai möchte Elon Musk den “Battery Day” abhalten. An diesem Tag möchte er den Investoren erklären, wie die Batterie-Strategie von Tesla in den nächsten Jahren aussieht. Viele Investoren erhoffen sich von diesem Tag spannende Einblicke in die technologische Strategie von Tesla. Die Aktie könnte im Falle von bedeutsamen Ankündigungen deutlich steigen. Ebenso könnte es Tesla gelingen, trotz aller Schwierigkeiten einen Gewinn im laufenden Quartal zu erzielen. Dann würde die Aktie bald in den S&P 500 Index aufgenommen werden.

Mein Vorgehen als Tesla-Investor: Wie es mit dem Aktienkurs in den nächsten Wochen und Monaten weitergeht – ich weiß es nicht. Langfristig rechne ich weiterhin mit großen Chancen. Sollte die Aktie nochmals in den Bereich von 500 USD fallen, werde ich meine Aktienposition deutlich aufstocken. Bei Kursen von 800 USD ist mir das Kursniveau aber zu hoch. Da investiere ich mein Geld lieber in andere Werte, die derzeit deutlich preiswerter zu haben sind. Eine Investition in Tesla bleibt “Risikokapital”. Für das Eingehen der Risiken erwarte ich eine Verzinsung von mindestens 15% pro Jahr. Wenn die Aktie 10 Jahre lang um 15% pro Jahr steigt, beträgt die Marktkapitalisierung von Tesla dann bereits fast 700 Mrd. USD (!).

Die Top 10 Unternehmen nach Marktkapitalisierung. Wenn Tesla eine Marktkapitalisierung von 700 Mrd. USD erreicht, würde das Unternehmen zu den 5 wertvollsten Unternehmen der USA zählen. Und das, obwohl der Umsatz aktuell nur 30 Mrd. USD beträgt und der Gewinn minimal ist. Im aktuellen Aktienkurs ist also bereits eine sehr positive Unternehmensentwicklung enthalten. Bildquelle: Dogs of the Dow

Als Investor muss man sich nun fragen, ob man Tesla eine noch positivere Unternehmensentwicklung zutraut, als aktuell im Aktienkurs bereits enthalten ist. Ich halte das für durchaus möglich – aber eben nicht garantiert.

Das war es von meiner Seite. Ich bin gespannt auf deine Meinung zur Tesla-Aktie. Welche Aspekte siehst du anders? Ich freue mich auf eine lebhafte Diskussion.

Liebe Grüße und bis zum nächsten Tesla-Update,
Jonathan Neuscheler

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Quellen & Links zum Artikel “Tesla Aktie kaufen/Q1 2020?”

Beschreibung
YouTube-Video mit Marcus Mayenschein zum Q1/2020: Tesla Aktie zu teuer oder 3.000 USD Kursziel möglich?
Tesla Investorenpräsentation zum Q1/2020
Tesla Q1/2020 Management-Call
Tesla Aktienanalyse auf AlleAktien.de vom Dezember 2018: “Alle Short-Argumente zerlegt und warum die Aktie 2.000 USD wert sein könnte”
Update zur Tesla Aktie auf AlleAktien.de vom Mai 2019: “Tesla Aktie im Crash: Wie geht es weiter? Jetzt kaufen?”
Grafiken zu Tesla auf Hypercharts.co

Transparenzhinweis und Haftungsausschluss: Die Autoren haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen erstellt, können die Richtigkeit der angegebenen Daten aber nicht garantieren. Es findet keinerlei Anlageberatung von AlleAktien oder den für AlleAktien tätigen Autoren statt, dieser Beitrag ist eine journalistische Publikation und dient ausschließlich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgendeines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken bis hin zum Totalverlust behaftet. Deine Investitionsentscheidungen darfst du nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf den Informationsangeboten von AlleAktien treffen. AlleAktien und die für AlleAktien tätigen Autoren übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen. Der Autor hält derzeit Aktien von Tesla.

16 Antworten

  1. Rainer Steckel sagt:

    Im finanzielle Freiheten Depot sind och gar keine Telsa-Aktien!?

  2. Tim sagt:

    Hi Jonathan,

    schöne Analyse, du gehst auf die meisten, wichtigen Punkte gut ein!

    Ich bin long-Tesla und habe meine Position im Herbst letzten Jahres etabliert. In den nächsten Monaten werde auch ich meine Analyse zu Tesla veröffentlichen. Mittlerweile macht Tesla 25% meines Spark-Portfolios aus, mehr dazu aber auf http://www.spark-investor.de

    Erfolgreiche Grüße, Tim

  3. Sören Kray sagt:

    Hallo Jonathan,
    du sagtest, Tesla hat zwei mal am Kapitalmarkt zugegriffen. Wurden hierbei Anleihen oder neue Aktien emittiert und wie hoch war bei letzterem die Verwässerung

    Viele Grüße

  4. Andre Wahrhausen sagt:

    Die Hoffnung dass Tesla un 10 Jahren eine Marktkapitalisierung von 700MRD$ hat ist äußerst ambitioniert.
    Man überlege mal wie viele Hundert Tausend Mitarbeiter sie einstellen müssen und wie viele Milliarden$ sie im neue Werke investieren müssen um eines Tages eine gescheite Stückzahl zu verkaufen.

    • Levin Roethlisberger sagt:

      Naja, beschäftige dich mal ein bisschen länger mit Tesla und dem Gründer… 😉
      Ich persönlich denke sogar dass 700MRD noch an der unteren Grenze sind…

  5. finanzfunk sagt:

    Hallo Jonathan,

    vielen Dank für das Update. Ich halte Tesla ebenfalls für ein spannendes Unternehmen.
    Dass du schon bei ca. 350 USD gekauft und vor allem bei um die 200 USD nachgekauft hast, während alle Anleger pessimistisch waren spricht für dich und deine Erfahrung. Daher Glückwunsch zur bisher erzielten und absolut verdienten Rendite!

    Liebe Grüße
    Konstantin von finanzfunk.net

  6. El_Cobez sagt:

    An Tesla scheiden sich die Geister. Ich gehöre weder zu den Fans noch bin ich extremer Kritiker, sondern ich bin irgendwo dazwischen. Ich persönlich denke aber, dass die aktuelle Bewertung überhaupt nicht gerechtfertigt ist, da es weiterhin wesentliche Risiken gibt:
    1.) Abhängigkeit von Subventionen: Tesla wählt Standorte scheinbar nach Höhe der Subventionen oder sonstiger Vergünstigungen aus, schert sich aber nicht um eine nachhaltige gute Beziehung mit den Staaten/Orten/etc. In Fremont wurden die von Tesla ursprünglichen (!) Zusagen zur Erlangung der Subventionen (z.B. Schaffung der Arbeitsplätze) nie erreicht. Das kann man nun clevere Geschäftstaktik nennen, aber ich sehe das Risiko, dass sich das teilweise rücksichtslose Verhalten herumspricht und bei zukünftigen Verhandlungen mit der Politik Nachteile entstehen.
    2.) Elon Musk: Er ist sicher ein technisches Genie, aber er ist unberechenbar und für mich als Investor nicht vertrauensvoll. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die SEC noch einmal Ermittlungen gegen ihn aufnimmt. Tesla ohne Musk wäre für den Aktienkurs aus meiner Sicht fatal.
    3.) Die Liquiditätsposition ist aus meiner Sicht weiter angespannt, da sich Tesla weiterhin schwer tut, Cash zu generieren (siehe Cashburn in Q1). Das wirtschaftliche Umfeld wird sich weiter eintrüben in Q2. Ob dies Tesla stark oder wenig trifft, wird die Zeit zeigen. In Europa sind die Verkaufszahlen sehr durchwachsen gewesen.
    4.) Produktion vs. Lieferung: Bei Tesla muss sehr genau das Verhältnis zwischen Produktion und Lieferung verfolgt werden.
    Q1/2019 (Total Production): 77.138
    Q2/2019 (TP): 87.048
    Q3/2019 (TP): 96.155
    Q4/2019 (TP): 104.891
    Q1/2020 (TP): 102.672
    Es wurden also stetig mehr Autos produziert, in Q1 aber trotz Shanghai-Factory etwas weniger als im Quartal zuvor.
    Q1/2019 (Total Deliveries): 63.019
    Q2/2019 (TD): 95.356
    Q3/2019 (TD): 97.186
    Q4/2019 (TD): 112.095
    Q1/2020 (TD): 88.496
    Erstmalig seit Q1/2019 wurden also deutlich weniger Autos ausgeliefert als produziert. Der Produktionsrekord ist also mit Vorsicht zu genießen. Interessant wird Q2 werden, denn bisher ließe sich diese Erkenntnis mit dem traditionell schwächeren Q1 erklären.

    So oder so fehlt mir die Transparenz im unternehmerischen Handeln und überwiegen die Risiken. Deshalb aktuell nichts für mich.

    • Dawid Telesinski sagt:

      Ich bin da ganz Deiner Meinung und würde Deine Ausführung noch um 2 Punkte ergänzen:

      1. Verkaufszahlen vom Model S und Model X sind eher rückläufig. Nach dem Anfangshype scheint sich Tesla hier also nicht durchgesetzt zu haben, daher ist es fraglich, ob es bei den anderen Fahrzeugen der Fall sein wird.

      2. Konkurrenz wird größer und besser (VW, Nio, Byd, XPeng, Nikola Motors etc.)

      Also ich lasse bei der Bewertung auch die Finger weg von der Aktie und beobachte. Für ein langfristiges Investment müssten aus meiner Sicht die Verkaufszahlen der jeweiligen Fahrzeuge stabiler sein. Erst wenn das der Fall ist, ziehe ich einen Kauf der Aktie in Erwägung.

    • jan sagt:

      Ich schätze die Perspektiven von El_Cobez und Dawid Telesinski, jedoch fällt mir auf, dass bei der Betrachtung der Subventionen, Produktions und Verkaufszahlen, sowie die Bewertung der Konkurrenz ein zu starkes Gewicht liegt.

      Die aktuelle Lage der Weltwirtschaft ist ein Sonderfall und deshalb müssen Prod. und Verkaufszahlen im Umfeld der Konkurrenz betrachtet werden. Bspw. ein Rückgang der Verkaufszahlen muss ebenso vor allem im globalen Kontext gesehen werden. Toyotas und Hondas Absatz wurde auf dem US Markt halbiert. US Hersteller (außer Tesla) haben deutlich stärkere Rückgänge. China ist der relevanteste Automarkt, dort sind alle Zahlen der deutschen Hersteller eingebrochen, Tesla steigt dort aktuell am schnellsten.
      Durch die Einbrüche des Kerngeschäfts vieler OEMs werden teilweise Investitionen/Fortschritt in Innovation und Entwicklung elektrischer Autos verlangsamt oder sogar gestoppt. Die Konkurrenz wird also weniger. Dazu kommt Elons Statement aus dem Earningscall Q1.

      ROBERT M. ASKS
      Elon has mentioned a 50% compound annual growth rate target for Tesla in the past. Is this still in line with Tesla’s ambitions for the next 5-10 years? This would be 4M+ vehicles in 2025, and 20M+ vehicles in 2030. Is 40% a more realistic target?

      TESLA ANSWERS
      [Elon Musk — Co-Founder and Chief Executive Officer]

      Well, it’s always difficult to predict what the macro situation is going to be. I think very few people would have predicted the unexpected roundhouse that COVID came up with — it sort of came out of nowhere. So I think in the absence of something, some massive force majeure event, but quite massive, I think, 50% is the likely number. It’s possible that is 40%. I would be very shocked, if it’s less than 40%, even with force majeure, short of World War III.

      Rechnet mal konservativ mit 25% compound growth rate der Produktionszahlen und ihr werdet staunen.

      Konkurenz: Nikola Motors ist aktuell kein Konkurrent, da bisher kein Semi auf der Straße ist. Also kannst du bis 2021 noch in tesla investieren und dann neu bewerten. Nio ist in einem anderen Segment und der Markt ist groß genug für beide. VW muss erst mal ein gutes Elektroauto auf den Markt bringen. Dann kommen Preis und Qualität in den Fokus. Tesla hat eine Vorsprung und wird immer günstiger, dabei wird es für die aufholenden Hersteller schwer sein, bei gleichen Preisen überhaupt noch einen Gewinn zu erzielen.

      Dazu kommen Umsätze Software und Abos wie Internet etc. die die Marge steigern. Bei aktueller Konkurenz fällt dies bisher weg.

      Ihr könnt eure Argumente natürlich gewichten wie ihr wollt, aber Warnung vor wegfallenden Subventionen, der Konkurrenz oder singender Nachfrage gibt es seit 2012 bei Tesla. 2012 wurde das Model S veröffentlicht und seitdem gibt es keine Konkurrenzprodukte die dieses Modell schlagen. Tesla hat aber seit 2012 starke Innovationsschübe gemacht.

      Sinkende Nachfrage bei S und X sind kein Problem, da Model 3 udn Y diese auffängt. Zudem werden S und X immer die Pionierautos bleiben, die für die Implementierung von neuen/teureren Innovationen aus dem Hause Tesla verbaut werden. bspw. neue Batterien, oder der Plaid Antrieb. Die Nachfrage wird also bleiben bei sehr großer Marge, die dann die Massenproduktion für die anderen Modelle anschiebt. Diese Situation findest du bei keinem Hersteller aktuell. Diese müssen einmal 1 gutes Auto liefern.

      Der Aktienpreis ist hoch. Du musst ja nicht in einem Kauf deine Position aufbauen. Ein Sparplan oder in Trangen kaufen macht immer Sinn. Wer in die besten Unternehmen investieren will muss auch hohe Preise bezahlen. Das zahlt sich bei Tesla aus und Amazon hat es bewiesen.

      Viel Erfolg.

  7. Marc Lau sagt:

    tesla wird als roboter taxi interessant. die globale stromversorgung muss schadstofffrei sein. viel bessere batterien sind notwendig.

  8. Beate Schäfer sagt:

    Hallo Jonathan,
    mich würde interessieren, wie du die Entwicklung im E-Bike Segment einschätzt und ob es sich lohnen würde ,am E-Bike Boom durch den Erwerb von folgenden Aktien: Accell Group, Shimano, Yamaha oder Voltabox etc. zu partizipieren?
    Über eine Rückmeldung würde ich mir sehr freuen!
    BG Tim

    • Hi Tim, ich glaube auch, dass sich Fahrräder und v.a. E-Bikes in Zukunft immer stärker durchsetzen werden. Bisher habe ich in diesem Bereich aber noch nicht recherchiert – es wird wohl relativ schwierig sein, ein spezialisiertes Unternehmen zu finden, dass den Großteil seines Gewinns mit diesen Produkten erwirtschaftet. Bis vor einigen Jahren gab es mit der MiFa AG in Deutschland einen börsennotierten Hersteller von Fahrrädern, der aber aufgrund von Bilanzfälschungen in die Insolvenz gerutscht ist. Schade.

  9. Ella Winter sagt:

    Hi Jonathan,

    aktuell steht in der Corona-Watchlist bei Tesla kaufen. Ich wollte fragen, ob das wirklich richtig ist aufgrund der hohen Bewertung aktuell? Würde es persönlich nicht kaufen bei dem Preis.

    Viele Grüße

  10. Deniz Ercetin sagt:

    Hi Ella, diese Frage stelle ich mir beim aktuellen “Hype-Kurs?” ebenfalls. Vielleicht kann uns Jonathan da auf die Sprünge helfen.

    Vg
    Deniz

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